Singapore Air Show
Älter als 7 Tage

Verheißungsvoller Kontinent Asien

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AirAsia Airbus A320, © Yuda Nugrahadi, CCBY

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SINGAPUR - Das rasante Wachstum chinesischer Airlines und die Entstehung neuer Günstigflieger in ganz Asien haben sich milliardenschwer in den Auftragsbüchern der Flugzeugbauer niedergeschrieben. Auf der Singapore Air Show werden Airbus und Boeing umreißen, wie sie weiter von diesem Boom profitieren wollen.

Die International Air Transport Association (IATA) schätzt, dass im Jahr 2036 bis zu 3,5 Mlliarden Menschen im asiatisch-pazifischen Raum das Flugzeug als Verkehrsmittel wählen werden - doppelt so viele wie Nordamerika und Europa zusammen.

Boeing unterstellt, dass die Fluggesellschaften der Region 16.050 neue Flugzeuge im Wert von 2,5 Billionen US-Dollar benötigen, um dieser Nachfrage gerecht zu werden.

Asien "ist der Markt, der im weltweiten Vergleich am Schnellsten wächst", sagte Boeing-Verkaufschef für den asiatisch-pazifischen Raum und Indien, Dinesh Keskar, der Agentur "Bloomberg".

Nach den Mega-Deals in den vergangenen zehn Jahren umwerben Airbus und Boeing weiterhin intensiv asiatische Kunden: denn junge Airlines auf dem chinesischen Festland, in Indien und in Südostasien benötigen weiterhin viel neues Gerät.

Zeitgleich nagt der Wettbewerb an der Finanzkraft der traditionellen Airlines der Region wie Cathay Pacific und Singapore Airlines.

"Die Region bietet ein riesiges Marktpotenzial", sagte Bloomberg-Analyst Rahul Kapoor. Da die Airlines nach der richtigen Balance zwischen Wachstum und Profitabilität suchen, geht es ihm zufolge nun darum, "den Markt zu durchdringen. Das werden sie in den kommenden fünf bis sieben Jahren tun."

China ist Marktführer in Asien

China wird die USA als bisher größten Luftfahrtmarkt vermutlich im Jahr 2022 überholen - zwei Jahre früher, als ursprünglich erwartet. Laut Corrine Png, Chefin des Aktienanalyse-Unternehmens Crucial Perspective, werden schnell wachsende Volkswirtschaften und eine ebenfalls wachsende Mittelschicht die Nachfrage bestimmen.

Airlines im asiatisch-pazifischen Raum machen schon heute den größten Posten in den Airbus- und Boeing-Auftragsbüchern aus. Boeing schätzt, dass bis 2036 39 Prozent der gesamten Nachfrage an Flugzeugen aus der Region kommen wird.

Rundumservice-Airlines in Asien verlieren aktuell Passagiere an ihre Konkurrenten aus dem Billigsegment. In Singapur kontrollieren Günstigflieger bereits über die Hälfte des Marktes. Das Gedränge hat den Gewinn pro Passagier geschmälert und Unternehmen wie Cathay Pacific und Singapore Airlines dazu gezwungen, ihr Geschäftsmodell zu überdenken.

Herausforderung Infrastruktur

Ähnlich wie in Lateinamerika liegt auch in Asien die Herausforderung in der Infrastruktur. Zwar investieren die großen asiatischen Flughäfen in Erweiterungen, dennoch wachsen sie laut Analyst Shukor Yusof nicht schnell genug, um mit der rapiden Entwicklung des Luftfahrtmarktes mitzuhalten.

CAPA schätzt, dass bis 2069 über eine 1.000 Milliarden US-Dollar in die Erweiterung von Flughäfen fließen werden - etwa die Hälfte davon in Asien. In Peking soll bis 2019 ein 12,9 Milliarden teurer Flughafen eröffnen, der die chinesische Hauptstadt endgültig zu einem der weltweit größten Drehkreuze machen wird.

Der Suvarnabhumi Airport in Bangkok soll bis 2021 für 3,7 Milliarden US-Dollar renoviert und um eine dritte Startbahn erweitert werden. Der südkoreanische Incheon International Airport hat 4,6 Milliarden US-Dollar in ein zweites Terminal investiert und will der weltweit größte Drehkreuz-Flughafen werden.

