Community / Kommentare zu aktuellen Nachrichten / Rostock-Laage bittet Land um Hilfe

Beitrag 1 - 15 von 15
Beitrag vom 18.02.2019 - 23:13 Uhr
UserNeilArmstrong
User (276 Beiträge)
"Im Koalitionsvertrag sei eine landeszentrale Bedeutung mit unabdingbarer Notwendigkeit für die soziale und wirtschaftliche Entwicklung des Landes festgestellt worden,"

Unabdingbarer Größenwahn von Verschleuderung an Steuergeldern, aber keine Notwendigkeit, nur weil politische Bürohengste etwas festschreiben wovon sie nicht viel verstehen. Denn wo ist eine soziale Verantwortung eines Flughafens gegeben? Eine sehr schnelle Bahnverbindung zwischen berlin und HH ist da viel wichtiger. Ebenso für die wirtschaftliche Entwicklung.

Zur Erinnerung: in Parchim (ebenfalls in McPom ist ein weiterer, aber spezieller Frachtflughafen von Chinesen im Betrieb und die verringern den Flugbetrieb mangels Nachfrage.

Zum Vergleich: Flghfn HH 200 km entfernt, Berlin Tegel 194 km entfernt. Einwohner McPom 1,6 Mio, Rostock ca. 200.000 Einwohner, Hinterland Ostsee, also Wasser (LOL) Welche wirtschaftliche Entwicklung soll hier mit einem nicht frequentierten Flughafen stattfinden können?
Beitrag vom 19.02.2019 - 08:50 Uhr
Useratc
User (370 Beiträge)
Das Land könnte den Flughafen am besten durch eine vernünftige Bahnanbindung unterstützen. Regelmäßige und schnelle Regionalexpressverbindungen nach Gdansk, Szczecin, Neubrandenburg, Schwerin und Berlin sowie Wismar und Greifswald würden den Flughafen für Reisebüros zu einem attraktiven Hub machen.

Und an meinen Vorposter: es gibt bereits eine sehr schnelle Bahnverbindung zwischen HH und Berlin.
Beitrag vom 19.02.2019 - 14:19 Uhr
User25.1309
User (324 Beiträge)
@NeilArmstrong

Unabdingbarer Größenwahn von Verschleuderung an Steuergeldern, aber keine Notwendigkeit, nur weil politische Bürohengste etwas festschreiben wovon sie nicht viel verstehen. Denn wo ist eine soziale Verantwortung eines Flughafens gegeben? Eine sehr schnelle Bahnverbindung zwischen berlin und HH ist da viel wichtiger. Ebenso für die wirtschaftliche Entwicklung.

Ein Flughafen bietet Arbeitsplätze, Laage beheimatet auch unser Militär, RR hat nicht weit weg ein Werk und am Flughafen selbst landen Touristen, die auf Ostsee-Kreuzfahrt gehen:  http://www.airliners.de/kreuzfahrttouristen-flughafen-rostock-laage/39229

Frage: was haben strukturschwache Regionen davon, wenn ein Zug ganz schnell durch sie durchfährt?


Zur Erinnerung: in Parchim (ebenfalls in McPom ist ein weiterer, aber spezieller Frachtflughafen von Chinesen im Betrieb und die verringern den Flugbetrieb mangels Nachfrage.

Schon klar, wenn sich in Parchim der Frachtverkehr nicht lohnt, kann man den Passagierverkehr in Rostock Laage auch gleich einstellen. Wie war das mit "politischen Bürohengsten, die etwas festschreiben wovon sie nicht viel verstehen."? Mir erscheint das gerade umgekehrt.


Zum Vergleich: Flghfn HH 200 km entfernt, Berlin Tegel 194 km entfernt. Einwohner McPom 1,6 Mio, Rostock ca. 200.000 Einwohner, Hinterland Ostsee, also Wasser (LOL) Welche wirtschaftliche Entwicklung soll hier mit einem nicht frequentierten Flughafen stattfinden können?

