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Akzeptanz für pilotenlose Flugzeuge wird steigen

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DFS Kontrollzentrum Karlsruhe, © DFS

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LANGEN - Ein Passagierflug ohne Piloten? Was sich für die meisten Menschen wie eine Horrorvision anhört, könnte nach Einschätzung der Deutschen Flugsicherung (DFS) schon bald Realität werden. Der Luftverkehr stehe vor einem Automatisierungsschub, sagte DFS-Chef Klaus-Dieter Scheurle in Langen.

Schließlich sei die Technologie für unbemannte Flugzeuge im militärischen Bereich längst grundsätzlich vorhanden.

"Einer weitgreifenden Automatisierung stehen nur die Sorgen der Fluggesellschaften im Wege, die um die Akzeptanz ihrer Passagiere fürchten, wenn vorne kein Pilot mehr im Cockpit sitzt", sagte Scheurle. Allerdings bewege sich die Gesellschaft schnell auf automatisierte Mobilität beim Auto zu. "Wenn es dort funktioniert, wird auch das Vertrauen in unbemannte Flugzeuge wachsen."

Auch am Boden helfen IT-Systeme den Lotsen, immer größere Zahlen von Flugobjekten zu überwachen, meinte Scheurle. Ganz ohne Menschen werde es aber nicht gehen. "Jemand muss den Luftraum überwachen und für Ordnung sorgen. Über Würzburg ist der obere Luftraum beispielsweise schon jetzt zu manchen Zeiten so voll, dass wir an der Grenze des Möglichen sind."

Neue Herausforderungen für die Lotsen seien mit dem massenhaften Einsatz von Drohnen verbunden, deren kommerzielle Nutzung erst am Anfang stehe.
© dpa-AFX, aero.de | Abb.: world-of-aviation.de, Björn Schmitt Aviation Photography | 02.01.2018 08:29

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Beitrag vom 03.01.2018 - 21:25 Uhr
Modhinweis
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Neue Gesichtspunkte, Aspekte sind in den letzten Beiträgen zum eigentlichen Thema nicht mehr angesprochen worden.
Beiträge ohne oder aber nur mit geringem Hintergrundwissen sind die Mehrzahl. Auch eine "stressfreie", wünschenswerte Auseinandersetzung bei unterschiedlicher Meinung läßt zu wünsche übrig.
Ähnliche "Ausuferungen" sind leider auch in anderen Threads vermehrt festzustellen.

Ich werde den Thread deshalb auf "readonly" setzen.

Dies jedoch nicht ohne den Beitrag von @Usercocoyn nochmal hier wiederzugeben, der als Pilot die Gedanken zur Zukunft des "Pilotfreien Fliegens wohl am treffendsten wiedergegeben hat.
Fly-away
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Beitrag vom 03.01.2018 - 06:41 Uhr
Usercokoyn
User (9 Beiträge)
Ich denke dieser Beitrag von der DFS spricht ja nur über die Akzeptanz und nicht über die Machbarkeit. Zur Information: ich bin selbst Verkehrspilot und habe mich mit einem Kollegen neulich länger über dieses Thema unterhalten. Wir finden schon viele automatisierte Sachen im Cockpit, jedoch sind die Hürden noch zu hoch, dass flächendeckend in den nächsten Jahrzehnten führerlos geflogen wird. Eine erste Stufe könnte sowas wie ferngesteuerte Drohnen vom Boden aus sein, aber auch das wird noch mindestens 20-30 Jahre dauern, wenn überhaupt(hijacking). Hier mal einige Anregungen warum nicht.

1. Zulassung in der Luftfahrt dauert es sehr lange bis bestimmte Systeme zugelassen sind. Sieht man am besten an den Computern in den Fliegern. Die Zulassung ist so teuer, dass z.B. ein einfacher FMC bei älteren Fliegern mal nicht einfach ersetzt wird. Die Dinger haben eine Rechenleistung die jenseits von gut und böse ist, das sie aus den 90ern stammen.

2. rechtliche Basis. Es muss rechtlich (und zwar auch weltweit!!) geklärt sein, wie der Computer bestimmte Sachen entscheidet und abwägt( fliege ich in das Haus oder die Berge, 500 Menschen hinten drin vs. Menschen am Boden). Wenn etwas passiert wer ist zu belangen?

