"Ganz brutaler Plan"
Älter als 7 Tage

Lauda: Lufthansa hat sich die Niki-Flotte gesichert

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Flyniki Airbus A320, © Ingo Lang

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WIEN - Der ehemalige Rennfahrer und Unternehmer Niki Lauda sieht seine Chancen auf die Übernahme der insolventen und vom ihm gegründeten Fluglinie Niki schwinden. Schuld daran ist seinen Aussagen zufolge die Lufthansa, die sich die noch verbliebenen Niki-Flieger zu eigen gemacht habe.

"Die Lufthansa hat sich heimlich fast die gesamte Flotte geholt", sagte der 68-Jährige der Tageszeitung "Kurier" am Samstag. Ersatzmaschinen seien demnach in kurzer Zeit am Markt nicht zu erhalten. So würde die Fluglinie auch Start- und Landerechte an Airports verlieren und praktisch wertlos werden.

Das zeigt laut Lauda den "ganz brutalen Plan der Lufthansa". Die Lufthansa, Mutter der Austrian Airlines (AUA), habe die Zerschlagung von Niki geplant, sollte die EU-Wettbewerbskommission die Übernahme verbieten - was wegen der hohen Marktanteile zu erwarten war.

Lauda erhielt die Information über die Flotte nach eigenen Angaben bei einem Telefonat mit Air-Berlin-Verwerter Frank Kebekus. Einen Teil der Niki-Flotte habe Lufthansa inzwischen gekauft, für weitere Flugzeuge wurden demnach neue Verträge mit den Leasinggebern geschlossen. Niki habe derzeit nur noch zwei bis drei Flieger.

"Ein großer Teil der Niki-Flugzeuge" befinde sich tatsächlich bereits im "Eigentum der Lufthansa", pflichtete der Nürnberger Luftfahrtunternehmer Hans Rudolf Wöhrl Lauda am Samstag auf seiner Facebook-Seite bei.

Lauda hatte Niki 2003 gegründet und war 2011 ausgestiegen. Die Air-Berlin-Tochter hatte Mitte der Woche Insolvenz angemeldet und den Flugbetrieb eingestellt, nachdem Lufthansa die Übernahme abgesagt hatte. Von der Pleite der Fluglinie sind rund 1.000 Mitarbeiter betroffen.

Endgültig will Lauda erst Anfang kommender Woche sein weiteres Vorgehen festlegen, wenn er alle Daten des Insolvenzverwalters habe. "Bis Montagfrüh muss er uns sagen, ob er die Flugzeuge zurückgeholt hat."

Lufthansa sagte Übernahme ab

Lufthansa hatte angekündigt, Eurowings aus eigener Kraft auszubauen, sofern eine Übernahme von Niki an den Kartellbehörden scheitert. Diese Woche sagte Lufthansa die millionenschwere Übernahme ab. Die EU-Kommission erklärte Zugeständnisse der Lufthansa danach als "nicht ausreichend", um Kartellbedenken auszuräumen.

Lufthansa will den eingeparten Kaufpreis nun in einen Ausbau ihrer Günstigsparte Eurowings "in den Märkten von Niki" investieren. Mit dem Geld sollte eigentlich ein 150-Millionen-Euro-Überbrückungskredit der deutschen Bundesregierung für Air Berlin zurückgezahlt werden.
© dpa-AFX, aero.de | Abb.: Ingo Lang | 17.12.2017 09:49

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Beitrag vom 21.12.2017 - 14:34 Uhr
Werden wir ja bald wissen, wie es ausgeht. Ryan Überrascung!und Zeitfracht haben zurück gezogen. Lauda bietet. Bin gespannt wieviele Sicherungen, nach guter kaufmännischer Art, er selbst eingebaut hat, falls es nicht läuft wie geplant. Jetzt macht er selbst den Niki Mitarbeitern Hoffnung und steht nach seinen Angriffen gegen LH und EU im Wort.

Ist ja nicht mehr lange hin.

Aber wenn die Gerüchte stimmen das AB tatsächlich soviel für die Niki gemacht hat, dann fehlt der Niki zum weiterbetrieb wohl einiges.

