Community / / Wer hat Angst vor Emirates & Co?

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Beitrag vom 10.08.2011 - 20:05 Uhr
UserRobR
User (641 Beiträge)
Im Interesse eines funktionierenden europäischen Luftverkehrs ist es sehr wohl notwendig die völlig überzogene Expansion der Golfairlines einzudämmen.
Drei Emirate, die auf Kosten europäischer Autofahrer reich geworden ist, die jeweils mit ca. 1,5 Millionen Einwohner knapp ein Drittel der Einwohnerzahl Singapurs haben, schicken sich an jeweils eine Fluggesellschaft die zwei- bis dreimal so groß ist wie Singapore Airlines zu betreiben.
Das geht alles nur, weil hier das Kapital der Scheichs, bezahlt durch die hiesigen Autofahrer, in Kombination mit völlige Abwesenheit von Arbeitnehmerrechte, Gewerkschaften oder Betriebsräte, fehlende Umweltbedingungen oder demokratische Strukturen -demonstrieren Sie mal für ein Nachtflugverbot in Dubai- Hand in Hand gehen.

Der Vergleich zwischen Emirates, Etihad und Qatar Air einerseits und IndiGo, Kingfisher oder AirAsia andererseits ist völlig schief: India, Malaysia, Thailand und Indonesien haben zusammen über 1,5 Milliarden Einwohner, hier sind große Airlines für den lokalen Verkehr etwas logisches. Bei den Emiraten ist es reines Absaugen von Verkehr auf Kosten anderer...
Beitrag vom 10.08.2011 - 20:42 Uhr
Userredsoxx
User (13 Beiträge)
Aha... sorry, aber... was gibts sonst neues?

Warum leckt der Hund sich seine Klöten? Weil er's kann.
Beitrag vom 10.08.2011 - 20:45 Uhr
Usersaftfrucht
User (1024 Beiträge)
Kann man nur so unterschreiben RobR.

Aber: Einer der Gründe für den Erfolg von Emirates ist unter anderem das ausgezeichnete Indien-Netz.
Keine Frage: Aufgrund der größeren Flugdauer kann eine Lufthansa oder Swiss nicht die masse der indischen Flughäfen anfliegen.
Aber: Jeder indische Geschäftsmann weiß: Die indischen Airlines sind Müll, und deshalb vermeidet er einen Flug mit ihnen. Lieber fliegt er mit Emirates und steigt in Dubai um, als dass er mit einer indischen Müll-Airline nach Mumbai oder Delhi fliegt und dort in einen europäischen Jet umsteigt.
Das ist reiner Pragmatismus.
Deshalb muss Star Alliance unbedingt einen FÄHIGEN(!) indischen Carrier an den Start bringen, wie z.B. Jet Airways und diesem den Ausbau gestatten.
Dass Air India wieder ausgeladen wurde ist gut - mit denen wäre das sowieso nichts geworden.
Beitrag vom 10.08.2011 - 22:53 Uhr
Userflo2323
User (258 Beiträge)
Also wie die Scheichs ihr Geld ausgeben, ist zunächst mal ihre Sache.

Ich als Verbraucher bin heilfroh, dass es Emirates gibt. Seitdem Emirates massiv expandiert, sind Flüge nach Asien für jedermann bezahlbar geworden. 500 Euro von Deutschland nach Malaysia, Thailand oder Singapur und zurück sind keine Seltenheit. Da kann es einem mal so richtig schön egal sein, dass die dt. Piloten bei den Lohnverhandlungen den Hals nicht vollkriegen und ihre Arbeitgeber an die Wand fahren...

Außerdem basiert der Erfolg von Emirates u.a. auch darauf, dass man sehr effizient arbeitet und ALLE Flüge über einen einzigen Flughafen - Dubai - abwickelt. Das ermöglicht eine sehr effiziente Nutzung der Flugzeugflotte.
Beitrag vom 11.08.2011 - 01:03 Uhr
Userbluedanube
User (551 Beiträge)
Drei Emirate, die auf Kosten europäischer Autofahrer reich geworden ist, die jeweils mit ca. 1,5 Millionen Einwohner knapp ein Drittel der Einwohnerzahl Singapurs haben, schicken sich an jeweils eine Fluggesellschaft die zwei- bis dreimal so groß ist wie Singapore Airlines zu betreiben.
Und die 5 Millionen Singapuris brauchen 100+ Großraumflieger?

