Community / Kommentare zu aktuellen Nachrichten / Lufthansa könnte Zubringer für Con...

Beitrag 1 - 15 von 15
Beitrag vom 03.02.2020 - 20:17 Uhr
UserTexon
User (183 Beiträge)
Was hat Lufthansa gegen Lot?
Die sind doch auch in der Star Alliance und nutzen Miles & More.
Beitrag vom 03.02.2020 - 21:33 Uhr
UserCharlie-Alpha
User (152 Beiträge)
So tun als wäre man verstimmt über einen möglichen staatlichen Einfluss bei LOT aber gleichzeitig ausgerechnet um Alitalia mitpokern...ausgerechnet Alitalia.

Genau mein Humor...

Beitrag vom 03.02.2020 - 22:54 Uhr
UserZH Flyers
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User (238 Beiträge)
War es nicht einmal eine Bedingung des Kartellamts das LH Group Miles & More sowie Zubringer für Condor öffnen muss. Als man damals Eurowings übernommen hatte?
Beitrag vom 04.02.2020 - 05:43 Uhr
User2ndSEG
User (79 Beiträge)
Was LH “gegen LOT hat”?? Eigentlich nichts, doch nicht EU-konforme staatliche Subventionen prangert LH genauso berechtigt an, wie alle anderen konstant auf der LH herumhacken, wenn sie Teile der insolventen AB übernimmt. NUR, dass LH eben PRIVATISIERT ist und selbst im harten Markt kämpfen muss, wohingegen dieser Staatskapitalismus aus Polen hier letztendlich als wettbewerbsverzerrend und damit als illegal einzustufen ist!

LH und auch WizzAir haben vollkommen recht!

Sorry, aber was DA gerade abläuft ist jenseits...

Hoffentlich geht dieser Deal völlig in die Hose.
Beitrag vom 04.02.2020 - 06:36 Uhr
UserGitr
User (2 Beiträge)
Ich denke nicht, dass der Deal in die Hose geht. Ein Teckentrup ist aus anderem Holz geschnitzt als ein Spohr. Ein fairer Mann im Umgang, der weiß was er tut. Beim Spohr muss man ja schon nach Halbwertszeiten der Aussagen schauen. Langstrecke von MUC, CGN, DUS und jetzt letzter Versuch FRA. Am Ende vielleicht doch LEJ oder Kaseel-Kalden? Teckentrups Aussagen trafen da bislang eher zu. Ein Mann des Wortes.

Würde mich nicht wundern, wenn man bei LH spekuliert hätte, die Condor würde ohnehin keinen Partner finden. Und die ganzen Purple Moon und Project Ocean Dinger wären bloß Papiertiger in einer Schublade, jetzt völlig nutzlos und sehr ärgerlich.
Beitrag vom 04.02.2020 - 08:18 Uhr
Usercontrail55
User (1327 Beiträge)
Vorsicht, da ist noch eine Menge Konjunktiv in dem SZ Artikel. Prüfen heißt noch lange nicht machen und prüfen ist Pflicht für ein Management, dass sein Geld wert ist.
Mich erstaunen hier die Aussagen dazu. Da kauft sich ein Wettbewerber in meinen Heimatmarkt ein, kündigt Wachstum an und dann wundert man sich wenn ich mich mit allen Mitteln dagegen wehre. Top!
Beitrag vom 04.02.2020 - 08:59 Uhr
UserDavid Webb
User (172 Beiträge)
Vorsicht, da ist noch eine Menge Konjunktiv in dem SZ Artikel. Prüfen heißt noch lange nicht machen und prüfen ist Pflicht für ein Management, dass sein Geld wert ist.
Mich erstaunen hier die Aussagen dazu. Da kauft sich ein Wettbewerber in meinen Heimatmarkt ein, kündigt Wachstum an und dann wundert man sich wenn ich mich mit allen Mitteln dagegen wehre. Top!

Ganz gneau das.
Da kauft ein staatlich finanzierter Wettbewerber am Heimat Hub ein mit Staatsgeld und die LH soll denen jetzt weiter die Flieger voll machen?
Puh, ist doch mehr als logisch das sich die LH das ganz genau anschaut und dann eben ihre Entscheidungen trifft.

