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Beitrag 1 - 8 von 8
Beitrag vom 23.01.2020 - 15:08 Uhr
UserDavid Webb
User (129 Beiträge)
Ich sehe es leider nicht.
Condor hat keine Zukunft.

Die Finanzinvestoren wären doch nur daran interessiert die Kuh zu melken und dann weiter zu verkaufen. Nur an wenn? Die werden doch die Flotte nicht modernisieren, oder andere strategische Entscheidungen treffen.

Und LOT? Wollen die wirklich gegen die LH antreten? Da lache ich mich ja kaputt, die LH hat das mordernere Gerät auf den gecoverten Routen, die LH kann einfach den Stecker ziehen wenn sie das Umsteigen von LH auf DE unterbindet.

Der einzig logische Käufer wäre die LH, sofern sie denn wettbewerbsrechtlich darf, aber das ist ja in Europa wieder schwierig.

Ich verstehe den ganzen Vorgang nicht, das ist ein Tot auf Raten.
Beitrag vom 23.01.2020 - 15:36 Uhr
UserNicci72
User (250 Beiträge)
Ich sehe es leider nicht.
Condor hat keine Zukunft.

Die Finanzinvestoren wären doch nur daran interessiert die Kuh zu melken und dann weiter zu verkaufen. Nur an wenn? Die werden doch die Flotte nicht modernisieren, oder andere strategische Entscheidungen treffen.

Und LOT? Wollen die wirklich gegen die LH antreten? Da lache ich mich ja kaputt, die LH hat das mordernere Gerät auf den gecoverten Routen, die LH kann einfach den Stecker ziehen wenn sie das Umsteigen von LH auf DE unterbindet.

Der einzig logische Käufer wäre die LH, sofern sie denn wettbewerbsrechtlich darf, aber das ist ja in Europa wieder schwierig.

Ich verstehe den ganzen Vorgang nicht, das ist ein Tot auf Raten.

Ich habe hier in einem anderen Thread bereits ausführlich geschrieben, warum es bei zumindest zwei dieser drei Bewerber (Apollo und LOT) des nunmehr engsten Bieterkreises guten Sinn macht, für Condor zu bieten - "Greybull" ist eine eigene Sache und zumindest ihre Vorgeschichte mit Monarch nicht gerade eine positive Referenz. Ich möchte das hier nicht alles wiederholen und deshalb darauf verweisen. Dort wurde von einem anderen User auch sehr plausibel dargelegt, warum zum gegenwärtigen Zeitpunkt die LH als Käufer von Condor unlogisch ist. In jedem Fall wird es entweder eine Weiterentwicklung oder eine Neuausrichtung des Geschäftsmodells von Condor geben, so dass die LH auch nicht imstande sein wird, "einfach" den "Stecker" zu ziehen. Die LH Group hat im Übrigen derzeit genug eigene Probleme, um sich nicht auch noch einen mutwillig herbeigeführten Passagierrückgang zu leisten.