India, Malaysia, Thailand und Indonesien haben zusammen über 1,5 Milliarden Einwohner, hier sind große Airlines für den lokalen Verkehr etwas logisches. Bei den Emiraten ist es reines Absaugen von Verkehr auf Kosten anderer...
Emirates ist wie SIA eine reine Tranferairline (zu über 80%). Beide Airlines nützen die strategische Lage ihrer Homebase als globalen Gateway in regionale Märkte. Und v.v. Nicht um anderen Airlines Verkehr abzusaugen, sondern weil der rasch wachsende Weltluftverkehr mehr Transitkapazität BRAUCHT. Andernfalls wären Langstreckenflüge längst unbezahlbar.
Beitrag vom 11.08.2011 - 02:15 Uhr
UserFlyingT
User (331 Beiträge)
Es spielt bei der Betrachtung der Emirate und deren Airlines in der Tat keine Rolle, wie sie an ihr Geld gekommen sind.
Um es in RobR's Argumentation zu formulieren: Es zwingt uns keiner "Auto zu fahren", oder Plastik zu nutzen, oder, oder, oder ....
Es ist unsere Gesellschaft, die nach Öl lechzt und die Emirate gehören zu den Staaten, die es haben. So what?

Es ist seitens der Emirate sogar sehr clever und weitsichtig, dass sie versuchen mit ihren Petro-Dollars Strukturen für die Post-Öl-Zeit aufzubauen. Das ist soweit sogar sehr legitim.


Es gibt allerdings zwei wirklich wichtige Aspekte zu betrachten, die die Konkurrenz der Golf-Airlines zu den europäischen (und teils auch anderer "großer" Länder) fragwürdig erscheinen lassen:

- Der Komplex Rechte, Menschenrechte, Arbeitsbedingungen, Umgang mit Menschen
Kurz angerissen, nicht tief ausformuliert, nur aus europäischer, deutscher Sicht: Wir sind Stolz auf unsere Demokratie, auf die Menschenrechte und die Arbeitnehmervertretungen (auch wenn sie ab und an Ärgernis sein können ;) ). Wir haben in der EU weitestgehend einen Binnenmarkt wie ein Binnenrechtssystem geschaffen, welches für halbwegs harmonisierte Rechtsnormen sorgt.
Vorgeblich sind uns all diese Errungenschaften etwas wert und wir vertreten sie in der Außenpolitik - zumindest solange, bis "übergeordnete" wirtschaftliche Interessen dagegen sprechen (z.B. China).
Die Emirate sind zum einen islamischer Religion und ich meine, dass teils andere Rechtsnormen gültig sind. Das ist gut so, das ist ihr gutes Recht - aufoktruierte Normen bringen selten etwas, wenn lokale Begebenheiten ignoriert werden.
Dennoch ist die Rechtssituation in den Emiraten nicht gerade arbeitnehmerfreundlich, Ausländer werden nur geduldet, solange sie einen Job haben, stehen fast komplett ohne Rechte dar, Demokratie und Menschenrechte spielen überhaupt keine Rolle. Es gibt auch keine wirklich Möglichkeit für ausländische Unternehmen in die Strukturen der nationalen Wirtschaften einzukaufen und derart auch keine Chance für externe Regierungen Druck aufzubauen, für ausländische Investoren Einfluss zu nehmen, sich strategisch einzunisten. Es ist ein abgeschotteter Markt, der fix in der Hand der lokalen "Eliten" ist und bleibt. Diese "Eliten" rekrutieren sich aus dem Umfeld der aristokratischen Herrscher, ohne wirklich rechtliche Einflussmöglichkeit,geschweige denn Gleichstellung für Externe.


- zweiter wichtiger Punkt:
Offener Handel ist schön und gut, gerade Deutschland als (Ex-)Exportweltmeister profitiert sehr stark von freien Märkten. Das ist richtig.
Dies ist auch der Punkt, der eine Argumentation gegen freie Flugrechte etwas schwer macht - denn: Auf der einen Seite von offenen Märkten zu profitieren und auf der anderen Seite eine Abschottung aufrecht zu erhalten klingt logisch wie ein Widerspruch (welcher in Teilen auch ist).
Eine Regierung, ein Staatenverband, ein Interessensverband hat mehrere Aspekte im Auge zu behalten: Das ist die eigene Rechtssituation mit einhergehender Philosophie, Ethik, Tradition und Historie. Es ist die eigene Wirtschaft aber auch die eigene Bevölkerung mit ihren Verbraucherinteressen. Es ist aber auch die Aufrechterhaltung eigener Strukturen, Wettbewerbsfähigkeit (seitens der Rahmenbedingungen) und die interne Funktionalität.

