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Beitrag vom 18.09.2020 - 17:10 Uhr
UserFlugbegeisterter
User (62 Beiträge)
Frage an die Netz- und Crewplaner bzw. an das fliegende Personal: Mit wieviel Piloten bzw Kabinenmitglieder rechnen Sie pro A380?

Wenn ich keinen Denkfehler haben, müssten man ein Äquivalent an Personen auf verbleibenden Mustern finden, die sich zB bereit erklären würden zu reduzieren, um „Platz für die Kolleginnen und Kollegen zu machen“.
Und noch eine Frage: mit welchem Kostenaufwand und Ausfallzeiten rechnet man für das Typerating? Diesen Aufwand muss ja auch jemand (wahrscheinlich der Arbeitgeber zahlen).
Beitrag vom 18.09.2020 - 20:16 Uhr
UserVerruecktemongo
User (7 Beiträge)
Hallo Flugbegeisterter,

es wird nicht so sein, dass alle 380 Crews gekündigt werden weil deren Flugzeug rausgeht. Vielmehr wird gesamt betrachtet was der Überhang ist (alle Flugzeugmuster werden reduziert, also gibts auf jeder Flotte in naher Zukunft zu viele). Dieser Überhang muss dann durch freiwillige Teilzeit, frühere Altersabgänge, Tarifkürzungen etc. abgefedert werden und das reicht dann hoffentlich um Kündigungen zu vermeiden.

Ein Typerating dauert etwa 3 Monate, Kosten im mittleren 5-stelligen Bereich. Da momentan aber wie gesagt zu viel Personal und zu wenig Geld da ist, werden die Kollegen erstmal noch 1 Jahr oder so Pause machen...

Viele Grüße vom einzigen Vierstrahler mit Zukunft 😉
Beitrag vom 18.09.2020 - 20:43 Uhr
UserA345
User (720 Beiträge)
Frage an die Netz- und Crewplaner bzw. an das fliegende Personal: Mit wieviel Piloten bzw Kabinenmitglieder rechnen Sie pro A380?

Wenn ich keinen Denkfehler haben, müssten man ein Äquivalent an Personen auf verbleibenden Mustern finden, die sich zB bereit erklären würden zu reduzieren, um „Platz für die Kolleginnen und Kollegen zu machen“.
Und noch eine Frage: mit welchem Kostenaufwand und Ausfallzeiten rechnet man für das Typerating? Diesen Aufwand muss ja auch jemand (wahrscheinlich der Arbeitgeber zahlen).

Produktiv aufgestellte Airlines rechnen mit einem Crewfaktor von irgendwas um vier. Da LH nicht unbedingt produktiv aufgestellt ist, sagen wir mal Crewfaktor 6. Bei 18 CCM in der Kabine also 108 VZ-Stellen/Aircraft. Bei LH fliegen jedoch viele in TZ. Also gehen wir mal von 150 CCM pro A380 aus. LH hat 14 A380. Also reden wir von 2100 Mitarbeitern in der Kabine. Die fliegen aber nicht alle ausschließlich A380, also würde ein Rating/Umschulung entfallen, wenn die jetzt nicht mehr A380 fliegen können.

LH hat aber jeden Menge CCM zu viel, da auch A346 ausgemustert wird und auch die Kurz- und Mittelstreckenflotte arg dezimiert ist. Es geistern Zahlen zwischen 22.000 und 28.000 durch den Raum, was LH zu viel an fliegendem Personal hat.......
Beitrag vom 18.09.2020 - 21:16 Uhr
UserRationalerNutzen..
User (8 Beiträge)
LH hat aber jeden Menge CCM zu viel, da auch A346 ausgemustert wird und auch die Kurz- und Mittelstreckenflotte arg dezimiert ist. Es geistern Zahlen zwischen 22.000 und 28.000 durch den Raum, was LH zu viel an fliegendem Personal hat.......

