Community / / FAA bereitet Alleingang bei 737 MAX vor

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Beitrag vom 16.05.2019 - 09:56 Uhr
Useratc
User (406 Beiträge)
Hier gefährden die vermeintlichen Interessen der USA vor eine fachliche Zusammenarbeit, die sinnvoll ist und allen Parteien eine sichere und relativ zügige Zulassung von LFZ weltweit ermöglicht hat.

Mit ihren Beschuldigungen in Richtung der Piloten und der Ausbildung von Ethiopian und Lion Air sowie der Androhung von Alleingängen in der Zulassung sähen die USA eher Zweifel und erschweren eine an der Sache orientierte Kooperation in der Zukunft.

Das wird erstmal Boeing schaden und dann Airbus und allen anderen.
Die Zulassung von Flugzeugen darf nicht zur Geisel von Handelskonflikten und Unilaterismus werden.
Beitrag vom 16.05.2019 - 10:33 Uhr
Userfbwlaie
User (4237 Beiträge)
Die FAA dachte wohl, mit Hilfe des internationalen Gremiums könnte Boeing reingewaschen werden.
An Muilenburgs Devise "Die 737MAX ist sicher! Die Ausbildung ist ausreichend!" darf nicht gerüttelt werden. Anderenfalls werden die Versicherer und Opfer(vertreter) zu unanangenehm.

Was kosten 3 AoA-Sensoren und eine Überprüfung der Sensorverarbeitungen in der 737 MAX/NG?
Was kostete eine Überarbeitung der Flossentrimmung? Die manuelle Trimmung ist nur bei einem echten trim runaway die Notlösung. Der ET Flieger ist wg. fehlerhafter AoA-Daten abgestürzt. MCAS hat nach der Datenlage alles richtig gemacht. Bei der Auswertung der Daten hätte es aber auch "Luft nach oben" gegeben.
Beitrag vom 16.05.2019 - 10:33 Uhr
Userswift1212
User (110 Beiträge)
@atc

Mit ihren Beschuldigungen in Richtung der Piloten und der Ausbildung von Ethiopian und Lion Air sowie der Androhung von Alleingängen in der Zulassung sähen die USA eher Zweifel und erschweren eine an der Sache orientierte Kooperation in der Zukunft.

>

Mit diesem Vorwurf gegen die Piloten hat Boeing zwingend eine Schulung ALLER PILOTEN der 737max8 vorgegeben, dass diese Piloten erst mal nachweisen müssen, dass sie mit einer 737max8 wirklich in allen Situationen sicher umgehen können!


Ob die bei der FAA und Boeing überhaupt noch wissen, was sie da wirklich tun und vso von sich geben?!
Offensichtlich war diese Show-Veranstaltung der FAA für die gewünschten Ergebnisse einer schnellen Wiederzulassung um jeden Preis hier nicht nicht mehr zielführend, wenn da doch tatsächlich einige Teilnehmer eine ehrlichen Arbeit haben und machen wollen.


Aber dieses Spielchen haben wir doch schon mal gesehen, dass man kritische Meinungen in Untersuchungsberichten und Untersuchungsgremien einfach nicht haben möchte:
Richard P. Feynman

„ 1986 wurde er in die Untersuchungskommission zur Challenger-Katastrophe (Rogers-Kommission) berufen. Bekannt wurde sein öffentlicher Auftritt, in dem er die Folgen von Frost an den Dichtringen der Feststoff-Treibstofftanks mit einem Glas Eiswasser vorführte. Sein von der Mehrheit abweichender Bericht äußerte sich kritisch zur bürokratischen Organisation der NASA. Nur gegen Widerstand wurde sein Minderheitsbericht dem offiziellen als Anhang beigefügt. Feynman hatte gedroht, im Fall der Nichtberücksichtigung seiner Standpunkte öffentlichkeitswirksam aus der Kommission auszutreten. Sein Bericht endete mit der sarkastischen bzw. für die NASA-Verantwortlichen vernichtenden Feststellung: “For a successful technology, reality must take precedence over public relations, for nature cannot be fooled.” (deutsch etwa „Für eine erfolgreiche Technologie muss die Realität Vorrang gegenüber der Öffentlichkeitsarbeit haben, > denn die Natur lässt sich nicht zum Narren halten.“) “

 https://de.wikipedia.org/wiki/Richard_Feynman

Und hier ist die auch die Szene mit der Demonstration enthalten, wo Feynman die Dichtung während der Fernsehübertragung aus dem Eiswasser vorführt.

 https://www.youtube.com/watch?v=ZOzoLdfWyKw


Vielleicht hofft man ja einfach nur, dass alle anderen dumm und vergesslich sind!

