Community / Kommentare zu aktuellen Nachrichten / Lufthansa geht offensiv an Pilotenau...

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Beitrag vom 21.05.2018 - 22:18 Uhr
Userchris7891
User (623 Beiträge)
Ich erkenne keinen Vorteil in Hinsicht vorher erstmal Studium/Ausbildung. Was hätte man davon? Ausser man denkt ans ausprobieren verschiedener Möglichkeiten. Aber das wäre tatsächlich ein Luxusproblem, das man sich leisten wollen muss.

Ich wüsste jetzt nicht wieso du dort keine Vorteile siehst.
Du bist doch Fluggerätemechaniker. Du hättest immer etwas in der Hinterhand gehabt und dir die finanzielle Basis aufbauen können. Nicht jeder bekommt alles von den Großeltern und den Eltern finanziert. Das haben die jungen Piloten nicht, eine Anstellung hat man dann auch noch nicht.
Quereinsteiger sind auch willkommen bei LH und Co. Vorteil ist, dass man z.b bei LH Technik arbeiten kann als Ingenieur, im Einkauf oder in der kaufmännischen Verwaltung von LH. Nebenher geht man noch fliegen.
Das können die anderen Piloten ohne Ausbildung oder Studium nicht.
Beitrag vom 21.05.2018 - 22:23 Uhr
Userchris7891
User (623 Beiträge)
chris7891

Der Großteil fängt mittlerweile eher mit 25-27 Jahren an. Man hat vorher studiert oder eine Ausbildung. So blöd ist keiner mehr und macht mit Anfang 20 sofort die Piloten-Ausbildung.

Das können nur die, die ohnehin Geld haben von Haus aus.



Und das bedeutet jetzt was ?
Meinen Sie damit vielleicht, dass dies Auswirkungen auf das Einstiegsgehalt haben sollte ?

Natürlich hat das Auswirkungen. Als Ingenieur startet man auch bei ca.54.000 € + Zulagen im Jahr. Da möchtest du auch keine Abstriche beim Gehalt hinterher machen, wenn man dann umsattelt.

Mit dieser Berufsgruppe sollten sich Piloten vergleichen lassen. Das geht hoch auf bis zu 150.000 € als Ingenieur bei Daimler, Airbus oder VW. Also überlegt man sich ,entweder LH oder ich bleibe bei meinem Job.
Beitrag vom 22.05.2018 - 10:41 Uhr
UserA320Fam
User (339 Beiträge)
@chris7891

Ich wüsste jetzt nicht wieso du dort keine Vorteile siehst.

Also generell ist eine vielseitige Ausbildung natürlich nur von Vorteil. Nur bringt das monetär dem angehenden Piloten keinen Vorteil. So meinte ich das.

Du bist doch Fluggerätemechaniker. Du hättest immer etwas in der Hinterhand gehabt und dir die finanzielle Basis aufbauen können. Nicht jeder bekommt alles von den Großeltern und den Eltern finanziert.

Ja, dann hätte man generell eine zweite Ausbildung, was wie gesagt grundsätzlich nicht verkehrt ist. Aber eine finanzielle Basis hätte man damit keineswegs geschaffen. Bei einem Startgehalt von ca. 25.000€Brutto/Jahr als Flugzeugmechaniker ist da nicht viel mit Basis schaffen.
Das mit den Eltern und Grosseltern lassen wir bei der Diskussion mal lieber weg.

Das haben die jungen Piloten nicht, eine Anstellung hat man dann auch noch nicht.

Wie schon angedeutet, es geht hier um den Beginn des Arbeitslebens mit einer am Anfang stehenden Ausbildung. Das haben wohl ALLE Menschen gleich, bis auf wenige Ausnahmen. Zählt also nicht als Argument.

Und so wie ich das verstehe, ist ein fliessender Übergang für Absolventen der LH-Flugschule ziemlich sicher. Zumal die Kandidten vor Ausbildungsaufnahme eine ohne Frage selektierende Aufnahmeprüfung absolvieren müssen, gerade um am Ende Absolventen zu erhalten, die mit nahezu 100% Wahrscheinlichkeit die Ausbildung erfolgreich beenden können und dann eine Weiterbeschäftigung im Konzern sicher haben.

