Community / / CDU rudert bei Ticketsteuer zurück

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Beitrag vom 16.09.2019 - 16:20 Uhr
UserEricM
User (1574 Beiträge)
"Als Tiger gesprungen und als Bettvorleger gelandet" triffts da ja schon nicht mehr wirklich ...

Erst verweigert die CDU, überhaupt richtig zu springen ( 15€ pro Flug mehr - mal ernsthaft: Wen juckt das? ) und dann zieht sie selbst diesen Mini Vorschlag noch zurück auf 7,50€ mehr, und selbst das nur unter bstimmten Voraussetzungen...

Als Frosch gesprungen und als Kaulquappe gelandet?
Konsequenterweise sollte sich die CDU mit den Klimaleugnern der AfD zusammenschließen. Denn sie verfolgen offensichtlich die gleichen Ziele - nur ist die AfD dabei ehrlicher während die CDU mal wieder rumeiert ...

Dieser Beitrag wurde am 16.09.2019 16:34 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 16.09.2019 - 16:55 Uhr
UserJumpfly
User (104 Beiträge)
Was wäre denn Ihr Vorschlag für eine sinnvolle Lösung. Wir reden hier von 15€ pro Inlandsflug on top, zzgl. zu den bereits normalen Abgaben. Da sind wir in einem Bereich einer 30-40% Verteuerung durch eine Zusatzsteuer mit der ja noch nicht alle Abgabe gezahlt sind. Wieviel Prozent würden Sie denn als "angemessen" bezeichnen, vor allem unter dem Aspekt, dass wir angeblich in einer freien Marktwirtschaft und keiner Planwirtschaft leben?
Beitrag vom 16.09.2019 - 16:59 Uhr
Userme128
User (50 Beiträge)
Was wäre denn Ihr Vorschlag für eine sinnvolle Lösung. Wir reden hier von 15€ pro Inlandsflug on top, zzgl. zu den bereits normalen Abgaben. Da sind wir in einem Bereich einer 30-40% Verteuerung durch eine Zusatzsteuer mit der ja noch nicht alle Abgabe gezahlt sind. Wieviel Prozent würden Sie denn als "angemessen" bezeichnen, vor allem unter dem Aspekt, dass wir angeblich in einer freien Marktwirtschaft und keiner Planwirtschaft leben?

Wir können von Glück reden dass wir in keiner freien sondern in einer sozialen Marktwirtschaft sind. Und sozial ist eben auch fürs Klima was zu tun.
Beitrag vom 16.09.2019 - 17:25 Uhr
UserEricM
User (1574 Beiträge)
Was wäre denn Ihr Vorschlag für eine sinnvolle Lösung. Wir reden hier von 15€ pro Inlandsflug on top, zzgl. zu den bereits normalen Abgaben. Da sind wir in einem Bereich einer 30-40% Verteuerung durch eine Zusatzsteuer mit der ja noch nicht alle Abgabe gezahlt sind.

40% für die Flüge am alleruntersten Rand der Preisverteilung. IdR dürften das unter 10% sein.
Aber ja, Fliegen wird teurer werden müssen.
Wie auch Autofahren und Heizen...

Wieviel Prozent würden Sie denn als "angemessen" bezeichnen,

Ich würde den Betrag als angemessen empfinden, den man benötigt um das beim Flug erzeugte CO2 wieder zu binden.
Ich kann ihnen das aktuell nicht genau beziffern, da die entsprechenden großindustriellen Prozesse noch nicht existieren und bepreist sind - aber 7Euro50 werden da nicht reichen.
Am Einfachsten wäre (neben normalen Steuern auf Flugtreibstoff) ein Aufschlag pro Liter Kerosin. Das durch die Verbrennung erzeugte CO2 kann man exakt berechnen und bepreisen.
Die Ticketsteuer ist in der Beziehung nur eine Krücke...

vor allem unter dem Aspekt, dass wir angeblich in einer freien Marktwirtschaft und keiner Planwirtschaft leben?