Die Gerichtsverfahren dieser beiden Abstürze sollten vielleicht doch besser in den USA stattfinden. - In den USA werden die Schadenshöhen für die Opfer in einer anderen Größenordnung definiert, wenn man ein Problemprodukt rausgegeben hat!
Beitrag vom 16.05.2019 - 10:34 Uhr
UserRolfKeller
User (9 Beiträge)
Es geht wohl primär um die Milliardenforderungen der durch das Grounding und die langanhaltenden Flugausfälle betroffenen Fluggesellschaften. Mit jedem Tag, an dem Boeing und die mit Boeing verbandelte Regierung das Grounding früher aufheben kann, werden die Kostenfolgen etwas geringer. Und wenn EASA, Kanada oder China dann noch nicht soweit sind, weil sie eine seriöse Kontrolle selbst durchführen wollen, wird Boeing für alle weiteren Forderungen an diese Stellen verweisen, sobald das FAA die Freigabe ausgesprochen hat.
Beitrag vom 16.05.2019 - 10:35 Uhr
Userdlehmann66
User (224 Beiträge)
Das ist aber Politik.
- die Amis wollen schnell machen
- einige wollen zusätzlich (Kanadier) eine Überarbeitung der Schulung
- einige nur mehr Zeit und Infos
- die Chinesen wollen wegen der Zölle hierüber Druck auf Trump machen und werden versuchen alles total zu verzögern
- einige wollen generelle Änderungen am Flugzeug und eine komplette Neuzulassung über mehrere Jahre
Ich glaube nicht, dass hier aktuell ein internationaler pragmatischer Konsens möglich ist.
Mal schauen wie sich das dann international entwickelt.
Die Amis werden sicher Ende Sommer wieder national fliegen. Da bin ich mir recht sicher. Dann gehen die internationalen Spielchen zwischen den Zulassungsbehörden und den Regierungen erst richtig los.
Beitrag vom 16.05.2019 - 10:50 Uhr
Userdlehmann66
User (224 Beiträge)
Die anderen Zulassungsbehörden werden nun Dokumente einfordern, die Boeing bestimmt nicht raus geben will.
- Wo haben die Boeing Mitarbeiter Eigenzertifiierungen im Namen der FAA durchgeführt
- das Simulatorprotokoll, wo es fast wieder zum Absturz kam
- alle Binärcodes und Abnahmeprotokolle des alten und neuen MCAS
- alle überarbeiteten Schulungs- und Notfall unterlagen und die gmeachten Tests damit.
- alle Unterlagen zu den gemachten Tests an den Triebwerksaufhängungen, also warum sind sie soweit nach vorne und oben gerutscht
- und und und, die Chinesen wollen bestimmt noch viel mehr sehen

Hätten sie wie geplant das mit allen Zulassungsbehörden zusammen gemacht, dann wären die Daten nur im kleinen Kreis sichtbar gewesen. Ich denke aber die Chinesen hätten nach der aktuellen Politik auf jeden Fall gemauert, weil sie gegen Trump zurück stänkern wollen.
Beitrag vom 16.05.2019 - 12:41 Uhr
Userdidigolf
User (157 Beiträge)
Hier kann man sehen, was eventuell auf Boeing zukommen wird:
 http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/bayer-verliert-glyphosat-prozess-in-usa-soll-zwei-milliarden-dollar-zahlen-a-1267278.html
Wenn man berücksichtigt, dass es sich um ein Rentnerehepaar handelt, die 70 Jahre alt sind und auch nicht sehr gesund gelebt haben, aber jetzt an Krebs erkrankt sind.
Bei Boeing handelt es sich um über 300 Tote!
Beitrag vom 16.05.2019 - 12:52 Uhr
Usermasw
User (95 Beiträge)
Hier kann man sehen, was eventuell auf Boeing zukommen wird:
 http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/bayer-verliert-glyphosat-prozess-in-usa-soll-zwei-milliarden-dollar-zahlen-a-1267278.html
Wenn man berücksichtigt, dass es sich um ein Rentnerehepaar handelt, die 70 Jahre alt sind und auch nicht sehr gesund gelebt haben, aber jetzt an Krebs erkrankt sind.
Bei Boeing handelt es sich um über 300 Tote!

Dazu muss man allerdings sagen, dass diese hohen Schadensersatzsummen in den USA (die es dort ja regelmäßig gibt) meistens in den höheren Instanzen wieder kassiert werden und das was am ende rauskommt um ein vielfaches kleiner ist als die ursprüngliche Summe. Ich glaube, dass die Kompensationen für Ausfälle bei den Airlines am Ende höher sein werden als die Zahlungen an Hinterbliebene der Abstürze.
Beitrag vom 16.05.2019 - 13:26 Uhr
UserEricM
User (1519 Beiträge)
Ich glaube, dass die Kompensationen für Ausfälle bei den Airlines am Ende höher sein werden als die Zahlungen an Hinterbliebene der Abstürze.

Ich hab mich jetzt lange gefragt, was mich an diesem Satz so sehr stört.
Vermutlich die Gleichsetzung menschlichen Leids mit Betriebsausgaben.
Diese Aussage degradiert den Tod einer geliebten Person, eines Kindes, der Eltern, des Partners auf schlicht einen Betrag X.

