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Beitrag vom 01.03.2021 - 09:40 Uhr
Userdlehmann66
User (402 Beiträge)
PS gerade gefunden
In den Maschinen sind zwei Uraltcomputer verbaut, die einen einfachen 16-bit-Prozessor verbaut haben. Dieser stammt aus den 90er-Jahren und wurde zunächst auch in Super Nintendos verbaut.

 http://www.gregorytravis.com/BoeingEmpathy/files/stacks-image-7fc19bb.png

Above is a diagram of the automation architecture of the 737 NG and 737 MAX. The two components labelled “FCC A” (Flight Control Computer) and “FCC B” are the EDFCS-730s.

Ich denke die Hardware ist nicht das Problem. auch wenn das uralte 16bit CPUs sind, dann sollten sie für den Job geeignet sein. Ich vermute auch stark, dass es nicht nur einen sondern 30-40 oder mehr CPUs in der Flugsteuerung gibt. Auch das Aufrüsten kann nicht das Problem sein, denn die TFT Panels des Glascockpits brauchen eine digitale Graphiksteuerung und die ist sicher deutlich leistungsfähiger als die Flugrechner, denn die muss für Millionen Bildpunkte die Helligkeitswerte für alle 4 Grundfarben ca. 60 mal pro Sekunde neu berechnen. Das kann aber heute jeder Grapfikprozessor im Smartphone. Die uralt CPUs in der 737 sind sicher auf Steckplatinen in dem Raum unter dem Cockpit eingesteckt und oft ist auf einer Platine auch mehr als nur ein CPU. Diese Steckplantine ist keine FCC sondern einfach ein dummes Stück Hardware was rein elektronisch und strahlenschutztechnisch zertifiziert ist. Hier kann man problemlos auch Platinen dazu stecken. Das Limit ist der Datenbus mit dem die Platinen miteinander reden können. Vielleicht gibt es hier nur 8 Adressen d.h. nur 8 Platinen können miteinander reden.
- eine virtueller AoA nimmt ja nur vorhandene Messwerte anderer Sensoren und errechnet daraus einen Anstellwinkel. Die Berechnung ist keine komplizierte Mathematik, wie z.B. beim Bitcoin schürfen und kann sicher auch ein Taschenrechner erledigen und der CPU muss das wahrscheinlich auch nur so 10 mal in der Sekunde tun. Also nicht wirklich Hochleistung. Der Assemblercode dazu muss existent sein, denn es gibt ja schon aktuell virtuelle AoA, nur nicht in einer B737. Ein neuer Sensor ist ja auch erst mal noch keine Änderung der Flugsteuerung.
- die zweite Logikeinheit vergleicht nun die 3 Messwerte von den beiden realen AoA und dem virtuellen und errechnet ob die Abweichung vom höchsten und kleinsten Messwert innerhalb einer Toleranz liegt. Tut er das, dann wird der Messwert an das MCAS weiter geleitet und wenn nicht, dann gibt es einen Fehler. Diese Einheit muss jetzt schon geben, denn nach der Rezertifizierung werden ja jetzt die Messwerte der beiden realen AoA ausgewertet werden und irgendwo muss das ja logisch passieren.
- das MCAS kann eigentlich so bleiben wie es ist, jedenfalls was den Input des AoA Messwertes betrifft. Vor der Rezertifizierung hat es den Messwert eines AoA erhalten d.h. es gab weder Logikblock 1 (virtueller AoA) und auch kein Logikblock 2 (Vergleich der Messwerte), nach der Rezertifizierung erhält das MCAS den konsolidierten Messwert aus der Logikeinheit 2, die aktuell die Messwerte von 2 AoA verarbeitet und bald vom dritten virtuellen AoA Sensoren.

Diese 3 logischen Einheiten können alle auf einen CPU / Platine laufen. Das werden sie aber sicherlich nicht.