Die Höhe einzelner Steuern oder Abgaben hat, auch wenn bei höheren Steuern immer gerne "Sozialismus" geschrien wird, nichts mit der Wirtschaftsform eines Staates zu tun.
Beitrag vom 16.09.2019 - 21:28 Uhr
UserJumpfly
User (104 Beiträge)
@EricM
Sie haben also keine Ahnung was es kösten könnte CO2 entsprechend zu binden, wissen aber dennoch dass 15€ pro Kurzstreckenflug nicht ausreichen? Fragwürdig.

Für Sie wäre die Ticketsteuer also etwa 10% eines Flugpreises? Wenn sie also beispielsweise einen Flug von Frankfurt nach Berlin und zurück buchen würden sie mit der geforderten Ticketsteuer 30€ zahlen. Für Sie kostet eine solche Verbindung also durchschnittlich 300€ oder wie kommen Sie auf 10%??

Und warum genau MUSS fliegen, heizen... teurer werden? Sprit ist nicht teurer, die Mitarbeiter verdienen nicht mehr, die Flugzeuge werden immer effizienter... Warum also MUSS fliegen teurer werden? Wie kommen Sie zu diesem Schluss?

Wenn die Höhe der Abgaben dafür verwendet wird gewisse Branchenzweige aus dem Markt zu verdrängen, so hat dies durchaus etwas mit der Wirtschaftsform des Staates zu tun. Hier wird krampfhaft versucht, das seit Jahrzehnten vernachlässigte Fortbewegungsmittel Eisenbahn für Kunden attraktiver zu machen. Da läuft nichts zusammen und anstatt da mal in die Hände zu spucken muss man eben die Konkurrenz ausschalten, der Branchenzweig der seit Jahrzehnten die Vorgänge weiter und weiter optimiert hat um eine Dienstleistung günstiger anbieten zu können. Jahrzehntelange Erfolge der Branche werden mit dieser unverhältnismäßigen Besteuerung zunichte gemacht. Etwas kaputt machen ist immer einfacher als etwas aufzubauen, lernen schon die Kinder im Sandkasten.

Seit Jahren ist die Luftfahrt für alles verantwortlich. Es gibt Entschädigungszahlungen bei Verspätungen die den Ticketpreis teils um ein Vielfaches übersteigen, Versorgungspflicht bis zu Hotels für die Passagiere bei Verspätung, Entschädigung wenn man den Anschluss nach dem Flug verpasst... Was gibt es denn bei der Bahn? Von alle dem nichts, nicht mal eine Entschuldigung. Hat aber alles nicht genug geholfen, wir müssen nun die Luftfart in Deutschland nicht nur mit 1,3 Mrd Ticketsteuer zusätzlich zum Emissionshandel... belasten, nein es müssen mindestens nochmal 1,3 Mrd € sein die dann wieder nicht zweckgebunden für die Umwelt eingesetzt werden, sondern in der Staatskasse versickern und keiner weiß wo. Und die Umweltaktivisten meinen nun damit das Klima geschützt zu haben. Eine selten dämliche Annahme. Die Fluglinien stecken weniger Geld in die Flottenerneuerung, Forschung... und die Umwelt ist der Gelackmeierte. Dafür verschandeln wir ganze Regionen mit knapp 20 Mrd € pro Jahr für die Bahn die dann riesige Schneißen in den Wald schlägt um dort mit Zügen durchzufahren die einen Lärmteppich durchs ganze Land ziehen, nie pünktlich sind, selten schnell und noch weniger umweltfreundlich. Viele sind dann auch noch dumm genug, Werbeparolen der Bahn nachzuplappern, ICE fährt nur mit grünem Strom... Klar. Wir haben Betrag X in Deutschland an grünem Strom. Der wird auch definitiv genutzt. Wenn nicht von der Bahn, dann von Haushalten, für Elektroautos, für die Industrie... Aber für den ICE kommt da kein grüner Strom dazu. Der Strommix bleibt auch gleich. Seltsam.
Und um zu den bösen Inlandsflügen zu kommen, so sehe ich bereits jetzt in meinem Umfeld viele Bekannte die beruflich viel unterwegs sind und mangels zeitlich passender Verbindungen, zu teuer oder kein Platz... Also setzt man sich in den Firmen SUV und fährt eben von Nürnberg nach Frankfurt. Allein, verbennt deutlich mehr Treibstoff, Reifenabrieb, Bremsenabrieb, tötet unterwegs hunderte Insekten womöglich noch einen Vogel, Fuchs, Igel, Marder... und am nächsten Tag nach den Terminen geht es wieder zurück. Der Mensch verschwendet 6 Stunden unnötiger Zeit im Auto, kann in der Zeit nicht arbeiten, ist völlig unproduktiv und hat am Ende die Umwelt deutlich mehr belastet. Und Menschen wie Sie glauben nun mit einer Ticketsteuer für Kurzstrecke die Umwelt zu retten. Selten so wenig Weitsicht erlebt.
Wenn wir etwas ändern wollen, dann muss man Geld in Forschung, Entwicklung und Ausbau von Alternativen setzen. Das Vorhandene ohne Alternativen bis zur Einschränkung der Mobilität künstlich zu verteuern hat in der Geschichte noch nie etwas verbessert, oder können Sie mir da ein Beispiel nennen? Welche Alternative hat der Unternehmer der beruflich von München nach Hamburg möchte? Er hat die Wahl zwischen 1:20 im Flugzeug, 8:30 im Auto oder 9 Stunden mit der Bahn. Klar, verteuern wir das einzig sinnvolle Verkehrsmittel weiter, der Unternehmer wird es ihnen danken, denn Sie retten die Umwelt!