Bei Lufthansa Passage arbeiten überhaupt nur etwa 27000 Personen beim fliegenden Personal... solange der Laden nicht komplett zugesperrt wird sind die Zahlen "etwas" übertrieben

Dieser Beitrag wurde am 18.09.2020 22:27 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 18.09.2020 - 21:31 Uhr
Usergnarlberg
User (28 Beiträge)
Es geistern Zahlen zwischen 22.000 und 28.000 durch den Raum, was LH zu viel an fliegendem Personal hat.......

an fliegendem Personal? Dann kann man ja 280xA380er still legen , oder aber 600 der 761 Flugzeuge. Liebe Forumskollegen. Informiert euch bitte mal. 138.000 Mitarbeiter hat der Lufthansa Konzern Weltweit, 22.-44.000 sollen gehen. 1/5 bis 1/4 fallen also weg.
Im Cockpit geistern Zahlen rum (Stand Juni 2020) von 600 Piloten und 2200 Kabinenmitarbeitern. Das ist realistisch.

Ein Typerating kostet Typenabhängig zwischen 10.000 und 30.000€. Von einem A380 auf einen A340/330/350 umschulen ist nicht aufwändig. Es wird kein volles Typerating benötigt, sondern lediglich eine Cross Crew Qualifikation CCQ. Der Aufwand liegt hier je nach Zeitplan bei 30-45 Tagen. Bisschen Theorie, ein paar Simulatorstundenm und ein paar Flüge auf der Linie mit Ausbilder. Eine CCQ für einen A380 Piloten beläuft sich eher auf 10.000€ mit allem als 30.000. Die Ausbildung wird ja in-house gemacht mit bereits bezahltem Personal und auf Flügen die sowieso stattfinden. Aber vielleicht weiss jemand mehr ?





Dieser Beitrag wurde am 18.09.2020 21:32 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 18.09.2020 - 21:40 Uhr
Usermikado
User (67 Beiträge)
Der Aufwand liegt hier je nach Zeitplan bei 30-45 Tagen. Bisschen Theorie, ein paar Simulatorstundenm und ein paar Flüge auf der Linie mit Ausbilder. Eine CCQ für einen A380 Piloten beläuft sich eher auf 10.000€ mit allem als 30.000. Die Ausbildung wird ja in-house gemacht mit bereits bezahltem Personal und auf Flügen die sowieso stattfinden. Aber vielleicht weiss jemand mehr ?
Sind Ihre Ausführungen auf einen regulären Voll-Flugplan bezogen oder auf die aktuelle Lage wo so gut wie nichts mehr normal ist?
Das In-House Personal ist für die Firma doch ebenfalls günstiger wenn in Kurzarbeit ausgespult. Simulatorstunden sind doch bestimmt extrem teuer. Na ja, vielleicht zur Zeit nicht ganz so.

Dieser Beitrag wurde am 18.09.2020 21:42 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 19.09.2020 - 09:19 Uhr
UserStockMaster
User (87 Beiträge)
Interessant, dass die LH so eine andere (langfrist) Sicht als Qantas bei der A380 hat.

Vergleich:  https://www.aero.de/news-36776/Qantas-sieht-A380-nach-der-Krise-als-Gewinnbringer.html

Vielleicht sind die LH A380 aber auch nicht abgeschrieben wie es scheinbar bei Qantas der Fall ist. Oder habe ich etwas übersehen?

Schade ist das A380-Aus allemal. Top Flieger aus Passagiersicht.

Dieser Beitrag wurde am 19.09.2020 09:19 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 19.09.2020 - 09:54 Uhr
UserGroße Krügerkl..
User (229 Beiträge)
Naja, das A380, A346 und B744 zurück kommen war und ist bei der Entwicklung unwahrscheinlich.
Auch die A343 wird nicht mehr allzu lange fliegen.

Warum soll die B748 da eigentlich soviel besser sein?

Die meisten Analysten gehen von einer Erholung auf das Level von 2019 in 2023-25 aus.
Wird spannend zu sehen sein was die LH dann fliegt, von wo und mit wem.

