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Lauda will Niki mit 15 Flugzeugen neu starten

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Flyniki Airbus A321, © Ingo Lang

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FRANKFURT - Der neue Käufer der insolventen Fluglinie Niki, Niki Lauda, will den Flugbetrieb Ende März mit 15 Flugzeugen wieder aufnehmen. Der Condor-Konzern Thomas Cook ist bereit, die Flieger zu warten und Sitzkontingente zu buchen. Die Piloten misstrauen Laudas Versprechen. Ein Lagebild.

"Langfristig bauen wir das Geschäft natürlich aus, aber wir müssen halt starten mit 15 Fliegern und der Rest wird sich dann selber weiter entwickeln", sagte Lauda am Dienstag. "Erstmal fliegt das ganze unter Laudamotion, das ist ganz wichtig."

Das ist der Name von Laudas Gesellschaft, die das Luftverkehrsbetreiberzeugnis (AOC) innehat. Ob damit gemeint ist, dass Niki dann auch unter diesem Namen fliegen wird, blieb zunächst unklar.

Der Gläubigerausschuss in Wien hatte dem ehemaligen Rennfahrer und einstigen Niki-Gründer am frühen Morgen den Zuschlag für die frühere Air-Berlin-Tochter erteilt. Über die Höhe des Angebots machte der neue Besitzer keine Angaben: "Es wurde Stillschweigen vereinbart zwischen den Anwälten und uns."

"Wir brauchen natürlich für 15 Flieger das ganze Personal", sagte er. Denen wolle er am Mittwoch ein Angebot unterbreiten. In früheren Interviews hatte Lauda angekündigt, alle 1.000 Niki-Mitarbeiter weiter beschäftigen zu wollen.

Die Gläubiger seien überzeugt davon gewesen, dass er neben dem finanziellen Angebot auch das beste Konzept habe: "Nämlich alle Voraussetzungen, den Flugbetrieb mit allen Mitarbeitern so schnell wie möglich in den Griff zu kriegen", sagte Lauda.

Thomas Cook will bei Niki buchen

Der deutsch-britische Touristik-Konzern Thomas Cook will bei einem Neustart der Niki dort größere Sitzkontingente buchen. Zugleich gebe es eine Anfrage der neuen Gesellschaft Laudamotion, sie beim Flugbetrieb mit verschiedenen operativen Dienstleistungen zu unterstützen, sagte ein Unternehmenssprecher.

Thomas Cook sei auf baldige Gespräche zu diesem Thema vorbereitet. Das Unternehmen betreibt unter anderem die eigene Airline Condor. In der Vergangenheit hatte die inzwischen insolvente Air Berlin viele Bereiche ihrer Tochter Niki gemanagt. Nach dem Zuschlag im Insolvenzverfahren für den einstigen Gründer Niki Lauda könnte die Condor nun Crew-Planung, Wartung und die Überwachung des Flugbetriebs übernehmen.

Am letztlich erfolgreichen Angebot Laudas für die insolvente Fluggesellschaft war Thomas Cook nach eigenen Angaben nicht beteiligt.

Erhebliches Misstrauen

Der Luftverkehrsunternehmer Niki Lauda trifft bei den Piloten auf deutliche Skepsis. "Lauda war in der Vergangenheit alles andere als ein Traumarbeitgeber", sagte am Dienstag ein Sprecher der deutschen Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) in Frankfurt.

Es gebe erhebliches Misstrauen, ob Lauda wie versprochen bei der von ihm im Insolvenzverfahren erworbenen Gesellschaft Niki tatsächlich Tarifverträge abschließen werde. In früheren Zeiten seien die Piloten bei Personaldienstleistern angestellt und an die Airline verliehen worden.

Bei einer Übernahme aus einer Insolvenz sei zu befürchten, dass die ohnehin schon bescheidenen Tarifbedingungen für das fliegende Personal der Niki noch weiter verschlechtert würden, sagte der VC-Sprecher. Der Niki-Personalrat habe daher zu Recht darauf hingewiesen, dass es für viele Piloten berufliche Alternativen gebe.

Sie müssten jetzt im Einzelfall prüfen, ob sie nicht besser bei anderen Fluggesellschaften anheuerten. Derzeit sucht insbesondere die Lufthansa-Tochter Eurowings Piloten für ihre Airbus A320-Flotte. Diesen Typ hat auch die Niki bis zu ihrem Grounding geflogen.
© dpa-AFX, aero.de | Abb.: Ingo Lang | 23.01.2018 12:45

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Beitrag vom 24.01.2018 - 02:19 Uhr
Hat jetzt genau was mit Querschiessen zu zun?

Es ist eine Aussage, die eine Tatsche wiedergibt.
Frag doch mal die Niki Mitarbeiter, die kotzen jetzt im Strahl!

Warum sollten diese "kotzen?!? Sind die gezwungen bei Nicki/LaudaMotion zuarbeiten?!? Gibt genug Alternativen momentan.
Beitrag vom 24.01.2018 - 02:16 Uhr
Ich kann das ganze Gejammer hier über die Pilotengehälter und-bedingungen schon nicht mehr hören/lesen. Es gibt genug Stellen und Möglichkeiten, sich anderweitig zu bewerben. Und wenn's gar nicht passt, dann eben umschulen. Wir leben in einer freien Marktwirtschaft. Keiner ist gezwungen, zu "unmenschlichen" Bedingungen zu arbeiten. "Pfründe" bei früheren Arbeitgebern kann man halt nicht mitnehmen!
Beitrag vom 23.01.2018 - 21:44 Uhr
chapeau meadowloads!


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