Community / Kommentare zu aktuellen Nachrichten / Russland und China streiten um CR929

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Beitrag vom 17.10.2020 - 08:38 Uhr
UserLP
User (329 Beiträge)
Naja, da hat Afterburner nicht ganz unrecht. Die Bilder von vor 10-12 Jahren waren ja da in den gängigen Foren und Berichten. Rumpfsegmente passten vom Durchmesser nicht zueinander, CFK Beschädigungen während des Fertigungsprozesses und ewige Streitereien der Zulieferer untereinander, wer, wie, warum usw..
Wenn man damals mit involvierten Boeing Leuten zusammen kam, so hörte man schon die Wut heraus, dass zu viel, zu weit weg outgesourct wurde.
Beitrag vom 17.10.2020 - 09:32 Uhr
Usercontrail55
User (2014 Beiträge)
Das ist doch kein Argument. Andere bekommen das auch hin und B hat bei internen Prozessen auch nicht gerade geglänzt. Na klar sind die Internen gegen Outsourcing, es geht ja um ihren Arbeitsplatz. Egal wie man es macht, man muss den Prozess hinbekommen. Das ist aber nicht Aufgabe des Top Managements, sondern Ebenen darunter und das hat nicht geklappt. Daraus alleine kann man doch nicht ableiten das Outsourcing ein Fehler ist. Oder ob Dich ein neuer moderner Vierstrahler rechnet. Man könnte sich, auch hier, mal über eine SWOT Analyse dem Thema nähern, ob es einen Business Case dafür gäbe. Damit werden die auch angefangen haben.

Dieser Beitrag wurde am 17.10.2020 19:37 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 17.10.2020 - 10:04 Uhr
UserLP
User (329 Beiträge)
@Contrail:
Meine Antwort sollte nicht pro oder contra Outsourcing und Boeings Prozesse usw. sein.
Nur wollte ich 1 - 2 Beispiele nennen, warum Afterburner in diesem Falle recht hatte mit seiner Ausführung. Die Probleme an der 787 waren massiv und sehr schwer zu bewältigen. In diesem Fall war Outsourcing und das komplette Vergeben der Leistungen vom „Reißbrett“ bis zum Anliefern des „Zwischenproduktes“ direkt an die Endmontage an Fremdleister durchaus der wichtigste Punkt für die Misere.
Beitrag vom 17.10.2020 - 13:53 Uhr
Usercontrail55
User (2014 Beiträge)
@Contrail:
Meine Antwort sollte nicht pro oder contra Outsourcing und Boeings Prozesse usw. sein.
Nur wollte ich 1 - 2 Beispiele nennen, warum Afterburner in diesem Falle recht hatte mit seiner Ausführung. Die Probleme an der 787 waren massiv und sehr schwer zu bewältigen. In diesem Fall war Outsourcing und das komplette Vergeben der Leistungen vom „Reißbrett“ bis zum Anliefern des „Zwischenproduktes“ direkt an die Endmontage an Fremdleister durchaus der wichtigste Punkt für die Misere.
Da fehlt mir aber der Beleg, wenn man es selbst gemacht hätte, dann hätte es besser funktioniert. Das ist spekulativ. Ich wiederhole gerne die Frage, hätten Sie dazu ein Beispiel?
Wenn ich ein vernünftiges Monitoring habe und klare Auftragsklärung, dann sollte egal sein, wo welches Teil hergestellt wird. Die Komplexität der Logistik mal außen vor.
Beitrag vom 17.10.2020 - 20:41 Uhr
UserLP
User (329 Beiträge)
@contrail:
Nun, dass ist ja hier eine Diskussion über unsere Meinungen.
Ich habe natürlich keinen Beleg, ich bin beim Konkurrenten beschäftigt, 30 Jahre dabei und es gab Zeiten, da hat man sich mit den Leuten von Boeing ausgetauscht, wenn man sich in der Welt auf Working Partys über den Weg lief. Natürlich sagt das nicht, dass Boeing es zu Hause besser hinbekommen hätte. Der Beweis bleibt aus. Meine Meinung fußt auf diesen Gesprächen und den damaligen Veröffentlichungen. VG
Beitrag vom 18.10.2020 - 06:45 Uhr
UserEricM
User (2379 Beiträge)
Wenn ich ein vernünftiges Monitoring habe und klare Auftragsklärung, dann sollte egal sein, wo welches Teil hergestellt wird.