An dieser Stelle habe diverse Abwägungen vorgenommen zu werden, die teilweise sehr widersprüchlich sind und von verschiedensten Einflüssen gelenkt (ua Lobbyisten) und bedingt werden (inner-organisatorische Gegebenheiten und -Rahmenbedingungen).

Es wurde hier schon sehr schön ausgeführt, wie die Golf-Airlines und SIA aufgestellt sind bezüglich des Streckennetzes und des operativen Vorgehens. Dies ist wirtschaftlich und aus deren Sicht sehr sinnvoll und richtig. Dies kommt letztendlich auch unserem lokalen Verbraucher zugute.
Die internationale Luftfahrt ist auf der einen Seite in globaler Markt und auf der anderen Seite eine lokale Infrastruktur-Einrichtung, die nicht markttypischen Ansprüchen ausgesetzt ist. Dies bedingt, dass sich alle Airlines international miteinander messen, lokal aber komplett unterschiedliche Rollen zu erfüllen haben.
Und dies ist der Punkt, an dem (endlich kommt das Wort) Protektionismus ein politisch berechtigte Option darstellt.

Es ist Tatsache, dass die Netzwerk-Carrier ihr Geld überwiegend auf der Langstrecke mit High-Yield verdienen (plus Zusatzleistungen). Das ganze Kurzstrecken- und Feedernetz bringt nicht wirklich etwas ein. Dieses infrastrukturelle Angebot (Kurz- und Mittelstrecke) ist lokalen Entscheidungsträgern (nationale Regierung, Staatenverbund, what ever) mitunter aber sehr wichtig - für die Funktion der eigenen Domäne, des eigenen Landes.
An dieser Stelle haben die Stadtstaaten-Airlines einen strukturellen Vorteil, der in keiner Weise mit Effizienz und Kosteneinsparungen ausgeglichen werden kann. Diese Airlines haben es nicht wirklich nötig, defizitär und lokalpolitisch gewollt ein Kurzstrecken- und Feedernetz zu unterhalten, da sie ja nur einen Airport haben - der dann global bedient und agiert.

Den Netzwerk-Carriern könnte man natürlich entgegen halten: Dann erhöht doch entweder die Preise auf der Kurzstrecke, den Feedern oder lasst das ganze halt bleiben. Sicherlich.
Damit würde ihnen aber ein massiver Teil des Traffics weg fallen, sie könnten auf Grund der massiv sinkenden Zahl an Paxen nicht mehr die Langstrecken anbieten und zudem würden die lokalen Wirtschaftssysteme auf Grund der fehlenden Transportkapazität massiv leiden. Dies ist ein wichtiger Grund, der Regierungen zum Protektionismus treibt. Die gesamte nationale (organisationsweite) Wirtschaft (und auch Bevölkerung) profitiert von der Airliner-internen Quersubventionierung von Langstrecke zu Feeder/Kurzstrecke. Dieser Effekt hält nicht nur die Airline am Leben, sondern trägt maßgeblich zum prosperieren ganzer Regionen, Nationen bei.

Salopp formuliert:
Es ist ein Interessenkampf, der auf verschiedenen Ebenen seitens des Rechts, der Ansprüche, der Philosophien, der Moral, der Wirtschaftlichkeit, etc. ausgetragen wird. Am Ende geht es aber um die Summe der Effekte, wo dann übergeordnete, gesamtwirtschaftliche nationale Befindlichkeiten ausschlaggebend sind.