Was ich sagen will die Hardware ist kein Problem.
Virtueller AoA und auch der Vergleich der Messwerte sind als Software rein zertifiziertechnisch kein Problem. Sowas gibt es schon. Für mich ist das MCAS mit seinem Eingriff in die Trimmung das "zertifzierungstechnische" Problem.
Beitrag vom 01.03.2021 - 13:36 Uhr
UserNur_ein_Y_PAX
User (440 Beiträge)
Ich denke die Hardware ist nicht das Problem. auch wenn das uralte 16bit CPUs sind, dann sollten sie für den Job geeignet sein. Ich vermute auch stark, dass es nicht nur einen sondern 30-40 oder mehr CPUs in der Flugsteuerung gibt.

Da Liegen Sie total falsch. Es sind 2 FCCS mit jeweils 2 redundanten 286 cpus mit max 25 Mhz.Das bedeutet das nur die Rechenleistung einer CPU genutzt wird und im Zuge der Ausfallsicherheit ein zweiter Prozessor im FCC verbaut ist.
Die gesamte Flugsteuerung der 737NG/MAX übernimmt ein einziger 286.

Ich habe das Diagramm der Steuerung extra mitgepostet. Niemand muss vermuten.
Dabei dürfte es sich um Harris/Intersil CS80 in strahlenfester Ausführung heute Renesas Electronics handeln.Letztere produzert den Chip noch für Bestandskunden wie Boeing.


Auch das Aufrüsten kann nicht das Problem sein, denn die TFT Panels des Glascockpits brauchen eine digitale Graphiksteuerung und die ist sicher deutlich leistungsfähiger als die Flugrechner.

Die aber rein garnichts mit der Steuerung zu tun haben sondern die Daten des FCC nur optisch aufbreiten.Das ist eine Dateneinbahnstrasse. FFC => Displaysteuerung.

Hier kann man problemlos auch Platinen dazu stecken. Das Limit ist der Datenbus mit dem die Platinen miteinander reden können. Vielleicht gibt es hier nur 8 Adressen d.h. nur 8 Platinen können miteinander reden.

Das ist falsch. Es sind keine mehr dazusteckbar, schon garnicht problemlos.
Sie können nochsoviel Vermutungen äussern, Sie liegen falsch.

- eine virtueller AoA nimmt ja nur vorhandene Messwerte anderer Sensoren und errechnet daraus einen Anstellwinkel. Die Berechnung ist keine komplizierte Mathematik, wie z.B. beim Bitcoin schürfen.


Die Brechnung nicht, aber wenn Sie den Wert in der Flugsteuerng verwenden wollen wird es deutlichst aufwendiger und die Rechenleistung des 286 Prozessors reicht dafür nicht mehr aus.Dazu müssten Sie auch die Flugsteuersoftware der 737 ändern, was wie Sie selber erkannt haben eine Neuzulassung zurfolge hätte.


Ich würde Sie bitten weniger zu vermuten und wenn Sie mir nicht glauben wollen selber zu recherchieren.

Dieser Beitrag wurde am 01.03.2021 13:58 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 01.03.2021 - 16:01 Uhr
UserWMJH
User (202 Beiträge)
Jedes moderne Handy hat heute wesentlich mehr Rechenleistung als eine 286er-CPU.
Da liegen in der Elektronik Lichtjahre dazwischen.
Beitrag vom 01.03.2021 - 17:29 Uhr
User
User ( Beiträge)
Welche Rechenleistung hatte denn Apollo 11? Ich glaube das war aus heutiger Sicht ebenfalls etwas mickrig.
Beitrag vom 01.03.2021 - 18:33 Uhr
UserNur_ein_Y_PAX
User (440 Beiträge)
Welche Rechenleistung hatte denn Apollo 11? Ich glaube das war aus heutiger Sicht ebenfalls etwas mickrig.

Die entspach ca der Rechenleistung eines C64.

Beim Space Shuttle werkelten zuletzt 486er.

Die Nasa hatte zur Jahrtausendwende eine dringende öfffentliche Anfrage nach diesen gestellt. Jeder der das entsprechende strahlenfeste Model noch als Restposten im Lager hatte möge diese der NASA doch bitte anbieten.

