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Al-Baker: Qatar Airways profitiert von Blockade

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Qatar Airways Boeing 747-8F, © Boeing

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DOHA – Qatar Airways denkt laut darüber nach, noch mehr Boeing 747-8F Vollfrachter zu bestellen. Der globale Luftfrachtmarkt erholt sich und die Airline hat einen Weg gefunden, aus dem Boykott gegen ihr Heimatland Profit zu schlagen.

Die Jumbos, deren Front zum Verladen großer Fracht aufgeklappt werden kann, würden der Airline mit Sitz in Doha dabei helfen, ihr ehrgeiziges Ziel zu erreichen: das größte Luftfrachtunternehmen der Welt zu werden. Das teilte Airlinechef Akbar Al-Baker in Seattle mit, als er den ersten der zwei 747-8 Frachter für Qatar Airways abgenommen hat.

Boeing hat dafür gekämpft, weitere Aufträge für seine Jumbos zu akquirieren, um das Überleben seines ikonenhaften Flugzeugs im kommenden Jahrzehnt zu sichern. Der Flugzeugbauer hatte Ende August 20 offene Bestellungen für die 747, inklusive der beiden für Qatar Airways.

Das entspricht einer gesicherten Produktion für die kommenden drei Jahre. Derzeit produziert Boeing mit nur sechs Jumbos pro Jahr auf sehr kleiner Flamme.

Die Luftfrachtsparte von Qatar Airways floriert nach einer langen Durststrecke für die weltweite Luftracht. Laut der Handelsgruppe Internationale Vereinigung für Luftfracht ist der Warentransport durch die Branche im Juli 2017 um elf Prozent gestiegen.

Das Flugembargo, das Katars Nachbarländer gegen den Golfstaat verhängt haben, hat der Airline laut Al Baker letztendlich genutzt. Die Airline verdient nun mit der Lieferung von frischen Lebensmitteln, medizinischem Gerät und anderen Waren. 

Die Menge der Luftlieferungen ist demnach seit 2016 um 160 Prozent gestiegen. Vier arabische Staaten haben diplomatische und infrastrukturelle Verbindungen mit Katar abgebrochen - als Strafe für die mutmaßliche Unterstützung Katars für islamistische Terroristen. Der Golfstaat bestreitet den Vorwurf.

Qatar hält an allen Aufträgen fest

"Ich freue mich, Ihnen mitzuteilen, dass die Blockade genau das Gegenteil dessen bewirkt hat, was sie sollte", sagte Al-Baker. "Unsere Gegner dachten, sie könnten uns auf die Knie zwingen und uns zur Aufgabe bewegen. Das ist nicht passiert."

Al-Baker erteilte der Annahme eine Absage, die Airline könnte Flugzeugbestellungen wegen der Blockade oder des gebremsten Wachstums des Flugreisemarkts in der Region verschieben.

"Wir denken nicht über Verschiebungen nach, denn nicht alle Neubestellungen sind dazu bestimmt, die Flotte zu erweitern", sagte Al Baker, "sie sollen auch alte Flugzeuge der Flotte ersetzen."

Die Airline plant, alle 110 Boeing 777X termingerecht zu übernehmen, die sie bestellt hat. Außerdem hat sie ihre Bestellung von 44 Boeing 777-300ER um vier Flugzeuge erweitert. Diesen Deal hatte Boeing bereits bekanntgegeben, ohne den Käufer zu nennen.

Gemeinsam mit den zwei Jumbos sind die bestellten Flugzeuge 2,16 Milliarden US-Dollar wert. ohne Abzug von Rabatten. Qatar Airways hat sich außerdem dazu entschieden, alle Airbus A350 abzunehmen, die sie bestellte. Sie revidiert damit ihre Absicht, vier Bestellungen zu stornieren.

Im anhaltenden Wortgefecht mit US-Airlines über den Eintritt der Golf-Airline in den US-Flugmarkt ermahnte Al-Baker seine Rivalen "den Mund zu halten und sich um ihre eigenen Angelegenheiten zu kümmern".
© Bloomberg | aero.de (boa) | Abb.: Boeing | 28.09.2017 08:17

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Beitrag vom 28.09.2017 - 11:24 Uhr
Hier wird fälschlicherweise behauptet die beiden 747-8F tragen dazu bei die Jumbo Produktion noch länger zu sichern. Fakt ist aber diese beiden Flugzeuge hatte Boeing schon lange als whitetails rumstehen
Beitrag vom 28.09.2017 - 09:14 Uhr
@aero: 2,16 Mrd. für 156 Großraumflugzeuge? Vielleicht 21,6 Mrd? Wäre sonst sehr günstig ein WB für nicht einmal 14 Mio.

Die 2,16 Mrd. beziehen sich auf die beiden 747 und die vier zusätzlichen 777.

Sie sind mir ein paar Sekunden zuvor gekommen wollte das selbe schreiben.
Den 21,6 Milliarden bei 156 Flugzeugen vom Typ 777 X und 787-9 ohne Abzug von Rabatten würden ca. 138,4 Millionen Dollar entsprechen.
Das entspricht nicht den Listenpreisen vor Abzug.
Beitrag vom 28.09.2017 - 09:02 Uhr
@aero: 2,16 Mrd. für 156 Großraumflugzeuge? Vielleicht 21,6 Mrd? Wäre sonst sehr günstig ein WB für nicht einmal 14 Mio.

Die 2,16 Mrd. beziehen sich auf die beiden 747 und die vier zusätzlichen 777.


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