Ich frage mich weiterhin wie das funktionieren soll, der Kredit sind 300 Mio. € und dann braucht Condor neue Flieger, woher kommt die Kohle? Sagen wir mal LOT hat nur die 300 Mio. hingelegt und bestellt neue Flieger. Wir sind ganz schnell im Bereich von 500Mio bis 1 Mrd.
Bei einer Firma die irgendwie in einem BoomJahr 50 Mio. gewinn im schnitt macht, bei einer Umsatzrendite von 3%.
Wenn der Spritpreis steigt, oder in der Krise mal die Fernreisen weniger gefragt sind, ist der Laden extrem verlustträchtig.

Ich sehe kein Szenario in dem diese Übernahme aufgeht.
Beitrag vom 04.02.2020 - 09:33 Uhr
UserNicci72
User (296 Beiträge)
Ich denke nicht, dass der Deal in die Hose geht. Ein Teckentrup ist aus anderem Holz geschnitzt als ein Spohr. Ein fairer Mann im Umgang, der weiß was er tut. Beim Spohr muss man ja schon nach Halbwertszeiten der Aussagen schauen. Langstrecke von MUC, CGN, DUS und jetzt letzter Versuch FRA. Am Ende vielleicht doch LEJ oder Kaseel-Kalden? Teckentrups Aussagen trafen da bislang eher zu. Ein Mann des Wortes.

Würde mich nicht wundern, wenn man bei LH spekuliert hätte, die Condor würde ohnehin keinen Partner finden. Und die ganzen Purple Moon und Project Ocean Dinger wären bloß Papiertiger in einer Schublade, jetzt völlig nutzlos und sehr ärgerlich.

Das sehe ich genauso - auch, dass man bei LH offenbar darauf spekuliert hat, dass die Condor wie AB gegroundet wird und in die Liquidation geht und dann wollte man wohl wieder bereit stehen und den größten Teil des zu verteilenden Kuchens verfrühstücken und ihn nicht der TUI überlassen. Spohr betont ja bei jeder Gelegenheit, dass in Europa ein "Konsolidierungsprozess" im Gang sei, an dessen Ende wie in den USA nur drei oder vier große Airlines übrig bleiben würden, das entspräche also diesem Denkstil. Dass Condor dabei ist, sich aus der Insolvenz von Thomas Cook herauszuarbeiten, lief deshalb wohl nicht nach Plan und jetzt sucht man nach einem Weg, auf dem man Condor womöglich doch wieder in den Insolvenz-Schlamassel zurückstoßen könnte.

Und ja, es ist sehr viel Konjunktiv in dem SZ-Artikel. "Prüfen" lese ich dabei übrigens tatsächlich als "prüfen", nämlich ob so ein Gang zur EU-Kommission überhaupt relevante Aussicht auf Erfolg hat - und wenn man bei LH klug ist auch, ob die potentielle Aussicht, die Condor "fertig zu machen" und dann zu beerben, das Eingehen der damit verbundenen Risiken rechtfertigt. Der juristische Teil dieser Prüfung kann sich dabei nur auf das EU-Subventionsrecht beziehen, d.h. auf die Fragen: Wie wird der Kauf der Condor durch die PGL tatsächlich finanziert? Und wie wird die angekündigte Erneuerung der Condor-Langstreckenflotte finanziert? Bei der ersten Frage ist Milczarski gegenüber seinem Pressekonferenz-Statement vom 24. Januar öffentlich bereits wieder zurück gerudert und hat jetzt von einem Bankenkredit geredet. Das würde das Szenario ändern, bei dem man bisher davon auszugehen hatte, dass der polnische Staat diese Übernahme finanziert. Zur zweiten Frage weiß man bisher noch überhaupt nichts Konkretes. Kartellrechtlich ist der Deal evident wasserdicht.
Was das "mit allen Mitteln dagegen wehren" anbelangt: Dagegen wehren? Ja. Mit allen Mitteln? Wirklich? Die LH-Group dominiert die Luftfahrtmärkte in Belgien und in der Schweiz und hat dabei wenig Rücksichten auf belgische Empfindlichkeiten bezüglich ihres Flag-Carriers genommen, den man zwischenzeitlich sogar zur Eurowings-Gruppe abschieben wollte. Die LH Group ist auch der größte Player auf dem Luftfahrtmarkt in Österreich und krebst seit geraumer Zeit bei der italienischen Regierung wegen der Alitalia herum. Da sollte man seine Egozentrik zügeln, wenn jetzt ein expandierender Wettbewerber, mit dem man übrigens in der Star Alliance zusammenarbeitet, auf den deutschen Markt drängt.

