Günstige Langstrecken
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Singapore-Airlines-Tochter Scoot will nach Europa

SINGAPUR - Lowcost auf der Langstrecke wird zunehmend zu einer Alternative zum Angebot der Allianzen. Die Singapore Airlines (SIA) Gruppe, Mitglied der Star Alliance, geht dabei neue Wege. Ihre Günstig-Tochter Scoot soll 2017 auch nach Europa starten, mit den Schwestern Silkair und Tigerair als Zubringer.

Lowcost galt auf langen Strecken zunächst als wenig erfolgversprechend. Keine oder zu teure Zubringer, lange Ruhezeiten der Crews fern ihrer Heimatbasis, hohe Kapitalkosten und kaum Spielraum gegenüber Full-Service-Anbietern verlangen ein hohes Maß an Innovation und Mut zum Risiko.

Entsprechend überschaubar blieb das Angebot. Günstigflüge zwischen Europa und Asien bieten nach dem frühen Rückzug von AirAsia X derzeit lediglich die unabhängige Norwegian und Lufthansas Eurowings an. In Relation zu dem Angebot von wöchentlich über 800.000 Sitzen zwischen Europa und Ostasien liegen die Lowcoster anteilig noch im Promillebereich.

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Scoot Boeing 787 Dreamliner, © The Boeing Company

Im Fokus der SIA-Gruppe stehen in Europa nun zwei Problem-Ziele der Mutter: Nach dem Rückzug der Mainline SIA sei ein Restart nach Athen denkbar, und ein Carrierwechsel nach Barcelona. Die katalanische Hauptstadt diente zuvor als Zwischenstopp auf der inzwischen eingestellten Verbindung von Singapur nach Sao Paulo. Beide Destinationen gelten als preissensitiv und weisen einen hohen Touristikanteil auf.

Ebenso im Visier der Gruppe sind vier Gateways, die von der Mainline derzeit noch nicht bedient werden: Helsinki, Madrid, Stockholm und Wien. Laut einer Marktanalyse von CAPA haben diese Ziele hohes Potenzial für Direktflüge, nur Stockholm und Wien aber lokalen Anschluss in das Netz von Allianzpartnern. Entsprechend stehen beide Ziele auch auf der Agenda der Mutter SIA.

Weitere Themen seien Istanbul und Rom. Zwischen Singapur und Istanbul teilen sich SIA und Turkish derzeit das Geschäft mit gegenseitigen Codeshares. Die Zukunft der Strecke hängt aber von einem geplanten Jont Venture ab. Bei einem Scheitern müsste SIA im Wettbewerb mit Turkish fliegen - mit klaren Vorteilen für die Tochter Scoot. Mit nur zwei SIA-Flügen pro Woche könnte auch Rom ein Ziel für Scoot werden.

Lowcost-Verbund erschließt neue Langstreckenmärkte

Mit einer Flotte von aktuell elf Boeing 787 (fünf B787-8, sechs B787-9) bedient der SIA-Lowcoster ab seinem Heimat-Hub Singapur ein radiales Netz mit 23 mittellangen Strecken nach Nahost, Indien, Thailand, China (inklusive Taiwan), Südkorea und Japan, sowie nach Australien. In Südost-Asien hat Scoot dazu auch Zugriff auf die regionalen Netze ihrer Schwestern Silkair und Tigerair. 

Ähnlich dem Konzept der Emirates Gruppe mit einer zweiten Angebotsebene durch die Günstig-Schwester Flydubai, baut auch die SIA-Gruppe einen preissensiblen Sekundärmarkt außerhalb ihres Allianznetzes auf. Das hat Signalwirkung für die Konkurrenz: nach ersten Gehversuchen im Jahr 2012 plant Tony Fernandes mit seiner AirAsia X bereits die nächste Runde.

Scoots interkontinentales Lowcost-Netz hat dennoch seinen Preis, selbst für die Unterhaltung an Bord. Gegen 11 USD gibt es ScooTV - für mitgebrachte Laptops, Tablets oder Smartphones.

Dazu soll auf den 12 Stunden langen Europaflügen auch nur die kleinere Boeing 787-8 zum Einsatz kommen, dichtbestuhlt mit 330 Sitzen, 35 davon in einer Premium Economy. Noch dichter geht es mit 375 Sitzen in der 787-9 zu. In der Eco-Kabine geht Scoot mit neun statt acht Sitzen pro Reihe an die Grenze des Machbaren, und bei den Passagieren damit wohl auch an die Schmerzgrenze.

Die Premium-Mutter SIA bestückt ihren deutlich größeren Airbus A350-900 mit gerade einmal 253 Sitzen. IFE inklusive.
© aero.at | Abb.: Boeing | 23.07.2016 09:51

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Beitrag vom 24.07.2016 - 10:43 Uhr
B787 mit 9er-Reihe und B777 mit 10er-Reihe ist aber die Regel als die Ausnahme. Eigentlich war B787 anfangs eher als konfortable 8er-Reihe konzipert. Die Airlines haben aber als Folge des Ölpreisanstiegs noch während der Entwicklung mehrheitlich auf 9 umgestellt.

Auch einige noch schmalere A330 sind im Asien als 9er unterwegs. Für schmächtige Asiaten gerade noch tragbar, für beleibte Europäer eher eine Qual. Aber gerade in Einkommens schwachen Regionen Asiens ist der Preisvorteil sehr viel wichtiger als Komfort.

Was den Sitzabstand betrifft muß man doch klar wissen das der günstige Preis teilweise auf einer engen Bestuhlung beruht. Es besteht meist eine Möglichkeit sich auch konfortabler gegen Mehrpreis transportieren zu lassen. Als halbwegs formtreuer Europäer habe ich auch bei B777 mit 10er-Reihe keine wirklichen Probleme. Gerädert ist man nach 10-12 Std. in Eco sowieso.
Beitrag vom 24.07.2016 - 09:55 Uhr
Ich kann Jasonbourne nur zustimmen. Ich war auch schon mit der 787 von Qatar in der Eco unterwegs, nie wieder. Enger kann es kaum zugehen, weder in der Sitzbreite noch im Sitzabstand. Eine 787 werde ich in Zukunft immer meiden, da ist die A330 oder B777 echter Luxus dagegen..
Beitrag vom 24.07.2016 - 03:25 Uhr
"In der Eco-Kabine geht Scoot mit neun statt acht Sitzen pro Reihe an die Grenze des Machbaren, und bei den Passagieren damit wohl auch an die Schmerzgrenze."

Dem Redaktuer ist aber wohl bewusst, dass es weltweit nur eine Fluglinie mit einigen frühen 787-8 gibt, die nur 8 Sitze nebeneinander in der Economy anbietet. Alle andere Airlines quetschen 9 rein.

Scoop mag zwar ein Low-Cost-Carrier sein aber bei der 787 geht es nun mal eng zu.

War gerade mit Scoot unterwegs, hatte mir aber das Upgrade gegoennt.
Das Produkt Scoot Biz ist jedenfalls keine Business Class, bestenfalls eine premium Eco.

Hinten in die 789 quetschen die schon brutal viel rein, das ist schon grenzwertig.
Bei der 788 von Oman Air sass ich am Notausgang, das war ok.

Die 787 ist fuer mich in der Konfiguration eines der unbequemsten FLugzeuge ueberhaupt,die Sitzbreite ist extrem eng,der Sitzabstand ist ebenso gering.
Ich vermeide die B787 daher weiterstgehend und schaue das ich jemanden finde der mit einer A330 in der 2-4-2 konfig fliegt, oder eine B777 mit 3-3-3, da ist die Sitzbreite nicht ganz so eng.


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