Lufthansa vor Übernahme von Air Berlin
Älter als 7 Tage

"Wir gehen von weiter sinkenden Preisen aus"

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Lufthansa, © Deutsche Lufthansa AG

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BERLIN - Knapp zwei Monate nach dem Insolvenzantrag von Air Berlin wird am Donnerstag eine Entscheidung über die Aufteilung der Fluggesellschaft erwartet. Die Geschäftsführung hatte drei Wochen lang exklusiv mit dem deutschen Marktführer Lufthansa sowie mit Easyjet verhandelt.

Lufthansa will einen großen Teil der Air-Berlin-Maschinen übernehmen. Laut einem Bericht des "Handelsblatts" ist dies so gut wie sicher. "Die Beteiligten sind sich einig", hieß es.

Fraglich war zuletzt, ob bis Donnerstag auch eine Einigung mit Easyjet gelingt.  Air Berlin - die nach Lufthansa bisher zweitgrößte deutsche Fluglinie - hatte Mitte August Insolvenz angemeldet. Der Flugbetrieb seitdem war nur durch einen Kredit des Bundes über 150 Millionen Euro gesichert.

Lufthansa werde von Air Berlin "voraussichtlich 81 Flugzeuge übernehmen, 3.000 Mitarbeiter einstellen und dafür in Summe 1,5 Milliarden Euro investieren", sagte Konzernchef Carsten Spohr der "Rheinischen Post" (Donnerstag). Er bekräftigte damit Pläne des Unternehmens.

Air Berlin hatte mitgeteilt, die Airline sehe gute Chancen, dass etwa 80 Prozent der 8.000 Mitarbeiter bei anderen Unternehmen einen neuen Arbeitsplatz erhalten könnten.

Aus Sicht Spohrs wird das Aus für Air Berlin und andere Anbieter die Ticketpreise nicht nach oben treiben. "Denn der Wettbewerb wird sich in Europa und auch weltweit verschärfen", sagte er der Zeitung. "Wir gehen von weiter sinkenden Preisen aus."

Im Konzern werde man sich mit der Tochter Eurowings selbst Konkurrenz machen. "Da wo es bisher nur Lufthansa und Air Berlin gab, wie beispielsweise zwischen München und Köln, kommen nun Eurowings-Flüge als Ersatz für Air Berlin hinzu." Eurowings als kostengünstige Zweitmarke arbeite "eigenständig und wird alles tun, die Jets zu füllen".

Spohr kündigte zugleich ein Angebot an, "um im Ausland gestrandeten Passagieren der Air Berlin die Heimreise zu einem fairen Preis anzubieten, sofern wir die Kapazitäten dafür haben". Aus Lufthansa-Kreisen hieß es dazu, es sei schwer zu schätzen, um wie viele Passagiere es dabei gehe. Seit 25. September ist bekannt, dass Air Berlin alle Langstreckenflüge am 15. Oktober einstellt.

Generell wird Air Berlin voraussichtlich ab Ende Oktober nicht mehr unter eigener Flugnummer fliegen, wie es in einem Brief der Firmenleitung an die Mitarbeiter vom Montag hieß. Der insolventen Gesellschaft sei ein eigenwirtschaftlicher Verkehr unter dem Airline-Code AB "nach gegenwärtigem Erkenntnisstand spätestens ab dem 28. Oktober nicht mehr möglich".

Tickets für spätere Flüge verlieren ihre Gültigkeit. Der Flugverkehr der nicht insolventen Töchter Niki und LG Walter soll weitergeführt werden.
© dpa-AFX, aero.de | Abb.: Lufthansa | 12.10.2017 06:35

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Beitrag vom 12.10.2017 - 11:18 Uhr
Aber ist das ungewöhnlich? Wenn 2 Airlines eine Strecke bedienen und am nächsten Tag ist eine Pleite, dh. weg, dann erhöhen sich die Preise doch auch, weil der Überlebende erst mal den Markt für sich hat. Ist das Prinzip Ebay. Jeder versucht so teuer zu verkaufen wie möglich. Wenn Sie Ihren alen Wagen verkaufen machen Sie das doch auch, gehen hoch rein und schauen was geht. Wenn es Konkurenzangebote gibt und Sie zu teuer sind passen Sie an.
Beitrag vom 12.10.2017 - 10:35 Uhr
Ein Lehrstück wie freier Wettbewerb in Deutschland heutzutage funktioniert. Da spricht sich die LH mit der Bundesregierung im Vorfeld gemütlich ab, danach präsentiert man die Lösung als die bestmögliche für alle ... Bananenrepublik Deutschland. Lt. Interview mit Miki Lauda heute Morgen im DLF sind in Österreich und auf bestimmten Strecken in D jetzt schon die Ticketpreise um 30% gestiegen. Ok, er hat hier natürlich auch etwas Frustration zu verkraften, aber ich glaube nicht, dass es sich hier um Fake News handelt. Ich selbst kann es nicht beurteilen, da ich selten innerdeutsch buche. Vielleicht hat ja jemand schon Erfahrungen sammeln können ...
Beitrag vom 12.10.2017 - 08:26 Uhr
Vor allem, welcher Verantwortung entzieht sich LH hier? Völliger Stammtischerguß. LH hat theoretisch gar keine Verantwortung oder Notwendigkeit Passagiere auszufliegen. Nur weil man beabsichtigt Teile einer insolventen Fluggesellschaft zu kaufen - und hier nicht einmal die Langstreckenteile - hat man noch lange keine Verantwortung Langstreckenpassagiere der insolventen AB nach Hause zu holen. Wird ja immer besser was hier teilweise für ein Unfug verbreitet wird.


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