Dein Vorschlag wäre also, sämtliche Maßnahmen, die z.B. das Leben in Meck.-Pom. oder in ländlichen Regionen im allegmeinen fördern sollen, zugunsten der sowieso schon erfolgreichen Ballungsräume sein zu lassen? Komisches Verständins vom Förderalismus hast du da und Solidarität kann ich schon gar nicht entdecken.


Gruß, 25.1309

Beitrag vom 19.02.2019 - 15:59 Uhr
UserFloCo
Vielflieger
User (237 Beiträge)

Ein Flughafen bietet Arbeitsplätze, Laage beheimatet auch unser Militär, RR hat nicht weit weg ein Werk und am Flughafen selbst landen Touristen, die auf Ostsee-Kreuzfahrt gehen:  http://www.airliners.de/kreuzfahrttouristen-flughafen-rostock-laage/39229

Frage: was haben strukturschwache Regionen davon, wenn ein Zug ganz schnell durch sie durchfährt?

Das heißt wir bauen jetzt in jeder strukturschwachen Region einen Fernbahnhof und internationalen Flughafen? Ich freue mich schon auf die Steuererhöhung....


Zum Vergleich: Flghfn HH 200 km entfernt, Berlin Tegel 194 km entfernt. Einwohner McPom 1,6 Mio, Rostock ca. 200.000 Einwohner, Hinterland Ostsee, also Wasser (LOL) Welche wirtschaftliche Entwicklung soll hier mit einem nicht frequentierten Flughafen stattfinden können?

Dein Vorschlag wäre also, sämtliche Maßnahmen, die z.B. das Leben in Meck.-Pom. oder in ländlichen Regionen im allegmeinen fördern sollen, zugunsten der sowieso schon erfolgreichen Ballungsräume sein zu lassen? Komisches Verständins vom Förderalismus hast du da und Solidarität kann ich schon gar nicht entdecken.

Ich komme ursprünglich aus einem kleinen Dorf in Schleswig Holstein (was man durchaus auch als strukturschwach bezeichnen kann). Wir haben da einen Sportflugplatz....wenn man da die Landebahn um ein paar hundert Meter verlängert und ein Terminalgebäude dahin setzt (keine Angst, Platz ist da genug), dann könnte man die Region sicherlich auch nochmal aufwarten. Die 140.000 Menschen in dem Landkreis und die fast 3 Mio Menschen in Schleswig Holstein (immerhin deutlich mehr als in MV), die würden sich sicherlich freuen, wenn man nicht mehr die 1.5 Stunden zum Flughafen Hamburg fahren müsste.

Und da gibt es sicherlich noch einige andere strukturschwache Regionen, die sich auch darüber freuen würden, wenn wir aus dem föderalistischem Gedanken heraus einen Flughafen an jeder Ecke bauen.

Wo soll das denn hin führen? Der Flughafen in Rostock schreibt seit Jahren Verluste....die Fluggesellschaften, die den Flughafen angeflogen haben, sind pleite, was soll man dann mit dem Flughafen da?

Wenn die Touristikbranche den Flughafen haben will, weil dadurch ihre Einnahmen steigen, dann sollen die gefälligst auch für den Flughafen bezahlen. Warum soll denn der Steuerzahler dafür Steuern zahlen??
Beitrag vom 19.02.2019 - 17:33 Uhr
Usercontrail55
User (840 Beiträge)
Ich kann die Argumentation durchaus verstehen und nachvollziehen. Aber sollten wir dann in der Konsequenz nicht alle Maßnahmen unter dem Ansatz "Profitcenter" sehen? Wenn wir als Gemeinschaft nicht in Infrastruktur investieren wird die Landflucht nur noch viel stärker, die Metropolen voller und noch teurer. Muss sich alles rentieren um es zu machen? Da würde wohl auch so mancher Bus oder Zug zwischen den Dörfern gestrichen werden müssen. Die rechnen sich in der Regel auch nicht.