Denn vor Corona waren Piloten mangelware.
Was man mit den ganzen Fliegern macht, die der LH auch noch oft gehören, ist die nächste Frage. Man stellt halt sehr junge, teilweise nicht mal 10 Jahre alte Flieger ausser Dienst.
Das tut schon im Herzen weh.
Beitrag vom 19.09.2020 - 10:10 Uhr
UserOlf877
User (1 Beiträge)
Hi zusammen,

ich bin im Bereich Luftfahrt fachlich so gar nicht zu Hause, interessiere mich aber generell als Laie fürs Fliegen. Von daher schaue ich immer mal wieder hier vorbei und lese Spannendes. Somit ist dies auch meiner erster Beitrag :-)

Beim Lesen dieses Artikels ist mir eins ganz und gar unverständlich. Vielleicht kann mir das einer von euch Versierteren etwas erklären.

Wieso zahlt sich das Ausmustern von nicht abgeschriebenen A380 aus, wohingegen die bereits (eher) abgeschriebenen 747-8 rentabel sein können.
Sind die Wartungs- und Betriebskosten bei einer A380 so viel höher? Oder liegt das schlicht an der höhere Kapazität einer A380 die man aktuell schwerer voll bekommt als bei einer kleineren 747-8?

Danke für eure Antworten!

Beitrag vom 19.09.2020 - 10:23 Uhr
Usergnarlberg
User (28 Beiträge)
@Olf877

Der A380 ist übermotorisiert und hat verhältnismäßig große Flügel. Eigentlich war eine größere Version des A380 geplant, bei gleichen Flügeln. Die kam nie.

Der A380 muss voll sein, damit ein Betrieb sich lohnt, da es alte Triebwerke hat die viel verbrauchen. Viele Gebühren richten sich nach dem eingetragenen Maximalen Abfluggewicht MTOW. Landegebühren, ATC überfluggebühren etc. hier fällt eine
A380 in die Kategorie Super Heavy, eine 747-8 ist nur ein Heavy...
eine A380 hat 2 Türpaare mehr als die 747-8, was mindestens 2 crewmember mehr benötigt. Die Liste ist lang...


Dieser Beitrag wurde am 19.09.2020 10:38 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 19.09.2020 - 10:58 Uhr
UserCinrella
User (139 Beiträge)
Soweit auf die Schnelle bekannt, sind weder A380 noch 748 abgeschrieben. Lufthansa hat vor einigen Jahren auf 20 Jahre lineare Afa umgestellt (Davor 12 Jahre). Heißt keiner der Vierstrahler ist abgeschrieben. Kann man alles im Jahresbericht auch nachschlagen.

@Olf877 Die A380 wurde bei Lufthansa vor der B748 eingeflottet
Beitrag vom 19.09.2020 - 11:28 Uhr
Usergordon
User (2652 Beiträge)
Hi zusammen,

ich bin im Bereich Luftfahrt fachlich so gar nicht zu Hause, interessiere mich aber generell als Laie fürs Fliegen. Von daher schaue ich immer mal wieder hier vorbei und lese Spannendes. Somit ist dies auch meiner erster Beitrag :-)

Beim Lesen dieses Artikels ist mir eins ganz und gar unverständlich. Vielleicht kann mir das einer von euch Versierteren etwas erklären.

Wieso zahlt sich das Ausmustern von nicht abgeschriebenen A380 aus, wohingegen die bereits (eher) abgeschriebenen 747-8 rentabel sein können.
Sind die Wartungs- und Betriebskosten bei einer A380 so viel höher? Oder liegt das schlicht an der höhere Kapazität einer A380 die man aktuell schwerer voll bekommt als bei einer kleineren 747-8?

Danke für eure Antworten!