Dieser Beitrag wurde am 16.09.2019 21:30 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 16.09.2019 - 22:16 Uhr
UserVJ 101
User (643 Beiträge)
@Jumpfly: Ich habe selten einen so guten, ausführlichen und sachlichen Beitrag gelesen - Chapeau!
Beitrag vom 16.09.2019 - 23:28 Uhr
UserEricM
User (1574 Beiträge)
@EricM
Sie haben also keine Ahnung was es kösten könnte CO2 entsprechend zu binden, wissen aber dennoch dass 15€ pro Kurzstreckenflug nicht ausreichen? Fragwürdig.

Ich schreib zwar 7,50€ pro Flug werden nicht reichen aber ich verstehe Ihre Skepsis.
Im Moment gibt es aber nur Prozesse im Versuchs-Massstab.
Die Kosten pro gespeicherter Tonne CO liegen aktuell noch sehr hoch. Die verfügbaren Kapazitäten sind extrem begrenzt.
Welche Prozesse später mal entsprechend skalieren und was die dann kosten (inklusive einer Endlagerung des CO2 ) darüber wird zwar aktuell wüst spekuliert, es weiß aber tatsächlich noch niemand.

Ein Kurzstreckenflug zB FRA-TXL ezeugt ewa 0,25t CO2 pro Person.
Die müssen auf der Luft gezogen und entsprechend eingelagert werden. Auf Dauer.
Klingt für mich nicht nach 7,50 - aber ich kanns Ihnen nicht belegen.
Und jeder der behauptet er kann das, schwindelt wahrscheinlich :)


Für Sie wäre die Ticketsteuer also etwa 10% eines Flugpreises? Wenn sie also beispielsweise einen Flug von Frankfurt nach Berlin und zurück buchen würden sie mit der geforderten Ticketsteuer 30€ zahlen. Für Sie kostet eine solche Verbindung also durchschnittlich 300€ oder wie kommen Sie auf 10%??

Wie gesagt, meine Aussage bezog sich nicht auf 15€


Und warum genau MUSS fliegen, heizen... teurer werden? Sprit ist nicht teurer, die Mitarbeiter verdienen nicht mehr, die Flugzeuge werden immer effizienter... Warum also MUSS fliegen teurer werden? Wie kommen Sie zu diesem Schluss?

Heute werden die Kosten des ausgestoßenen CO2 bzw die Umweltfolgen externalisiert.
CO2-Ausstoß kostet nichts. Sobald er bezahlt werden muss, werden alle genannten Tätigkeiten automatisch tuerer.

