Community / Kommentare zu aktuellen Nachrichten / Lufthansa bietet voraussichtlich fü...

Beitrag 1 - 7 von 7
Beitrag vom 12.10.2017 - 20:19 Uhr
UserNapsa
User (20 Beiträge)
Ob sich die Lufthansa da nicht ein wenig viel vorgenommen hat? Was wenn das irgendwann alles nicht mehr funktioniert? Dann haben wir kleinen europäischen Champion mehr sondern ein europäisches Monster - too big to fail.... der Staat wird dann mit Steuergeldern wie immer das überleben sichern müssen.
Beitrag vom 12.10.2017 - 20:37 Uhr
Userbevol
User (24 Beiträge)
Ob sich die Lufthansa da nicht ein wenig viel vorgenommen hat? Was wenn das irgendwann alles nicht mehr funktioniert? Dann haben wir kleinen europäischen Champion mehr sondern ein europäisches Monster - too big to fail.... der Staat wird dann mit Steuergeldern wie immer das überleben sichern müssen.

Nein, denn anders als Großbanken ist eine Airline nicht "systemrelevant" wie Volkswirte gerne sagen. Denn Kreditvergabe basiert ganz erheblich auf dem Vertrauen, das geliehene Geld zurückzubekommen. Geht eine Bank pleite wird dieses Vertrauen erschüttert und die zwischenbankliche Kreditvergabe kommt u. U. zum Erliegen. In der Folge werden auch weniger Kredite an Unternehmen und Haushalte vergeben, eine Wirtschaftskrise wäre die Folge. Jedes Standardlehrbuch zur Makroökonomie hat dazu mindestens ein Kapitel.

Zwar hätte eine Pleite eines so großen Unternehmens wie Lufthansa Auswirkungen auf viele Tausend Menschen, eine Wirtschaftskrise würde das aber nicht auslösen. Es würde einfach eine andere Airline den rentablen Teil des Geschäfts fortführen. So wie bei Monarch, AirBerlin und Alitalia auch...
Beitrag vom 12.10.2017 - 20:39 Uhr
UserTravellerB
User (30 Beiträge)
Das bereitet mir zugegebenermaßen auch ein wenig Kummer. An Alitalia sind schon so viele gescheitert :/
Aber was "too big to fail" angeht ändert sich nichts. Die Lufthansa wäre als letzter deutscher international operierender Business-Carrier (und da war Air Berlin nie echte Konkurrenz) immer zu groß und wichtig um sie sterben zu lassen. Bei all dem schwachsinnigen Gerede über einen nationalen Champion braucht die deutsche Wirtschaft letztendlich einen starken Carrier mit Direktverbindungen in die weltweiten Märkte. Und das ist eben nicht heute mal United gen Westen, Air China gen Osten und Singapore nach Südostasien. Allianzen hin oder her. Und mit Umweg über andere europäische Hubs oder gar den nahen Osten schon gar nicht.
Beitrag vom 12.10.2017 - 20:44 Uhr
Userjasonbourne
User (916 Beiträge)
Man kann jedenfalls nicht sagen das Spohr und sein Vorstand nicht ins Risiko gehen.

Das Konzept bankrotte Airlines zusammen zu kaufen hat noch nie geklappt, aber ist es das noch wenn man nur Reste kauft?

Angeblich hat die LH nicht da sKapital um organisch zu wachsen und auch nicht die Kostenbasis.
Dann ist diese Chance eine große, hoher Einsatz und Risiko, aber wenn es klappt hat man hoffentlich wie IAG eine LCC Perle.

Brussels, Niki & AB Rest, Alitalia alles in EW.