Bei der Fertigung ist das weitgehend richtig.
In der Entwicklung ist das anders. Gerade weil beim Start einer Entwicklung keine klare Auftragsklärung erfolgen kann. Hier gibt es 6-10 Jahre laufende Änderungen.
Teile, Materialien, Fertigungsprozesse, Maße, physische und elektrische Interfaces, jede einzelne Änderung kann viele weitere Änderungen nach sich ziehen.

Wenn man in dieser frühen Phase bereits Outsourcing betreibt, also nicht Engineering einkauft, sondern mit späteren Zulieferern gemeinsam entwickelt, hat jede technische Änderung auch eine Änderung der Kalkulation der betroffenen Partner zur Folge.

Mit dem Effekt, dass technisch uU sinnvolle Änderungen im Entwicklungsprozess steckenbleiben, da sie den kommerziellen Interessen einzelner Partner zuwiderlaufen.

Entwicklung neuer Produkte ist schwierigg genug, wenn man sie in einer Entwicklungasabteilung betreibt.

Wenn jeder Engineering Change potentiell kommerzielle Nachverhandlungen des Entwicklungskonsortiums nach sich ziehen kann, steuern nicht mehr primär die Techniker die Entwicklung, sondern eher der Einkauf und die Rechtsabteilung.

Das Resultat wird so technisch gesehen mit höherer Wahrscheinlichkeit minderwertig.
Beitrag vom 18.10.2020 - 09:22 Uhr
UserA320Fam
User (1057 Beiträge)
Wie war nochmal das Thema?
"Russland und China streiten um CR929"

Da gibt es ja noch die Ansatzmöglichkeit einer 4-Mot-Diskussion. Aber über Angebliches Boeing-Versagen ist doch jetzt ziemlich weit hergeholt ...
Beitrag vom 18.10.2020 - 09:48 Uhr
Usercontrail55
User (2014 Beiträge)
@contrail:
Nun, dass ist ja hier eine Diskussion über unsere Meinungen.
Ich habe natürlich keinen Beleg, ich bin beim Konkurrenten beschäftigt, 30 Jahre dabei und es gab Zeiten, da hat man sich mit den Leuten von Boeing ausgetauscht, wenn man sich in der Welt auf Working Partys über den Weg lief. Natürlich sagt das nicht, dass Boeing es zu Hause besser hinbekommen hätte. Der Beweis bleibt aus. Meine Meinung fußt auf diesen Gesprächen und den damaligen Veröffentlichungen. VG
Danke, das ist doch mal eine Aussage.
Gerade Airbus, nehme mal an, da sind Sie, hat ja mit den A380 Subassemblies ein schönes Beispiel geliefert, das In-House keine Garantie ist.
Bei Boeing ist zu der Zeit eine Menge passiert. MCD wurde integriert und dazu die Änderung der Produktion bedeute einen kompletten Kulturwandel, gepaart mit einer überambitionierten Zeitschiene. Das alles hat mächtig Sand ins Getriebe geworfen. Wie hoch der Anteil des Outsourcings war ist schwer zu sagen.
Rumpfsegmente passten vom Durchmesser nicht zueinander, CFK Beschädigungen während des Fertigungsprozesses...
sind aber klassische Produktionsprobleme, die mit Outsourcing nichts zu tun haben. Beweist ja Boeing regelmäßig mit eigenen News von den FAL.

Zurück zum Thema. Es ging ja darum, dass die Hersteller und Airline zu wenig oder wenn, dann falsch, denken und dann eine Menge Fehler machen bei ihren Entscheidungen. Sonst hätten sie zB schon lange einen modernen, basierend auf einem alten Modell, Vierstahler auf den Markt gebracht. Wo es doch weiter oben heißt, Triebwerkswartung kostet Geld, besonders wenn man 4 davon hat. Das Ganze wurde unterstützt durch das Beispiel der Entwicklung der B787 als No1 Fail. Da habe ich nur um ein Beispiel gebeten, kam aber nix.

