Showdown in Irland
Vor 7 Tagen

Ryanair droht Piloten Konsequenzen an

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Ryanair Boeing 737-800, © Ryanair

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DUBLIN - Ryanair betritt Neuland. Erstmals besteht beim irischen Günstigflieger in gleich mehreren Ländern die reale Möglichkeit von Pilotenstreiks. Crews in Italien, Portugal und Irland bitten Airlinechef Michael O`Leary zur Kraftprobe. Der droht streikwilligen Mitarbeitern scharfe Sanktionen an.

Ryanair steuert in der reisestarken Vorweihnachtszeit auf einen Showdown mit ihren Piloten zu. Die Gewerkschaft SPAC vertritt nach eigenen Angaben "eine klare Mehrheit" der Ryanair-Piloten in Portugal und fordert Tarifverhandlungen. Andernfalls habe man ein Mandat bis hin zu Streiks, ließ SPAC Ryanair diese Woche wissen.

In Italien kündigten die Gewerkschaften Anpac und FIT-CISL Ryanair eine vierstündige Arbeitsniederlegung der Piloten und Flugbegleiter für den 15. Dezember an. Cockpit und UFO forderten Ryanair für die in Deutschland stationierten Besatzungen zuletzt ebenfalls zu Gesprächen auf.

"Uns erreichen regelmäßig Streikdrohungen von Pilotengewerkschaften mit uns konkurrierender Airlines aus Italien und Portugal", zeigte sich Ryanair gegenüber "RTE News" unbeeindruckt. "Sowohl wir als auch unsere Piloten ignorieren diese Schreiben." Doch auch vor der eigenen Haustür formiert sich Widerstand gegen das bisherige Bereederungsmodell.

Die irische Pilotengewerkschaft IALPA fordert Ryanair nach eigenen Angaben "seit mehr als zwei Monaten" zu Verhandlungen mit dem "Ryanair Company Council" auf. Weil man damit bei O`Leary bisher bestenfalls auf taube Ohren stieß, wollen die irischen Flugkapitäne nächste Woche über einen Streik abstimmen.

Ryanair zeigt Nerven

Diese Ankündigung schickte dann offenbar doch eine Schockwelle durch die Ryanair-Zentrale. Per Memo drohte Ryanair den Piloten am Mittwoch laut "Reuters" eine Kürzung ihrer Gehälter und Barzuschüsse sowie eine Aussetzung von Beförderungen an. Auch Versetzungen an andere Standorte sind Teil der Drohkulisse.

Eine vergeigte Dienst- und Urlaubsplanung zwingt Ryanair bis ins nächste Jahr zur Streichung tausender Flüge. O`Leary bestreitet allerdings vehement Lücken in der Personaldecke. Bisher hatte Ryanair versucht, einen offen ausgetragenen Konflikt mit ihren Piloten durch Bonuszahlungen abzuwenden.
© aero.de | Abb.: Ryanair | 07.12.2017 00:05

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Beitrag vom 13.12.2017 - 18:56 Uhr
@Digiflieger
klar, solcher "Bretter sind richtig fett, aber national bekommt man das leider niemals geregelt. Wenn man das versucht, endet das leider in Firmen-/Kapitalflucht, und zwar massiv. Also geht es nur, indem man die Fluchtmöglichkeiten (Steueroasen, siehe Panama Papers) reduziert und das geht nur international wirklich effektiv. Und dabei will ich gar nicht global reden (obwohl der der gesamte Longhaul-Bereich ein weltweitger Markt ist), sondern zunächst europäisch. Aber dazu benötigt es eine reformierte EU, basierend auf Mehrheitsentscheidungen ohne Vetos und eine halbierte Kommission und demokratisch legitimiert...


Dieser Beitrag wurde am 14.12.2017 17:52 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 13.12.2017 - 18:09 Uhr
Es erklärt aber nicht "den Zwang" es innerhalb eines Landes für die gleiche Produktion (EWD, GWI, LGW) uneinheitlich zu machen. Oder aber so wie bei NIKI ursprünglich geplant und jetzt mit SN, die Firma im Ausland, aber die Produktion im Inland zu machen. (Firma Österreich/Belgien, Produktion in DUS)
Genauso gut hätte man mit den "teueren" deutschen Regeln und Tarifen ins Ausland gehen können...

Sorry, das ist natürlich nicht ernst gemeint ;-)

Wieso sollte eine Firma das tun? Es wäre unternehmensschädliches Verhalten, solche Vorteile nicht zu nutzen, was für Manager rechtlichre Konsequenzen durch die Investoren nach sich ziehen könnte. Aber auch ohne Investoren würde das keinen Sinn machen, wettbewerbsrelevante Vorteile liegen zu lassen.

Mir und sicher jedem anderen hier auch ist mittlerweile schon klar, dass das einzige Merkmal, an dem man in der Marktwirtschaft gemessen wird nun einmal der Gewinn ist. Deshalb ja auch meine These, dass wir uns vom "sozial" verabschiedet haben...