Ich bin sehr gespannt ob Lauda wort hält, habe aber die Vermutung das wir da eine enttäuschung erleben, eine Absage ala "ich hätte so gerne aber die böse LH hat es schon ruiniert"
Beitrag vom 21.12.2017 - 13:51 Uhr
Werden wir ja bald wissen, wie es ausgeht. Ryan Überrascung!und Zeitfracht haben zurück gezogen. Lauda bietet. Bin gespannt wieviele Sicherungen, nach guter kaufmännischer Art, er selbst eingebaut hat, falls es nicht läuft wie geplant. Jetzt macht er selbst den Niki Mitarbeitern Hoffnung und steht nach seinen Angriffen gegen LH und EU im Wort.
Beitrag vom 20.12.2017 - 23:23 Uhr
Ist glaube ich auch egal, denn de facto steht der Flugbetrieb der Niki jetzt seit einer Woche,
der grossspurige empörer Hr. Lauda hat angekündigt Niki nicht vor Weihnachten zu übernehmen.
Woher haben Sie bloß Ihre Informationen? Aus aero.de und deren dpa Feed? Das hängt in der Timeline immer hinterher, das muss irgendwann falsch sein. Haben Sie denn das Zeit Interview in Gänze gelesen oder ist nur der dpa Teaser Ihre Quelle?
Lauda sagt, er muss bis Donnerstag, wie alle anderen, das gebot abgegeben haben. Er erwartet keine Entscheidung des Insolvenzverwalters vor Weihnachten. Wenn die Entscheidung auf dem Tisch liegt geht es an die Umsetzung. Durch die Untersuchung der Ö Regierung ist der Zeitdruck bei den Slots für die Dauer der Untersuchung weg. So hat jeder Käufer Zeit den Laden aufzustellen und den betrieb weiterzu führen. Sorry, Null Drama.

Mh, ok, liegt tatsächlich daran welchen artikel man liest.
Im letzten Satz, sorry, liegen sie fälscher als falsch. Big time drama.

Ich glaube wir sind uns einig, das jeder Tag der vergeht, eine übernahme einer gegroundeten airlines komplizierter und weniger wahrscheinlich macht.
Nein
Denn arbeitnehmer, Kunden, Zulieferer, etc. alle die orientieren sich um und suchen sich alternativen, die slots werden neu vergeben, etc.
Nein, s.o.
Mich wundert ihre ansicht, sind sie doch sonst gut informiert.
Also, im Reisebreich sind die Monate zu Anfang des Jahres die Entscheidenden, dort werden urlaubspläne gemacht und viel gebucht.
Insofern muss da die Kapazität bereit stehen und gerade im Touristik Segment wird da das Geschäft vergeben.
Neben dem enormen Image Schaden der entsteht wenn eine Airline länger am Boden steht und PAX nicht transportiert,
bleibt der Wegfall von Buchungen über den gegroundeten Zeitpunkt.
Klar, mit einem rebrand lässt sich das vlt. lösen.
Die AN aber schauen sich um, und da Niki nicht gerade gut zahlt, sind die Piloten wohl weg.
Ausserdem sitzten die AN gerade zuhause.
Die Slots werden neu vergeben.

Mir fällt jetzt aus dem Stegreif keine Airline ein, die nach längerem grounding wieder aktiv wurden. Dir?




Bzgl. des preises nehme ich an das bei einem weiterbetrieb von Niki für die leasingraten die preise von den leasinggebern festgelegt werden- denn ein Hr. Lauda wird einfach nicht die selbe reputation haben und somit einen aufschlag zahlen müssen.
Hr. Lauda wird wohl nicht selbst 40Mio oder ähnlich auf den Tisch legen. Das Kapital kommt woanders her. Es geht ja auch nicht nur um den Kaufpreis, für das AOC muss langfristig Kapital nachgewiesen werden. Lauda ist hier wohl nur der Frontmann und Türöffner.

Ja, die Frage ist wer dahinter steht. Mir waren die Offerten von Wöhlr und Lauda (mit Thomas Cook/Condor) irgendwie immer suspekt. Letztere könnten auch easy ohne Lauda?


Mit der entscheidung hat die EU die Niki endgültig gekillt, und das ist in meinen augen eine verdammte dummheit.
Das ist im Ansatz schon falsch. Gekillt hat alles das AB Management früherer Tage. Wenn der halb verhungerte Patient beim Notarzt stirbt ist ja nicht der Arzt schuld. Die EU und LH standen von Anfang an immer in engem Kontakt. Der LH Deal war risikoreich aber diese Entscheidung trifft der Verkäufer. Der Käufer hat sich Sicherungen eingebaut und der Verkäufer hat zugestimmt. Ok, hat nicht geklappt, Produkt ist wieder auf dem Markt. Der einzige Druck, der im Moment herrscht ist die Zwischenfinanzierung eine OPS sozusagen auf Stand By zu halten. Ist Geld da, kein Problem. Slots verfallen auch nicht mehr. Personal kann nicht einfach gehen, sondern muss fristgerecht kündigen. Daher sehe ich nicht, das Niki gekillt ist. Vielleicht nicht als eigene Marke, aber als Flugbetrieb weiterhin möglich.

Ich sehe das diametral anders. Als Marke ist Niki auf jeden Fall durch, und die Chance auf eine Rettung des AOC sehe ich als sehr gering an. Für mich gilt der Spruch der Boxer:
They never come back.

Ich bin mir sehr sicher das Niki doch so eng mit AB war, das es ohne starken Partner nicht geht. Und den sehe ich nicht.
Weiterhin gilt für mich:
Mit jedem Tag wird die Chance kleiner. Kunden suchen sich Alternativen. Mitarbeiter suchen sich Alternativen. Partner suchen sich Alternativen.

Wieviele Flieger betreibt Niki jetzt eigentlich noch? Irgendwas um die 20 A320/321 und ein paar der B737 von Tuifly?


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