Hauptstadtflughafen
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Landkreis warnt vor Verkehrsinfarkt am BER

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Flughafen BER, © Günter Wicker / Flughafen Berlin Brandenburg GmbH

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SCHÖNEFELD - Der Flughafen-Landkreis Dahme-Spreewald sieht angesichts des Masterplans für den Ausbau des neuen Hauptstadtflughafens BER noch offene Fragen. Das Konzept für die Kapazitätsverdoppelung bis 2040 biete für den Verkehr um und zum Flughafen nicht gerade die beste Lösung.

Dies sagte Vize-Landrat Chris Halecker der Anwohnerzeitschrift "BER aktuell". Ihm fehle völlig eine Westanbindung des Flughafens. "Hier ist der Landkreis gefragt, mit allen Beteiligten Lösungsansätze zu erarbeiten, um nicht an einem Verkehrsinfarkt zu ersticken."

Autofahrer aus Berlin erreichen den BER bislang über die stauanfällige A113, die in Brandenburg zur A13 wird und östlich am Flughafen entlang führt. Auf sie führt auch die B96, die aus Richtung Potsdam zum Flughafen führt. Der Berliner Senat denkt darüber nach, die U-Bahn-Linie 7 von Rudow zum Flughafen zu verlängern.

Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup will die Kapazität des Flughafens bis 2040 durch weitere Terminals auf 55 Millionen Passagiere im Jahr erhöhen. Die Flughafengesellschaft geht davon aus, dass nach der geplanten Eröffnung 2020 zwei Drittel der Passagiere mit Bussen und Bahnen zum neuen Flughafen kommen. Kritiker verweisen darauf, dass in Frankfurt dieser Anteil geringer sei.

Der Landkreis geht davon aus, dass sich mit Eröffnung des Flughafens 2020 der Straßenverkehr verdreifacht. Halecker hatte im November eine weitere Autobahnanbindung aus dem Westen über das Gelände der Internationalen Luftfahrtausstellung in Selchow vorgeschlagen. Diese wäre jedoch aufwendig, weil das Vorfeld des BER-Terminals oder eine Start- und Landebahn überwunden werden müsste.

Auch der frühere Flughafenchef Karsten Mühlenfeld hatte verlangt, den Flughafen für Autos besser anzubinden. Mit der Bahn sei der Flughafen vergleichsweise gut zu erreichen. Flughäfen wollten wegen der Parkgebühren jedoch immer viel Individualverkehr. Zudem kämen immer mehr Fluggäste mit dem Bus, vor allem aus Polen.

Ein Gutachten des Dialogforums für die Umlandgemeinden schlug vor gut einem Jahr vor, die Osdorfer Straße in Berlin-Lichterfelde und Großbeeren auszubauen, den Bahnhof Schönefeld zu verbessern, mehr Radwege für Beschäftigte am Flughafen zu bauen und ein verkehrmittelübergreifendes Leitsystem einzurichten.
© dpa-AFX | Abb.: Berliner Flughäfen | 05.02.2018 06:21

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Beitrag vom 05.02.2018 - 20:26 Uhr
Ich denke, bis BER rund läuft kommen die meisten eh mit dem Airtaxi...
Beitrag vom 05.02.2018 - 15:42 Uhr
Ich finde mit der Stauanfälligkeit der A113 übertreibt der Autor. Da, wo der Flughafen ist, ist da jetzt schon vergleichsweise nicht so viel. Und wenn der Flughafen auf ist, wird es mehr, aber die das werden die Zufahrten aushalten. Komplizierter könnte es vielleicht direkt vor dem Hauptterminal werden. Wenn da jeder mit dem Auto abgesetzt werden möchte, dann würde es knapp werden. Die Zufahrten jedenfalls sind groß genug, nicht sonderlich kleiner als in FRA und DUS. Die B96 könnte zu Rush hour aber durchaus zum Problem werden. Nur vierspurig ausgebaut und mit alle Paar km eine Ampel und dann diese Horrorauffahrt auf die A113 mit Ampel und SXF-Verkehr. An dieser Stelle staut es sich jetzt schon stark. Insbesondere, weil da noch der ganze Verkehr, der nichts mit dem Airport zu tun hat, sondern nur über die B96a nach Berlin rein möchte, vorbei muss. Aber gleich eine ganze Straße inkl. Tunnel unter dem Apron zu bauen? Ich weiß nicht. Eine Erweiterung der B96, mit Ersetzen der Ampeln durch Auffahrten könnte es M.Mn. nach auch tun.
Beitrag vom 05.02.2018 - 14:54 Uhr
Die "richtige" Vorgehensweise wäre jetzt doch sicherlich, erst einmal die Warnungen vor dem Verkehrsinfarkt völlig ignorieren. Danach den BER zunächst überhaupt erst einmal in seiner ersten Ausbaustufe eröffnen. Könnte ja möglicherweiss noch etwas dauern. Wenn es dann soweit ist, die Kapazitätsverdoppelung vornehmen. Wer weiß schon, wann die dann fertig gestellt sein wird. Und dann feststellen, "Hmmm, stehen ja alle mit ihren Autos im Stau!". Zumindest könnte man dann nach längerer Planung weitere neue Zuwegungen anlegen, dabei ggf. noch andere wieder abreißen müssen, etc.. Eröffnung dann in 2045...!

Meinen Sarkasmus bitte ich zu entschuldigen!

Beste Grüße!


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