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Beitrag vom 30.01.2019 - 15:37 Uhr
Usernessie
User (597 Beiträge)
Also - EASA für Flugrechte in EASA-"Land" zu zitieren ist in der Tat nicht ganz zutreffend. Vielmehr handelt es sich um das ECAA-Abkommen (European Common Aviation Area), welches allerdings von der EASA verwaltet wird (so eine Art Nachfolgeinstitution). Mitglieder sind alle EASA-Länder, insbesondere also auch Norwegen und die Schweiz. War ein bisschen sloppy und verkürzt geschrieben.

Ich bleibe jedoch dabei: Über nicht unerhebliche Zeiträume hinweg hat die EU die (multilateral vereinbarte) Neuaufnahme von UK in EASA und ECAA nicht akzeptiert, obwohl das bei CH und NO kein Problem ist.

Hier ging es (grundsätzlich) NICHT um Rosienenpickerei seitens UK, sondern um eine Abstrafungsmaßnahme der EU. Denn - das scheint hier der Konsens zu sein - fliegt UK aus EASA/ECAA raus, schadet man beiden Seiten, sich selbst also auch. Wo ist also bitte schön die "Rosinenpickerei" seitens UK, wenn sich die EU mit der Blockadehaltung selbst schadet? Die Logik geht mir nicht ein.

Bei den Handelsabkommen ist es ähnlich. Wenn Zollgrenzen BEIDE Seiten schädigt, dann ist es doch im Interesse BEIDER Seiten, ein bilaterales Abkommen zu schließen.

Wenn eine Vereinbarung A und B nützt, die Vereinbarung seitens A gewünscht und seitens B blockiert wird, dann ist das nicht Rosienenpickerei von A, sondern Dummheit von B.

Ach ja (insbesondere @EricM): TTIP wurde seitens der USA (vorläufig) beerdigt. Wäre es nach Willen der EU gegangen, wäre das Teil beschlossen worden.

Die EU hat zwei Jahre mit der britischen Regierung an einem Abkommen gearbeitet, dass jetzt vom britischen Parlament abgelehnt wurde.

Naja - ein bisschen differenzierter ist das schon.

Problematisch ist bei der ganzen Sache, dass May eigentlich gar nicht aus der EU will, sie aber von ihrer Partei dazu gezwungen wird. In wie weit sie da etwas ausgewogenes verhandelt hat (insbesondere mit einer EU die keinen "Präzedenzfall" haben möchte), kann man durchaus zur Debatte stellen. (Der Versailler Friedensvertrag war offiziell auch ein Verhandlungsergebnis (womit ich nicht sagen möchte, dass der May-Vorschlag genauso unausgewogen war.) Das britische Unterhaus sieht es ganz offensichtlich nicht als ausgewogen an.

Und wenn jetzt EU-Abgeordnete "einknicken" kann man das auch als eine Art Eingeständnis sehen, dass das auf dem Tisch liegende Verhandlungsergebnis nicht ganz so optipal war.

"Präzedenzfall" beim EU-Austritt schreibe ich übrigens deshalb, weil Grönland Ex-EU-Mitglied ist.

Und nur um nicht missverstanden zu werden. Ich sage ausdrücklich nicht, dass man UK beliebige Extrawürste braten soll. Aber man soll sie nicht schlechter stellen als andere Nicht-EU-Länder, wie bspw. CH und NO.