Dieser Beitrag wurde am 19.02.2019 17:34 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 19.02.2019 - 18:25 Uhr
UserFloCo
Vielflieger
User (237 Beiträge)
Ich kann die Argumentation durchaus verstehen und nachvollziehen. Aber sollten wir dann in der Konsequenz nicht alle Maßnahmen unter dem Ansatz "Profitcenter" sehen? Wenn wir als Gemeinschaft nicht in Infrastruktur investieren wird die Landflucht nur noch viel stärker, die Metropolen voller und noch teurer. Muss sich alles rentieren um es zu machen? Da würde wohl auch so mancher Bus oder Zug zwischen den Dörfern gestrichen werden müssen. Die rechnen sich in der Regel auch nicht.

Natürlich soll nicht jeder Bus und jede Bahn eingestellt werden. Aber ein Flughafen? Das ist doch schon etwas ziemlich teures, was wirklich eine Berechtigung braucht, wenn man es denn unbedingt haben will.
Man kann nunmal nicht alles haben. Irgendwer muss ja nunmal die Kosten tragen, das Geld fällt nicht vom Himmel, auch wenn einige politiker das manchmal anzunehmen scheinen.

Von daher bleibt dann die Frage nach der Sinnhaftigkeit eines Flughafens in jeder Ecke. Zu glauben, dass ein Flughafen eine Region in den Aufschwung befördert...na ich weiß nicht, da fehlt mir der glaube und vor allem die Beispiele, wo das wirklich funktioniert. Ich sehe bloß zahlreiche Flughäfen, die den Steuerzahler unmengen an Geld kosten und mit Mühe und Not ein Flugangebot hinbekommen, von Linienflügen möchte ich ja noch nicht einmal reden.

Und für mich war es damals übrigens auch kein Problem, wenn man mal 1,5 h nach Hamburg zum Flughafen gefahren ist. Teilweise sind wir dann eh nach Bremen oder sogar nach Hannover gefahren weil da das Angebot besser war. War absolut kein Problem.
Es hat immer alles Vor- und Nachteile. Bei uns hier in Deutschland will man halt in den letzten Jahren vermehrt immer nur die Vorteile. Man will in der Stadt leben, in unmittelbarer Nähe vom Flughafen, Bars, Restaurants, eine Autobahnanbidnung und ein Bahnhof sollen natürlich auch nicht weit weg sein. Das ganze dann aber bitte mit der Vorstadtidylle und ohne Lärmbelästigung. achso und natürlich alles dann auch noch zu niedrigsten Mieten und ohne Stau und Verkehrschaos. Das kann einfach nicht funktionieren.
Beitrag vom 19.02.2019 - 18:26 Uhr
UserEricM
User (1348 Beiträge)
Ich kann die Argumentation durchaus verstehen und nachvollziehen. Aber sollten wir dann in der Konsequenz nicht alle Maßnahmen unter dem Ansatz "Profitcenter" sehen? Wenn wir als Gemeinschaft nicht in Infrastruktur investieren wird die Landflucht nur noch viel stärker, die Metropolen voller und noch teurer. Muss sich alles rentieren um es zu machen? Da würde wohl auch so mancher Bus oder Zug zwischen den Dörfern gestrichen werden müssen. Die rechnen sich in der Regel auch nicht.

Die Konsequenz aus einer derartigen Betrachtung ist aber, dass der Flughafen keine einmalige Finanzspritze braucht, sondern dauerhaft subventioniert werden muss.
Und dnann muss man halt schauen ob das a) legal ist und b) ob die Maßnahme ihr Geld wert ist oder ob das Geld in andere Infrastrukturmaßnahmen sinnvoller investiert werden könnte.

Denn sind wir mal ehrlich: Der positive Nutzen eines Kleinst-Flughafens für die regionale Entwicklung einer rückständigen Gegend ist alles andere als eine gesicherte Erkenntnis.
Auch der Hahn ist nach vielen Jahren Betrieb nicht eigenständig und hat keine nennenswerten positiven Effekte in der Umgebung erzeugt.


