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Beitrag 1 - 6 von 6
Beitrag vom 23.03.2020 - 11:50 Uhr
Userzuluromeolima
User (24 Beiträge)
Ich glaube der ganzen Sache immer noch nicht. Der Demonstrator kann leer (soll heißen zero payload) geflogen worden sein, was den Schwebeflug natürlich verlängert hätte.
Außerdem sind die Kritiker etablierte Hochschullehrer und Professoren, die ihre Arbeit wohl gewissenhaft machen, sonst wären sie nicht dahin gekommen wo sie jetzt sind. Der "Jet" ist am Ende des Tages nur ein größerer Multicopter mit Tiltrotor, und da sind die physikalischen Grundlagen und Berechnungen jedem Luftfahrtingenieur klar.
Ich hätte mir die Flucht nach vorne seitens Lillium gewünscht, also eine transparente Erklärung der Flugleistungen, natürlich im Rahmen des Geschäftsgeheimnis. So bleibt alles irgendwie undurchsichtig und auch ein bisschen eingebildet. Mal sehen wo die Reise hin geht ...
Beitrag vom 23.03.2020 - 13:27 Uhr
UserMHalblaub
User (625 Beiträge)

Außerdem sind die Kritiker etablierte Hochschullehrer und Professoren, die ihre Arbeit wohl gewissenhaft machen, sonst wären sie nicht dahin gekommen wo sie jetzt sind.

Woher haben diese Professoren ihre Drittmittel? Nichts gegen Professoren aber ein Professor meinte mal in einer Vorlesung, wo es auf Fortschritt in der Wissenschaft ging: „Neue Erkenntnis setzen sich nicht durch. Die Alten sterben aus.“

Der "Jet" ist am Ende des Tages nur ein größerer Multicopter mit Tiltrotor, und da sind die physikalischen Grundlagen und Berechnungen jedem Luftfahrtingenieur klar.

Genau diese Annahme ist schon einmal ziemlich konfus. Ein Multicopter hat keine Flügel wie ein Tiltrotor-Flugzeug. In der Berechnung des werten Professors wurden viel zu lange Zeiten im Schwebeflug angenommen. Sehen Sie sich die Videos des Lilium-Jets an, wie schnell es nach dem Start in den Vorwärtsflug geht.
Beitrag vom 23.03.2020 - 18:55 Uhr
UserEricM
User (2177 Beiträge)
Der "Jet" ist am Ende des Tages nur ein größerer Multicopter mit Tiltrotor, und da sind die physikalischen Grundlagen und Berechnungen jedem Luftfahrtingenieur klar.

Genau diese Annahme ist schon einmal ziemlich konfus. Ein Multicopter hat keine Flügel wie ein Tiltrotor-Flugzeug.

Richtig. Aber Tragflächen/Flügel würde ich das jetzt nicht wirklich nennen. Die Gleitzahl ohne Antrieb dürfte nicht wesenlich über dem eines Backstein liegen.

In der Berechnung des werten Professors wurden viel zu lange Zeiten im Schwebeflug angenommen. Sehen Sie sich die Videos des Lilium-Jets an, wie schnell es nach dem Start in den Vorwärtsflug geht.

Der Start ist vermutlich mal gar nicht das Problem. Gleitflug und horizontale Landung fallen konzeptbedingt aus. Autorotation auch. Zur elektischen vertikalen Landung braucht ein Lilium "Jet" daher genug elektrische Reserve um mehrfach Landeversuch, Landeabbruch, neuer Versuch, durchzuführen.
Diese Reserve müsste beim Personentransport recht hoch sein, schätze ich mal.
Beitrag vom 23.03.2020 - 19:33 Uhr
Userzuluromeolima
User (24 Beiträge)
Woher haben diese Professoren ihre Drittmittel? Nichts gegen Professoren aber ein Professor meinte mal in einer Vorlesung, wo es auf Fortschritt in der Wissenschaft ging: „Neue Erkenntnis setzen sich nicht durch. Die Alten sterben aus.“

Wieso sollten Professoren einem funktionierenden Konzept sozusagen durch "üble Nachrede" das Geschäft verhageln? Halte ich für eine gewagte Unterstellung. Wenn neue Technik in der Luftfahrt (sinnvoll) konzeptioniert, erprobt und zugelassen ist, wird sie auch eingesetzt.
Genau diese Annahme ist schon einmal ziemlich konfus. Ein Multicopter hat keine Flügel wie ein Tiltrotor-Flugzeug. In der Berechnung des werten Professors wurden viel zu lange Zeiten im Schwebeflug angenommen. Sehen Sie sich die Videos des Lilium-Jets an, wie schnell es nach dem Start in den Vorwärtsflug geht.

