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Beitrag vom 20.03.2020 - 10:20 Uhr
Userrei0riniz0r
User (8 Beiträge)
Moment mal, er sieht eine gestiegene Nachfrage und überall sind Engpässe in der Luftfracht, aber gestern erst wurde die D-ALCH MD-11 nach VCV in die Wüste geschickt.
Wäre es nicht bei weitem wirtschaftlicher einen Vollfrachter zu haben als PAX 747 mit Bellycargo rumfliegen zu lassen?
Beitrag vom 20.03.2020 - 10:35 Uhr
Usergordon
User (2487 Beiträge)
Moment mal, er sieht eine gestiegene Nachfrage und überall sind Engpässe in der Luftfracht, aber gestern erst wurde die D-ALCH MD-11 nach VCV in die Wüste geschickt.
Wäre es nicht bei weitem wirtschaftlicher einen Vollfrachter zu haben als PAX 747 mit Bellycargo rumfliegen zu lassen?

Wäre es bestimmt, aber es wird schon seine Gründe haben, wenn das so passiert.
Es sei denn, die bei LH haben alle keine Ahnung. Dann ist die Firma sicherlich nicht zu retten ...
Beitrag vom 20.03.2020 - 12:40 Uhr
UserAngros
User (430 Beiträge)
Vielleicht standen aufwändige Wartungsarbeiten an? Ich denke auch, dass man das durchaus im Blick hatte, die Cargonachfrage steigt ja nicht erst seit gestern.
Beitrag vom 20.03.2020 - 13:18 Uhr
User2ndSEG
User (175 Beiträge)
Wer gestern dem Herrn Spohr zugehört hat, der sollte verstehen, dass die LH von einem hervorragenden Management durch diese Krise manövriert wird. Mir macht es ganz klar den Eindruck, dass die LH Group ihr Geschäft sehr gut versteht.

Aus der Froschperspektive kann man nicht alles nachvollziehen. Das, lieber "rei0riniz0r", müssen Sie aber auch garnicht. Lassen Sie das mal die Fachleute machen.

Ich hoffe schwer, dass die LH-Group diese Krise überlebt - gestärkt!
Beitrag vom 20.03.2020 - 13:51 Uhr
Userdidigolf
User (353 Beiträge)
Wer gestern dem Herrn Spohr zugehört hat, der sollte verstehen, dass die LH von einem hervorragenden Management durch diese Krise manövriert wird. Mir macht es ganz klar den Eindruck, dass die LH Group ihr Geschäft sehr gut versteht.

Aus der Froschperspektive kann man nicht alles nachvollziehen. Das, lieber "rei0riniz0r", müssen Sie aber auch garnicht. Lassen Sie das mal die Fachleute machen.

Ich hoffe schwer, dass die LH-Group diese Krise überlebt - gestärkt!
Da muss ich Ihnen vollstens zustimmen!
Auch ich habe gestern das "Offen gesagt" verfolgt und war schwer beeindruckt, wie Carsten Spohr, fast als Alleinunterhalter und ohne manuscript alle Fragen ausgiebig beantwortet hat!
Ganz anders als viele unserer Politiker hat er klar und deutlich die Probleme dargestellt und Lösungsmöglichkeiten genannt.
Und eines muss man wirklich mal bedenken, so ein Szenario mit dieser Dynamik hat es noch nie gegeben und selbst für das Managementteam ist das Neuland, damit muss man erstmal fertig werden.
Ich habe seit gestern wieder etwas mehr Vertrauen, dass CS und sein Team das meistern werden!
Beitrag vom 20.03.2020 - 14:28 Uhr
UserEricM
User (2441 Beiträge)
Ganz anders als viele unserer Politiker hat er klar und deutlich die Probleme dargestellt und Lösungsmöglichkeiten genannt.

Die Lösungsmöglichkeiten sind eher theoretischer und Marketing-Natur.
Aktuell stehen zwar 60km LKWs alleine an der polnischen Grenze aber :
- Alleine dieses Volumen entspricht etwa 240 Frachtflügen
- LKW liefern von der Fläche in die Fläche, Flugzeuge P2P.
- Wird der Warenverkehr generell strengeren Kontrollen unterworfen, gilt das auch für Luftfracht.

Gerade der zweite Punkt bewirkt, dass man für ein Lieferung per Flugzeug 2 Speditionsfahrten per LKW zusätzlich benötigt. Sollte es hier zu Engpässen kommen, nutzt die P2P Verbindung Flughafen zu Flughafen gar nichts mehr.
Von der Unmöglichkeit Bulk Fracht von Schiffen/Schiene in Flugzeugen zu transportieren fange ich jetzt gar nicht erst an.