Das in Italien bedarf für long haul besteht kein Zweifel, Rom zumachen und alles nach Mailand, die Flotte passt (A330 haben selbe Triebwerke) und die B772 wird man nicht nehmen weil sie alt ist.
Bei den A330 sind dagegen 2 aus 2015 und einige aus 2012, keine 10 Jahre alt im Gegensatz zur AB.
Beitrag vom 12.10.2017 - 20:54 Uhr
UserCGNWAW
User (395 Beiträge)

Aber was "too big to fail" angeht ändert sich nichts. Die Lufthansa wäre als letzter deutscher international operierender Business-Carrier (und da war Air Berlin nie echte Konkurrenz) immer zu groß und wichtig um sie sterben zu lassen. Bei all dem schwachsinnigen Gerede über einen nationalen Champion braucht die deutsche Wirtschaft letztendlich einen starken Carrier mit Direktverbindungen in die weltweiten Märkte. Und das ist eben nicht heute mal United gen Westen, Air China gen Osten und Singapore nach Südostasien. Allianzen hin oder her. Und mit Umweg über andere europäische Hubs oder gar den nahen Osten schon gar nicht.

Es geht doch längst nicht mehr um einen starken nationalen Champion sondern um einen europäischen. Der Luftverkehrsmarkt in Europa ist liberalisiert und man muss in der ganzen EU stark sein.

Italien als Markt kann man durchaus erfolgreich bearbeiten, man muss sich nur die LCC‘s anschauen. Da Alitalia nun endlich vom Markt verschwindet, kann man doch als Vorstand der LH garnicht auf die Chance verzichten etwa in Linate slots zu sichern.
Beitrag vom 12.10.2017 - 23:11 Uhr
UserTravellerB
User (30 Beiträge)
Es geht doch längst nicht mehr um einen starken nationalen Champion sondern um einen europäischen. Der Luftverkehrsmarkt in Europa ist liberalisiert und man muss in der ganzen EU stark sein.

Da gebe ich Ihnen völlig recht. Mein Bezug auf den nationalen Champion war auch nur auf das Szenario des Einsatzes von Steuergeldern im Falle eines Niedergangs der LH-Gruppe bezogen. Da würde dann jeder mit nationalen Interessen argumentieren. Darum ging es ja in dem ersten Beitrag. Die Angst im Falle eines Scheiterns als Steuerzahler in die Bresche springen zu müssen.
Abseits dieser Problematik des Scheiterns (oder solange es nicht so kommt) geht es natürlich für die LH darum sich auf europäischer - wenn nicht gar internationaler - Ebene als globaler Champion zu positionieren. Und da ist man ja bisher schon nicht sehr schlecht aufgestellt. Die Lufthansa Passage ist transatlantisch seit Jahrzehnten eine feste Größe und mit Eurowings soll dies in Europa auf LCC Basis nun auch gelingen. Es kann ja durchaus auch funktionieren.

Italien als Markt kann man durchaus erfolgreich bearbeiten, man muss sich nur die LCC‘s anschauen. Da Alitalia nun endlich vom Markt verschwindet, kann man doch als Vorstand der LH garnicht auf die Chance verzichten etwa in Linate slots zu sichern.

Auch da bin ich bei Ihnen. Italien war und ist für Lufthansa seit langem ein wichtiger Aber eben auch schwieriger Markt. Nach der blutigen Nase die man sich mit LH italia geholt hat war man vorsichtiger. Seitdem grasen LH Classic via FRA und meist Air Dolomiti via MUC den norditalienische Markt schon sehr effektiv ab. Da ist potentiell sicher mehr und es kann einen Versuch wert sein wenn man es richtig macht.
Beitrag vom 12.10.2017 - 23:17 Uhr
UserTravellerB
User (30 Beiträge)
Das Konzept bankrotte Airlines zusammen zu kaufen hat noch nie geklappt, aber ist es das noch wenn man nur Reste kauft?
Das stimmt für den ersten Teil der Satzes. Siehe Swissair oder Etihad.
Beim zweiten Teil bin ich optimistischer. Denn da scheint sich die LH-Gruppe zum Profi entwickelt zu haben. Es ist nicht schmeichelhaft wie das alles im Detail gelaufen ist aber die LH-Gruppe hat sowohl in der Schweiz als auch in Österreich die Gunst der Stunde genutzt und zu für sie extrem guten Bedingungen gekauft und fährt damit jetzt Rekorde ein. In Belgien geht das ganze offenbar ähnlich weiter. Ob dieses Konzept freilich auch in Italien oder mit der AB aufgeht ist deshalb keinesfalls bewiesen. Die LH ist allerdings gut damit gefahren in den letzten Jahren.
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