Man könnte den Emiraten gegenüber zB auch ganz anders gegenüber auftreten:
Ihr dürft fliegen was ihr wollt, solange ihr auch gleichzeitig alles auf nationalen Strecken bedient, was wir für notwendig erachten ODER ihr dürft anfliegen was ihr wollt, was nicht von nationalen/innereuropäischen Carriern als Hub genutzt und gefeedert wird ODER ihr müsst zu jedem Langstreckenflug mindestens 2 oder 3 oder 4 nationale Feeder-Verbindungen (Städte/Flughäfen) in zeitlich attraktiven Rahmen anbieten ODER ihr müsst für jeden Langstreckenflug zwei Retourns zu attraktiven Zeiten (für den Kunden) zwischen zwei Metropolregionen inländisch anbieten ODER ....
.... sollte es notwendig sein, dass hierfür Maschinen inländisch stationiert werden, so hat die hier inländische arbeitende/agierende Crew nationalem Arbeitsrecht zu unterliegen.
Wäre dies dann für die Airlines aus den Emiraten immer noch interessant?
Es ist halt schon relativ einfach aus seinem "Single-Airport-Land" heraus die ganzen nationalen Hubs anzufliegen, nach hause zu transportieren, neu durch zu mischen und wieder Hubs anzufliegen. Gleichzeitig wird vom lokalen Tarifmix und Preiskampf profitiert (die anderen "Feedern" unfreiwillig für kleines Geld und man selber hält sich aus dieser Kostenintensive Sache heraus).

Es ist ein strukturelles Ungleichgewicht der operativen Gegebenheiten, welches diverse Regierungen zum Protektionismus treibt.


Es ist eine Wahl zwischen zwei Kröten:
Einschränkung des freien Marktes bei einhergehender Erhaltung lokaler Transportstrukturen oder die Freiheit der Konsumentenrechte, der besten Preise für die Kunden auf der Langstrecke bei Vernichtung des Kurzstreckenmarktes mit all seinen Folgen (sehr drastisch formuliert).

Dieser Beitrag wurde am 11.08.2011 02:19 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 11.08.2011 - 10:18 Uhr
UserInside Man
Moderator
Mein Gott, FlyingT der Beitrag war echt zu lang zum lesen.
RobR hat sich selbst durch den Vergleich mit SIA disqualifiziert.
Ansonsten kann ich resoxx nur zustimmen, auch wenn ich es anders formulieren würde ;-)

P.S. Dubai's BSP hat nur ca 2% Anteil durch Öl. Nicht jeder Sheich hat Erdöl ;-)
P.P.S. bevor das auch wieder aufkommt, Emirates zahlt sehr wohl für sein Kerosin

Beitrag vom 11.08.2011 - 10:44 Uhr
UserRunway
User (2562 Beiträge)

P.P.S. bevor das auch wieder aufkommt, Emirates zahlt sehr wohl für sein Kerosin

Das wird kein vernünftiger Mensch ernsthaft bezweifeln. Bei Fernflügen schätze ich den Anteil der Kerosinkosten derzeit auf ungefähr 40% der Gesamtkosten. Das das Rohöl am Golf billiger ist als in Rotterdam ist auf Grund der nicht anfallenden Transportkosten und des großen Angebotes vor Ort auch nachvollziehbar.

Beides zusammen kann nach meiner Einschätzung ganz real (ohne jegliche Subvention) einen Preisvorteil beim Kerosin von 15% ausmachen. Das spart bei obiger Annahme 6% auf die Gesamtkosten. Allein mit diesen angenommenen Vorteil lässt sich gut konkurrieren ohne das jemand einen Vorwurf erheben kann.

Wenn dann hinter den Kulissen noch 2 oder 3 Prozentpunkte dazukommen (nicht bewiesen aber allgemein vermutet) steht man gut im Wettbewerb da und für ihre strategisch gute Lage kann man Emirates ja nun beim besten Willen keinen Vorwurf machen. Fairer Wettbewerb ist ein ziemlich ungeklärter Begriff da sich weltweit in vielen Punkten Bedingungen sehr unterschiedlich darstellen. Die Globalsisierung ist die Folge davon bei der Deutschland unterm Strich noch sehr gut abgeschnitten hat. Aber eben nicht auf allen Gebieten.
Beitrag vom 11.08.2011 - 11:16 Uhr
Userfirstclass
Vielflieger
User (24 Beiträge)
Preisvorteile, fairer Wettbewerb!! Eine Airline muss wie andere Firmen dem Wettbewerb entgegen stellen - und das Weltweit. Die Arbeitsplätze am Flughafen werden von Lufthansa an Subunternehmer ausgegliedert und die zahlen absolute Hungerlöhne und der deutsche Steuerzahler kommt dann für die Unterstützung auf. Lufthansa hat sich einfach auf seinen Lorbeeren ausgeruht und jahrelang seine Kunden durch eine hohe Preispolitik zur Kasse gebeten und nichts in sein Produkt und Service investiert. Emirates hat in den vergangenen Jahren immer wieder seine Produkte verbessert und diese zu fairen Preisen angeboten. Des Weiteren sind natürlich die neuen Flieger wesentlich angenehmer für den Kunden und sehr viel effizienter als die alten Jumbos und A340 von Lufthansa. Der Kunde ist durchaus bereit für ein gutes Produkt und Service mehr Geld zu bezahlen und dazu auch noch Nonstop mit LH in viele Zielgebiete fliegen zu können. Hier sollte nicht gejammert werden, sondern man sollte sich endlich mal dem Wettbewerb stellen. Nur tote Fische schwimmen mit dem Strom. Lufthansa hat sich jahrelang auf die Geschäftskunden konzentriert und die Privatleute vernachlässigt. Aber genau hier wird immer mehr Geld für Reisen ausgegeben auch in den vorderen Klassen, da keine Reiserichtlinien vorgegeben sind. Emirates fliegt sehr viele Urlaubsdestinationen an und dort ist an vielen Tagen die Business und First restlos ausgebucht. Des Weiteren finde ich, dass Emirates ein zusätzliches Geschäft durch ihre Politik in Deutschland stimuliert und hier profitiert auch die deutsche Wirtschaft und es werden Arbeitsplätze geschaffen.