Noch ein Wort zum "polnischen Staatskapitalismus". Der gleicht dem angelsächsischen Heuschreckenkapitalismus wie ein faules Ei dem anderen, ein Milczarski und ein MOL sind Brüder im Geiste und vergeben sich wechselseitig gar nichts. Wer sich etwas mit ihrer Art der Unternehmensführung beschäftigt hat weiß das. Den Namen Carsten Spohr könnte man dabei auch nennen, wenn er denn über die strategischen Fähigkeiten verfügen würde, die ein MOL und ein Milczarski nachgewiesen haben. Ein Ralf Teckentrup ist demgegenüber nachgerade seriös und ich hoffe für die Condor und ihre Belegschaft, dass es ihm gelingt, in diesem Haifischbecken zu überleben.
Der "polnische Staatskapitalismus" bietet übrigens immerhin die Möglichkeit, dass seine Gewinne in der Staatskasse landen und so der Allgemeinheit zugute kommen, während das Geld in der angelsächsischen Variante des Kapitalismus nur wenigen Leuten zugute kommt, denen das viele Geld ohnehin bereits aus allen Körperöffnungen fließt und die nicht mehr wissen, wohin mit dem ganzen Zeug - "ach wie schön ist Panama". Da braucht sich niemand über "Wettbewerbsverzerrung" zu echauffieren.


Dieser Beitrag wurde am 04.02.2020 09:44 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 04.02.2020 - 11:35 Uhr
Usercontrail55
User (1327 Beiträge)
... ein Milczarski und ein MOL sind Brüder im Geiste und vergeben sich wechselseitig gar nichts.
Vor diesem Hintergrund verstehe ich die Mahnung "Da sollte man seine Egozentrik zügeln, wenn jetzt ein expandierender Wettbewerber, mit dem man übrigens in der Star Alliance zusammenarbeitet, auf den deutschen Markt drängt." überhaupt nicht. Wenn mit sehr harten Bandagen gekämpft wird soll man auf Gentleman machen. Gute Güte!
Die vermeintliche Seriosität des Herrn Teckentrup hat ihm nicht viel genutzt, das geflickte Fell wurde an den Teufel verkauft. Jetzt bestimmt ein anderer. Wobei mir immer noch nicht klar ist, woher man Kenntnis über die charkterlichen Eigenschaften der einzelnen Protagonisten hat um darüber urteilen zu können.
Beitrag vom 04.02.2020 - 12:00 Uhr
UserA320Fam
User (886 Beiträge)
Sorry, aber auch der Teckentrupp ist nen Arsch. Der hat nämlich die Condor Berlin plattgemacht. Angeblich weil Berlin keinen Markt hat. Und jetzt kommt Condor nach 1 1/2 Jahren im Sommer wieder zurück nach Berlin. Wo also bitteschön ist Tecke anders ???

Wobei mir immer noch nicht klar ist, woher man Kenntnis über die charkterlichen Eigenschaften der einzelnen Protagonisten hat um darüber urteilen zu können.

Ganz m.M.
Beitrag vom 04.02.2020 - 12:32 Uhr
UserGernot Hofmann
User (7 Beiträge)
Was LH “gegen LOT hat”?? Eigentlich nichts, doch nicht EU-konforme staatliche Subventionen prangert LH genauso berechtigt an, wie alle anderen konstant auf der LH herumhacken, wenn sie Teile der insolventen AB übernimmt. NUR, dass LH eben PRIVATISIERT ist und selbst im harten Markt kämpfen muss, wohingegen dieser Staatskapitalismus aus Polen hier letztendlich als wettbewerbsverzerrend und damit als illegal einzustufen ist!