Flugzeuge sind von wenigen Einzelfällen abgesehen definitiv keine Lösung für das Transport-Problem in einem Europa geschlossener Grenzen.

Dieser Beitrag wurde am 20.03.2020 14:30 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 20.03.2020 - 15:00 Uhr
UserNicci72
User (392 Beiträge)
Ganz anders als viele unserer Politiker hat er klar und deutlich die Probleme dargestellt und Lösungsmöglichkeiten genannt.

Die Lösungsmöglichkeiten sind eher theoretischer und Marketing-Natur.
Aktuell stehen zwar 60km LKWs alleine an der polnischen Grenze aber :
- Alleine dieses Volumen entspricht etwa 240 Frachtflügen
- LKW liefern von der Fläche in die Fläche, Flugzeuge P2P.
- Wird der Warenverkehr generell strengeren Kontrollen unterworfen, gilt das auch für Luftfracht.

Gerade der zweite Punkt bewirkt, dass man für ein Lieferung per Flugzeug 2 Speditionsfahrten per LKW zusätzlich benötigt. Sollte es hier zu Engpässen kommen, nutzt die P2P Verbindung Flughafen zu Flughafen gar nichts mehr.
Von der Unmöglichkeit Bulk Fracht von Schiffen/Schiene in Flugzeugen zu transportieren fange ich jetzt gar nicht erst an.

Flugzeuge sind von wenigen Einzelfällen abgesehen definitiv keine Lösung für das Transport-Problem in einem Europa geschlossener Grenzen.

Damit haben Sie natürlich Recht - wenn die Lieferketten per LKW unterbrochen werden oder so ausgedünnt werden, dass nicht mehr genügend Ware für den Bedarf "durch kommt", dann wird die Wirtschaft kollabieren und es werden sehr ernsthafte Versorgungsengpässe im Alltag auftauchen. Daran könnte dann keine Airline der Welt etwas ändern. Die Folge wäre dann Kriegswirtschaft wie 1914/ 1918 mit Rationierungen und Lebensmitteln auf Essenmarken. Aber ich denke, darum geht es hier auch nicht - und, um in diesem Fall eine Lanze für Carsten Spohr zu brechen: Ich habe den Eindruck, das weiß er auch und das hat er auch begriffen. Ob auch die maßgebenden PolitikerInnen die Folgen ihrer Entscheidungen begriffen haben bis hinauf zum Herrn Söder, die sich derzeit mit immer radikaleren Maßnahmen zu überbieten versuchen, das bezweifle ich dagegen in einer Zeit, in der nur noch die Virologen sagen, was wir Anderen zu tun haben - und auch dass die PolitikerInnen begriffen haben, was die sozialen und politischen Folgen von Kriegswirtschaft à la 1914/1918 wären.

Ich denke, hier geht es um etwas Anderes, aber für die Luftfahrtunternehmen trotzdem um etwas sehr Wichtiges - und keineswegs nur um Marketing, das sich im Moment sowieso erledigt hat. Es geht darum, unter den gegebenen Umständen noch so viele Einnahmen zu generieren wie derzeit noch irgend möglich. Um die Chance zu erhöhen, das Kommende der nächsten Monate zu überleben. Um danach dann noch zu existieren und imstande zu sein, den Luftverkehrsmarkt wieder mit aufzubauen und Player am Markt zu sein - so lange, bis man irgendwann in den kommenden Jahren wieder in den Bereich schwarzer Zahlen kommt. Als einer der fünf "Big Player" des europäischen Luftverkehrs hat die Lufthansa da sicherlich bessere Karten als die meisten anderen europäischen Airlines. Und man hat zu seinem Glück noch eine recht umfangreiche Cargo-Sparte und die unter ganz anderen Rahmenbedingungen beschlossene Ausflottung der MD 11 zu seinem Glück erst ansatzweise umgesetzt.


Dieser Beitrag wurde am 20.03.2020 15:09 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 20.03.2020 - 15:23 Uhr
User2ndSEG
User (175 Beiträge)
Sorry, heute muss ich sogar EricM widersprechen, dessen gute Beiträge ich in der Regel immer sehr schätze. - Ich glaube, manche verwechseln hier etwas die Äpfel mit den Birnen:

1. Es wird nicht ZUSÄTZLICHE Speditionsfahrten brauchen, da momentan ja der Grossteil an Luftfracht mangels Belly-Kapazitäten sowieso fehlt. Hier würde man lediglich etwas verlorengegangene Frachträume hinzufügen. Die Volumina bewegen sich mit Sicherheit im kleinen Prozentbereich dessen, was vorher mitgeflogen ist.