Beitrag vom 30.01.2019 - 15:58 Uhr
Usernessie
User (597 Beiträge)
Ich sehe grade, dass debaser den Austrittsvertragsentwurf bei der Diskussion "Ryanair-Chef rechnet nicht mit hartem Brexit" ähnlich sieht, wie ich. Da verweise ich gerne drauf.
Beitrag vom 30.01.2019 - 17:32 Uhr
UserPropeller45
User (101 Beiträge)
Niemand hatte die Absicht UK schlechter zu stellen, als CH und NO. Dies war jedoch keine Verhandlungsebene für die Austrittsverhandlungen seitens UK. UK lehnte ab, weil die damit verbundenen Weiterungen ihnen zuviel waren (freier Personenverkehr, Zölle, Warenaustausch, Rechtsfragen).
Auch für die Luftfahrt wäre es einfacher geworden mit einem Norwegen-Modell. Also keine Blockade durch die EU, 2 Jahre plus Zuschlag hätten für einen Vertrag gereicht.
Der vorliegende Vertrag sollte es sein.
UK will raus, mit aller Konsequenz, die erst jetzt auch dem Unterhaus bewußt wird.
Das andauernde Geschacher Londons ist eine Beleidigung sämtlicher EU27 Bürger.
Beitrag vom 31.01.2019 - 12:42 Uhr
UserAvokus
User (632 Beiträge)
Also - EASA für Flugrechte in EASA-"Land" zu zitieren ist in der Tat nicht ganz zutreffend. Vielmehr handelt es sich um das ECAA-Abkommen (European Common Aviation Area), welches allerdings von der EASA verwaltet wird (so eine Art Nachfolgeinstitution). Mitglieder sind alle EASA-Länder, insbesondere also auch Norwegen und die Schweiz. War ein bisschen sloppy und verkürzt geschrieben.

Ich bleibe jedoch dabei: Über nicht unerhebliche Zeiträume hinweg hat die EU die (multilateral vereinbarte) Neuaufnahme von UK in EASA und ECAA nicht akzeptiert, obwohl das bei CH und NO kein Problem ist.

Hier ging es (grundsätzlich) NICHT um Rosienenpickerei seitens UK, sondern um eine Abstrafungsmaßnahme der EU. Denn - das scheint hier der Konsens zu sein - fliegt UK aus EASA/ECAA raus, schadet man beiden Seiten, sich selbst also auch. Wo ist also bitte schön die "Rosinenpickerei" seitens UK, wenn sich die EU mit der Blockadehaltung selbst schadet? Die Logik geht mir nicht ein.

Bei den Handelsabkommen ist es ähnlich. Wenn Zollgrenzen BEIDE Seiten schädigt, dann ist es doch im Interesse BEIDER Seiten, ein bilaterales Abkommen zu schließen.

Wenn eine Vereinbarung A und B nützt, die Vereinbarung seitens A gewünscht und seitens B blockiert wird, dann ist das nicht Rosienenpickerei von A, sondern Dummheit von B.

Ach ja (insbesondere @EricM): TTIP wurde seitens der USA (vorläufig) beerdigt. Wäre es nach Willen der EU gegangen, wäre das Teil beschlossen worden.

Die EU hat zwei Jahre mit der britischen Regierung an einem Abkommen gearbeitet, dass jetzt vom britischen Parlament abgelehnt wurde.

Naja - ein bisschen differenzierter ist das schon.

Problematisch ist bei der ganzen Sache, dass May eigentlich gar nicht aus der EU will, sie aber von ihrer Partei dazu gezwungen wird. In wie weit sie da etwas ausgewogenes verhandelt hat (insbesondere mit einer EU die keinen "Präzedenzfall" haben möchte), kann man durchaus zur Debatte stellen. (Der Versailler Friedensvertrag war offiziell auch ein Verhandlungsergebnis (womit ich nicht sagen möchte, dass der May-Vorschlag genauso unausgewogen war.) Das britische Unterhaus sieht es ganz offensichtlich nicht als ausgewogen an.

Und wenn jetzt EU-Abgeordnete "einknicken" kann man das auch als eine Art Eingeständnis sehen, dass das auf dem Tisch liegende Verhandlungsergebnis nicht ganz so optipal war.

"Präzedenzfall" beim EU-Austritt schreibe ich übrigens deshalb, weil Grönland Ex-EU-Mitglied ist.

Und nur um nicht missverstanden zu werden. Ich sage ausdrücklich nicht, dass man UK beliebige Extrawürste braten soll. Aber man soll sie nicht schlechter stellen als andere Nicht-EU-Länder, wie bspw. CH und NO.


CH und NO sind im Genuß der Vorzüge und Pflichten des Binnenmarktes, weil sie sich den Europäischen Regeln unterordnen und können auch nicht mitbestimmen. Genau dieses will UK aber nicht. Deswegen gibt es auch keine Norwegenregel für UK.
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