Community / Kommentare zu aktuellen Nachrichten / Defekte Teile in 737-Jets: Boeing so...

Beitrag 1 - 15 von 15
Beitrag vom 07.12.2019 - 08:27 Uhr
Usertutnixzursache
User (18 Beiträge)
der Sumpf wird immer tiefer, man will langsam wirklich in keine Boeing-Maschinen der letzten Jahre mehr einsteigen
Beitrag vom 07.12.2019 - 09:15 Uhr
UserAviaticus
User (353 Beiträge)
... na na na, ziehen da wieder neue sehr dunkle Wolken am Airliner-Horizont auf mit einem Erdbeben. Dann tuen sich wieder tiefe Abgründe auf. ... und ich dachte, Boeing kommt so langsam wieder in die Gänge, Oh je
Was waren das noch für Zeiten mit der 707 oder 727 der Vergangenheit.

von Airbus hört man dieses Jahr nur ausgesprochen Positives.
Beitrag vom 07.12.2019 - 10:05 Uhr
UserEricM
User (2289 Beiträge)
...Flugzeuge trotz Kenntnis von fehlerhaften Teilen zur finalen Zertifizierung der Lufttauglichkeit angemeldet zu haben.
Das Unternehmen räumte in einer Stellungnahme kein Fehlverhalten ein

Und DAS ist das eigentliche Problem.
Man fragt sich ja langsam, ob der Betrieb eines großen Konzerns nach SEC/Wall Street Regularien und Engeneering nach Naturgesetzen, mathematischen Regeln und vor allem gesundem Menschverstand noch unter einen Hut zu bringen sind...
Beitrag vom 07.12.2019 - 10:48 Uhr
UserLuftfahrt und Ei..
User (23 Beiträge)
Dieses Jahr war ein schweres für Boeing. Man kann nur hoffen, dass man die Probleme in den Griff bekommt und es nächstes Jahr besser läuft.

Ansonsten sollte man ab Mitte des kommenden Jahrzehnts anfangen einen neuen Jet zu entwickeln, der auf längere Sicht die 737 ablöst!
Beitrag vom 07.12.2019 - 13:34 Uhr
UserNicci72
User (386 Beiträge)
...Flugzeuge trotz Kenntnis von fehlerhaften Teilen zur finalen Zertifizierung der Lufttauglichkeit angemeldet zu haben.
Das Unternehmen räumte in einer Stellungnahme kein Fehlverhalten ein

Und DAS ist das eigentliche Problem.
Man fragt sich ja langsam, ob der Betrieb eines großen Konzerns nach SEC/Wall Street Regularien und Engeneering nach Naturgesetzen, mathematischen Regeln und vor allem gesundem Menschverstand noch unter einen Hut zu bringen sind...