Dieser Beitrag wurde am 19.02.2019 18:35 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 19.02.2019 - 19:31 Uhr
Usercontrail55
User (840 Beiträge)
Zustimmung. Unterstellen wir mal, dass die Legalität geklärt ist. Wenn illegal braucht man über die Sinnhaftigkeit nicht zu sprechen.
Schwierig wird es jedoch wenn man den Einzefall betrachtet. Ihr Beispiel Hahn kann man wohl als Negativbeispiel gelten lassen, zwischen zwei Ballungsräumen die extrem gut angebunden sind. Gleiche gilt wohl für Kassel mit sehr guter Anbindung an Fankfurt und Hannover. Memmingen funktioniert wohl.
Die Frage wäre, welche Kriterien könnte man anlegen um das zu messen? Das alles nur populistisch auf die Unfähigkeit politischer Bürohengste zu schieben wird der Sache nicht gerecht. Geht es nur um Gewinn oder wievel Zuschuss und warum ist noch ok?
Klar, für den Einzelfall 2 x im Jahr 1-2 Stunden mit der Bahn zum Flughafen zu fahren ist kein Problem. Aber reicht das für eine wirtschaftliche Ansiedlung oder den Touristen um meine Destination attraktiv genug zu machen. Ein Pauschalrezept gibt es wohl nicht, so wie man einen Flughafen nicht isoliert betrachten sollte. Er muss in ein Gesamtkonzept eingebettet sein. Das Beispiel Kreuzfahrten wurde schon genannt. Es gibt im Sommer immer B747 Charter aus Spanien nach Rostock. Wenn die Anbindung schlechter wäre würden die das einfach über Kiel (näher zu HAM) laufen lassen. Der Realverlust für die Region wäre wohl größer als die 2 Mio im Jahr Zuschuss.
Ich finde das durchaus spannend.


Dieser Beitrag wurde am 19.02.2019 19:39 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 19.02.2019 - 22:10 Uhr
UserNeilArmstrong
User (276 Beiträge)
Das Land könnte den Flughafen am besten durch eine vernünftige Bahnanbindung unterstützen. Regelmäßige und schnelle Regionalexpressverbindungen nach Gdansk, Szczecin, Neubrandenburg, Schwerin und Berlin sowie Wismar und Greifswald würden den Flughafen für Reisebüros zu einem attraktiven Hub machen.

Und an meinen Vorposter: es gibt bereits eine sehr schnelle Bahnverbindung zwischen HH und Berlin.

Das ist mir bekannt, obwohl mir Berliner berichten, daß sie immer noch wenige Minuten langsamer ist als der Zug "Fliegender Hamburger" (DB VT 04.0 mit Maybach 12-Zylinder-Dieselmotor- sic!) in den 30er Jahren.

Aber es geht mir mehr um die Bahnverbindung Rostock - HH oder nach Berlin. Dazu kommt noch die Aussage von @atc zu anderen, in der Tat vergessenen Zielen in einem Flächenland wie McPom. Die Politik entscheidet gerade eben nicht nach wirtschaftlichen Aspekten, sondern nach persönlichen, häufig irrigen Vorstellungen. Das ist meine Kritik und deshalb sind Politiker inzwischen auch so schlecht beleumdet, wie es inzwischen der Fall ist. Solche Leute stellen sich selbst als Schwätzer bloß (neudeutsch: outen - lol) ohne es selbst zu merken. Deshlab müssen wir Bürger es ihnen sagen.
Beitrag vom 19.02.2019 - 22:16 Uhr
UserNeilArmstrong
User (276 Beiträge)

Ein Flughafen bietet Arbeitsplätze, Laage beheimatet auch unser Militär, RR hat nicht weit weg ein Werk und am Flughafen selbst landen Touristen, die auf Ostsee-Kreuzfahrt gehen:  http://www.airliners.de/kreuzfahrttouristen-flughafen-rostock-laage/39229

Frage: was haben strukturschwache Regionen davon, wenn ein Zug ganz schnell durch sie durchfährt?

Das heißt wir bauen jetzt in jeder strukturschwachen Region einen Fernbahnhof und internationalen Flughafen? Ich freue mich schon auf die Steuererhöhung....