Wenn die Höhe der Abgaben dafür verwendet wird gewisse Branchenzweige aus dem Markt zu verdrängen, so hat dies durchaus etwas mit der Wirtschaftsform des Staates zu tun. Hier wird krampfhaft versucht, das seit Jahrzehnten vernachlässigte Fortbewegungsmittel Eisenbahn für Kunden attraktiver zu machen. [...]

Darum gehts denke ich nicht. Die Luftfahrt ist hier nicht das Opfer. Je nach Standpunkt ist sie Täter oder profitiert von der Fahrlässigkeit Dritter.
Wenn wir CO2 Neutralität erreichen wollen, wird jede Branche entsprechend ihres Ausstoßes (bzw dem Aufwand zur Korrektur ihres Ausstoßes) teurer werden.
Die Bahn etwas, Autos etwas mehr und das Fliegen noch etwas mehr. Fahrräder nicht.
Ebenso Strom/Wärme aus Kohle oder Gas. Erneuerbare hingegen nicht.
Danach wird der Markt wieder die beste Lösung unter den neuen Bedingungen finden.

Wenn wir etwas ändern wollen, dann muss man Geld in Forschung, Entwicklung und Ausbau von Alternativen setzen.

Genau DAS wird der Markt regeln. Aber nur unter den entsprechenden Bedingungen.
Solange CO2 nichts kostet besteht doch keinerlei Anreiz zur Entwicklung teurer Lösungen.

Das Vorhandene ohne Alternativen bis zur Einschränkung der Mobilität künstlich zu verteuern hat in der Geschichte noch nie etwas verbessert, oder können Sie mir da ein Beispiel nennen?

Es geht nicht um künstliche Verteuerung sondern um die Übernahme tatsächlich anfallender Kosten für die Beseitigung der Umweltfolgen.

Welche Alternative hat der Unternehmer der beruflich von München nach Hamburg möchte? Er hat die Wahl zwischen 1:20 im Flugzeug, 8:30 im Auto oder 9 Stunden mit der Bahn. Klar, verteuern wir das einzig sinnvolle Verkehrsmittel weiter, der Unternehmer wird es ihnen danken, denn Sie retten die Umwelt!

Wenn der Termin so wichtig ist, halten Ihren Unternehmer sicher auch 30€ höhere Betriebsausgaben nicht auf.
Aber ja, vielleicht wird dann auf den ein oder anderen Flug verzichtet werden.

Dieser Beitrag wurde am 16.09.2019 23:37 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 17.09.2019 - 00:34 Uhr
UserPille
User (135 Beiträge)
Mannomann. Was wird denn das hier? Die Herren Minister fliegen pro Jahr 200.000 Flüge zwischen Berlin und Köln hin und her und hier werden Freiwillige für eine zusätzliche Gewissen-Steuer gesucht. Gehts echt noch ?????
Beitrag vom 19.09.2019 - 00:03 Uhr
UserWeideblitz
Moderator
...
Wenn wir etwas ändern wollen, dann muss man Geld in Forschung, Entwicklung und Ausbau von Alternativen setzen. Das Vorhandene ohne Alternativen bis zur Einschränkung der Mobilität künstlich zu verteuern hat in der Geschichte noch nie etwas verbessert, oder können Sie mir da ein Beispiel nennen?

....

@Jumpfly, VJ 101
Es geht nicht primär darum, ob Verteuerung ohne Alternative etwas verbessert. Aus meiner Sicht Thema verfehlt.
Es geht primär darum, Wege zu finden, den Netto-CO2-Ausstoss zu verringern, und zwar selbstverständlich ggf. auch unter Inkaufnahme von Einschränkungen in den betroffenen Bereichen.

Denn ohne die Akzeptanz von Letzterem brauchen wir gar nicht weiter diskutieren.

Oder anders: Es geht darum anzuerkennen, dass die Klimaerwärmung die Lebensgrundlage für Mensch & Umwelt langfristig zerstört. Und wenn wir da wirklich ran wollen, kann man nicht damit beginnen Industrie X und Y wegen A und B davon auszuklammern.

