"797"
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Fracht oder nicht Fracht – Boeing muss sich entscheiden

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Boeing sieht Märkte für eine 797, © Boeing

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CHICAGO – Die "797" stellt Boeing vor zwei Richtungsentscheidungen: will der Hersteller mit einer milliardenschweren Neunentwicklung ins Risiko gehen? Und: Wessen Bedürfnissen soll das Flugzeug entsprechen? Amerikanische Airlines wünschen sich Leichtigkeit, asiatische mehr Frachtraum.

Boeing steht vor einem "Frachträtsel", schätzt der Gründer und Chef der weltweit drittgrößten Flugzeugleasinggesellschaft Avolon, Domhnal Slattery.

Laut Slattery haben die großen US-Airlines und ihre asiatischen Konkurrenten sehr unterschiedliche Vorstellungen davon, wie viel Fracht ein neues Flugzeug fassen soll, das für "die Mitte des Marktes" gedacht ist.

Boeing sieht für das neue Flugzeug mit dem Arbeitstitel "797“ eine Reichweite von 4.000 bis 5.000 nautischen Meilen vor. Dabei soll es laut Boeing  Marketingchef Randy Tinseth zwischen 220 und 270 Passagiere aufnehmen können. 

Entscheidet sich der Flugzeugbauer dafür, in die Entwicklung zu gehen, soll die "797“ bis Mitte der 2020er marktreif sein. Boeing-Ingenieure sollen einen ovalen Rumpf für den Neuling ins Auge fassen. Diese Form könnte bei geringem Gewicht Platz im Passagierraum schaffen - Fracht würde in diesem Konzept eine geringe Rolle spielen.

Die "797“ soll um einiges sparsamer als Airbus A330 und Boeing 767 stark frequentierte Routen in China und anderen asiatischen Ländern sowie Strecken zwischen dem mittleren Westen der USA und Europa bedienen. Zudem könnte sie Airlines wegen ihrer Sparsamkeit und Reichweite laut Tinseth 170 neue Routen eröffnen.

Frachtraum vs. Leichtigkeit

Ein größerer Frachtraum und ein höheres Gewicht bringen dieses Ziel und das Ovalrumpfkonzept in Gefahr. Boeing hat in der ersten Planungsphase mit 50 potenziellen Abnehmern weltweit gesprochen. Slattery, dessen Leasingunternehmen Avolon von der chinesischen Chinas Bohai Capital Holding kontrolliert wird, hofft auf mehr Frachtkapazität für asiatische Kunden.

John Plueger, Chef des Leasingunterenhmens Air Lease, meint hingegen erkannt zu haben, dass sich Boeing bereits gegen eine Ausweitung des Frachtraums entschieden hat. "Diese Entscheidung wird von den größten Kunden gestützt, zu denen auch die drei großen US-Airlines gehören", sagte er, "und die sind sehr an dem Flugzeug interessiert."

Branchenkenner erwarten, dass Boeing sich noch 2018 zum Thema "797" klar positioniert.
© aero.de (boa), Bloomberg | Abb.: Boeing | 12.03.2018 08:27

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Beitrag vom 13.03.2018 - 09:25 Uhr
Wenn es die A32x-Y-Super oder der B737-Max-XXL nicht schaffen, was dann?
Noch ein weitere "-Z" Version?
Irgenwann muss man doch den Schlusssstrich ziehen wollen.
Boeing hat zumindest mit der 787 viel Erfahrung mit Plastikfliegern sammeln können. Viuelleicht gibt es einen Plastikflieger...
Ein neuer Flieger käme auch mit verbesserter Aerodynamik. Es fehlen dann noch die Motoren!
Braucht man für die Flüge nach den "Malle" viel Frachtzuladung?
Beitrag vom 12.03.2018 - 19:35 Uhr
Viele haben sich ja schon hier gefragt, wie die "Lücke" zwischen A321LR, A330-200/800 und 787-8 aussehen soll, um da einen Flieger zu positionieren, der auch von den Anschaffungskosten wettbewerbsfähig ist. Letztlich bleibt ja nur ein Ovalrumpf auf Sparsamkeit ausgelegtes Konzept, sonst ist man an den anderen oder einem möglichen A322 zu nah dran. Wird spannend, ob und was es werden wird.

Boeing hat halt das Problem das man eigentlich gerne den B767 Rumpf nehmen würde - der rist aber was fracht angeht zu klein, weil kein LD3 rein geht.
Das 2-3-2 bequem ist keine Frage, nur ist das leider gegen einen SA nur ein sitz mehr bei zusätzlichem Gang. Damit ist ein gleich konstruierter SA einfach wesentlich effizienter.
Wenn man auf einen WB geht, sollte man auf 2-4-2 und dann ist man beim A330 Rumpf mit LD3.

Wie oval man so einen Rumpf bauen kann ist auch echt fraglich, irgendwann wird er halt zu schwer wg. versträkungen
Beitrag vom 12.03.2018 - 18:27 Uhr
Viele haben sich ja schon hier gefragt, wie die "Lücke" zwischen A321LR, A330-200/800 und 787-8 aussehen soll, um da einen Flieger zu positionieren, der auch von den Anschaffungskosten wettbewerbsfähig ist. Letztlich bleibt ja nur ein Ovalrumpf auf Sparsamkeit ausgelegtes Konzept, sonst ist man an den anderen oder einem möglichen A322 zu nah dran. Wird spannend, ob und was es werden wird.


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