Für den Management Direktor der Asian Sky Group, Jeffrey Lowe, nicht genug: "Einige Flughafenerneuerungen werden gerade abgeschlossen, andere befinden sich in der Planung. Reicht das? Nein."
© Bloomberg, aero.de (boa) | Abb.: Airbus | 05.02.2018 15:59

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Beitrag vom 07.02.2018 - 09:49 Uhr
@paulTU154

Ich bestreite doch überhaupt nicht, dass alle Menschen auf unserem Globus die gleichen Chancen auf ein schönes und gutes Leben, und dazu gehört auch ein gewisses Mass an Luxus, haben. Ich werde mich hütten, und diese Aussage habe ich auch nicht getroffen, den Menschen in Asien oder sonstwo das absprechen zu wollen. Eher bin ich da schon bei @menschmeier, dass die sogenannte "erste Welt", die ja die Hauptverursacher diesen ganzen Desaster (Ausbeutung der Ressourcen durch Konsumwahn, Energieverschwendung, Umweltbelastungen etc.) ist, mal verzichten müsste. Aber wie Sie richtig schreiben: das ist eine Illusion.

Also beim zweiten Teil sollte man aber auch erwähnen, dass das Bevölkerungswachstum in Afrika, den arabischen Ländern, Indien, Pakistan, Bangladesh massiv negative Auswirkungen auf die dortige Ökologie hat.

Und auch das Umweltbewusstsein ist dort alles andere als ausgeprägt. 80% des Plastikmülls geht über afrikanische und asiatische Flüsse ins Meer. Inwieweit da die Plastiktütensteuer in der EU hilft.....?

Das wird beim "erste Welt-Bashing" immer gerne mal vergessen.

Verstehen Sie mich jetzt bitte nicht falsch. Ich sehe die Auswüchse beim Konsumwahn und dgl. durchaus kritisch und behaupte nicht, dass die erste Welt nichts zur Umweltverschmutzung beiträgt.

Ich verstehe Sie nicht falsch, keine Sorge (und sie schreiben in einem respektvollen, angenehmen Tonfall, was hier leider nicht immer der Fall ist - Danke dafür).

Sie haben sicher recht, allerdings darf man bei diesem Thema in diesem Kontext nicht ausser acht lassen, dass diese Menschen zum größtenteil um ihr tägliches (Über)Leben kämpfen. Und deshalb ein "Umweltbewusstsein", wie wir es aufbauen konnten, sicher das letzte ist, wofür diese Menschen Zeit haben. Das hat sicher auch damit zu tun, dass die sogenannte "1.Welt" massiv auf Kosten dieser Menschen lebte und lebt. Und ein Großteil unseres (noch) Wohlstands daraus resultiert. Das ist kein Bashing, das ist die Realität.

Aber das ist hier nicht das Thema.

Ich habe nur gefragt, ob Boeing & Co. nur einen "gigantischen" Markt (und damit Gewinn) sehen, oder eben auch gleich verantwortungsvoll damit umgehen. Also eben nicht nur die oben benannte "Geschäftspolitik" - am Ende zum Schaden von uns allen - weiterbertreibt.

Irgendwann und irgendwo müssen wir ja mal anfangen, und da ist wohl die sogenannte "1.Welt" zuerst in der Pflicht.
Beitrag vom 07.02.2018 - 09:04 Uhr
@paulTU154

Ich bestreite doch überhaupt nicht, dass alle Menschen auf unserem Globus die gleichen Chancen auf ein schönes und gutes Leben, und dazu gehört auch ein gewisses Mass an Luxus, haben. Ich werde mich hütten, und diese Aussage habe ich auch nicht getroffen, den Menschen in Asien oder sonstwo das absprechen zu wollen. Eher bin ich da schon bei @menschmeier, dass die sogenannte "erste Welt", die ja die Hauptverursacher diesen ganzen Desaster (Ausbeutung der Ressourcen durch Konsumwahn, Energieverschwendung, Umweltbelastungen etc.) ist, mal verzichten müsste. Aber wie Sie richtig schreiben: das ist eine Illusion.

Also beim zweiten Teil sollte man aber auch erwähnen, dass das Bevölkerungswachstum in Afrika, den arabischen Ländern, Indien, Pakistan, Bangladesh massiv negative Auswirkungen auf die dortige Ökologie hat.

Und auch das Umweltbewusstsein ist dort alles andere als ausgeprägt. 80% des Plastikmülls geht über afrikanische und asiatische Flüsse ins Meer. Inwieweit da die Plastiktütensteuer in der EU hilft.....?

Das wird beim "erste Welt-Bashing" immer gerne mal vergessen.

Verstehen Sie mich jetzt bitte nicht falsch. Ich sehe die Auswüchse beim Konsumwahn und dgl. durchaus kritisch und behaupte nicht, dass die erste Welt nichts zur Umweltverschmutzung beiträgt.
Beitrag vom 07.02.2018 - 06:59 Uhr
@paulTU154
Aber das ist wahrscheinlich nur ein frommer Wunsch, weil es ja unsere gesamte "Wirtschaftsphilosophie" (Wachstum) in Frage stellen würde.

Genau so meine ich es auch ... eben illusorisch ...


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