Krisenvereinbarung mit Gewerkschaften
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Air Berlin: Partner Tuifly hat keinen einzigen Flug durchgeführt

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Air Berlin Airbus A320, © Air Berlin

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BERLIN - Tuifly hat für den Partner Air Berlin nach dessen Angaben am Donnerstag keinen einzigen Flug durchgeführt. Täglich wickele Tuifly eigentlich 90 Flüge ab, sagte Air-Berlin-Sprecher Uwe Kattwinkel der Deutschen Presse-Agentur. Mit Hilfe anderer Crews habe Air Berlin 30 dieser 90 Flüge anbieten können. 60 Flüge seien ausgefallen.

Kattwinkel sprach von einer "schwierigen, dramatischen Situation vor allem für unsere Fluggäste". Ein Drittel der Tui-Flotte fliegt samt Besatzung für Air Berlin.

Krisenvereinbarung mit Gewerkschaften

Wegen der massiven Flugplanprobleme haben die Gewerkschaften Vereinigung Cockpit und Verdi eine Krisenvereinbarung mit Air Berlin getroffen. Gemeinsam rufen sie Piloten, Flugbegleiter und Bodenbeschäftigte zu freiwilligen Einsätzen bis einschließlich Sonntag auf, wie die VC am Donnerstag in Frankfurt berichtete.

Ziel sei es, den Flugbetrieb zu stabilisieren und die Einschränkungen für die Fluggäste so gering wie möglich zu halten.

Air Berlin leidet insbesondere unter den zahlreichen Flugstreichungen bei ihrem Dienstleister Tuifly. Hier haben sich in den vergangenen Tagen zahlreiche Crew-Mitglieder krank gemeldet, so dass etliche Flüge ausfallen mussten.
© dpa-AFX | 06.10.2016 14:53

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Beitrag vom 09.10.2016 - 15:50 Uhr
Wow, da finden am Sonntagnachmittag ja richtig gute Gespräche statt!

Die Aufzählungen sind im Grunde schon komplett. Das Problem erscheint mir, in einem sehr beweglichen Umfeld, das Leben an sich, eine feste Konstante zu bilden. Das wird nicht klappen. Sobald jemand für sich (alle hier Beteiligten) auch nur einen kleinen Vorteil wittert und diesen für sich reklamiert kommt das ganze Gebilde ins Wanken. Und jenachdem auf welcher Seite des Zauns ich mich nun befinde, finde ich das gut oder schlecht. Das ist die Kehrseite dieser Medallie.
Die gute Seite daran ist, das ist Fortschritt. Wir würden wohl alle noch als Amöben durchs All wabbern, wenn nicht irgendwann jemand die Lücke besetzt hätte, die ein anderer gelassen hat. Das klingt zwar ziemlich abstrakt, aber im Grunde läuft es darauf hinaus.

Wir haben hier zwar eine geballte Aviation Kompetenz, aber die Luftfahrt kann sich von diesem Mechanismus nicht frei machen. Auch wenn man es manchmal wünscht.

Im Moment erleben wir einen sehr schnellen Wechsel der Generationen zwischen den "das haben wir schon immer so gemacht" und den "geile Sache, lass uns das doch mal machen" Das verlangt von allen Beteiligten eine hohe Flexibilität und Bereitschaft sich zu bewegen. Das ist nicht einfach. Wer sich hier nicht mitbewegt, der wird an den Rand gedrückt. Wenn genug am Rand stehen wehren sie sich und drängen in die Mitte. Daruch rücken andere an den Rand usw. usw.

Nhemen sie als Beispiel den Umweltschutz, da kann man das gut beobachten. Erst drückte die Wirtschaft die Ökos an den Rand, heute ist es machmal andersherum. Das Gleiche pssiert überall, auch in der Luftfahrt. Die elitären Luftfahrt Dinosauren hatten die Macht, Newcomer kaum eine Chance. Bis auf den einen, der die Lücke gesehen hat. Heute ist es anders herum. Das bedeutet, entweder mitbewegen oder an den Rand damit.

Das gilt auch für die Kunden. Immer aus auf den besten Deal. Bis die Firmen Pleite sind, weniger Wettbewerb und die Preise steigen. Aber hey, es war doch ein geiler Ritt. Bis man vielleicht selbst dran ist.

Klar, zu jedem Thema welches uns gerade bewegt gibt es viele Meinungen und jeder hat ein bisschen Recht. Jetzt und in diesem Moment. Ein paar Momente kann die Situation schon ganz anders sein. Ich vertraue da auf das System, ich muss nur beweglich bleiben. Ja, fällt mir auch nicht immer leicht, aber es wartet ja keiner auf mich.

Ryan wird Probleme bekommen, weil die Behörden Druck machen, die Kunden wollen eher zentrale Flughäfen; ME3 wird Probleme bekommen, mit günstigen P2P Verbindungen will keiner mehr Umsteigen; LH, BA, AF haben Probleme weil ihr Segment zu klein ist aber sie nutzen die Lücken, weitere werden gehen, andere werden kommen.

Die Kunst des Überlebens ist genug Weitblick zu haben um sich zu positionieren. Das gilt für alle, auch für die AN. Wenn ich da auf das falsche Pferd setze muss ich die Konsequenzen tragen.

So, das war das Wort zum Sonntag.

Dieser Beitrag wurde am 09.10.2016 15:53 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 09.10.2016 - 15:09 Uhr
Im Berliner "Tagesspiegel" ist heute ein hochinteressanter Artikel zu dieser Thematik erschienen. Leider noch nicht online zu finden.
Beitrag vom 09.10.2016 - 14:44 Uhr
Sie haben gefragt, ich habe geantwortet.

Es wäre doch auch etwas naiv zu glauben, das es bei so einer "verfahrenen Kiste" , wie das die (welt-)wirtschaftliche Entwicklung ohne Zweifel ist, nur eine(n) Verantwortlichen gäbe. Das Thema ist schon ziemlich komplex.

"Ich würde Ihre Aufzählung noch um die Arbeitnehmer ergänzen, denn, um bei Ihrem Beispiel FR zu bleiben, über 4000 Piloten und 8000 Flugbegleiter haben durch "das Fluten eines völlig gesättigten Markt mit immer mehr Verbindungen/Flugzeugen" einen Job gefunden."

Gegenfrage: und wieviele haben oder werden dadurch ihren Job verlieren?

Weiß ich leider nicht, aber es wird sicherlich einige geben.

Was ich aber sicher weiß ist, dass es heute mehr Piloten und Flugbegleiter in Europa oder im Mittleren Osten gibt als vor zehn oder zwanzig Jahren.

Mir ging es nur darum, dass nicht der Eindruck erweckt wird, dass Wachstum auf dem Rücken der Arbeitnehmer ausgetragen wird. Gerade im Luftverkehr gab und gibt es bei den Arbeitnehmern sicher weitaus mehr Profiteure als Geschädigte.

Dieser Beitrag wurde am 09.10.2016 14:44 Uhr bearbeitet.


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