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Frankfurt trägt zu europäischem Luftfahrt-Boom nichts bei

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British Airways Boeing 777-300ER, © Ingo Lang

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FRANKFURT - Zum Boom des europäischen Luftverkehrs im vergangenen Jahr hat der Frankfurter Flughafen nichts beigetragen.

Gemeinsam mit Brüssel gehörte Rhein-Main zu den beiden einzigen Großflughäfen, die kein Passagierwachstum vorweisen konnten, wie die Statistikbehörde Eurostat am Mittwoch mitteilte.

Mit rund einer Milliarde Passagieren hat der Flugverkehr in der Europäischen Union 2016 ein Rekordniveau erreicht. Am stärksten war der Passagierzuwachs in Bulgarien (22,5 Prozent), Rumänien (20,5 Prozent) und auf Zypern (18,1 Prozent) EU-weit legte die Zahl der Fluggäste um 5,9 Prozent zu.

Die meisten Passagiere gab es insgesamt in Großbritannien (249 Millionen), gefolgt von Deutschland (201 Millionen) und Spanien (194 Millionen). Mit Ausnahme von Frankfurt am Main (-0,4 Prozent) und Brüssel (-6,4 Prozent) nahm die Abfertigung an allen der 30 verkehrsreichsten Flughäfen zu. Brüssel litt in dem Jahr unter den Folgen mehrerer Terroranschläge.

London-Heathrow behauptete mit rund 75,7 Millionen Passagieren seine Position als größtes europäisches Reise-Drehkreuz vor dem Pariser Flughafen Charles de Gaulle (65,8 Millionen) und Schiphol in Amsterdam (63,6 Millionen). Die größten deutschen Flughäfen waren Frankfurt (60,7 Millionen Passagiere) und München (42,2 Millionen).

Die negative Entwicklung am Frankfurter Flughafen sei unter anderem auf das hohe Wachstum von Billigflug-Angeboten in Europa zurückzuführen, die an konkurrierenden Flughäfen stärker vertreten gewesen seien, sagte ein Sprecher des Betreibers Fraport.

Als Konsequenz habe sich der Flughafen Frankfurt mehr für entsprechende Angebote geöffnet. Für 2017 werde ein Passagierzuwachs zwischen 4 und 5 Prozent erwartet.
© dpa-AFX, aero.de | 11.10.2017 14:15

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Beitrag vom 12.10.2017 - 11:07 Uhr
Ich glaube die Lärmproteste – Dauernörgler – sind der geringste Grund.
Der Bericht hier gibt doch schon den entscheidenden Hinweise , es ist die Konkurrenz – Situation an den anderen Flughäfen. Wer Frankfurt mit München vergleicht, der sieht gewaltige Unterschiede in den Wachstumszahlen, sowohl bei den Passagieren als auch bei den Flugbewegungen. Trotz großer Kapazitäten in Frankfurt mit der neuen Landebahn, wollen Netzwerk - Airlines nicht zusätzliche Verbindungen von und nach Frankfurt aufbauen, das hat mit Lärmprotesten rein gar nichts zu tun. Das ist nur der Vorwand, mit dem Fraport versucht, von den eigentlichen Themen abzulenken.
Frankfurt hat historisch bedingt, einen sehr hohen Umsteigeranteil von fast 60%, das ist aber auch das Problem.
Der Passagier will nach Möglichkeit direkt fliegen und nicht umständlich umsteigen müssen.
Jahrzehnte war FRA der einzige große Flughafen in Deutschland, von dem aus Fernreisen möglich waren, das hat sich aber jetzt gewaltig geändert. Man nehme nur Hamburg, früher war ein Flug nach Asien nur über Frankfurt möglich, heute hat der Hamburger viele Möglichkeiten ohne in FRA umsteigen zu müssen. Selbst die LH Gruppe leitet den Hamburger auf einem Flug nach Bangkok weitestgehend an Frankfurt vorbei, Wien, Zürich und an manchen Tagen auch Düsseldorf sind für die LH Gruppe interessanter als FRA. Emirates lockt über Dubai , und wer nach Australien will kann das als Hamburger mit nur einmal umsteigen dort besser. Man könnte beliebig viel Beispiele anfügen, auch dass nun mit kleineren Bodys Nordatlantik-Flüge möglich werden, eröffnet dem Passagier in D unter Vermeidung von FRA günstiger zu fliegen.
Der Ausbau in Frankfurt erweist sich zunehmend als Bumerang für Fraport, die neuen Kapazitäten haben ca. 1,5 Milliarden gekostet, auf der Einnahmeseite steht bis heute eine große Null.
Das zwingt das Management von Fraport zu Rabattaktionen für Ryanair , damit zumindest ein geringer Zuwachs an Flugbewegungen entsteht, aber mit der Folge, dass LH aus Verärgerung über die Sonderkonditionen für die Konkurrenz, ab dem Sommerflugplan gleich 5 A380 nach München verlegen wird, vermutlich dann als weiter Konsequenz auch Zubringerflüge nach München. All diese Faktoren haben mit den Lärmprotesten nichts zu tun, sondern sind Ergebnis großer Veränderungen im Luftverkehr, und FRA ist auch ohne neue Landebahn schon zu groß für den lokalen Bedarf. MUC bedient bereits heute mehr Originärpassagiere als FRA, und die dritte Bahn in MUC wird jetzt nach der Schlappe für Herrn Seehofer um so schneller kommen. LH wird dann mit den potenziellen Umsteigern in großem Stile an FRA vorbei fliegen, weil es in MUC billiger ist, Nörgler spielen da absolut keine Rolle..

