Kooperationsverhandlungen
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Boeing und Embraer sprechen über Tochtergesellschaft

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Embraer E195-E2, © Embraer

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SÃO JOSÉ DOS CAMPOS - Boeing und Embraer ziehen die Gründung eines gemeinsamen Unternehmens in Betracht: darin könnte die zivile Sparte des brasilianischen Flugzeugbauers aufgehen. Boeing braucht eine schnelle Einigung, denn der Konzern steht in der Sache zweifach unter Druck.

Verhandlungsführer der beiden Flugzeugbauer haben der Arbeitsgruppe, die sich für die brasilianische Regierung mit der Angelegenheit befasst, den Vorschlag über die Ausgliederung der Zivilluftfahrtsparte vorgelegt. Das berichten brasilianische Medien.

Über die Verteilung der Zuständigkeiten innerhalb eines solchen Unternehmens herrscht bisher Unklarheit. Dem Portal "Brasil247" zufolge strebt Boeing eine 90-Prozentige Beteiligung an. Embraer blieben demnach lediglich zehn Prozent und die Pflicht, direkt an Chicago Bericht zu erstatten.

Die Art der Berichte zeigt auf, dass das Thema einer Kooperation zwischen Embraer dem US-Giganten stark emotional besetzt ist. Gewerkschaften laufen Sturm gegen eine mögliche Übernahme und Abgeordnete der Arbeiterpartei PT drücken im Schatten des anstehenden Wahlkampfes deutlich ihr Missfallen aus.

Neuer Präsident, neue Karten

Denn in Brasilien stehen im Oktober 2018 Wahlen an. Wird ein Geschäft zwischen dem US-Giganten Boeing und dem Flaggschiff der brasilianischen Industrie Embraer tatsächlich zum Wahlkampfthema, könnte sich eine Einigung auf unbestimmte Zeit verschieben und abhängig vom Wahlausgang sogar platzen.

Die brasilianische Regierung hält seit der Privatisierung Embraers im Jahr 1994 eine "Goldene Aktie" an dem Unternehmen und damit das Recht, strategische Entscheidungen mit ihrem Veto zu belegen.

Boeing steht also zweifach unter Druck, die Verhandlungen mit Embraer erfolgreich zum Abschluss zu bringen: zum einen, weil der US-amerikanische Flugzeugbauer durch den Deal zwischen Airbus und Bombardier zur CSeries auf dem Markt der Regionaljets rasant ins Hintertreffen geraten ist. Zum Anderen, weil ein neuer Präsident die Karten völlig neu mischen könnte.

Anlegern gefällt die Idee eines gemeinsamen Tochterunternehmens anscheinend. So stieg der Wert der Embraer-Aktie nach Bekanntwerden des Plans um vier Prozent auf 22,72 brasilianische Reais.

Einer solchen Lösung müsste die brasilianische Regierung, die Aktionäre der beiden Flugzeugbauer sowie nationale und internationale Kontrollbehörden zustimmen.
© aero.de (boa) | Abb.: Embraer | 06.02.2018 11:23

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Beitrag vom 06.02.2018 - 11:29 Uhr
Von "Flugzeuge unter 130 PAX Kapazität interessieren uns nicht" und einem müden "haha" an CS und Airbus, zu "Panik" "jetzt muss es schnell gehen, wir brauchen Embrear" innerhalb weniger Monate. So lächerlich Boeing. Lächerlich...


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