Die Lenkungswirkungen von Lenkungsabgaben und -steuern ist unbestritten. Gerne hier nachzulesen:  https://www.bundestag.de/resource/blob/411810/041b2cc14f57e59b196a5706a8e3c981/WD-4-048-07-pdf-data.pdf

Und wenn wir wegen des Klimas nicht eine weitere Flut von Ordnungsmaßnahmen (=Verbote) haben wollen, ist die Verteuerung von CO2 verkehrsmittelunabhängig die zentrale Aufgabe der Politik, diese umzusetzen. Der Vorschläge der CDU geht grundsätzlich in diese Richtung, aber in diesem konkreten Fall leider insofern am Ziel vorbei, weil nicht CO2, sondern ein Verkehrsmittel, das Flugzeug, selektiv verteuert wird. Aber unabhängig davon, dass dieses Konzept ziemlich sinnfrei ist wird dann noch der Preis halbiert und auch noch genau das falsche Signal ausgesendet.

Ihre Kritik am Bahnausbau (Lärm, Schneisen,...) gehe ich nicht weiter drauf ein, weil diese einem sachlichen Vergleich der Transportmittel bei weitem nicht gerecht werden. (Man könnte dem eine ganz andere Liste beim Flugzeug aufmachen mit aus Umweltgesichtspunkten problematischen Entwicklungen, aber das sprengt hier den Rahmen).

Ich möchte von den Veränderungsgegnern gerne mal praktikable und effektive (!) Vorschläge hören, wie wir die Paris-Klimaziele einhalten können, anstatt Alibi-Vorschläge und Pauschalkritiken was alles nicht geht.

Der Vorschlag Mrd.-Summen in F&E reinzustecken klingt zwar gut und taugt als langfristige Ergänzungsmaßnahme, wird aber das Ziel nicht nur nicht erreichen, sondern massiv verfehlen. Was wir brauchen sind kurz-und mittelfristig wirksame Maßnahmen, die den CO2-Ausstoss netto effektiv verringern. Und ohne Verteuerung genau dieser Emissionen und auch punktuelle Ordnungsmaßnahmen wird das nicht gelingen. Und ein ‚Fail‘ ist bei diesem Thema nicht (mehr) akzeptabel, weil wir keine Zeit mehr haben.

Alternativen entstehen immer erst, wenn Nachfrage für etwas Neues da ist. Und diese Nachfrage kann man sehr wohl mit Lenkungsabgaben erzielen - das steht volkswirtschaftlich außer Frage.



Dieser Beitrag wurde am 19.09.2019 00:46 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 19.09.2019 - 13:16 Uhr
UserP41
User (64 Beiträge)
So ein Sabbel. Es nützt nicht den Umweltengel zu machen wenn sich der Rest nicht drum schert. Wir können alle morgen unsere Autos vergraben, die Flugzeuge einmotten, die Bahn stilllegen und als Schafhirten fungieren. Und selbst das wäre alles andere als CO2 neutral. Die Nachbarn um uns herum würden sich kaputtlachen und kräftig verdienen. Unser Lebensstandard ist nun mal CO2 produzierend, egal wie wir es anstellen.
Alternativen müssen den Verboten und Einschränkungen, Steuern und Gebühren vorangehen, alles andere ist Bockmist.
Niemand bestreitet dass es notwendig ist über den CO2 Verlauf nachzudenken, aber blinde Rundumschläge in alle Richtungen werden es noch schlechter lösen als wenn man gar nichts macht. Richtige Konzepte: Fehlanzeige.
Beitrag vom 19.09.2019 - 15:11 Uhr
UserEricM
User (1574 Beiträge)
Die Nachbarn um uns herum würden sich kaputtlachen und kräftig verdienen.

Ist unser größtes Problem wirklich ob andere "kräftig verdienen"?
Unabhängig davon: Wenn keiner anfängt,. fahren wir die (globale) Karre sicher and die Wand.