Davon abgesehen ist anzunehmen, dass zumindest die verschiedenen AOCs in D nur eine Momentaufnahme sind und diese zusammengelegt werden. Das wurde aber auch schon oben gesagt. Aber das passiert vermutlich auch nur dann, sofern nicht die teuersten Konditionen herangezogen werden. Sonst könnte LH die AOCs auch getrennt lassen. Und auch das ist aus Unternehmenssicht einfach notwendig aus denselben Gründen: das Liegenlassen von Vorteilen führt zu direkten Nachteilen im Wettbewerb, und damit kann auch der Fortbestand des Unternehemens gefährdet werden, siehe Air Berlin. Und das liegt schlicht und einfach daran, daß der Wettbewerb bei vergleichbareer Verbindung fast ausschießlich über den Preis geht. Und das liegt wieder nicht an den Unternehmen, sondern an den Verbrauchern, den Passagieren, die in den Bergleichsportalen dann immer beim billigsten Ticket aufs Knöpfchen drücken.

Ja, ist wohl so. Das Problem ist nun einmal, dass entgangener Gewinn als einzige allgemein akzeptierte Kenngröße sofort als Wettbewerbsnachteil definiert ist. Das setzt sich auch in den Köpfen der Kunden fest, da sie es in ihrem eigenen Unternehmen ebenso zu spüren bekommen.



Übrigens: die Mitarbeiter, die flexibel sind, nutzen diese Unterschiede auf gleiche Weise aus und suchen sich das Land aus mit den für sie besten Arbeitskonditionen.

Je nach System, hat der MA aber genau diese Flexibilität nicht. Wer erst einmal lang genug in ein bestimmtes System "investiert" hat, kann nur unter "Totalverlust" wo anders weiter machen.
Die besten Arbeitskonditionen sind so nicht zu erreichen, bzw. es gibt eher das race-to-the-bottom...

Genau deswegen ist es sinnvoll, diese Regeln EU-weit zu vereinheitlichen und diese nationalen Ansätze zu beenden. Dann gibt es auch dieses Auspielen gegeneinader auch nicht mehr.

Das sind aber sehr dicke Bretter und die wehren sich ;-) Es wäre ja schon einmal gut, wenn die gewerkschaftlichen Bemühungen zur vergleichbaren Bezahlung nicht gleich wieder als unangemessen tituliert werden würden ;-)
Beitrag vom 13.12.2017 - 17:49 Uhr
Sie verkennen da einen wesentlichen Umstand: die Ursache für die Notwendigkeit der AOC Zersplitterung liegt primär nicht bei den Unternehmen, sondern in der Zersplitterung duch verschiedene nationale Regelungen beim Arbeitsrecht, Steuerrecht und Tarifrecht. Durch diese verschiedenen nationalen Spielregeln funktioniert der Arbeitsmarkt trotz eines europäischen Wirtschaftraums national untereinheitlich. Und mit diesem Fakt ist es ganz klar, daß jedes Unternehmen versucht, sich die für sich besten Konditionen herauszusuchen - und das kann man den Unternehmen auch nicht vorwerfen, weil das ist einfach deren Aufgabe, wie alle anderen auch um deren Interessen kämpfen. Und genau das macht FR wie auch LH, wenn auch mit teilw. verschiedenen Mitteln.


Da haben Sie grundsätzlich recht.
Es erklärt aber nicht "den Zwang" es innerhalb eines Landes für die gleiche Produktion (EWD, GWI, LGW) uneinheitlich zu machen. Oder aber so wie bei NIKI ursprünglich geplant und jetzt mit SN, die Firma im Ausland, aber die Produktion im Inland zu machen. (Firma Österreich/Belgien, Produktion in DUS)
Genauso gut hätte man mit den "teueren" deutschen Regeln und Tarifen ins Ausland gehen können...

Wieso sollte eine Firma das tun? Es wäre unternehmensschädliches Verhalten, solche Vorteile nicht zu nutzen, was für Manager rechtlichre Konsequenzen durch die Investoren nach sich ziehen könnte. Aber auch ohne Investoren würde das keinen Sinn machen, wettbewerbsrelevante Vorteile liegen zu lassen.

Davon abgesehen ist anzunehmen, dass zumindest die verschiedenen AOCs in D nur eine Momentaufnahme sind und diese zusammengelegt werden. Das wurde aber auch schon oben gesagt. Aber das passiert vermutlich auch nur dann, sofern nicht die teuersten Konditionen herangezogen werden. Sonst könnte LH die AOCs auch getrennt lassen. Und auch das ist aus Unternehmenssicht einfach notwendig aus denselben Gründen: das Liegenlassen von Vorteilen führt zu direkten Nachteilen im Wettbewerb, und damit kann auch der Fortbestand des Unternehemens gefährdet werden, siehe Air Berlin. Und das liegt schlicht und einfach daran, daß der Wettbewerb bei vergleichbareer Verbindung fast ausschießlich über den Preis geht. Und das liegt wieder nicht an den Unternehmen, sondern an den Verbrauchern, den Passagieren, die in den Bergleichsportalen dann immer beim billigsten Ticket aufs Knöpfchen drücken.


Übrigens: die Mitarbeiter, die flexibel sind, nutzen diese Unterschiede auf gleiche Weise aus und suchen sich das Land aus mit den für sie besten Arbeitskonditionen.

Je nach System, hat der MA aber genau diese Flexibilität nicht. Wer erst einmal lang genug in ein bestimmtes System "investiert" hat, kann nur unter "Totalverlust" wo anders weiter machen.
Die besten Arbeitskonditionen sind so nicht zu erreichen, bzw. es gibt eher das race-to-the-bottom...

Genau deswegen ist es sinnvoll, diese Regeln EU-weit zu vereinheitlichen und diese nationalen Ansätze zu beenden. Dann gibt es auch dieses Auspielen gegeneinader auch nicht mehr.


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