Community / Kommentare zu aktuellen Nachrichten / Niki flog ohne Schulden in die Pleite

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Beitrag vom 18.12.2017 - 13:45 Uhr
Userrasch
😊
User (139 Beiträge)
Interessante Aussagen, allerdings ist das Bild für mich noch immer sehr diffus.

Niki war alles andere als ein Fass ohne Boden. Lufthansas Interesse galt vor allem der Übernahme des Unternehmens. Niki wäre im Konzern die einzige Airline mit einer LCC-gerechten Kostenbasis gewesen.

LCC-gerecht können eigentlich nur die Personalkosten sein. Leasing der Flugzeuge wg. AB eher teurer, Kerosin für Alle in etwa gleich und die Organisation - wenn die Nachrichten hier richtig interpretiert habe - wurde im Wesentlichen von AB geleistet. Ich glaube auch das LH Interesse am Ganzen hatte aber zu einem „richtigen“ LCC fehlt gerade einiges.


Dazu gab es auch marktseitig starke Überlappungen mit Eurowings, ergo ein lukratives Zubrot. Genau das wollte Brüssel aber verhindern. Und mit der frühzeitigen Übernahme der Flieger auch Lufthansa, damit Niki nicht in die 'falschen' Hände fällt, sollte Brüssel im letzten Moment doch noch auf die Bremse steigen.

Durch den Rücktritt von dem Kaufvertrag hat Lufthansa aber keinen Anspruch auf die Flieger, auch nicht als Faustpfand für Vorleistungen zur Finanzierung von Niki.
>
Das wirft für mich einige Fragen auf:
Hat LH die Flugzeuge (Kauf oder Leasing) übernommen? Wer war bisher Leasingnehmer gegenüber den Eigentümern, AB oder NIKI oder Sonstwer? Die Flugzeuge wurden doch gerade erst zur NIKI organisiert (21 A321 zu gingen zu NIKI).
Insofern sind die Flugzeuge doch unabhängig zu verhandeln. Die gehören nicht zur Insolvenzmasse und können ggf. verkauft werden ohne dass der Leasingvertrag betroffen wäre. Bedeutet für mich, dass NIKI möglicherweise das Zugriffs- bzw. Nutzungsrecht hat, aber nur solange die Raten auch gezahlt werden resp. der Vertrag erfüllt wird. Sonst gehen die Flieger zurück an den Leasinggeber. Frage siehe oben.

Es würde mich wundern, wenn LH sich derart ins Knie geschossen hätte.

Beitrag vom 18.12.2017 - 15:17 Uhr
Userbob.gedat
User (531 Beiträge)
LCC-gerecht können eigentlich nur die Personalkosten sein. Leasing der Flugzeuge wg. AB eher teurer, Kerosin für Alle in etwa gleich und die Organisation - wenn die Nachrichten hier richtig interpretiert habe - wurde im Wesentlichen von AB geleistet. Ich glaube auch das LH Interesse am Ganzen hatte aber zu einem „richtigen“ LCC fehlt gerade einiges.
Niki hatte eine ultraschlanke Betriebsstruktur, hochmotivierte Mitarbeiter mit einem zeitgemäßen KV und eine marktgerechte Flotte. Entscheidend sind die Gesamtaufwendungen pro Passagier, nicht nur die Flugkosten. Und genau da unterscheiden sich LCCs fundamental von den Legacies.
Beitrag vom 18.12.2017 - 15:54 Uhr
Userjasonbourne
User (1218 Beiträge)

Wie verstehen sie: "Eine erfolgreich operierende Airline wird durch Machtspielchen in den Konkurs getrieben"?
Für mich ist das: LH hat dafür gesorgt das Niki pleite ist.

Genau so meine ich das. LH hat seit der Insolvenz von AB mit Niki nur gespielt, um Ihre Interessen durchzusetzen. Und dabei in Kauf genommen, m.M. sogar bewusst bezweckt, das Niki auch Pleite geht und dann nicht mehr (als Konkurrenz) wiederbelebt werden kann.

Also setzen sie sich doch den Alu Hut auf, und behaupten die LH hat dieses Manöver so geplant?
Kann ich nicht verstehen.

Ich behaupte gar nichts, ich habe ganz klar geschrieben, dass das meine Meinung (m.M.) ist. Selbstverständlich kann ich falsch liegen. Bisher gibt es aber keine Argumente die mich vom Gegenteil überzeugen.