Ist schon klar: Subventionen sind ganz böse...., aber immer nur die Subventionen der anderen. Wenn Lufthansa bei der Austrian-Übernahme von 500 Millionen Euro aus der österreichischen Staatskasse profitiert, dann ist das voll OK und überhaupt nicht zu kritisieren.

Verständlich aus Lufthansa-Sicht ist eher ein anderes Argument: Früher flog die Eurowings-Langstrecke ab CGN/DUS. Jetzt wie Condor primär ab FRA. Und nun gibt es bei beiden Airline eine Reihe an Langstrecken, die beiden anbieten (als Beispiel FRA-WDH) und wo beide auf das selbe Marktsegment zielen (touristische Langstrecke). Die nehmen sich nun neuerdings definitiv gegenseitig die Kunden weg. Das Lufthansa wenig Lust hat, Condor die Maschinen ab FRA zu Lasten der eigenen Eurowings-Langstrecke ab FRA zu füllen, ist nachvollziehbar. Zumal die Eurowings-Langstrecke seit Jahren nur Verluste einfliegt und nun endlich mal profitabel werden soll.

Ansonsten scheint Lufthansa die Zubringerflüge für Condor bereits drastisch verteuert zu haben. Condor wiederrum scheint genau darauf bereits reagiert zu haben. Als Alternative zum Zubringerflug wird auf der Condor-Website nun direkt bei den Flugverbindungen auch immer eine Bahnverbindung als Zubringer gezeigt. Das war früher nicht so.

Für Condor ist das gefährlich. Angesichts der schmalen Margen entscheiden wenige Prozentpunkte Auslastung darüber, ob eine Strecke Gewinn oder Verlust einfliegt. Es müssen nur durch wegfallende oder zeitlich unattraktive Zubringerflüge nur wenige Passagiere wegfallen, um Strecken ins Minus kippen zu lassen.
Beitrag vom 04.02.2020 - 12:40 Uhr
UserNicci72
User (296 Beiträge)
... ein Milczarski und ein MOL sind Brüder im Geiste und vergeben sich wechselseitig gar nichts.
Vor diesem Hintergrund verstehe ich die Mahnung "Da sollte man seine Egozentrik zügeln, wenn jetzt ein expandierender Wettbewerber, mit dem man übrigens in der Star Alliance zusammenarbeitet, auf den deutschen Markt drängt." überhaupt nicht. Wenn mit sehr harten Bandagen gekämpft wird soll man auf Gentleman machen. Gute Güte!
Die vermeintliche Seriosität des Herrn Teckentrup hat ihm nicht viel genutzt, das geflickte Fell wurde an den Teufel verkauft. Jetzt bestimmt ein anderer. Wobei mir immer noch nicht klar ist, woher man Kenntnis über die charkterlichen Eigenschaften der einzelnen Protagonisten hat um darüber urteilen zu können.

Es geht primär um Führungsstile und damit verbunden Denkstile. Führungsstile: Welche Entscheidungen werden wie getroffen, wie implementiert und wie kommuniziert und welche Handlungsdispositionen werden präferiert? Denkstile: Wie wird mit Sprache umgegangen (Sprache als kommunikatives Urmedium und zugleich als Denkmedium = Wir Menschen können nur in Sprache denken, der individuelle Sprachgebrauch lässt deshalb auf das Denken rückschließen), wie erfolgen in welchen Situationen öffentliche Selbstinszenierungen und welche Rückschlüsse lässt das auf habituelle und mentale Dispositionen zu? Es geht dabei primär nicht um persönliche charakterliche Eigenschaften einzelner Protagonisten sondern um die Führungskultur, die sich aus den Führungsstilen und Denkstilen der relevanten (Manager-)Elite ergibt (Kultur und Elite als analytisch-neutrale Begriffe verwendet, nicht im moralisch-wertenden Sinne).