2. Hier geht es nur sekundär um Einnahmen. Primär geht es um Versorgungsengpässe mit eiligen Gütern, die jetzt nicht mehr sukzessive mit den Schiffen angeliefert werden. Ich denke v.a. an Schutzausrüstung, Medizintechnik, etc. - Um DAS geht es. Und hier machen die Überlegungen durchaus Sinn. Ausserdem steht viel Post und Sendungen herum. Die können dann gerade auch noch in den Hatracks und auf den Sitzen mitfliegen. Machen die Nachtpost-Flugzeuge in DE seit vielen Jahren erfolgreich. Neulich musste ich - mangels Kapazität im Belly einen ganzen Container Post stehen lassen. Man sieht: die Notwendigkeit ist da.

3. Auch wichtige Ausfuhren (z.B. wieder Medizintechnik etc.) können so gewährleistet werden und die Wirtschaft bleibt wenigstens etwas im Gang.

Aus diesem Grund kann ich nur wiederholen: Sollte die Notwendigkeit für zusätzliche Frachtflüge aufkommen, dann wird sich die Kompetenz einer LH-Group mit Cargo-Knowhow zeigen. Seien Sie alle froh, dass es so ein Kompetenzzentrum Luftfahrt/Logistik in DE wie diese Lufthansa noch gibt.
Beitrag vom 20.03.2020 - 17:59 Uhr
UserEricM
User (2441 Beiträge)
Sorry, heute muss ich sogar EricM widersprechen, dessen gute Beiträge ich in der Regel immer sehr schätze. - Ich glaube, manche verwechseln hier etwas die Äpfel mit den Birnen:

Kein Grund für Entschuldigungen, wir sind ja glaube ich alle hier zum Diskutieren, nicht um nur Zustimmung bekommen :-)

2. Hier geht es nur sekundär um Einnahmen. Primär geht es um Versorgungsengpässe mit eiligen Gütern, die jetzt nicht mehr sukzessive mit den Schiffen angeliefert werden. Ich denke v.a. an Schutzausrüstung, Medizintechnik, etc. - Um DAS geht es. Und hier machen die Überlegungen durchaus Sinn. Ausserdem steht viel Post und Sendungen herum. Die können dann gerade auch noch in den Hatracks und auf den Sitzen mitfliegen. Machen die Nachtpost-Flugzeuge in DE seit vielen Jahren erfolgreich. Neulich musste ich - mangels Kapazität im Belly einen ganzen Container Post stehen lassen. Man sieht: die Notwendigkeit ist da.


Ich hatte mich auf den Satz aus dem Artikel bezogen:
auch Lufthansa will in der Covid-19-Krise kurzfristige Chancen auf Einnahmen im Gütertransport nutzen

Zur Argumentation um die Lösung angeblichen Versorgungsengpässen auf Straße, Schiene und See mittels Luftfracht muss man sagen:
- Wir haben mMn keine Versorgungsengpässe, sondern eine Nachfrage-Explosion, die durch Panikkäufe verursacht wurde.
- Luftfracht kann selbst bei voller Verfügbarkeit aller Kapazität, die wir aktuell nicht haben, nicht mal 0,1% der Tonnage bewegen, die unser Land zur Versorgung benötigt.
Seefracht, Schiene und Straße müssen wieder funktionieren, auch wenn dafür einige nationale bzw. im Falle Bayerns regionale Überreaktionen zurückgenommen werden müssten.

3. Auch wichtige Ausfuhren (z.B. wieder Medizintechnik etc.) können so gewährleistet werden und die Wirtschaft bleibt wenigstens etwas im Gang.

Ja und Einfuhren extrem wichtiger und hoch priorisierter (leichter) Güter. Alles richtig.

Aus diesem Grund kann ich nur wiederholen: Sollte die Notwendigkeit für zusätzliche Frachtflüge aufkommen, dann wird sich die Kompetenz einer LH-Group mit Cargo-Knowhow zeigen. Seien Sie alle froh, dass es so ein Kompetenzzentrum Luftfahrt/Logistik in DE wie diese Lufthansa noch gibt.

Definitiv.
Ich wollte nur anmerken, dass die Luftfracht bei LH und allen anderen Gesellschaften zusammen keine Alternative zur Aufrechterhaltung unserer normalen Logistik auf Straße, Schiene und zu Wasser darstellt, sondern die Masse des Transports nur um einige wenige Express-Zustellungen ergänzen kann.

Ich gönne der LH auch das Geld das sie damit einnimmt.
Aber Herr Spohr sollte vielleicht nicht die Panik einiger Menschen verstärken, indem er öffentlich von "Engpässen im Warenverkehr" fabuliert...