3. worüber noch niemand hier gesprochen hat ist IT-Sicherheit! was meiner Meinung nach auch nicht zu lösen sein wird, da jedes System angreifbar ist. Selbst die NSA wurde schon von Leuten gehackt. Wenn eine Verbindung zum Flieger besteht kann sie gehackt werden.
Also benötigen die zukünftigen Terroristen noch nicht einmal im Cockpit sein und könne unvorstellbare Schäden anrichten. Meiner Meinung nach ein nicht vertretbares Risoko.
4. Kreativität. Wie schon angesprochen wurde und meiner Meinung ein nicht zu verachtender Faktor. Ich stelle mir nur vor, was der Computer über den Hudson gemacht hätte. Und die Checkliste für einen doppelten Triebwerks Ausfall versucht nur die Triebwerke wieder zu starten. Bei der Notwasserung müssen andere Sachen vorbereitet werden. Wie verschmilzt der Computer in dieser Situation Checklisten? Und hätte er überhaupt für dieses Szenario etwas in petto gehabt?
Ich denke speziell in diesen Moment hat der Mensch seine unverzichtbarkeit demonstriert.

5. einige Anflüge sind nur von Hand anfliegbar (Funchal, Samos, Canarsie,) und nicht jeder Flughafen hat ein ILS. Geht es dann nicht mehr in den Urlaub, weil man dort nicht anfliegen kann? Dazu noch was ist zB bei einer localizer deflection mitten im Flare? Erinnert ihr euch noch an die Emirates 777 in München? Da wurde der Autopilot auch nicht ausgestellt und schon war man im Graben. Welches System hätte geholfen? Meiner Meinung nach nur der Mensch.
GPS ist keine Lösung für alles. Es ist ein us-amerikanisches Militärsystem, dass zur zivilen Nutzung freigegeben wurde. Kann aber jederzeit wenn nötig eingeschränkt werden.

6. Staffelung müsste erhöht werden, wie beim Autoland. Das hätte zur Folge, dass einige Airports vielleicht nur die Hälfte oder weniger an Bewegungen machen könnten.

Ich denke das Beispiel Bahn zeigt, dass es noch lange dauern wird. Dieses ist ein Eindimensionales Verkehrsmittel (vor, zurück) und ich sehe auch noch keinen ICE führerlos fahren. Auch nicht in den nächsten 10 Jahren.
Hoffe ich konnte hier einiges aufzeigen, was noch gelöst werden muss, oder wo man moralische Entscheidungen treffen muss ob man es überhaupt möchte (hijacking-Gefahr, Abwägung).
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Dieser Beitrag wurde am 04.01.2018 10:03 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 03.01.2018 - 20:34 Uhr
@Hans von Ohain

O man o man, jetzt wird's aber peinlich ... oder ist es das schon länger? ...


Halten sie sich da bitte raus - ich habe nicht vor mich mit ihnen anzulegen oder so wär halt aber schon nicht schlecht wenn sie denn wollen meine Beiträge ganz lesen und wenn sie wollen auf den Inhalt eingehen würden anstelle mir ohne Begründung Inkompetenz zu unterstellen Ja?

Ich weiß nicht ob sie auch schon meine Beiträge zum Chinesischen Amphibienflugzeug nicht komplett gelesen haben aber da wurde es offensichtlich das "rasch" ein totaler Troll ist.
Beitrag vom 03.01.2018 - 20:30 Uhr
Auch wenn die letzten zig Posts ziemlich OT waren möchte ich mal wieder etwas zum eigentichen Thema schreiben:

Solange in kurzer Abfolge Titel wie "Lange Schlangen nach Computerpanne an US-Flughäfen" oder "IT-Panne beeinträchtigt Verkehr in Frankfurt" auftauchen ist es komplett unsinnig darüber nachzudenken ob ein Computer jemals alleine ein Passagierflugzeug fliegen kann.

Und der Grund ist simpel und einfach: Computer sind dumm und können nur was ein Programmierer vorher korrekt programmiert hat. Solange Computer keine echte Intelligenz besitzen können Sie nicht intelligent handeln und damit können Sie einen Piloten nur unterstützen aber nicht ersetzen.

Qantas, Hudson River oder Sioux City fallen mir als ganz klare Beispiele ein. Diese Passagiere wären alle Tod wenn es keine Piloten gegeben hätte.

Und was hier überhaupt nicht berücksichtigt wird: Die manuelle Flugdurchführung ist doch überhaupt nicht die eigentliche Aufgabe des Kapitäns. Er hat vielfältige, auch menschliche, Entscheidungen rund um den Flug zu treffen.

Außerdem muss es jemanden geben der die Verantwortung für den Flug hat. Diese Verantwortung wird der Gesetzgeber nie einem Computer überlassen und mangels 100% Zuverlässigkeit der Datenübertragung muss diese Person an Bord sein.

Ergo: Es wird immer einen Kapitän an Bord geben.

Und aus Gründen der Redundanz sowie aus der Tatsache heraus, das intelligentes Handeln einen Erfahrungsschatz benötigt zweifle ich auch daran, dass es irgendwann keine Ersten Offiziere mehr geben wird.


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