Das derzeitige Problem der LH-Group ist im Übrigen doch wohl vor allem, dass primär auf der kurzfristig-taktischen Ebene agiert wird und dass man deshalb immer wieder mit situativ negativen Vorgängen konfrontiert wird, auf die man dann nur reagieren kann - und von denen man immer wieder negativ überrascht wird. Das Beispiel Condor ist da doch nur das letzte einer inzwischen jahrelangen Geschichte - und das hat zumindest nach meinem Dafürhalten sehr viel damit zu tun, dass der Führungskultur der LH-Group die strategische Perspektive fehlt, die die genannten Konkurrenten (leider für die LH Group) besitzen und auch konsequent proaktiv implementieren.

Nur nebenbei: Herr Teckentrup hat im Übrigen in den ganzen letzten Jahren und dann auch in der akuten Krise seit der Insolvenz von Thomas Cook aus der Situation der Condor Hervorragendes, man kann sogar sagen: das Bestmögliche gemacht. Dass es heute überhaupt noch eine Condor am Markt gibt und sie eine Perspektive auf Fortbestehen hat ist tatsächlich eine herausragende Managementleistung - und manchmal ist eine solche nur möglich, wenn man sich dem Teufel verkauft, um zu vermeiden, vom Beelzebub gefressen zu werden.
Beitrag vom 04.02.2020 - 13:51 Uhr
UserYankeeZulu1
User (210 Beiträge)
Zitat @Nicci72: "...Der "polnische Staatskapitalismus" bietet übrigens immerhin die Möglichkeit, dass seine Gewinne in der Staatskasse landen und so der Allgemeinheit zugute kommen..."

Diese Möglichkeit scheint mir eher theoretisch denn praktisch zu sein. Hat LOT jemals Gewinn erzielt UND diesen an den Staat abgeführt, insbesondere NACH Verrechnung mit der vorher dem Unternehmen zugeflossenen Staatsmitteln / -zuschüssen, und falls ja und ich hätte dies übersehen: WANN war das? Und wo sollen in Zeiten des aktuellen Preisverfalls, verbunden mit dem nicht unerheblichen Investitionsbedarf in die Condor-Flotte die dann abzuführenden Gewinne herkommen? So viel Personal in Deutschland kann man vermutlich gar nicht kurzfristig in die Wüste schicken, um de eine schwarze Betriebsergebniszahl schreiben zu können.
Oder haben Sie andere Informationen über bisher abgeführte Gewinne oder deren künftige Erzielung?
Beitrag vom 04.02.2020 - 14:09 Uhr
Usercontrail55
User (1327 Beiträge)
Es geht primär um Führungsstile und damit verbunden Denkstile. Führungsstile: Welche Entscheidungen werden wie getroffen, wie implementiert und wie kommuniziert und welche Handlungsdispositionen werden präferiert?
Das würde ich als Managementstil definieren. Unter Führung verstehe ich etwas anderes, aber sei es drum.
Denkstile: Wie wird mit Sprache umgegangen (Sprache als kommunikatives Urmedium und zugleich als Denkmedium = Wir Menschen können nur in Sprache denken, der individuelle Sprachgebrauch lässt deshalb auf das Denken rückschließen), wie erfolgen in welchen Situationen öffentliche Selbstinszenierungen und welche Rückschlüsse lässt das auf habituelle und mentale Dispositionen zu? Es geht dabei primär nicht um persönliche charakterliche Eigenschaften einzelner Protagonisten sondern um die Führungskultur, die sich aus den Führungsstilen und Denkstilen der relevanten (Manager-)Elite ergibt (Kultur und Elite als analytisch-neutrale Begriffe verwendet, nicht im moralisch-wertenden Sinne).
Vor dieser Definition wiederhole ich meine Frage, was wissen Sie genau über MOL, Spohr und jetzt noch Herrn Milzcarski um über deren Stile zu urteilen und diese gegeneinander zu vergleichen?
Das derzeitige Problem der LH-Group ist im Übrigen doch wohl vor allem, dass primär auf der kurzfristig-taktischen Ebene agiert wird und dass man deshalb immer wieder mit situativ negativen Vorgängen konfrontiert wird, auf die man dann nur reagieren kann - und von denen man immer wieder negativ überrascht wird. Das Beispiel Condor ist da doch nur das letzte einer inzwischen jahrelangen Geschichte - und das hat zumindest nach meinem Dafürhalten sehr viel damit zu tun, dass der Führungskultur der LH-Group die strategische Perspektive fehlt, die die genannten Konkurrenten (leider für die LH Group) besitzen und auch konsequent proaktiv implementieren.
Ich würde sagen, "das derzeitige Problem der Luftfahrt ist im Übrigen doch wohl vor allem" die Dynamik. Die Situation ändert sich doch beinahe täglich und was gestern war passt heute nicht mehr, manchmal genau in diesem Zeitfenster. Nehmen Sie nur die letzten 12 Monate, von MAX bis Corona alles dabei. Alles was Sie hier gegen LH aufführen passiert, oder ist passiert, bei den anderen doch auch. Manche sind gescheitert, manche habe rechtzeitig umgesteuert. Nehmen Sie AF/KL, BA, SK, DY, FI oder wen auch immer. Kaum haben sie sich gesetzt passiert das Nächste. Beispiel DL und LATAM. Das zwingt LH dazu die Italien Tür für diese Gruppe zu schließen, sonst ist diese von Ihnen aufgeführte Hausmacht in DACH + B nur noch Makulatur. Jetzt eben Condor vor der Haustür.
Nur nebenbei: Herr Teckentrup hat im Übrigen in den ganzen letzten Jahren und dann auch in der akuten Krise seit der Insolvenz von Thomas Cook aus der Situation der Condor Hervorragendes, man kann sogar sagen: das Bestmögliche gemacht. Dass es heute überhaupt noch eine Condor am Markt gibt und sie eine Perspektive auf Fortbestehen hat ist tatsächlich eine herausragende Managementleistung - und manchmal ist eine solche nur möglich, wenn man sich dem Teufel verkauft, um zu vermeiden, vom Beelzebub gefressen zu werden.
Hier wiederhole ich mich gerne, was ist Condor genau? Flieger mit dem Logo oder eine Airline mit Sitz und Jobs in D so wie wir sie kannten? Wenn das klar ist können wir sehen wie das Fortbestehen ausgegangen ist. Vor diesem Hintergrund und im aktuellen Umfeld, was wäre denn das Bestmögliche für die LHG, und wie wird es erreicht? Bin gespannt.