Das frage ich mich - zumindest bezogen auf die Luftfahrtindustrie - inzwischen langsam auch. Technische Investitionen in die Sicherheit sind betriebswirtschaftlich gesehen aber zunächst einmal Kosten - und Shareholder, insbesondere wenn es sich um die einschlägigen "Heuschrecken" handelt, die inzwischen auch bei Boeing eine zentrale Rolle spielen, hassen Kosten,weil sie zunächst einmal zu Lasten der Profitabilität und damit der Dividende gehen. Dass in der Luftfahrt mangelnde Investitionen über kurz oder lang - meist über kürzer als über länger - immer auch überflüssige Zusatzkosten in erheblicher Höhe generieren (um von Menschenleben jetzt bewusst nicht zu reden), diese Erfahrung macht Boeing jetzt gerade. Für die einschlägigen "Investoren" ist das aber eher kein Problem: Wenn aus einem Investment nicht mehr die erwarteten Dividenden herausgezogen werden können, dann wird es eben - rechtzeitig - abgestoßen und das Geld in die nächste "Investition" gesteckt. "Investitionen" werden hier nämlich häufig sowieso auf "short range" getätigt, d.h. es geht ohnehin nicht um das Unternehmen und die Produkte und/ oder Dienstleistungen, die es produziert, sondern neben und manchmal noch vor der Dividende dreht es auch um den Reingewinn, der sich aus dem Unterschied von Kauf und Verkauf von Aktien ergibt und der dann im Bedarfsfall auch mit entsprechenden kurzfristigen Maßnahmen gepusht wird. Momentan ist Boeing an der Börse aber immer noch mit erstaunlich hohen Werten notiert, d.h. die Dividende für die Shareholder stimmt offenbar immer noch ebenso wie der potentielle Verkaufswert der Aktie - und alles andere ist in der "Investoren"-Perspektive im Grunde nebensächlich. Diese Form der Finanzplanung impliziert natürlich immer auch die Möglichkeit eines plötzlichen Kurs-Kollapses, sollte sich die Prognose über die Validität des Profits und des Kurswertes irgendwann ändern. Soweit ich das beurteilen kann scheinen die Verantwortlichen von Boeing vor einem solchen "Turning Point" auch mehr Angst zu haben als vor allen technischen Problemen und allen behördlichen Auflagen, weil er für das betroffene Unternehmen zumeist ein "Point of no Return" ist. So deute ich jedenfalls die beständigen über-optimistischen öffentlichen Äußerungen der letzten Monate von Boeing und das beständige Leugnen von Schwierigkeiten bis weit über das jeweilige nachvollziehbare Verfallsdatum dieser Äußerungen hinaus. Genauso läuft es auch wieder in diesem Fall. Mit juristischer Vorsicht allein lässt sich dieses wiederkehrende Verhaltensmuster in meiner Wahrnehmung nur noch bedingt erklären.

Neben diesem strukturellen Grundproblem gibt es natürlich auch noch weitere Probleme, die in den letzten Monaten alle auch schon häufig genannt wurden und die ich deshalb nicht wiederholen möchte, die bei Boeing zu der jetzigen Situation geführt haben. Man sollte diese deshalb nicht monokausal deuten. Aber dieses Grundproblem steht natürlich mit den meisten anderen Problemen in Beziehung, ich fürchte, da haben Sie völlig recht.

Dieser Beitrag wurde am 07.12.2019 14:05 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 07.12.2019 - 15:23 Uhr
UserNur_ein_Y_PAX
User (376 Beiträge)
> Man muss die Sache mit der 737 erstmal zu Ende bringen.

Da haben Sie Recht.Wenn die MAX nicht wieder zugelassen wird, wäre es wohl das Ende von Boeings US Zivilsparte.Dann bräuchte es auch keinen Nachfolger mehr. Ein Nachfolger jetzt ist nur verbrannts Geld der Aktionäre.
Ich halte es aber für durchaus wahrscheinlich, dass wenn Boeing Brasil Commercial ab März 2020 mit der Arbeit beginnen darf dort der Nachfolger kommen wird.Embraers Entwicklungsabteilung ist derzeit glaub ich nicht besonders ausgelasstet.


ehemaligen Kommentatoren von Aerotelegraph.

Ich sehe hier viele die sowohl hier als auch dort schreiben.
Beitrag vom 07.12.2019 - 15:25 Uhr
UserMHalblaub
User (626 Beiträge)
Was für eine FAA-Farce!
Da soll Boeing für eine tatsächlich Gefährdung des Luftverkehrs $4 Millionen Strafe zahlen während Lufthansa für einen Formfehler $6 Millionen zu zahlen hat.
133 Maschinen für je ca. $50 Millionen illegal in den Verkehr gebracht und als Strafe weniger als ein Promill der ergaunerten Summe.
Beitrag vom 07.12.2019 - 16:16 Uhr
Usermarbu
User (285 Beiträge)
„Bei den möglichen Mängeln geht es um sogenannte Slat Tracks, Leitschienen am vorderen Rand der Tragflächen der Jets, die etwa zur Drosselung der Geschwindigkeit bei der Landung genutzt werden.“

Das rollen sich einem die Zehennägel auf wenn man sowas lesen muss
Beitrag vom 07.12.2019 - 20:22 Uhr
UserNeilArmstrong
User (422 Beiträge)
der Sumpf wird immer tiefer, man will langsam wirklich in keine Boeing-Maschinen der letzten Jahre mehr einsteigen

Da kann ich Ihnen nur zustimmen.