Dieser Beitrag wurde am 20.03.2020 19:15 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 21.03.2020 - 07:20 Uhr
Usercontrail55
User (2073 Beiträge)
Ich gönne der LH auch das Geld das sie damit einnimmt.
Aber Herr Spohr sollte vielleicht nicht die Panik einiger Menschen verstärken, indem er öffentlich von "Engpässen im Warenverkehr" fabuliert...

Aber er fabuliert doch nicht, die Nachfrage ist auf Grund von Engpässen ja da. Das Angebot beruht doch auf Rückmeldungen des Vertriebs.
Ist das mit der Paniknicht etwas weit hergeholt? Da könnte man ja sämtliche Berichterstattung einstellen, heutzutage bekommt immer irgendwer etwas in den falschen Hals, siehe Verzicht Vorstandsvergütung.
Ich finde es gut auch mal etwas Positives zu hören, mal von LH abgesehen, ich schwöre ;-)
Beitrag vom 21.03.2020 - 09:36 Uhr
UserEricM
User (2441 Beiträge)
die Nachfrage ist auf Grund von Engpässen ja da.

Die Ursache-Wirkungsbeziehung sehe ich eher andersrum.
Die gesamtwirtschaftliche Nachfrage ist aufgrund von Meldungen/Gerüchten über zukünftige Engpässe gestiegen.
Das motiviert manche Trottel, Bergeweise Klopapier und Nudeln in Supermärkten zusammenraffen.
Medienberichte über diese Trottel motivieren weitere Trottel, etc.

Und eine Aussage wie in dem Artikel wird von genau dieser Gruppe als Begründung genutzt werden, die nächste halbe Tonne Klopapier zusätzlich im Keller zu bunkern...

Ich wünschte daher, Herr Spohr würde aktuell mit seiner Medienreichweite etwas verantwortungsvoller umgehen...

Dieser Beitrag wurde am 21.03.2020 13:05 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 21.03.2020 - 09:51 Uhr
Usercontrail55
User (2073 Beiträge)
die Nachfrage ist auf Grund von Engpässen ja da.

Die Ursache-Wirkungsbeziehung sehe ich eher andersrum.
Die gesamtwirtschaftliche Nachfrage ist ahgrund von Meldungen/Gerüchten über zukünftige Engpässe gestiegen.
Das motiviert manche Trottel, Bergeweise Klopapier und Nudeln in Supermärkten zusammenraffen.
Medienberichten über diese Trottel motovieren weitere Trottel, etc.

Und eine Aussage wie in dem Artikel wird von genau dieser Gruppe als Begründung genutzt werden, die nächste halbe Tonne Klopapier zusätzlich im Keller zu bunkern...

Ich wünschte daher, Herr Spohr würde aktuell mit seiner Medienreichweite etwas verantwortungsvoller umgehen...
Da ist mein Glas halb voll und sehe das genau anders herum. Da alles getan wird um Engpässe abzustellen und Lieferketten sicher zu stellen braucht es eben keine Hamsterkäufe. Ich wünsche mir in der heutigen Zeit mehr positive Nachrichten und Zuversicht.
Aber das spiegelt die aktuelle Empfindungslage wohl genau so wieder.
Bleiben Sie gesund.
Beitrag vom 21.03.2020 - 12:46 Uhr
UserLP
User (338 Beiträge)
Es wird wohl von allem etwas zutreffen. CS schaut, dass ein paar Maschinen mehr fliegen, dass ein paar Besatzungen mehr ihre Stunden erfliegen, dass er (Ob ein wenig? Oder doch etwas mehr?) hilft, die Lieferketten aufrecht zu erhalten, dass Umsatz generiert wird und das er im entscheidenden Moment beim Staat sicher auch sagen kann: seht, wir helfen nach unseren Möglichkeiten mit, diese Situation zu meistern. In meinen Augen ist da nichts dabei, was man irgendwie kritisieren kann.
Beitrag vom 21.03.2020 - 13:03 Uhr
UserEricM
User (2441 Beiträge)
Aber das spiegelt die aktuelle Empfindungslage wohl genau so wieder.

Das ist wohl wahr

Bleiben Sie gesund.

Danke, gleichfalls.
Beitrag vom 21.03.2020 - 14:22 Uhr
UserChihuahua
User (6 Beiträge)
Sobald der erste Frachterpilot in irgendeinem fernen Land unter prekären sanitären Bedingungen in staatliche Zwangsquarantäne oder gar ins Krankenhaus kommt, wird‘s auf jeden Fall spannend.
Einen richtigen Plan, was man dann macht, um die Leute zurückzuholen, gibt es bisher nämlich offensichtlich nicht.
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