Dieser Beitrag wurde am 01.03.2021 18:37 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 01.03.2021 - 19:34 Uhr
Userdlehmann66
User (402 Beiträge)
Ich würde Sie bitten weniger zu vermuten und wenn Sie mir nicht glauben wollen selber zu recherchieren.

SORRY aber ich bin ITler und kein Pilot oder Flugzeugtechniker und ich spekuliere gerne und interessiere mich für Flugzeuge und Fliegen.
Wenn das ein reines Insider Forum ist, dann sollte das einer sagen und ich bin weg.

Generell bestätigt aber ihre Aussage meine Aussage.
Der virtuelle AoA und die Auswertung der Messwerte der 3 AoA sind rechentechnisch Pillepalle.
Die Logik und notwendige CPU Power steckt in der Umsetzung dessen in Flugbefehle. Das passiert in den FCC und auch im MACS. Nur hier wird sich erst mal nichts mehr ändern. Jedenfalls ist mir nichts bekannt was hier noch an offenen Forderungen der EASA im Raum steht, was man da noch umschreiben müsste.

Was eine Zertifizierbarkeit vom MCAS betrifft sind wir uns aber einig.
Beitrag vom 01.03.2021 - 20:11 Uhr
UserNur_ein_Y_PAX
User (440 Beiträge)
Ich würde Sie bitten weniger zu vermuten und wenn Sie mir nicht glauben wollen selber zu recherchieren.

SORRY aber ich bin ITler und kein Pilot oder Flugzeugtechniker und ich spekuliere gerne und interessiere mich für Flugzeuge und Fliegen.
Wenn das ein reines Insider Forum ist, dann sollte das einer sagen und ich bin weg.

Es war nicht "gehen Sie gemeint".
Nur 20-30 oder 40 Prozessoren zu vermuten ist schon sehrweit weg von dem was ist. Und es reicht nicht das Sie 8 Geräte ansprechen könnten, wenn es in den FCCs dafür gar keine Einschübe gibt.

Daneben ist die Steuersoftware Hardware nahe für eine CPU geschrieben und würde nicht von einfach dazugesteckten CPUs profitieren. Das erfordert dann eine komplett neue, für Multiprozessorenumgebung geschriebene Steuersoftware.


Ich bin ebenfalls vom Fach. Ich habe Luft und Raumfahrt Technik und dazu noch Hardwareinformatik studiert ;-)


Generell bestätigt aber ihre Aussage meine Aussage.
Der virtuelle AoA und die Auswertung der Messwerte der 3 AoA sind rechentechnisch Pillepalle.

Nur die Berechnung aus 2 oder 3 Variablen ist trivial. Die Auswertung innerhalb der Flugsteuerung ist aber aufwendigwe. Und es ist ja nicht so, dass die Berechnungen der Flugsteuerung nur alle paar Sekunden durchlaufen werden, dass mus alle paar Millisekunden durchlaufen werden damit das Flugzeug steuerbar bleibt.Es ist ein Echtzeitsystem das auf einer maximal 25MHz schnellen CPU läuft. Da kommt man sehr schnell an die Grenze des Berechenbaren.Eine "Windowseieruhr" ist nicht akzeptabel. Ein 286 mit 25 MHZ hat ca 2,7 MIPS, mehr schafft er nicht.

Wenn wir nur annehmen das die Steuersoftware alle 100ms 1 mal durchläuft darf das Gesammte Programm nicht mehr als 270000 Operationen lang sein.Bei alle 10ms wären es sogar nur noch 27000 Operationen

..Jedenfalls ist mir nichts bekannt was hier noch an offenen Forderungen der EASA im Raum steht, was man da noch umschreiben müsste.

Für die MAX 10 verlangt die EASA meines Wissens einen Dritten Sensor. Egal ob jetzt Virtuel oder Real die Steuerungssoftware muss damit arbeiten und dementsprechend angepasst werden.Was wieder mit den zur Verfügung stehenden Rechenoperationen pro Sekunde korrespondieren muss.


Was eine Zertifizierbarkeit vom MCAS betrifft sind wir uns aber einig.

Ohne Frage

Dieser Beitrag wurde am 01.03.2021 20:14 Uhr bearbeitet.
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