Die richtigen Antworten haben Sie schon selbst gegeben:

Die Wartungs- und Betriebskosten sind bei einer A380 höher! Auch liegt das schlicht an der höhere Kapazität einer A380 die man immer schwerer voll bekommt als bei einer kleineren 747-8!
Beitrag vom 19.09.2020 - 12:06 Uhr
UserTschambolaya
User (25 Beiträge)
Witzig , die alle Spitzbuben, die alles über Aerodynamik besser wissen als alle Ingenieure aus dem Airbus Haus .
Und Peinlich so einen Blödsinn, über Flügelgrösse rauszuhauen, .. bin auch nicht im Windkanal geboren, kann auch ein Flugzeug fliegen, das wars dann allerdings..
Beitrag vom 19.09.2020 - 13:41 Uhr
Usergnarlberg
User (28 Beiträge)
Witzig , die alle Spitzbuben, die alles über Aerodynamik besser wissen als alle Ingenieure aus dem Airbus Haus .
Und Peinlich so einen Blödsinn, über Flügelgrösse rauszuhauen, .. bin auch nicht im Windkanal geboren, kann auch ein Flugzeug fliegen, das wars dann allerdings..


Ich habe keinen Doktor in Aerodynamik, allerdings weiss ich, dass ein 321 kritischer ist als ein 330/380. Vergleicht doch einfach mal die Geschwindigkeiten im Anflug... Da merken wir doch was ? Auftriebsformel ? Da war doch irgendwas mit v^2 ? v^2*A.... Und wenn wir jetzt die Anfluggeschwindigkeiten eines A380 mit dem eines A321 vergleichen, merken wir das ein 321 ganzschön flott unterwegs ist. Wieso?Weil er den gleichen Flügel hat wie ein A318 A319 A320.... Und der A380 war auch als Familie geplant und war die kürzeste Variante in der Vision von Airbus siehe :  https://www.spiegel.de/wirtschaft/airbus-a380-fehleinschaetzung-gigantischen-ausmasses-a-1253257.html

Beitrag vom 19.09.2020 - 15:51 Uhr
UserAfterburner
User (173 Beiträge)
Witzig , die alle Spitzbuben, die alles über Aerodynamik besser wissen als alle Ingenieure aus dem Airbus Haus .
Und Peinlich so einen Blödsinn, über Flügelgrösse rauszuhauen, .. bin auch nicht im Windkanal geboren, kann auch ein Flugzeug fliegen, das wars dann allerdings..

Klar sind die großen Flügel per se für die Aerodynamik gut, aber sie wiegen halt auch ne Menge und das Gewicht muss man erstmal in die Luft wuchten. Es stimmt schon, dass der Flügel für ne noch größere A380-900 ausgelegt war, für die A388 war/ist er dann zu groß/zu schwer. Aus dem gleichen Grund sind auch die kürzesten Varianten der dirversen Modelle Ladenhüter:

A338neo
A358 hat man erst gar nicht fertig entwickelt
A318/A319
B788
B772
B778

etc. pp. Das ist immer das Gleiche.

Die B748 dagegen ist ne Vergrößerung eines alten Typs, an den Tragflächen hat man nur ein Paar raked Wingtips angebracht, da sind leicht, der Flügel damit insgesamt für das Modell ebenfalls.

Weiterer dicker Bonuspunkt: Die 748 hat schon GenX-Triebwerke die sind erstens ne Generation neuer als die RR/EA des A380 und außerdem billig in der Wartung, da ähnliche Triebwerke an den meisten B787 hängen.

Die veralteten Triebwerke haben den A380 mehr oder minder das Genick gebrochen, v.a. da der Verbrauch aufgrund des schwereren Flügels schon höher war. Der Verbrauchs-Vorteil viele Passagiere in einem einzigen großen Flieger zu transportieren war damit passe.

Wingtips konnte man in den 2000er ebenfalls noch keine guten in der benötigten Riesen-Dimension herstellen, die sollten beim A380plus kommen, da man die mittlerweile "drucken" konnte und das Teil trotz der Dimensionen stabil und leicht genug war - aber auch das kam zu spät.
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