Tiger-Absturz
Älter als 7 Tage

IGTH: Piloten in Mali zu wenig trainiert

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Tiger bei der Bundeswehr, © Airbus Helicopters

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BERLIN - Nach dem Tod zweier Bundeswehrsoldaten beim Absturz eines Tiger-Kampfhubschraubers in Mali kritisiert die IGTH den Einsatz in dem afrikanischen Krisenland.

Die deutschen Kampf-Hubschrauber seien nicht ausreichend für den Einsatz in dem Gebiet getestet und den Piloten fehle die vorgeschriebene Routine, sagte der Vorsitzende der Interessengemeinschaft des fliegenden und luftfahrzeugtechnischen Personals der Transport- und Hubschrauberverbände der Bundeswehr (IGTH) Reinhard Schlepphorst der "Bild"-Zeitung (Freitag).

"Unsere Tiger-Piloten haben nicht genug Erfahrung auf den vor Ort eingesetzten Maschinen, um in Grenzsituationen die Hubschrauber vollumfänglich beherrschen zu können", sagte er.

Der Kampfhubschrauber war am Mittwoch bei einem Einsatzflug 70 Kilometer nördlich von Gao abgestürzt und sofort ausgebrannt. Die zweiköpfige Besatzung - ein Pilot und ein Schütze - kam ums Leben. Es sind die ersten Todesfälle von Bundeswehrsoldaten im Auslandseinsatz seit 2015.

Hinweise auf einen Abschuss gab es zunächst nicht. Der UN-Mission vor Orte zufolge deuten Erkenntnisse auf technisches Versagen hin.

Schlepphorst sagte, nach Nato-Vorgaben müssten Piloten im Jahr vor einem Einsatz 140 Flugstunden auf den Maschinen absolvieren, die sie im Einsatz fliegen. Diese Flugstunden erreiche keiner der Tiger-Piloten auch nur annähernd.

Die Bundeswehr wies die Kritik zurück. "Wir schicken keine unerfahrenen Piloten in den Einsatz", sagte ein Sprecher. Nach Informationen des Blattes ist einer der verunglückten Piloten den Kampfhubschrauber bereits im Afghanistan-Einsatz geflogen.

Experten sollen die Ursache des Absturzes ermitteln. Ein Team von Fachleuten sollte nach Angaben der Bundeswehr noch am Donnerstagabend in der Stadt Gao landen, um unter anderem den Flugschreiber auszuwerten. Politiker von Koalition und Opposition forderten eine rasche und vollständige Aufklärung des Vorfalls.

Der Einsatz in Mali gilt seit längerem als der aktuell gefährlichste der Truppe. Der Norden des westafrikanischen Landes war 2012 vorübergehend in die Hände islamistischer Extremisten und anderer Rebellengruppen gefallen. Gruppierungen wie Al-Kaida terrorisieren den Norden schon lange. An der dortigen UN-Mission Minusma beteiligen sich derzeit 875 Bundeswehr-Soldaten.

Der verteidigungspolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Rainer Arnold, sagte der "Nordwest"-Zeitung, nach allen bisherigen Informationen sehe es nach einem tragischen Unfall wegen eines technischen Defekts aus. "Die Frage ist, ob es ein einzelner technischer Fehler war oder es ein strukturelles Problem gibt, das womöglich die gesamte Flotte der Tiger-Hubschrauber betrifft."

Arnold sagte, der Einsatz in Mali unter extremen Bedingungen sei auf Dauer nicht zu leisten. "Das wäre nicht verantwortbar. Da werden Einsatzkräfte und das Gerät wie die Hubschrauber in einer außergewöhnlichen Art und Weise beansprucht." Er gehe davon aus, dass nach einem Jahr im Frühjahr am Ende des Mandats andere Partner die Hubschrauber-Mission übernehmen.
© dpa-AFX | 28.07.2017 07:14

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Beitrag vom 28.07.2017 - 20:06 Uhr
Unter Normalbedingungen stört es keinen, dass Piloten wenig Erfahrungen auf ihren Kampfhubschraubern haben. Für die Scheinerhaltung werden auch Stunden auf den billigeren zivilen Hubschraubern geflogen!
Nur bei Abstürzen oder Notlandungen hat die IGTH die Öffentlichkeit, um auf diese Missstände hinzuweisen.
Die IGTH dürfte in ihrer Aussage sicher keine Schuldzuweisung sehen. Eine fehlerhafte Ursachenforschung trifft doch das fliegende Personal.
Beitrag vom 28.07.2017 - 19:31 Uhr
Eine etwas "grenzwertige " Behauptung der IGTH, die darauf hinausgeht den Piloten die Schuld am Absturz zu geben bevor die Untersuchungen abgeschlossen sind. Und dies noch dazu von der Interessengemeinschaft der (Hubschrauber-) Piloten!


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