Zum Vergleich: Flghfn HH 200 km entfernt, Berlin Tegel 194 km entfernt. Einwohner McPom 1,6 Mio, Rostock ca. 200.000 Einwohner, Hinterland Ostsee, also Wasser (LOL) Welche wirtschaftliche Entwicklung soll hier mit einem nicht frequentierten Flughafen stattfinden können?

Dein Vorschlag wäre also, sämtliche Maßnahmen, die z.B. das Leben in Meck.-Pom. oder in ländlichen Regionen im allegmeinen fördern sollen, zugunsten der sowieso schon erfolgreichen Ballungsräume sein zu lassen? Komisches Verständins vom Förderalismus hast du da und Solidarität kann ich schon gar nicht entdecken.

Ich komme ursprünglich aus einem kleinen Dorf in Schleswig Holstein (was man durchaus auch als strukturschwach bezeichnen kann). Wir haben da einen Sportflugplatz....wenn man da die Landebahn um ein paar hundert Meter verlängert und ein Terminalgebäude dahin setzt (keine Angst, Platz ist da genug), dann könnte man die Region sicherlich auch nochmal aufwarten. Die 140.000 Menschen in dem Landkreis und die fast 3 Mio Menschen in Schleswig Holstein (immerhin deutlich mehr als in MV), die würden sich sicherlich freuen, wenn man nicht mehr die 1.5 Stunden zum Flughafen Hamburg fahren müsste.

Und da gibt es sicherlich noch einige andere strukturschwache Regionen, die sich auch darüber freuen würden, wenn wir aus dem föderalistischem Gedanken heraus einen Flughafen an jeder Ecke bauen.

Wo soll das denn hin führen? Der Flughafen in Rostock schreibt seit Jahren Verluste....die Fluggesellschaften, die den Flughafen angeflogen haben, sind pleite, was soll man dann mit dem Flughafen da?

Wenn die Touristikbranche den Flughafen haben will, weil dadurch ihre Einnahmen steigen, dann sollen die gefälligst auch für den Flughafen bezahlen. Warum soll denn der Steuerzahler dafür Steuern zahlen??

Danke.
Im Gegensatz zu @25.1309 wissen Sie wo es lang geht. Insbesondere wir nur vom Gewinn und nicht von sozialistischen Subventionen leben. Daß es mit Subventionen nicht funktioniert hat der Sozialismus mit eindrucksvollen Bankrotterklärungen im vergangenen Jahrhundert schon zweimal bewiesen. (1945 und 1989).
Beitrag vom 19.02.2019 - 22:19 Uhr
UserNeilArmstrong
User (276 Beiträge)
Ich kann die Argumentation durchaus verstehen und nachvollziehen. Aber sollten wir dann in der Konsequenz nicht alle Maßnahmen unter dem Ansatz "Profitcenter" sehen? Wenn wir als Gemeinschaft nicht in Infrastruktur investieren wird die Landflucht nur noch viel stärker, die Metropolen voller und noch teurer. Muss sich alles rentieren um es zu machen? Da würde wohl auch so mancher Bus oder Zug zwischen den Dörfern gestrichen werden müssen. Die rechnen sich in der Regel auch nicht.

Natürlich soll nicht jeder Bus und jede Bahn eingestellt werden. Aber ein Flughafen? Das ist doch schon etwas ziemlich teures, was wirklich eine Berechtigung braucht, wenn man es denn unbedingt haben will.
Man kann nunmal nicht alles haben. Irgendwer muss ja nunmal die Kosten tragen, das Geld fällt nicht vom Himmel, auch wenn einige politiker das manchmal anzunehmen scheinen.

Von daher bleibt dann die Frage nach der Sinnhaftigkeit eines Flughafens in jeder Ecke. Zu glauben, dass ein Flughafen eine Region in den Aufschwung befördert...na ich weiß nicht, da fehlt mir der glaube und vor allem die Beispiele, wo das wirklich funktioniert. Ich sehe bloß zahlreiche Flughäfen, die den Steuerzahler unmengen an Geld kosten und mit Mühe und Not ein Flugangebot hinbekommen, von Linienflügen möchte ich ja noch nicht einmal reden.