Natürlich gibt es komfortablere Situationen, in denen sich ein Unternehmen befinden kann, und es gibt leider auch naheliegende Szenarien, in denen die Condor-Mitarbeiter die eigentlichen Verlierer des Deals sein würden - aber tot ist Condor nicht, auch nicht auf Raten. Eher ist es ein positives Signal, dass Condor jetzt nicht wieder wie saures Bier feilgeboten wird wie noch zu Thomas-Cook-Zeiten, als sie vergeblich "ins Schaufenster gestellt" wurden.
Beitrag vom 23.01.2020 - 15:36 Uhr
Usermichik897
User (33 Beiträge)
250 Millionen und dafür gibt es nicht einen neuen Flieger... Vor allem ohne Zubringer von LH und machen wir uns nichts vor wird der Kranich lukrative Routen so oder so Covern und der Investor schaut in die Röhre. Schade ich bin letztes Jahr mit Condor geflogen aber ich vermute auch das es ohne LH nichts wird.
Beitrag vom 23.01.2020 - 16:53 Uhr
Userwurre
User (29 Beiträge)
Wenn ich einmal ein paar Jahre zurückdenke, dann haben hier unzählige Foristen geschrieben was Herr Spohr von LH für ein unfähiger Manager sei. Ich sehe die große Chance gekommen, dass genau diese Leute nun eine profitable Airline zum guten Preis übernehmen, sicher führen, nach vorne bringen und allen Mitarbeitern (in allererster Linie natürlich den Piloten) weit überdurchschnittliche Gehälter sowie traumhafte Konditionen realisieren. Ich glaube CS kann schon mal um seine besten Leute bangen ...?
Beitrag vom 23.01.2020 - 19:01 Uhr
Usercontrail55
User (1220 Beiträge)
Ich habe hier in einem anderen Thread bereits ausführlich geschrieben, warum es bei zumindest zwei dieser drei Bewerber (Apollo und LOT) des nunmehr engsten Bieterkreises guten Sinn macht, für Condor zu bieten -
Kleine Korrektur... Sie haben geschrieben, warum es für Sie Sinn macht. Dem muss man sich ja nicht anschließen oder kann sogar anderer Ansicht sein.
"Greybull" ist eine eigene Sache und zumindest ihre Vorgeschichte mit Monarch nicht gerade eine positive Referenz. Ich möchte das hier nicht alles wiederholen und deshalb darauf verweisen. Dort wurde von einem anderen User auch sehr plausibel dargelegt, warum zum gegenwärtigen Zeitpunkt die LH als Käufer von Condor unlogisch ist.
Logisch wäre es schon, nur wohl nicht machbar.
In jedem Fall wird es entweder eine Weiterentwicklung oder eine Neuausrichtung des Geschäftsmodells von Condor geben, so dass die LH auch nicht imstande sein wird, "einfach" den "Stecker" zu ziehen.
Da die Condor schon seit Jahren optimiert und immer noch nichts verdient scheint eine Weiterführung des Geschäftsmodells zweifelhaft. Und je nachdem wie mächtig die Neuausrichtung ausfällt, ob das dann noch etwas mit der Condor zu tun hat außer dem Namen?
Die LH Group hat im Übrigen derzeit genug eigene Probleme, um sich nicht auch noch einen mutwillig herbeigeführten Passagierrückgang zu leisten.
Das hängt allein vom Preis oder der Startegie ab. Mit AddOns lässt sich nichts verdienen, das macht nur im eigenen Netz Sinn. Wenn ich es selbst für mehr verkaufen kann, ist die Condor raus.
Natürlich gibt es komfortablere Situationen, in denen sich ein Unternehmen befinden kann, und es gibt leider auch naheliegende Szenarien, in denen die Condor-Mitarbeiter die eigentlichen Verlierer des Deals sein würden
Das werden sie auf jeden Fall. Wie gesagt, da ist schon alles optimiert und die Marge reicht immer noch nicht. Selbst Teckendrup sagt, damit eine Airline überlebt braucht es mindestens 8% Marge. Condor hat noch nicht mal die Hälfte. Woher soll die kommen? Kosten müssen weiter runter.
- aber tot ist Condor nicht, auch nicht auf Raten. Eher ist es ein positives Signal, dass Condor jetzt nicht wieder wie saures Bier feilgeboten wird wie noch zu Thomas-Cook-Zeiten, als sie vergeblich "ins Schaufenster gestellt" wurden.
Na ja, 250Mio ist nicht gerade was zum feiern und DREI mögliche Käufer sind nicht etwas, wo die Interessenten Schlange stehen. Sie wurde auch nicht vergeblich in Fenster gestellt, es gab ja Interessenten, man hat sie wieder aus dem Fenster genommen als es ums Ganze ging.
Für mich ist das ein totes Pferd. Selbst wenn es weiter ginge, so wie es ist bleibt es nicht. Das muss jedem klar sein.

Dieser Beitrag wurde am 23.01.2020 19:05 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 24.01.2020 - 06:27 Uhr
UserDavid Webb
User (129 Beiträge)
Ich bin da bei @Contrail.

Frei nach dem indianischen Sprichwort: Wenn du ein totes Pferd reitest, steig ab.

Ich sehe nicht wie ein Finanzinvestor Condor profitabel kriegt - und mehr als das aktuelle +/- 0 rausbekommen soll.
Die Flieger gehen auch nicht ewig, enweder man holt sich A330 oder B789, oder ein paar A321XLR.
Condor ist viel anfälliger als die LH gegen LCC.

Condor hat kaum Skaleneffekte.

Was soll LOT damit? Verstehe ich nicht, nicht mal im Ansatz.
Beitrag vom 24.01.2020 - 09:54 Uhr
UserNicci72
User (250 Beiträge)
Ich bin da bei @Contrail.

Frei nach dem indianischen Sprichwort: Wenn du ein totes Pferd reitest, steig ab.