Unser Lebensstandard ist nun mal CO2 produzierend, egal wie wir es anstellen.

Aktuell schon. Aber genau das soll ja geändert werden.

Alternativen müssen den Verboten und Einschränkungen, Steuern und Gebühren vorangehen, alles andere ist Bockmist.
Niemand bestreitet dass es notwendig ist über den CO2 Verlauf nachzudenken, aber blinde Rundumschläge in alle Richtungen werden es noch schlechter lösen als wenn man gar nichts macht. Richtige Konzepte: Fehlanzeige.

Alternativen, Konzepte und ihre Umsetzung fallen aber nun mal nicht vom Himmel.
Wer soll die entwickeln, solange auch weiterer CO2 Ausstoß nichts kostet und auch nicht bekannt ist was es in Zukunft kosten soll?
Auf der Basis steigt auch weiterhin kein Unternehmen in F&E und die benötigte großtechnische Umsetzung ein.
Beitrag vom 19.09.2019 - 15:15 Uhr
UserManualFlight
User (8 Beiträge)
@ P41, absolut richtig.

Unsere Wirtschaft erlebt schon eh einen negativen Trend und Umweltschutz muss man sich leisten können. Wir schwächen uns nur selbst und alle anderen schauen zu und lachen sich schlapp, weil unsere Bemühungen dem Klima absolut nicht helfen.

Angenommen der innerdeutsche Flugverkehr halbiert sich, macht das weltweit einen Unterschied von nur 0,0023% aus.
(Anteil Deutschland am weltweiten CO2 Ausstoss 2,2%, Anteil Flugverkehr am deutschen CO2 Ausstoss ca. 3%, Anteil innerdeutscher Flüge 7%).
Darin natürlich nicht einkalkuliert den zusätzlichen Verbrauch der dann durch Bahn und PKW des Reisenden hinzukommt. Ebenso nicht den Effekt, dass dann Personen nicht mehr von Hamburg, via Frankfurt nach Asien fliegen, sondern via Amsterdam nach Asien, um die ganzen Steuern und Gebühren zu umgehen. Dass dabei mehr CO2 verbraucht wird, ist ja erstmal nebensächlich. Hauptsache Deutschland wird klimafreundlicher....

Ich bin eh mittlerweile der Meinung, dass der Klimawandel unumkehrbar ist. Die Permafrostböden tauen auf (machen immerhin 1/6 der Erdoberfläche aus) und setzen Milliarden an Tonnen von Methan und Co2 frei. Reflektierende Eisflächen schwinden und die Weltmeere erwärmen sich und warmes Wasser kann weniger Co2 speichern. Daher dürfte das schon ein Teufelskreis sein, der nicht mehr aufzuhalten ist.
Zumindest nicht von Deutschland alleine.

Ohne USA, Indien, China, Brasilien, Rest Europa gehts nicht. Auch eine „Vorreiterrolle“ Deutschlands wird keinen Einfluss haben. Oder warum lässt Trump bald Alaska abholzen, obwohl Wald als Co2 Speicher wichtiger denn je ist? Trump ist die eigene Wirtschaft mehr als heilig, dem Chinesen gehts ähnlich. Zudem befinden sich derzeit weltweit knapp 1400(!!!) Kohlekraftwerke in Planung oder Bau.
Hauptsache wir schalten bald eine handvoll ab.