Und für mich war es damals übrigens auch kein Problem, wenn man mal 1,5 h nach Hamburg zum Flughafen gefahren ist. Teilweise sind wir dann eh nach Bremen oder sogar nach Hannover gefahren weil da das Angebot besser war. War absolut kein Problem.
Es hat immer alles Vor- und Nachteile. Bei uns hier in Deutschland will man halt in den letzten Jahren vermehrt immer nur die Vorteile. Man will in der Stadt leben, in unmittelbarer Nähe vom Flughafen, Bars, Restaurants, eine Autobahnanbidnung und ein Bahnhof sollen natürlich auch nicht weit weg sein. Das ganze dann aber bitte mit der Vorstadtidylle und ohne Lärmbelästigung. achso und natürlich alles dann auch noch zu niedrigsten Mieten und ohne Stau und Verkehrschaos. Das kann einfach nicht funktionieren.


Danke - genauso ist es.
Beitrag vom 19.02.2019 - 22:40 Uhr
UserNeilArmstrong
User (276 Beiträge)
Zustimmung. Unterstellen wir mal, dass die Legalität geklärt ist. Wenn illegal braucht man über die Sinnhaftigkeit nicht zu sprechen.
Schwierig wird es jedoch wenn man den Einzefall betrachtet. Ihr Beispiel Hahn kann man wohl als Negativbeispiel gelten lassen, zwischen zwei Ballungsräumen die extrem gut angebunden sind. Gleiche gilt wohl für Kassel mit sehr guter Anbindung an Fankfurt und Hannover. Memmingen funktioniert wohl.
Die Frage wäre, welche Kriterien könnte man anlegen um das zu messen? Das alles nur populistisch auf die Unfähigkeit politischer Bürohengste zu schieben wird der Sache nicht gerecht. Geht es nur um Gewinn oder wievel Zuschuss und warum ist noch ok?
Klar, für den Einzelfall 2 x im Jahr 1-2 Stunden mit der Bahn zum Flughafen zu fahren ist kein Problem. Aber reicht das für eine wirtschaftliche Ansiedlung oder den Touristen um meine Destination attraktiv genug zu machen. Ein Pauschalrezept gibt es wohl nicht, so wie man einen Flughafen nicht isoliert betrachten sollte. Er muss in ein Gesamtkonzept eingebettet sein. Das Beispiel Kreuzfahrten wurde schon genannt. Es gibt im Sommer immer B747 Charter aus Spanien nach Rostock. Wenn die Anbindung schlechter wäre würden die das einfach über Kiel (näher zu HAM) laufen lassen. Der Realverlust für die Region wäre wohl größer als die 2 Mio im Jahr Zuschuss.
Ich finde das durchaus spannend.


Sinnhaftigkeit stellt sich nur ein wenn ein Produkt oder Dienstleistung Gewinn macht. Alles andere muß über kurz oder lang wieder aus dem Angebot eines Marktes zwangsläufig ausscheiden. Denn wir leben nur vom Gewinn und nicht von Verlusten, also auch Subventionen. Denn die sind nichts anderes als der Ausgleich von Verlusten. Ein Staatseingriff in die Witschaft macht uns alle nur ärmer und verzerrt den Markt zugunsten von einigen wenigen. Also es bleibt für alle immer die Gleichheit und die Gerechtigkeit auf der Strecke. Das aber herzustellen ist eine Grundanforderung der Bürger an den Staat.

Meines Wissens (habe das jetzt nicht nochmals groß nachrecherchiert) wirft nur FRA und MUC Gewinne ab. Alle anderen nicht. Kleine Flugplätze wie Memmingen, Kassel, Erfurt, Laage, usw. werden mit Steuergeld ständig am Leben erhalten. Entweder macht man die Preise so hoch, daß diese Flugplätze sich nach 2 bis 5 Jahren selbst tragen oder sie müssen in die Insolvenz. Diese kleineren Plätze aber dauerhaft zu subventionieren, wie es gerade bei Hahn ist, ist inakzeptabel.