Ich sehe nicht wie ein Finanzinvestor Condor profitabel kriegt - und mehr als das aktuelle +/- 0 rausbekommen soll.
Die Flieger gehen auch nicht ewig, enweder man holt sich A330 oder B789, oder ein paar A321XLR.
Condor ist viel anfälliger als die LH gegen LCC.

Condor hat kaum Skaleneffekte.

Was soll LOT damit? Verstehe ich nicht, nicht mal im Ansatz.

Also dann doch noch einmal die einzelnen Punkte, warum es für LOT sinnvoll wäre, Condor zu übernehmen (entweder als Mehrheits- oder als Alleineigentümer, spätestens Anfang nächster Woche wissen wir wohl, ob sie der Bewerber sind, mit dem dann in die Einzelverhandlungen gegangen wird):

1.) LOT hat nach einer schweren Krise nach "Nine/ Eleven" und zu Zeiten der internationalen Finanzkrise eine mit rabiaten Methoden durchgeführte, aber nach allem, was an Zahlen öffentlich bekannt ist, erfolgreiche Sanierung hinter sich und ist in den letzten Jahren auf massivem Expansionskurs. Vor nicht langer Zeit wurde von LOT am Flughafen Budapest nach Warschau Chopin ein zweiter Hub eröffnet, der übrigens dem konkurrierenden LCC-Carrier Wizz Air an dessen Heimat-Airport direkt vor die Nase gesetzt wurde.
- Mit der Übernahme von Condor bekäme LOT einen wichtigen Fuß in die Tür des deutschen Luftfahrtmarktes, nach Großbritannien und Spanien der drittgrößte Luftfahrtmarkt des europäischen Kontinents - für LOT in dieser Größenordnung eine einmalige Chance.
- Mit Condor hätte LOT die Chance, in Frankfurt einen eigenen, dritten Hub zu installieren, wie bereits in Budapest der Konkurrenz direkt vor die Nase. Lufthansa hat in letzter Zeit ja massiv von Frankfurt nach München verlagert, das wäre also auch eine Win-Win-Situation mit der FRAPORT, die dadurch erheblichen Verhandlungsspielraum gegenüber Lufthansa gewinnen würde.
- Die derzeit gut 90 Maschinen von LOT zusammen mit den derzeit rund 50 Maschinen von Condor würden LOT zu einer "kritischen Größe" (wie das ein Luftfahrtexperte kürzlich einmal nannte) verhelfen, die es vom traditionell rein polnisch-nationalen Legacy-Carrier - zwar als deutliche Nr. 4, aber immerhin - zur europäischen Legacy-Carrier-Group nach der Lufthansa Group, der IAG und Air France-KLM aufrücken ließe. Das ist für LOT eine einmalige Chance und würde den europäischen Luftfahrtmarkt tatsächlich verändern.

2.) LOT ist nur eine von zwei mittelosteuropäischen Airlines, die Langstrecke anbieten (die andere Airline ist Ukraine International) - und die einzige EU-Airline aus Mittelosteuropa. Mit der Condor-Langstrecke würde sich das Portfolio an Langstrecken-Destinationen, das LOT anzubieten hat, schlagartig erweitern. Dies gilt insbesondere für Langstrecken-Feriendestinationen, wo in ganz Mittelosteuopa bisher lediglich Ukraine International mit Phuket und Dubai lediglich zwei Ziele anbietet und in die Karibik bisher buchstäblich nichts angeboten wird. Als Hintergrundinformation: Insbesondere Polen hat in den letzten zehn Jahren einen massiven Wirtschaftsaufschwung erlebt und immer mehr Menschen in diesem 40-Millionen-Land können sich Urlaubsreisen leisten, die früher aus finanziellen Gründen unmöglich gewesen wären.

3.) Das Thema Ferienflug-Angebote: Dieses ist bisher die schwache Seite von LOT. In Polen dominiert hier die Ryanair-Group, in Ungarn Wizz Air, in Tschechien und Slowakei Smartwings. Im Ferienfluggeschäft hat in Polen bisher sogar die kleine Enter-Air mehr Marktanteile als LOT. Mit Condor würde sich LOT hier Kompetenz, Markterfahrung und auch Marktanteile einkaufen (und zwar nicht nur für Polen und die übrigen Länder Mittelosteuropas sondern auch für den deutschen Markt).

4.) Seit dem Ende des Kalten Krieges ist LOT einer der treuesten europäischen Boeing-Kunden. Entsprechend massiv ist LOT derzeit auch vom Grounding der 737 MAX betroffen und muss nach dem Sommerflugplan 2019 nun auch im laufenden Winterfugplan massiv auf teueren Wetlease zurückgreifen, um den Flugplan bedienen zu können. Mit den Airbussen von Condor wäre dieses Problem kurzfristig gelöst und mittelfristig hätte man eine deutlich verbesserte Verhandlungsposition gegenüber Boeing.