Sorry, Weideblitz. Meiner Meinung nach „müssen wir nicht jetzt handeln weil keine Zeit mehr bleibt“.
Es IST bereits zu spät. Wir werden es niemals schaffen die wichtigsten Nationen zu bekehren. Von daher einfach das Leben genießen. Wir als Menschheit haben es im Gegensatz zu anderen Spezies nie geschaftt, eine natürliche Symbiose mit unserer Umgebung einzugehen. Wir besiedeln ein Gebiet, vermehren uns, beuten alles aus und müssen weiterziehen. Mittlerweile sind wir nur leider so viele auf diesem Globus, dass es kein weiteres Gebiet zum weitersiedeln mehr gibt. Die meisten Hochkulturen sind auf dem Zenit zugrunde gegangen. Die Erde wird sich weiterdrehen und sich ohne uns auch irgendwann sicher wieder erholen.
Beitrag vom 19.09.2019 - 15:37 Uhr
Userunit-er
User (8 Beiträge)
Genau die obige Position von P41 wird dazu führen, dass in naher Zukunft lediglich in homöopathischen Dosen etwas für das Klima getan werden wird.
Natürlich ist sich Jeder bzw. seine Gruppenkonstellation zunächst der bzw. die Nächste; das liegt in der Natur des Menschen.
Allerdings wird es dem Klima nicht helfen, wenn es zur Klimarettung nur Lippenbekenntnisse und Augenwischerei gibt.
Das Motto "wasch meinen Pelz, aber mach mich nicht nass" wird leider nicht funktionieren, wenn nicht alle dazu bereit sind, gravierende Einschnitte in ihrem Lebenswandel hinzunehmen.
Der Mensch ist ein Gewohnheitstier, dass seine gewohnten, liebgewonnenen und sicheren Pfade bzw. Handlungsmuster nur ungern freiwillig verlässt.
In puncto Klima muss die Politik mit, auch wenn das gerade in westlichen freiheitsliebenden Gesellschaften auf massive Ablehnung stoßen wird, Begrenzungen, Reglementierungen und Verboten arbeiten, um die Lebensgrundlage Klima zu retten.
Freiwillige Selbstverpflichtungen und Absichtserklärungen werden hier nicht helfen, was viele Beispiele (aus der Wirtschaft) immer wieder zeigen.
Das Argument Lebensstandard gepaart mit Wohlstand und Wachstum ist unter dem Strich ein Totschlagargument gerade unter dem Aspekt, dass einen dann ja die Nachbarnländer auslachen und weiterhin klimaschädigend leben werden, wohingegen man selbst schwer zu leiden haben wird.
Das ist eine typische Sichtweise, dass nur gemeinsame (europäische) Lösungen funktionieren können und läuft darauf hinaus, dass man allein eh nichts erreichen kann.
Dem liegt zugrunde, dass man dann die bequeme Position einnehmen kann, dass man ja das Klima retten wollen würde nur eben aufgrund der eigenen vermeintlich schwachen, alleinigen Position dazu nicht in der Lage ist.
Unterm Strich stiehlt man sich so geschickt aus der Verantwortung und schiebt das Problem auf eine andere außerhalb der eigenen Verantwortung und Entscheidungsbefugnis liegende Ebene ab.
Unter diesen Vorzeichen sehe ich für das Klima der nächsten Jahre und Jahrzehnte ziemlich schwarz, wenn nicht endlich auch eigenständige nationale Wege gegangen werden, auch wenn das den eigenen Lebenswandel stark beeinträchtigen wird.
Es ist nicht 5 vor 12 - es ist bereits 5 nach 12.
Die Welt mit ihrem Klima hat Zeit - der Mensch nicht.
Frei nach der Karikatur:
Unterhalten sich 2 Planeten.
Sagt der eine: Ich habe Homo Sapiens!
Sagt der andere: Das geht vorbei!

Dieser Beitrag wurde am 19.09.2019 15:39 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 19.09.2019 - 16:00 Uhr
UserManualFlight
User (8 Beiträge)
@ unit-er, Sie haben Recht mit Iher Sichtweise auf die Natur des Menschen. Jeder ist sich selbst der nächste. Und das nimmt auch noch zu. Oder warum sind Plattformen wie Instagram und Snapchat so beliebt? Warum wird bei einem Unfall zuerst das Fotohandy gezückt als zu helfen oder sogar schlimmer noch, die Helfer behindert und körperlich angegangen?
Weil jeder nur noch nach Likes und Zustimmung giert. Kauft sich der Nachbar ein neues Auto kommt schon wieder der Neid auf.
Warum soll ich nun auf Lebensqualität und Standart verzichten? 1 Milliarde Menschen tun dies auch nicht freiwillig und wie erzählt man den restlichen 6 Millarden, dass die meinen derzeitigen Lebensstandard bitteschön garnicht erst erreichen dürfen? Ganz zu schweigen von den weiteren Milliarden die in den nächsten Jahrzehnten hinzukommen?