Lassen wir es. Ich stimme Ihnen zu, "Hellsehen kann keiner" und hinter schlauer sein können dagegen alle.
Schönen Sonntag noch.




Dieser Beitrag wurde am 18.10.2020 12:13 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 19.10.2020 - 22:50 Uhr
UserAfterburner
User (145 Beiträge)
Das ist doch kein Argument. Andere bekommen das auch hin ..

Lol, na wer denn? Mir ist kein anderer Flugzeughersteller bekannt, der seine Kernprozesse erfolgreich ausgelagert hätte. Also das nenn ich mal wirklich warme Luft.

Im Übrigen muss man da nicht lange diskutieren, denn Outsourcen versteht sich per Definition NUR auf Nebenprozesse einer Firma, und eben NICHT dem Hauptgeschäft.

Im Englischen gibts dafür den Spruch: "Do what you can do best – outsource the rest" Der steht in jedem 08/15 Lehrbuch zu dem Thema, inkl. Wikipedia.

Was auch immer Boeing da geritten hatte, seine Kernkompetenzen outsourcen zu müssen, weiss der Geier. Vermutlich nur wieder die Billionen angeblich einzusparenden $$$, wie dann auch später beim 737MAX-Projekt.
Beitrag vom 20.10.2020 - 08:07 Uhr
Usercontrail55
User (2014 Beiträge)
Das ist doch kein Argument. Andere bekommen das auch hin ..

Lol, na wer denn? Mir ist kein anderer Flugzeughersteller bekannt, der seine Kernprozesse erfolgreich ausgelagert hätte. Also das nenn ich mal wirklich warme Luft.
Da müssten Sie nochmal lesen. Das war eine Aussage auf den Beitrag von LP. Da ging es um seine Aussagen zu Produktionsmängeln und logistische Probleme.
Im Übrigen muss man da nicht lange diskutieren, denn Outsourcen versteht sich per Definition NUR auf Nebenprozesse einer Firma, und eben NICHT dem Hauptgeschäft.
Ok. Was ist dennn das Hauptgeschäft und was genau wurde davon ausgelagert. Nun geben Sie doch mal Butter bei die Fische. Immer nur "Kerngeschäft" ist auch dünn. Wen wir das mal auf dem Tisch habe, dann können wir diskutieren was da Risk/Benefit ist.
Im Englischen gibts dafür den Spruch: "Do what you can do best – outsource the rest" Der steht in jedem 08/15 Lehrbuch zu dem Thema, inkl. Wikipedia.
Na wenn es bei Wikipedia steht. Aber gut, schauen wir mal rein... leider haben Sie aus dem Abschnitt mit dem Zitat den Teil der "Strategische Entscheidungsgründe für Outsourcing", u.a. Risk sharing, höhere Agilität, geringere Investitionen,... vergessen.


Dieser Beitrag wurde am 20.10.2020 08:09 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 20.10.2020 - 09:35 Uhr
UserEricM
User (2379 Beiträge)
Na wenn es bei Wikipedia steht. Aber gut, schauen wir mal rein... leider haben Sie aus dem Abschnitt mit dem Zitat den Teil der "Strategische Entscheidungsgründe für Outsourcing", u.a. Risk sharing, höhere Agilität, geringere Investitionen,... vergessen.

Erwähnen sollte man hierbei, um mal wieder auf den Artikel zurückzukommen, dass IP-intensives Outsourcing oder generell "Partnerschaften" mit chinesischen Firmen gerne mal in umfangreichen, ungewollten und unbezahlten Technologietransfer ausarten oder der chinesische Partner gerade übernommene Techniken mal eben schnell in China patentiert.
Viele chinesische Firmen arbeiten in der Hinsicht entlang einer recht klaren nationalen Agenda mit wenig Unrechtsbewusstsein, auch wenn sie das heute in vielen Bereichen gar nicht mehr nötig hätten.
Die Vorwürfe der russischen Seite in diesem Projekt hat man schon von vielen anderen Firmen gehört, die mit chinesischen "Partnern" entwickelt haben.

Dieser Beitrag wurde am 20.10.2020 09:36 Uhr bearbeitet.
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