Folgerichtig bin ich auch der Meinung, dass bei Boeing tätige Personen im Zuge der Entwicklung, Zulassung, spätestens aber während des fortgesetzten Betriebs der 737MAX nachdem bereits Probleme bekannt waren fahrlässige Tötung begangen haben, die entsprechend bestraft werden sollte.
Beitrag vom 16.05.2019 - 14:03 Uhr
Usermasw
User (95 Beiträge)
Ich glaube, dass die Kompensationen für Ausfälle bei den Airlines am Ende höher sein werden als die Zahlungen an Hinterbliebene der Abstürze.

Ich hab mich jetzt lange gefragt, was mich an diesem Satz so sehr stört.
Vermutlich die Gleichsetzung menschlichen Leids mit Betriebsausgaben.
Diese Aussage degradiert den Tod einer geliebten Person, eines Kindes, der Eltern, des Partners auf schlicht einen Betrag X.

Folgerichtig bin ich auch der Meinung, dass bei Boeing tätige Personen im Zuge der Entwicklung, Zulassung, spätestens aber während des fortgesetzten Betriebs der 737MAX nachdem bereits Probleme bekannt waren fahrlässige Tötung begangen haben, die entsprechend bestraft werden sollte.



Nur um richtig verstanden zu werden: Gut finde ich das keinesfalls.

Aber wenn es um Schadensersatz bzw. Schmerzensgeld geht wird eben so gerechnet. Und ich vermute Mal das im Zweifel die Airlines die besseren Anwälte haben, bzw. Boeing hier aus wirtschaftlichen Gründen eher bereit ist Zugeständnisse zu machen um Kunden nicht zu verprellen. Man wird es sehen.
Beitrag vom 16.05.2019 - 15:52 Uhr
UserEricM
User (1519 Beiträge)
Nur um richtig verstanden zu werden: Gut finde ich das keinesfalls.

Nein, das kam schon richtig an.
Dieser Vorwurf ging Richtung Boeing, nicht an Sie.
Beitrag vom 16.05.2019 - 16:05 Uhr
UserJoachimE
User (65 Beiträge)
Wirtschaft ist eben Krieg! Wenn auch ( meistens ) ohne waffen ...
Beitrag vom 16.05.2019 - 16:31 Uhr
UserFW 190
User (1231 Beiträge)
Wenn der Muillenberg - wie schon vor einiger Zeit von mir geschreiben - einen A...h in der Hose gehabt hätte, hätte er mit Testpiloten in der ursprünglichen Konfiguration mit defektem AoA Sensor in 3.000 m Höhe zeigen können wie man den Fehler des MCAS in kurzer Zeit recovert und nicht, wie gemacht, mit der neuen Software. Aber vielleicht hatte er doch Angst dass es hätte schief gehen können.

"Das sichere Flugzeug wird nur noch sicherer gemacht." Wo ist der ausgebildet worden? Der hat kein Gespür dafür wie seine Statement beim Volk ankommen.
Beitrag vom 16.05.2019 - 16:54 Uhr
Userjasonbourne
User (1738 Beiträge)
Es gibt den Grundsatz, das man aus einem Fehler nur lernen kann wenn man ihn eingesteht.
Das scheint eben nicht der Fall zu sein.

Boeing hat nie geäußert, das diese beiden Totalverluste und die Toten auf ihre Kappe gehen.
Die Max ist ja ein sicheres Flugzeug.

Und solange die dahinter liegenden Probleme mit der Behörde, den Entwicklungs, Zulassungs - & Zertifizierungsprozessen nicht gelöst sind, werde ich in keine Neuentwicklung von Boeing steigen.
Da liegt der Hund begraben, und nicht im Aktienkurs oder den Financials.
Entweder Boeing fixt sein Produkt oder die Firma geht vor die Hunde.

Ich halte den CEO eigentlich nach der Aussendarstellung und dem Rumeiern für nicht mehr tragbar.
UNd ich hoffe das es in diesem Falle eine nie gekannte Schadenersatzsumme an die Opfer gibt.
Denn ich sehe die Verstöße von Boeing deutlich gravierender als die von VW oder BP, die ja Rekordsummen zahlen mussten.
DIe Folgen sowieso: NOx Tote gibt es bisher keine und bei Deepwater Horizon waren das auch kaum Menschenleben die ausgelöscht wurden.
Beitrag vom 16.05.2019 - 17:35 Uhr
UserLP
User (162 Beiträge)
Ob es NOx Tote gab / gibt und ob BP´s Verstöße weniger gravierend sind, kann ich nicht beurteilen. Ich gehe mit der Meinung mit, dass hier im aktuellen Fall eine RICHTIG SPÜRBARE Entschädigung fließen muss! Die Strategie von Boeing gleicht natürlich dem üblichen Muster. (Auch wie bei VW und BP damals.) Das Wort Schuld wird nicht kommuniziert, bis es nicht unbedingt notwendig ist. Je nach letztendlicher Beweislage. Die halten sich alles bis zum bitteren Ende offen. Ja und die Frage nach dem CEO stelle ich mir auch, der geht bestimmt erst, wenn der Druck zu groß wird und man ein "Opfer" braucht, um zu sagen: "Seht her, wir handeln!".
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