Daher wird sich nix ändern. Morgen wird der Sprit, Heizen und Fluggebühren wieder etwas teurer. Bei den Armen sinkt wieder etwas die Kaufkraft, die sich mal nicht eben ein neues E-Auto trotz Prämie kaufen können oder eine neue Heizungsanlage. Wo auch das E-Auto laden in der Innenstadt bei einem 10 Parteien Haus im 3.Stock wohnend? Mit Verlängerungskabel aus dem Küchenfenster?
Den Reichen juckt das eher wenig. Und wem nützt das Alles? Dem Klima?

Und bei einem Punkt liegen Sie leider falsch unit-er. In einer global vernetzten Wirtschaftswelt, kann es sich eine Exportnation nicht wirklich leisten, seine Produkte teurer zu machen um Co2 einzusparen solange ALLE anderen nicht mitmachen. Ruckzuck ist man nämlich in einer Rezension und die eigene Kaufkraft sinkt weiter. Damit auch die Möglichkeit Klimaschutz zu betreiben und innovative Lösungen zu entwickeln.
Beitrag vom 19.09.2019 - 16:22 Uhr
UserP41
User (64 Beiträge)
Die Nachbarn um uns herum würden sich kaputtlachen und kräftig verdienen.
Ist unser größtes Problem wirklich ob andere "kräftig verdienen"?
Für mich schon. Ich lebe in Deutschland. Wenn ich in Uganda leben wollte wäre ich längst weg. Mit gefällt unser Wirtschaftssystem aber besser. Mehr Wohlstand, Sie verstehen schon.
Unabhängig davon: Wenn keiner anfängt,. fahren wir die (globale) Karre sicher and die Wand.
Mein Tipp: Fangen Sie an. Und gleich doppelt, weil ich mach nämlich nix. Ich habe meine Gründe dafür.
Unser Lebensstandard ist nun mal CO2 produzierend, egal wie wir es anstellen.
Aktuell schon. Aber genau das soll ja geändert werden.
Freiwillige voraus. Ich lasse mir nicht erzählen, ich solle mir Energiesparlampen an die Decke schrauben, solange in Deutschland kräftig Kohlekraftwerke zum Himmel rauchen und die Herren Vorbilder aus Berlin 200.000 mal pro Jahr zwischen Berlin und Köln hin und her fliegen. Ich kann damit leben, aber auch mit normalen Glühbirnen. Man sollte weiter oben handeln, aber dort wird nur nach unten gepredigt, das wars. Wem es gefällt, der geht ab morgen zu Fuß, aus Überzeugung. Ich mache am Wochenende meinen nächsten innerdeutschen Flug, und ich denke noch nicht mal an die Schwätzer in Berlin. Die Wirtschaft wirds freuen, ich gebe Geld aus, und zwar in Deutschland.
Alternativen müssen den Verboten und Einschränkungen, Steuern und Gebühren vorangehen, alles andere ist Bockmist.
Niemand bestreitet dass es notwendig ist über den CO2 Verlauf nachzudenken, aber blinde Rundumschläge in alle Richtungen werden es noch schlechter lösen als wenn man gar nichts macht. Richtige Konzepte: Fehlanzeige.
Alternativen, Konzepte und ihre Umsetzung fallen aber nun mal nicht vom Himmel.
Aber die Reden aus Berlin fallen vom Himmel. Ich höre schon gar nicht mehr hin.
Wer soll die entwickeln, solange auch weiterer CO2 Ausstoß nichts kostet und auch nicht bekannt ist was es in Zukunft kosten soll?
Auf der Basis steigt auch weiterhin kein Unternehmen in F&E und die benötigte großtechnische Umsetzung ein.
Man muss die Unternehmen überzeugen, nicht zwingen. Und die Unternehmen müssen den Anfang machen, nicht der kleine Mann zuhause.
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