Einige Kommentatoren zielen hier auf die Dividenden von Unternehmen ab. Mag häufig so sein. Zwischenzeitlich sehe ich allerdings etwas Schwerwiegenderes. Nämlich die Gier eines Managements nach Sonderzahlungen (Boni), die an gewisse Gewinnraten und Dividenden geknüpft wurden und vom Aufsichtsrat genehmigt wurden, aber nicht von den Aktionären. Deshalb sollte man hier klar die Rolle eines Dennis Muilenburg, seinen Vorständen und des Aufsichtsrats von Boeing hinterfragen. Weshalb hat der Board of Directors Muilenberg noch nicht entlassen? Merken die nicht wie ihre Haltung Muilenberg zu halten Boeing, zunehmend schwer schädigt und das gesamte Unternehmen mit zigtausenden von Arbeitsplätzen in Gefahr bringt? Es ist inzwischen irre, wofür Muilenburg Verantwortung trägt, aber offensichtlich zu feige ist (und sich weigert???) die Verantwortung zu tragen.

Dieser Beitrag wurde am 07.12.2019 20:23 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 07.12.2019 - 22:14 Uhr
UserWeideblitz
Moderator
7 Beiträge gelöscht wegen OT.
Beitrag vom 08.12.2019 - 12:46 Uhr
UserLuftfahrt und Ei..
User (23 Beiträge)
> Man muss die Sache mit der 737 erstmal zu Ende bringen.

Da haben Sie Recht.Wenn die MAX nicht wieder zugelassen wird, wäre es wohl das Ende von Boeings US Zivilsparte.Dann bräuchte es auch keinen Nachfolger mehr. Ein Nachfolger jetzt ist nur verbrannts Geld der Aktionäre.
Ich halte es aber für durchaus wahrscheinlich, dass wenn Boeing Brasil Commercial ab März 2020 mit der Arbeit beginnen darf dort der Nachfolger kommen wird.Embraers Entwicklungsabteilung ist derzeit glaub ich nicht besonders ausgelasstet.




ehemaligen Kommentatoren von Aerotelegraph.

Ich sehe hier viele die sowohl hier als auch dort schreiben.


Boeing wird auch künftig mit Airbus das Duopol der Luftfahrt bilden und die zivile Sparte wird auch nicht untergehen, so wie sich das einige wünschen. Außerdem sollten sie bedenken, dass auch Airbus Schaden trägt, wenn Boeing verschwinden würde. Umgekehrt genauso. Dann haben wir ein Monopol und dadurch weniger Innovationen und neue Entwicklungen. Dann würde mit einem ganz anderem Druck gearbeitet werden. Boeing Brasil ist nichts anderes als eine Reaktion auf den A220, der aus der C-Series entsprang. Beide Hersteller wollen damit eine Regiosparte abdecken und haben mögliche Konkurrenten wie Embraer und Bombardier damit geschwächt. Natürlich wird man bei Boeing nie die gesamte zivile Sparte auf Boeing Brasil auslagern!
Beitrag vom 08.12.2019 - 13:41 Uhr
UserFW 190
User (1569 Beiträge)

Einige Kommentatoren zielen hier auf die Dividenden von Unternehmen ab. Mag häufig so sein. Zwischenzeitlich sehe ich allerdings etwas Schwerwiegenderes. Nämlich die Gier eines Managements nach Sonderzahlungen (Boni), die an gewisse Gewinnraten und Dividenden geknüpft wurden und vom Aufsichtsrat genehmigt wurden, aber nicht von den Aktionären.