Was ist daran so konfus? Das Lillium-Taxi ist kein Osprey mit Leitwerk sondern eine Konstruktion mit vier Auslegern und Stummelflügeln, was eher ein Multicopter als ein senkrechtlandendes Flugzeug ist, welches durch die geringe Streckung und die kleinen Propeller auch nicht sonderlich effizient ist.

Dieser Beitrag wurde am 23.03.2020 19:33 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 24.03.2020 - 08:35 Uhr
UserEricM
User (2177 Beiträge)
Woher haben diese Professoren ihre Drittmittel? Nichts gegen Professoren aber ein Professor meinte mal in einer Vorlesung, wo es auf Fortschritt in der Wissenschaft ging: „Neue Erkenntnis setzen sich nicht durch. Die Alten sterben aus.“
Wieso sollten Professoren einem funktionierenden Konzept sozusagen durch "üble Nachrede" das Geschäft verhageln? Halte ich für eine gewagte Unterstellung. Wenn neue Technik in der Luftfahrt (sinnvoll) konzeptioniert, erprobt und zugelassen ist, wird sie auch eingesetzt.

Und wenn es hinterher doch funktioniert wäre es sicher nicht förderlich für die Karriereren der Kritiker ...

Genau diese Annahme ist schon einmal ziemlich konfus. Ein Multicopter hat keine Flügel wie ein Tiltrotor-Flugzeug. In der Berechnung des werten Professors wurden viel zu lange Zeiten im Schwebeflug angenommen. Sehen Sie sich die Videos des Lilium-Jets an, wie schnell es nach dem Start in den Vorwärtsflug geht.

Was ist daran so konfus? Das Lillium-Taxi ist kein Osprey mit Leitwerk sondern eine Konstruktion mit vier Auslegern und Stummelflügeln, was eher ein Multicopter als ein senkrechtlandendes Flugzeug ist, welches durch die geringe Streckung und die kleinen Propeller auch nicht sonderlich effizient ist.

Da wäre ich jetzt vorsichtig.
Ein Lilium Jet dürfte im Vorwärtsflug bei 300km/h einen Gutteil oder sogar 100% des benötigten Auftriebs über die Zelle bekommen. Die Formgebung ist wohl im Endeffekt ein Lifting Body mit Stummelflügeln als Triebwerksträger.
Daher denke ich erzeugt Lilium im Vorwärtsflug normalen Auftrieb wie ein Flugzeug, was sich von einem Multikopter massiv unterscheidet und auch effizienter ist.
Gleichzeitig hat die Form einen deutlich geringeren Luftwiderstand als ein Heli- oder Multikopter.
Mein einziges technisches Fragezeichen ist tatsächlich die Energiedichte, -Speicherung und -Reserve beim angestrebten Einsatzprofil.
Beitrag vom 24.03.2020 - 17:45 Uhr
Userzuluromeolima
User (24 Beiträge)
Da wäre ich jetzt vorsichtig.
Ein Lilium Jet dürfte im Vorwärtsflug bei 300km/h einen Gutteil oder sogar 100% des benötigten Auftriebs über die Zelle bekommen. Die Formgebung ist wohl im Endeffekt ein Lifting Body mit Stummelflügeln als Triebwerksträger.
Daher denke ich erzeugt Lilium im Vorwärtsflug normalen Auftrieb wie ein Flugzeug, was sich von einem Multikopter massiv unterscheidet und auch effizienter ist.
Gleichzeitig hat die Form einen deutlich geringeren Luftwiderstand als ein Heli- oder Multikopter.
Mein einziges technisches Fragezeichen ist tatsächlich die Energiedichte, -Speicherung und -Reserve beim angestrebten Einsatzprofil.

Der Lifting Body wurde soweit ich weiß bisher nur im Hochgeschwindigkeitsflug eingesetzt, weil ein Flügel mit so geringer Streckung bei langsamen Flugzuständen einen sehr hohen induzierten Widerstand aufweist. Schnelle GA-Flugzeuge vertrauen ja weiterhin auf einen optimierten Flügel und eine möglichst aerodynamische Zelle. Falls Lillium das lösen könnte, haben sie meinen größten Respekt. Von vorne sieht der Flieger einfach - wie oben gesagt - nach Backstein aus, da die vielen kleinen Propeller eine große Angriffsfläche bieten.

Dieser Beitrag wurde am 24.03.2020 17:50 Uhr bearbeitet.
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