5.) Die anstehende Erneuerung der überalterten Condor-Langstreckenflotte, insbesondere die Ablösung der 767, wäre für LOT verhältnismäßig kostengünstig und schnell zu bewerkstelligen. LOT baut derzeit seine Langstreckenflotte mit Dreamlinern aus, von denen die 787-9 von ACG im Drylease kommen. Hier könnten sukzessive "Dreamliner" zu Condor "rübergeschoben" werden, was auch für Condor eine Win-Win-Situation wäre und deren womöglich größtes Problem lösen würde.

6.) Mit Condor kauft sich LOT eine Tochter ein, die im Bereich der schwarzen Zahlen operiert - angesichts all der anderen Vorteile für LOT wäre auch eine derzeitige "schwarze Null" von Condor absolut befriedigend, weil es die Chance eröffnen würde, durch das Nutzen von Synergieerffekten da noch mehr draus zu machen.

Ergänzend dazu dann auch noch ein kurzer Blick darauf, warum darüber hinaus LOT für Condor ein attraktiver neuer Eigentümer sein könnte (wie erwähnt: noch ist nichts entschieden, zwei weitere finanziell starke Bewerber sind immer noch im Rennen):

1.) Nach EU-Recht wäre das eine absolut wasserdichte Konstellation. Irgendwelche Monita aus Brüssel sind bei diesem Investor nicht zu befürchten.

2.) Der neue Eigentümer wäre ein erfahrener und erfolgreicher Player am Markt, dessen Investition definitiv langfristigen Charakter hätte (im Gegensatz zu den beiden Finanzinvestoren). Man würde wesentlicher Teil einer neuen Airline-Group werden und sich neue, profitable Geschäftsfelder eröffnen (während Apollo lediglich die kleine Volotea als Partnerin anzubieten hätte und Greybull im Augenblick gar nichts).

3.) Die beiden größten Probleme von Condor ließen sich einer zeitnahen Lösung zuführen:
- Wie bereits erwähnt: Die überfällige Erneuerung der Langstreckenflotte.
- LOT hat eine umfangreiche Regional- und Kurzstreckenflotte (eigene Embraer-Maschinen und seit Jahren darüber hinaus geleaste Maschinen von Nordica (Regional Jet). Als Feeder-Flüge könnten diese Condor unabhängig von der Zubringerfunktion der Lufthansa machen und böten sogar die Chance, ein eigenes, auf eigene Bedürfnisse abgestimmtes Feeder-Netz aufzubauen, woran bisher überhaupt nicht zu denken war und was Condor der TUI dann voraus hätte (und was dann umgekehrt LOT die Chance böte, auf den deutschen Regionalflugmarkt zu expandieren).

4.) Wenn LOT bereit sein sollte, Condor in der Personalwirtschaft, insbesondere bei den Tarifverträgen, entgegenzukommen (die eigene Sanierung bei LOT war wie erwähnt rabiat, gerade auch im Umgang mit den eigenen Mitarbeitern), dann dürfte diese Option womöglich tatsächlich auch die attraktivste für Condor sein und eine reale Chance, sich am Markt zu behaupten.

Das letzte Wort wird aber natürlich in jedem Fall die Gläubigerversammlung haben, die nach derzeitigem Stand wohl am 5. März zusammentreten soll. Erst dann werden wir wissen, ob Condor "durch" ist und wer gegebenenfalls tatsächlich den Zuschlag erhält, ob nun die LOT oder einer der beiden anderen Bewerber.


Dieser Beitrag wurde am 24.01.2020 10:15 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 24.01.2020 - 10:24 Uhr
UserNicci72
User (250 Beiträge)
P.S.: So schnell ändert sich manchmal die Nachrichtenlage: Ich habe gerade eben geschrieben: "Noch ist nichts entschieden". Sollte die Eilmeldung sich bewahrheiten, dann ist es wohl inzwischen entschieden, jedenfalls wer unter den Bewerbern den Zuschlag erhält und jetzt in die Einzelverhandlungen geht.

Sollte dieser Deal zustandekommen, dann wird sich am deutschen Luftfahrtmarkt Einiges verändern, mit nicht unerheblichen Auswirkungen auf den europäischen Luftfahrtmarkt.
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