Ja, aber nicht nur das Management, das geht weit hinunter, teilweise bis in die Arbeitsebene und ist getrieben von "Zielvereinbarungen" die man, koste es was es wolle, zu erreichen versucht. Beispiel aus einem anderen Wirtschftsbeireich: Um 100 k€ Lagerhaltungskosten in der Jahresendbilanz zu sparen wurden 500 k€ Transportkosten im neuen Jahr mittels Luftfracht inkauf genommen. Ziel erreicht, Boni erhalten. Boni über 30% können auf Sicht gefährlich für ein Unternehmen werden. Wird von der Arbeitsebene seit Jahren unter "wir sparen, egal was es kostet" subsumiert.

Dieser Beitrag wurde am 08.12.2019 13:43 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 08.12.2019 - 16:41 Uhr
Userairborn
User (219 Beiträge)
> Man muss die Sache mit der 737 erstmal zu Ende bringen.

Da haben Sie Recht.Wenn die MAX nicht wieder zugelassen wird, wäre es wohl das Ende von Boeings US Zivilsparte.Dann bräuchte es auch keinen Nachfolger mehr. Ein Nachfolger jetzt ist nur verbrannts Geld der Aktionäre.
Ich halte es aber für durchaus wahrscheinlich, dass wenn Boeing Brasil Commercial ab März 2020 mit der Arbeit beginnen darf dort der Nachfolger kommen wird.Embraers Entwicklungsabteilung ist derzeit glaub ich nicht besonders ausgelasstet.




ehemaligen Kommentatoren von Aerotelegraph.

Ich sehe hier viele die sowohl hier als auch dort schreiben.


Boeing wird auch künftig mit Airbus das Duopol der Luftfahrt bilden und die zivile Sparte wird auch nicht untergehen, so wie sich das einige wünschen. Außerdem sollten sie bedenken, dass auch Airbus Schaden trägt, wenn Boeing verschwinden würde. Umgekehrt genauso. Dann haben wir ein Monopol und dadurch weniger Innovationen und neue Entwicklungen. Dann würde mit einem ganz anderem Druck gearbeitet werden. Boeing Brasil ist nichts anderes als eine Reaktion auf den A220, der aus der C-Series entsprang. Beide Hersteller wollen damit eine Regiosparte abdecken und haben mögliche Konkurrenten wie Embraer und Bombardier damit geschwächt. Natürlich wird man bei Boeing nie die gesamte zivile Sparte auf Boeing Brasil auslagern!
>
"und haben mögliche Konkurrenten wie Embraer und Bombardier damit geschwächt." ?????
Was soll das nun wieder?
Noch nicht realisiert das Airbus bei Bombardier und Boeing bei Embraer mittlerweile eingestiegen sind und somit die bisherige Konkurrenz, soweit es überhaupt eine Konkurrenz war, ausgeschaltet haben?
Beitrag vom 10.12.2019 - 07:13 Uhr
Userdidigolf
User (353 Beiträge)
Wie Boeing mit seinen Kunden umgeht, zeigt auch der Artikel in der Korean Times.
Danach sind alleine in Korea 13 737NG's von den Pickle forks Problemen betroffen, die ausgetauscht werden müssen. Dafür hat Boeing nur wenige Techniker nach Korea geschickt, die dazu sehr viel länger brauchen die Reparatur durchzuführen als geplant.
Jetzt schicken einige koreanische Airlines schon Flieger auf eigene Kosten nach Victorville, um sie dort modifizieren zu lassen!
Hier der Artikel:
 http://www.koreatimes.co.kr/www/tech/2019/12/774_279906.html

Auch bei Qantas braucht man wohl viel länger als geplant, um die Modifikationen durchzuführen!
 https://simpleflying.com/qantas-737-crack-repair/

Ob sich das nicht auch noch negativ auf künftige Orders für Boeing auswirkt?



Dieser Beitrag wurde am 10.12.2019 07:17 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 10.12.2019 - 09:28 Uhr
UserKate Austen
User (503 Beiträge)
gehts hier allen Ernstes über eine Strafe von EUR 26.315 pro Maschine bzw. in einer Gesamthöhe von EUR 3.5 Mio?
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