"Die Frage wäre, welche Kriterien könnte man anlegen um das zu messen?"

Das Kriterium gibt es schon lange: den Gewinn und nur den Gewinn. Alles andere ist ein Eingriff in die Wettbewerbsfähigkeit und damit in unser Privat- und Volksvermögen.

"Das alles nur populistisch auf die Unfähigkeit politischer Bürohengste zu schieben wird der Sache nicht gerecht."

Nun es ist nicht populistsich sondern marktwirtschaftlich und ja es kann nur den Bürohengsten zugerechnet werden. Denn diese belügen das Volk mit falschen Aussagen und Vorspiegelung von nicht zutreffenden Tatsachen und das nur um ihre egoistischen Interessen durchzusetzen. So wie es bei Rostosck-Laage gerade gemacht wird. Weshalb legen diese Leute nicht einfach beweisfeste Kostenkalkulationen vor anstatt nur Behauptungen von irgendetwas aufzustellen?







Dieser Beitrag wurde am 19.02.2019 22:47 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 20.02.2019 - 17:22 Uhr
Usercontrail55
User (840 Beiträge)
Sinnhaftigkeit stellt sich nur ein wenn ein Produkt oder Dienstleistung Gewinn macht. Alles andere muß über kurz oder lang wieder aus dem Angebot eines Marktes zwangsläufig ausscheiden. Denn wir leben nur vom Gewinn und nicht von Verlusten, also auch Subventionen. Denn die sind nichts anderes als der Ausgleich von Verlusten. Ein Staatseingriff in die Witschaft macht uns alle nur ärmer und verzerrt den Markt zugunsten von einigen wenigen. Also es bleibt für alle immer die Gleichheit und die Gerechtigkeit auf der Strecke. Das aber herzustellen ist eine Grundanforderung der Bürger an den Staat.
Das ist aber eine hohe Forderung und es bleibt die Ungewissheit wie man so etwas messen könnte. Wie messen Sie den Gewinn einer Infrastruktur? Wirft jeder Autobahnkilometer auch Gewinn ab? Wäre die Straße, in der Sie wohnen oder auf der Sie zur Arbeit fahren je gebaut worden wenn man sie nach reinen Gewinnmaßstäben bewertet? Wo fängt Grundversorgung Infrastruktur an oder wo hört sie auf?

Meines Wissens (habe das jetzt nicht nochmals groß nachrecherchiert) wirft nur FRA und MUC Gewinne ab. Alle anderen nicht. Kleine Flugplätze wie Memmingen, Kassel, Erfurt, Laage, usw. werden mit Steuergeld ständig am Leben erhalten. Entweder macht man die Preise so hoch, daß diese Flugplätze sich nach 2 bis 5 Jahren selbst tragen oder sie müssen in die Insolvenz. Diese kleineren Plätze aber dauerhaft zu subventionieren, wie es gerade bei Hahn ist, ist inakzeptabel.
Ein paar mehr sind es schon, auch Memmingen arbeitet mit Gewinn. Aber auch hier kann man das durchaus von mehreren Seien betrachten. Muss jede einzelne Maßnahme für sich profitabel sein, wenn eine Region als Ganzes davon profitiert?
"Die Frage wäre, welche Kriterien könnte man anlegen um das zu messen?"

Das Kriterium gibt es schon lange: den Gewinn und nur den Gewinn. Alles andere ist ein Eingriff in die Wettbewerbsfähigkeit und damit in unser Privat- und Volksvermögen.
Jetzt kommen wir der Sache näher. Ist es nicht gut für das Volksvermögen, wenn man mit einer gut ausgebauten Infrastruktur den Standort D im internationelen Wettbewerb attraktiv hält? Woe soll hier Gewinn zugeordnet werden?

"Das alles nur populistisch auf die Unfähigkeit politischer Bürohengste zu schieben wird der Sache nicht gerecht."