Dieser Beitrag wurde am 04.02.2020 14:15 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 04.02.2020 - 15:39 Uhr
UserDannyDADI22!
User (31 Beiträge)
Ich hab Verständnis dafür wenn LH seine Füllerfunktion für Condor in FRA und MUC aufgeben würde. Dann wäre aber gleich die Auslastung um bis zu 20% geringer als heute, und ob sich der Polnische Staat auf Dauer nur halbvoller Condorflieger leisten will ist eine andere Frage. Und wenn die LH-Group auch noch eine art Edeweißair hier in FRA aufmacht, dann kann Condor gleich vom Deutschen Markt leider verschwinden, weil es sich nicht mehr lohnt. Nur das einzige was der LH-group auf die Beine fallen könnte ist, dass sie keine Hotelketten im Hintergrund haben die sich auf dem Tourismus konzentriert haben. Sie arbeiten ja mit Ketten wie Best-Western zusammen, diese sind aber mehr auf Geschäftsleute spezialisiert. Deshalb müsste die LH-Group erst einmal dort wieder alles aufbauen, und ob ein Carsten-Spohr so Langfristig denkt, dass weiß ich nicht. Ich wünsche mir aber, dass die LH-Group nun auf Condor reakgiert, damit steigt die Wahrscheinlichkeit doch wieder an, dass man sich Airbus A330-NEO ins Haus stellt, weil damit könnte man alle verbliebenen Arbus A340-300 eins zu eins ersetzen. Und die LH-Group würde auch mehr in Florida ausbauen, dann würden neben Orlando, Tampa und Miami auch Fort-Myers hinzukommen und man würde auch mal wieder nach Portland, Edminton und Pittsbought fliegen.
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