Ich als Kunde fliege gerne mit Emirates, weil ich absolut mit dem Produkt, Service und Preisen zufrieden bin. Weiter so.
Beitrag vom 11.08.2011 - 11:51 Uhr
UserBullshark
User (103 Beiträge)
@FLO 2323

"Da kann es einem mal so richtig schön egal sein, dass die dt. Piloten bei den Lohnverhandlungen den Hals nicht vollkriegen und ihre Arbeitgeber an die Wand fahren..."

...also 1.: Die Pilotengehälter machen bei einer großen Airline bestimmt den Kohl nicht fett...
... 2.: Schonmal die Pilotengehälter einer deutschen Airline mit denen von Emirates verglichen??? N Tipp: wohnt man auch daunten ist das Gehalt STEUERFREI.....


PS: Natürlich kann jeder ein ausländisches Produkt besser finden (auch Autos, Fernseher etc.) - aber dann nicht wundern, wenn die sozialen Abgaben nach oben gehen weil immer mehr keinen Job haben...oder man gar selber seinen Job verliert weil man irgendwo doch Zulieferer für was war oder niemand sich mehr mein Produkt leisten kann oder will....
Geiz ist halt geil....

Beitrag vom 11.08.2011 - 18:04 Uhr
User
User ( Beiträge)
@firstclass:
"Die Arbeitsplätze am Flughafen werden von Lufthansa an Subunternehmer ausgegliedert und die zahlen absolute Hungerlöhne und der deutsche Steuerzahler kommt dann für die Unterstützung auf."

Vielleicht wäre es einen Geanken wert, darüber nachzudenken, was denn Airlines zu solchen Einsparungen bringt. Ein wichtiger Faktor ist da sicher der Preisdruck durch andere Airlines. Deswegen finde ich es nicht schlüssig, einerseits bei einer Airline Arbeits-/Gehaltsbedingungen (beim Bodendienst) zu monieren und andererseits eine Airline für die guten Preise zu loben, egal wie diese entstehen (mal abgesehen davon, dass es dort beim gesamten Personal ziemlich ebbe ist mit Arbeitnehmerrechten)... Indem man letztere Airline unterstützt verschärft man die Probleme bei der ersten und trägt so zum Teil selbst zu der Situation bei. Und genau deswegen ist die gesamte Thematik mit Emirates auch nicht so einfach.
Beitrag vom 12.08.2011 - 13:24 Uhr
Usernofly
User (19 Beiträge)
Richtig ist, dass Lufthansa lange Zeit zu wenig in ihr Produkt investiert hat. Emirates hatte mit Personal Entertainment im Sitz auch in Eco lange Zeit einen Vorsprung.
Zusätzlich ist für mich auf Mittel- und Langstrecke als Gelegenheitsflieger mit langen Beinen das Produkt unterhalb von Business uninteressant. Es gibt keine Premium Eco und die Sitze am Notausgang werden an die Statuskunden vergeben.