Nun es ist nicht populistsich sondern marktwirtschaftlich und ja es kann nur den Bürohengsten zugerechnet werden. Denn diese belügen das Volk mit falschen Aussagen und Vorspiegelung von nicht zutreffenden Tatsachen und das nur um ihre egoistischen Interessen durchzusetzen. So wie es bei Rostosck-Laage gerade gemacht wird. Weshalb legen diese Leute nicht einfach beweisfeste Kostenkalkulationen vor anstatt nur Behauptungen von irgendetwas aufzustellen?
Den Ball könnte man jetzt zurück spielen ;-)
Das finden Sie alles hier
 https://www.rostock.ihk24.de/blob/hroihk24/standortpolitik/downloads/2641906/9d48690686956e380ee6f45753244abe/Regionalkonomische_Studie_Flughafen_Rostock-Laage_mit_Bild-data.pdf

Gerade erst entdeckt, beschreibt aber ziemlich genau den von mir beschriebenen übergeordneten Ansatz. Das heißt nicht, dass man jede Maßnahme ungeprüft gutheißen muss. Aber Sie haben nicht differenziert, sondern das alles grundsätzlich der Gewinnmaxime unterworfen. Das sehe ich jedoch anders.


Dieser Beitrag wurde am 20.02.2019 17:28 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 22.02.2019 - 09:06 Uhr
User25.1309
User (324 Beiträge)
"Aber Sie haben nicht differenziert, sondern das alles grundsätzlich der Gewinnmaxime unterworfen. Das sehe ich jedoch anders."

Danke @contrail

ich hatte ehrlich gesagt keine Lust, dem kurzgedachten neoliberalen Blabla mit gelegentlichen Politiker-Bashing irgendetwas zu erwidern.
Insofern danke ich dir für deinen differenzierten Blick, glaube aber bei der Art der Kommentare von NeilA nicht an ein kritisches Hinterfragen der eigenen Sichtweise.

Wenn man alles auf Gewinn oder Verlust reduziert, sollte man seine Kinder ganz schnell zur Adoption freigeben, da zahlt man nur drauf!

Beitrag vom 22.02.2019 - 09:25 Uhr
UserEricM
User (1348 Beiträge)
Schwierig wird es jedoch wenn man den Einzefall betrachtet. Ihr Beispiel Hahn kann man wohl als Negativbeispiel gelten lassen, zwischen zwei Ballungsräumen die extrem gut angebunden sind. Gleiche gilt wohl für Kassel mit sehr guter Anbindung an Fankfurt und Hannover. Memmingen funktioniert wohl.
Die Frage wäre, welche Kriterien könnte man anlegen um das zu messen?

Hierzu müsste man denke ich unterscheiden ob die Infrastruktur dazu führt, dass weitere Entwicklungen in der Gegend angeschoben werden.

Hahn wird primär zum wegfliegen und wiederkommen genutzt. Wenn mal jemand ankommt, dann fährt er weiter an den Rhein, ins RMG oder nach Heidelberg. Die Folge ist ein Ausbleiben lokaler Folgeeffekte.
Auch Rostock als Landeplatz für Schiffsreisende, die direkt nach der Landung mit Bussen zur Küste weiterfahren dürfte rund um den Flughafen keine weiteren Investitionen nach sich ziehen.

Ich denke eine Region muss erstmal für Industrie oder Touristen attraktiv werden, damit überhaupt jemand dahin kommen möchte. Erst wenn das geschafft ist, kann man ihnen das uU mit einem kleinen Flughafen erleichtern.
Aber nur einen Flughafen in die Pampa zu stellen und zu hoffen er würde irgendwie zur Entwicklung der Gegend führen, scheint illusorisch.

Dass alle erfolgreichen Regionen einen Flughafen haben ist eine Korrelation. Daraus einen kausalen Zusammenhang Flughafen->Erfolg ableiten zu wollen, wie das oft versucht wird, ist mMn nicht korrekt.



Dieser Beitrag wurde am 22.02.2019 09:26 Uhr bearbeitet.
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