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Air France-KLM plant mehr Langstreckenflüge

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Air France Boeing 787-9, © Air France-KLM

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PARIS - Die Fluggesellschaft Air France-KLM hat die Folgen der Terroranschläge in Frankreich dank guter Geschäfte in den Niederlanden 2016 weggesteckt. Trotz eines Gewinneinbruchs bei Air France legte der Profit im laufenden Geschäft dadurch konzernweit um gut ein Drittel auf 1,05 Milliarden Euro zu.

Zwei teure Streiks in Frankreich und der Buchungsrückgang nach den Terroranschlägen von Paris und Nizza machte Air France-KLM dabei mehr als wett. Konzernchef Jean-Marc Janaillac will im laufenden Jahr das Flugangebot ausweiten, um vor allem im lukrativen Langstrecken-Geschäft wieder an Boden zu gewinnen, wie er am Donnerstag in Paris ankündigte.

An der Börse kamen die Nachrichten gut an. Bis zum späten Vormittag gewannen die Aktien von Air France-KLM 8,5 Prozent an Wert und erreichten den höchsten Stand seit Juli vergangenen Jahres.

Mit dem operativen Gewinn übertraf die seit Jahren gebeutelte Fluggesellschaft die Erwartungen von Analysten. Ein Bericht des Radiosenders BFM, demzufolge Air France-KLM eine Kapitalerhöhung von 600 bis 800 Millionen Euro benötigen soll, schien den Aktienkurs zunächst nicht zu bremsen. Das Unternehmen wollte den Bericht nicht kommentieren.

Im vergangenen Jahr lief es für die einzelnen Teile der Lufthansa-Rivalin höchst gegensätzlich. Die französische Sparte Air France musste nach Terrorattacken mit vielen Toten und Verletzten mit einem Nachfrage-Rückgang für Reisen nach Frankreich zurechtkommen. Hinzu kamen heftige Streiks: Erst legten die Piloten zu Beginn der Fußball-Europameisterschaft die Arbeit nieder, später traten die Flugbegleiter für eine Woche in den Ausstand. Zusammen kosteten die Streiks den Konzern rund 130 Millionen Euro.

In der Folge brach der operative Gewinn bei Air France 2016 um mehr als die Hälfte ein. Bei der kleineren Sparte KLM sprang er hingegen um 80 Prozent nach oben - auch weil die niederländische Airline ihre Kosten deutlich stärker gesenkt hatte als die Kollegen aus Frankreich. Der Umsatz ging konzernweit um gut drei Prozent auf 24,8 Milliarden Euro zurück.

Unter dem Strich verdiente Air France-KLM mit 792 Millionen Euro dennoch fast acht Mal so viel wie im Vorjahr. Dazu trug neben gesunkenen Treibstoffkosten auch der Verkauf von Anteilen an der Cateringtochter Servair und dem Datendienstleister Amadeus bei.

Im laufenden Jahr will Konzernchef Janaillac trotz hoher Unsicherheiten in Politik und Wirtschaft das Flugangebot um 3,5 Prozent ausbauen. Dabei setzt das Management vor allem auf Ziele auf der Lang- und Mittelstrecke. Janaillac arbeitet zudem am Aufbau einer neuen Tochter namens Boost. Die Gesellschaft soll mit geringeren Betriebskosten Lang- und Kurzstreckenflüge vom Pariser Flughafen Charles de Gaulle aus anbieten.

Weniger Gewicht auf Billigflüge

Den Ausbau der bestehenden Billigtochter Transavia stellt Janaillac unterdessen weniger in den Mittelpunkt seiner Strategie. Der Manager hatte die Konzernführung 2016 von Alexandre de Juniac übernommen.

Der Ausbau von Transavia unter seiner Führung hatte zu heftigen Auseinandersetzungen mit den Gewerkschaften geführt. Erst am Montag kündigte Transavia an, ihre kurz zuvor gegründete Basis in München wieder zu schließen und von dort künftig nur noch Flüge in die Niederlande anzubieten.

Air France-KLM macht wie der Lufthansa die Konkurrenz von Billigfliegern schwer zu schaffen. Piloten und Flugbegleiter verdienen bei Billigheimern wie Ryanair und Easyjet deutlich weniger als bei den einstigen Staatsfluglinien. Auch deshalb können sie Flugtickets billiger anbieten und trotzdem hohe Gewinne erzielen.

Die Chefs von Lufthansa und Air France-KLM beißen bei den Gehaltsverhandlungen mit ihren Piloten regelmäßig auf Granit. Die Lufthansa setzt bei ihrem Geschäftswachstum daher auf ihre Billigtochter Eurowings, Air France-KLM auf Transavia. Dort verdienen die Besatzungen ebenfalls deutlich weniger als bei den Muttergesellschaften.
© dpa-AFX | Abb.: Air France-KLM | 16.02.2017 07:44


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