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Airbus prüft nach Emirates-Rückzieher A380-Produktion

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Emirates Airbus A380 auf der Dubai Airshow 2017, © Airbus

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TOULOUSE - Airbus streckt die vorhandenen A380-Aufträge. Der Konzern stellt Programmpartner auf eine mögliche Abkühlung der Produktion auf nur noch sechs Flugzeuge pro Jahr ein, stachen Insider an die Nachrichtenagentur "Reuters" durch. Der Schritt käme Emirates entgegen.

Tom Enders versuchte gar nicht erst, die Lage schönzureden. "Wir treffen die notwendigen Entscheidungen", setzte der Airbus-Chef seine Aktionäre im Juli über eine zweistufige Produktionsrücknahme auf zwölf A380 im nächsten und acht im übernächsten Jahr in Kenntnis. Da hoffte Airbus noch auf einen Auftrag von Emirates.

Der größte Betreiber will 36 A380 nachbestellen, ließ einen Unterschriftstermin im November auf der Dubai Airshow dann aber in buchstäblich letzter Minute platzen. Emirates habe von Airbus Zusagen zur Zukunft des Programms gefordert, die der Hersteller nicht geben konnte, war später aus dem Airbus-Lager zu erfahren.

Der Gesprächsfaden riss nach der verpassten Gelegenheit in Dubai jedoch nicht ab. Airbus und Emirates arbeiten weiter an einem Deal und das noch stärker gedrosselte Tempo könnte eine Brücke bauen. Laut "Reuters" kann Airbus die Linie auf kleiner Flamme bis 2028 am Leben halten. Emirates hätte Planungssicherheit. Jetzt muss Airbus die Zulieferer ins Boot holen.

Seit dem 2014 erreichten Spitzenwert von 30 A380-Auslieferungen befindet sich die Linie in einem schleichenden Sinkflug.

Dünnes Auftragspolster

Airbus hat im laufenden Jahr 14 A380 ausgeliefert und offiziell noch 96 Aufträge in den Büchern. Hinter jedem zweiten steht allerdings ein Fragezeichen. Die British-Airways-Mutter IAG, die japanische All Nippon Airways (ANA) und Thai Airways gelten neben Emirates als Interessenten für weitere neue A380.

Dass Airbus bei dem Flieger bei so geringen Stückzahlen Geld drauflegt, hält das Management für verkraftbar. Die Verluste bei der A380 seien marginal, sagte Finanzchef Harald Wilhelm im Sommer. Technisch will Airbus das Programm mit einer Modellpflege frischhalten und in den 2020ern eine A380plus bringen.
© aero.de | Abb.: aero.de, Airbus | 12.12.2017 08:34

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Beitrag vom 12.12.2017 - 14:24 Uhr

Schlechtes Beispiel Emirates. Hong Kong - Bangkok - Dubai. Die Strecke HKG-BKK ist prädestiniert für A321 (Boeing kommt in meiner Welt nicht vor). Mehr Leute als im A321 sind dann auf diesem Teilstück nicht drin. A380 = lange Standzeiten. Strecken von unter 8 Stunden machen aus meiner Sicht keinen Sinn.
Wahrscheinlich darf Emirates gar nicht alleine die Strecke Hong Kong - Bangkok betreiben. Im Direktflug säßen vielleicht noch weniger Leute drinnen.

Was man als normaler Passagier auch nicht sieht, wieviele Frachtcontainer mitfliegen.
Beitrag vom 12.12.2017 - 14:10 Uhr
Es ist eine zutiefst tragische Geschichte, bei der ich auf ein gutes Ende hoffe, denn ich liebe diesen Vogel. Aber irgendwie habe ich auch den Eindruck, dass die Airlines diesen zum Teil nicht effektiv einsetzen und die Vorteile deshalb nicht hervorstechen.
Gutes Beispiel British Airways. London - Hong Kong, bisher immer rappelvoll. Die Nachfrage ist so groß, dass die nur 15 min später eine 777 hinterherschicken. Ich denke, daraus kann dann auch mal ein 380 werden.
Schlechtes Beispiel Emirates. Hong Kong - Bangkok - Dubai. Die Strecke HKG-BKK ist prädestiniert für A321 (Boeing kommt in meiner Welt nicht vor). Mehr Leute als im A321 sind dann auf diesem Teilstück nicht drin. A380 = lange Standzeiten. Strecken von unter 8 Stunden machen aus meiner Sicht keinen Sinn. Besser 9 als Untergrenze. Ich benutze diesen Flug oft, weil ich a) gern 380 fliege, b) ich immer eine Reihe für mich habe und c) es meist der günstigste Flug ist.
Nur effektiv aus Sicht der Airline wäre was anderes. Und dass dabei die Vorteile des A380 auf der Strecke bleiben, liegt auf der Hand.

Vielleicht sollte Airbus mal ein Merkblatt zum effektiven Einsatz des Supervogels bei der Auslieferung beilegen...
Beitrag vom 12.12.2017 - 10:09 Uhr
Keine A380 bestellen als Drohkulisse um Airbus zu bewegen, den A380 länger zu bauen klingt für mich ein bisschen wie Selbstmord aus Angst vorm Sterben.


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