Nichts würde ich es nicht nennen, sondern wirres zeug.
Sie behaupten offensichtlich, die LH hätte diese Situation absichtlich herbeigeführt.
Das halte ich für eine sehr gewagte Verschwörungstheorie.


Etihad ist zu Mehdorns Zeiten bei AB eingestiegen, da waren die ganzen, entscheidenden Fehler bereits gemacht.
Das glaube ich nicht.
Man hätte auch da noch die AB sanieren können.

Wer setzt sich den Alu Hut auf? (wobei ich ehrlich gesagt überhaupt nicht weiß, was das bedeuten soll...).
Zum Thema: zu glauben, das AB zu Mehdorns Zeiten noch zu retten war, das ist doch schon sehr abenteuerlich. Die Zahlen aus dieser Zeit sprechen eine andere Sprache.

Der Einstieg war 2011.
Damals war Etihad der Retter, und ich denke man hätte sehr wohl eine solide Airline daraus formen können.
In 6 Jahren kann sich viel tun. Denken sie mal von 1939 bis 1945.
Beitrag vom 19.12.2017 - 10:13 Uhr
UserParaho
User (14 Beiträge)
Wer nicht Pariert der wird bestraft und zwar Postum.
Beitrag vom 19.12.2017 - 11:28 Uhr
Userrasch
😊
User (139 Beiträge)
Niki hatte eine ultraschlanke Betriebsstruktur, hochmotivierte Mitarbeiter mit einem zeitgemäßen KV und eine marktgerechte Flotte. Entscheidend sind die Gesamtaufwendungen pro Passagier, nicht nur die Flugkosten. Und genau da unterscheiden sich LCCs fundamental von den Legacies.
Den ersten Teil gehe ich mit, aber bei der Flotte habe ich schon Zweifel. Da wurden am Anfang des Jahres 21 A321 zusammengetragen. Von wem kamen die?: von AB. Die bekanntermaßen bei Leasingverträgen keine großen Möglichkeiten hatten zu verhandeln. Ich glaube eher nicht das NIKI nachverhandeln konnte und Nennenswertes erreicht hat.
Von der eigenen Verwaltung ist dem Vernehmen nach bei der Übernahme nicht viel übriggeblieben. Oder waren es fake news das NIKI organisatorisch (Personal, Accounting, Vertrieb) in AB integriert wurde?
Wenn diese Leistungen zu AB-Kosten verrechnet werden ist zumindest dieser Vorteil weg. Wenn nicht steht NIKI gut da. Beides hängt das Bild schief.
…vielleicht lohnt es gar auch gar nicht jetzt eine Nachbetrachtung zu machen, selbst wenn es nochmal weiter geht bei NIKI wird/kann die Firma nicht mehr die gleiche sein.
Beitrag vom 19.12.2017 - 12:04 Uhr
Userbob.gedat
User (531 Beiträge)
Von der eigenen Verwaltung ist dem Vernehmen nach bei der Übernahme nicht viel übriggeblieben. Oder waren es fake news das NIKI organisatorisch (Personal, Accounting, Vertrieb) in AB integriert wurde? Wenn diese Leistungen zu AB-Kosten verrechnet werden ist zumindest dieser Vorteil weg.
Lauda hat sich die Infrastruktur durch Abtretung von 24% der Airline an AB quasi "kostenfrei" erkauft. Ebenfalls "ausgelagert" waren auch die Crews (Personal Leasing GMBH). Erst Prock-Schauer hat die "Fliegenden" in die Firma geholt. Fakt ist, Niki flog zu unschlagbaren Stückkosten. Davon hätte auch Eurowings profitiert. Die Synergien zwischen HG und EW wären ähnlich wie jene zwischen HG und AB gewesen. Dies entfällt jetzt, es sei denn auch die neue HG kommt operativ bei einem Equity-Partner (wie Condor) unter.

Das treibende Motiv von Lauda dürfte aber das Gleiche wie zu Zeiten seiner Lauda Air und später Niki sein: Mit einem besseren Produkt gegen die Konzerne anzutreten. Nicht vergessen, Lauda ist in erster Linie Sportler, der wahre Lohn ist der Platz am Stockerl.
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