Dies trifft bei unseren Fluggerätmechaniker-Lehrlingen schon seit Jahren nicht mehr zu. Diese werden nämlich, oft über Jahre, wenn überhaupt erstmal in einer Leiharbeiterbude zwischengeparkt. (nur so als Beispiel)

Beitrag vom 22.05.2018 - 10:56 Uhr
UserA320Fam
User (339 Beiträge)
chris7891
Natürlich hat das Auswirkungen. Als Ingenieur startet man auch bei ca.54.000 € + Zulagen im Jahr. Da möchtest du auch keine Abstriche beim Gehalt hinterher machen, wenn man dann umsattelt.

Das hat aber alles keine Relevanz. Warum sollte es für eine Tätigkeit wichtig sein, was beim Kandidaten im Vorfeld alles gelaufen ist oder nicht?
Man steigt in eine Tätigkeit ein (hier das Fliegen) und wird dafür bezalht [Punkt]
Nach Ihrer Argumentation könnte ja jeder beim Berufswechsel erwarten, seine bisherigen Gehaltsansprüche einfach mit rüber zu nehmen ... klingt irgendwie utopisch, oder?

Mit dieser Berufsgruppe sollten sich Piloten vergleichen lassen. Das geht hoch auf bis zu 150.000 € als Ingenieur bei Daimler, Airbus oder VW. Also überlegt man sich ,entweder LH oder ich bleibe bei meinem Job.

Zum einen ist der von Ihnen genannte Betrag ein realistischer Wert für die Bezahlung eines !erfahrenen! Piloten, und es geht dann sogar noch höher.

Aber bitte warum sollte man einen ca. 5 Jahre studierenden Ingenieur mit einem ca. 2 Jahre geschulten Piloten vergleichen? Genau da liegt für mich die Krux, ein überzogenes Selbstwertgefühl der Pilotenbranche. Das hat auch nix mit Bashing zu tun.

Dieser Beitrag wurde am 22.05.2018 10:57 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 22.05.2018 - 11:55 Uhr
UserMeadowlands
User (320 Beiträge)
Ja, man kann die Zeit des Studiums mit der Zeit der Schulung des Piloten vergleichen.
Studium ist auch nichts anderes als eine Schulung auf einen bestimmten Beruf hin. Von 12 Monaten im Jahr sitzt der Student genau 7 an der Uni, hat also 5 Monate frei. Ich weiß, es kommt gleich der Aufschrei "Vorlesungsfreie Zeit". Kenne ich, ich habe Studierte in der Familie. Und dort war die "vorlesungsfreie Zeit" immer frei. Bei einem Familienmitglied fanden allerdings die Prüfungen in den ersten zwei Wochen der freien Zeit statt. Dann war Ruhe für 1,5 bzw. 2,5 Monate.
Also, was bleibt effektiv über? 8 Monate (incl. Rüfungen) p.a. an der Uni, 4 Jahre lang. 32 Monate effektive Studienzeit bevor man eingesetzt werden kann. Dagegen 24 Monate effektive Ausbildung (ohne Freizeit, weil durchgehende Ausbuldung) zzgl. 6 Monate Typerating und Linetraining, bevor man eingesetzt werden kann, in Summe 30 Monate und, je nach dem, etwa 60-80k Schulden.
Ich maße mir an, das recht gut vergleichen zu können, da ich selbst die zweite Variante gewählt habe, und meine Frau und andere Familienmitglieder die Erste.
Ich sehe schon, dass es sehr wohl vergleichbar ist, hat auch nichts mit Selbstwertgefühl zu tun.
Beitrag vom 22.05.2018 - 12:38 Uhr
UserRunway
User (2491 Beiträge)
Ja das alles auf ein Vergleichslevel zu bringen ist nicht so einfach. In der Disskussion hier ist m. E. die eingeschränkte Lebensführung vom (gesamten) fliegenden Personal noch gar nicht ausreichnd beleuchtet. Anfangs mag es ja toll sein in der Welt umeinander zu fliegen. Auf Sicht hätte ich das beruflich nicht ständig tun wollen obwohl privat begeisterter Weltreisender. Die besondere Verantwortung am Steuerknüppel bzw. Stick wäre da auch noch zu erwähnen. Jeder bewertet das eben anders.
Beitrag vom 22.05.2018 - 12:42 Uhr
UserA320Fam
User (339 Beiträge)
@Meadowlands
...