Emirates sehe ich trotzdem kritisch. Ein Großteil der Preisvorteile kommt durch Sozial- und Steuerdumping zustande.
- Einkünfte in Dubai sind (bisher) steuerfrei. Dadurch können die Unternehmen dort deutlich niedrigere Bruttolöhne zahlen. Für die Angestellten zählt ja nur der Nettolohn.
- Arbeitnehmer haben in Dubau faktisch keine Rechte, Gewerkschaften schon gar nicht. Die Folge: noch niedrigere Löhne, schlechte Arbeitsbedingungen. Das bedeutet auch übermüdete Piloten.
Das hinterlässt bei mir als Passagier kein gutes Gefühl, weil es ein Sicherheitsrisiko ist.

Sollte man als Kunde ein solches Unternehmen unterstützen? Vielleicht auch mal dran denken, wo die ganzen Arbeitsplätze liegen und wo das Geld bleibt. In Deutschland nämlich nicht.

Dieser Beitrag wurde am 12.08.2011 13:24 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 12.08.2011 - 13:49 Uhr
Userfirstclass
Vielflieger
User (24 Beiträge)
aber unbedingt. es ist doch jeden selbst überlassen, wo er arbeitet. die Piloten von Emirates jammern doch nicht mehr als die Piloten von Lufthansa. Und das die Löhne bei Piloten und Crew niedriger sind als bei Lufthansa kann ich mir nicht ganz so vorstellen, sonst würden nicht so viele Bewerbungen aus der ganzen Welt einfliegen. Ein Sicherheitsrisiko sehe ich überhaupt nicht. In Economy Class (Ticket zu EUR 600,00 für einen Returnflug von MUC nach SIN) verdient keine Fluggesellschaft. Business- und First Class Kunden bringen das Geld und hier zählt der Komfort, Ausstattung und natürlich der Preis. Preisvorteile durch Sozial- und Steuerdumping sehe ich auch bei Lufthansa, durch die Abgabe der Dienstleistungen an Subunternehmer. Die bezahlen jämmerlich und der Staat zahlt drauf. Jede Airline sollte sich dem Wettbewerb stellen. Wir reden von 8 Flügen täglich. Bringen diese 8 Flüge von Emirates, Lufthansa ins schwanken? Das wäre ja wirklich eine Katastrophe und ein Armutszeugnis für Lufthansa. Diese sollte endlich mal seine Hausaufgaben machen und besseren Service und Produkte anbieten. Alleine der Unterschied im First und Business Class Produkt spricht wirklich Bände.
Beitrag vom 12.08.2011 - 13:53 Uhr
UserInside Man
Moderator
Das bedeutet auch übermüdete Piloten.

so ein Quatsch. Die Piloten bei EK haben es deutlich besser als bei vielen Konkurrenten
Beitrag vom 12.08.2011 - 13:58 Uhr
Userbluedanube
User (551 Beiträge)
Und genau deswegen ist die gesamte Thematik mit Emirates auch nicht so einfach.
@twelve: Wie wahr. Es kann ja wohl nicht sein, dass ich als Kunde ein schlechtes Gewissen haben muss, wenn ich bei meiner Kaufentscheidung 'fremd' geh.

Flieg ich mit der EK nach Bangkok, 'saugt' mich die Airline dann via DXB von der AUA ab? Zum Schaden der hiesigen Wirtschaft, und des lokalen Arbeitsmarkts?

Tatsache ist, der Europa-Asien Markt wächst rasant. Und da herrscht natürlich ein gewaltiger Wettbewerb. Nicht nur via DXB. Das oft zitierte Beispiel Bangkok: Dorthin gehts ab VIE mit Austrian und EVA direkt, und im Transit via DOH (QR), DXB (EK), IST (TK), CDG (AY), FCO (AZ), ja sogar via DME (SU)......, Selbst konzernintern gibts Wettbewerb: Via ZRH (LX), MUC+FRA (LH).

Emirates wird die AUA keinen einzigen Job kosten, vorausgesetzt sie kriegt ihr Produkt auf die Reihe. So sind ihre Kosten immer noch detrimental. Intern geht nicht mehr viel, mit 38% Gebühren steht sie aber immer noch an der Wand (EK 10%!!). DA ist die lokale (Staats)Wirtschaft gefordert (Austro Control, Flughafen, BMF...), vor allem aber die gesetzgebende Politik. Solange am Standort Wien die Rahmenbedingungen nicht stimmen, werden Standort und Unternehmen weiter darunter leiden. Und langfristig auch der Arbeitsmarkt. Die Probleme sind hausgemacht, Emirates ist nur der Hecht im Karpfenteich, und der hält bekanntlich den Fischbestand gesund.
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