LH wird wie hier vermeldet möglicherweise in Düsseldorf einsteigen, ein Grund mehr an FRA vorbeizufliegen.


Dieser Beitrag wurde am 12.10.2017 11:10 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 12.10.2017 - 10:22 Uhr
FRA ist halt auch einfach nur groß und unübersichtlich, weite Wege, lange Wartezeiten aufs Gepäck, irgendwie nicht mein Favorit als Passagier. Aber es gibt halt viele Direktverbindungen, da ist FRA in D unschlagbar. Wenn jetzt aber noch mehr Günstigflieger kommen, dann muss auch die Infrastruktur drumherum angepasst werden. Parken und Anfahrt sind einfach nur umständlich und teuer.
Beitrag vom 12.10.2017 - 09:15 Uhr
Wie soll FRA auch wachsen? Umgeben von Dauernörglern denen es zu laut ist und einem grünen Wirtschaftsbremser alla Al Wazir kann FRA auch künftig nur noch minus machen.

Awww ...
Arme Fraport.
Mal im Ernst: Fraport hat in den letzten 20 Jahren exakt ALLES genehmigt bekommen, was sie beantragt hatten. NW Bahn, Terminal 3, neue Anbindungen, Incentive Programme, Ausnahmegenehmigungen, etc.

Die Dauernörgler gibt es schon - sie haben aber im Endeffekt nicht mehr Einfluss als an anderen großen Flughäfen auch.
Auch der aktuelle "grüne" Wirtschaftsminister ist in seinen Handlungen von einem "gelben" schwer zu unterscheiden.

Ich denke Fraport hat hier eher ein hausgemachtes Problem:
Eine starke Abhängigkeit von der Lufthansa wird kombiniert mit einer Geschäftspolitik, die genau dieser Lufthansa immer wieder ans Bein pinkelt.
Man wollte nach dem Ausbau 2011 endlich Wachstum erzwingen und verprellt dabei durch Subventionierung von bereits bestehenden Verbindungen den einzigen Geschäftspartner, der dieses Wachstum tatsächlich bringen könnte.

Die Fluggastzahlen in FRA werden zu 2/3 mit 40+ Mio durch Umsteiger erzeugt.
Der direkte Frankfurter Einzug beträgt weniger als 20 Mio Passagiere.
Durch die Förderung von P2P Verkehr wird bei Streckenüberschneidungen der Hub-Verkehr teurer, da dessen Auslastung sinkt.
FRA ist daher an seinem abnehmendem Wachstum selbst schuld, es hat es aktiv herbeigeführt.
Für jeden P2P Passagier fallen 2 Umsteiger weg.
Der Trend wird anhalten, falls P2P Billigflieger weiter gefördert werden.
Gut für die "Dauernörgler" ...


Dieser Beitrag wurde am 12.10.2017 09:16 Uhr bearbeitet.


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