Also meine Ausbildung ging auch am Stück weg ohne vorlesungsfreie Zeit und auch ich musste danach noch verschiedenste Lizenzen erwerben bis ich allein aufs Flugzeug losgelassen werden konnte. Insofern könnt ich mich ja auch mit nem Ingenieur vergleichen ... mach ich aber nicht 😉
Beitrag vom 22.05.2018 - 12:50 Uhr
UserA320Fam
User (339 Beiträge)
@Runway
...

Volle Zustimmung.

Geht auch gar nicht um einen 1zu1 Vergleich. Es sollte nur ein gewisser Rahmen eingehalten werden.

Und da komme ich auf diesen Artikel hier zurück. So wie es im da und auch in meinem zitierten FliegerRevue Artikel dargestellt wird, unter Voraussetzung der Einhaltung des versprochenen Rahmens, ist das nach meiner Ansicht ein faires Angebot für einen Berufseinsteiger. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Ins Schlaraffenland kann man nur reingeboren werden.

Beitrag vom 22.05.2018 - 21:17 Uhr
Userfbwlaie
User (3659 Beiträge)
@Meadowlands,
ein "Linetraining" benötigt jeder Berufsanfänger....
Auch mit Diplom der Promotion - vgl. z. B. die Hiwis der Berater!
Falls man Wert auf gute Noten legt, muss man sich während der vorlesungsfreien Zeit schon mit seinen Studienfächern auseinandersetzen...
Beitrag vom 23.05.2018 - 08:10 Uhr
UserpaulTU154
User (641 Beiträge)
Was ich nicht verstehe: vor kurzem gab es doch noch Piloten "wie sind am Meer" .

Wo sind die plötzlich alle hin?
Beitrag vom 24.05.2018 - 11:00 Uhr
UserDigiflieger
User (785 Beiträge)
Geht auch gar nicht um einen 1zu1 Vergleich. Es sollte nur ein gewisser Rahmen eingehalten werden.

Und da komme ich auf diesen Artikel hier zurück. So wie es im da und auch in meinem zitierten FliegerRevue Artikel dargestellt wird, unter Voraussetzung der Einhaltung des versprochenen Rahmens, ist das nach meiner Ansicht ein faires Angebot für einen Berufseinsteiger. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Ins Schlaraffenland kann man nur reingeboren werden.


Der Haken war in den jüngeren, vergangenen Jahren, dass man die erwähnte Schulung gemacht hat, in dem Glauben(!), dass man dann zeitnah in eine relativ vorhersehbare Einkommensentwicklung kommen würde.
Da mag man vor Jahren noch über den Realitätsverlust geschmunzelt haben, so ist es später zu einem handfesten Politikum geworden.
Ich mag den angehenden Piloten kaum vor die Augen treten, angesichts dessen, was ein renommierter Konzern aus tarifpolitischem Taktieren mit denen gemacht hat.
Die Schulden sind tatsächlich relativ lächerlich, wenn das darauf folgende Einkommen passt. Das aktuelle Risiko, dieses NICHT zu bekommen oder nur nach sehr langer Zeit, verschiebt aber das Verhältnis eklatant!
Beispielsweise kommen aktuell Kollegen ins Cockpit, die von Schulungsbeginn bis zum ersten Mal Arbeiten (Geldverdienen) unverschuldet über 6 Jahre gebraucht haben. Da erscheint dann ein Studium (ohne 60-80.000 Schulden) wieder sehr attraktiv, selbst wenn das Einstiegsgehalt dann geringer ist.
Man darf ja eben nicht vergessen, dass es den Flugschülern während dieser ganzen Zeit auch nicht leicht gemacht wurde, selbst für Alternativen zu sorgen. So konnte weder ein Studium, noch eine Ausbildungsstelle aufgenommen werden, da man immer wieder für den kurzfristigen Abruf für die LH zur Verfügung stehen musste, wenn man nicht das Risiko des "Rausschmiss" eingehen wollte...
Wer heute einen solchen Schulungsvertrag unterschreibt, muss eben auch damit rechnen, dass er vielleicht erst nach 5-6 Jahren im Cockpit sitzt, mit entsprechenden Schulden, aber eventuell ohne das gute Gehalt einer LH, sondern vielleicht das einer EWE...
Und so glaubt der Konzern doch tatsächlich seinen gesamten Bedarf von 3-400 Piloten pro Jahr für die gesamte Group ab 2020 zu decken.
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