Restaurierung
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Lufthansa verlegt Super Star nach Deutschland

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Die Lockheed Super Star der deutschen Lufthansa, © Lufthansa

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HAMBURG - Lufthansa Technik wird die Restaurierung ihrer Lockheed Super Star aus Auburn, USA, nach Deutschland verlegen. Dazu werden die Flügel der historischen Viermot abgenommen. Die Zeitung "Sun Journal" aus Auburn meldete die überraschende Ankündigung am Donnerstag.

Demnach habe Lufthansa Technik am Donnerstag die Gemeinde Auburn informiert, dass das zehnjährige Restaurierungsvorhaben in Deutschland fortgesetzt werde. Dazu ziehe die Lockheed L-1649A Constellation noch in diesem Jahr um.

70 Personen sind derzeit unter Projektleiter Oliver Sturm mit den Restaurierungsarbeiten beschäftigt, die einmal die lufttüchtige Wiederherstellung der historischen Viermot, eines früheren Lufthansa-Flugzeugs, zum Ziel haben.

Laut "Sun Journal" habe Sturm erklärt, das Flugzeug sei "zu komplex zum Fertigstellen" weil es ein sehr altes Flugzeug aus den 50er Jahren sei. Die Entscheidung sei noch ganz neu, so dass noch keine näheren Informationen über die Folgen für Restaurierungsmannschaft und Flugzeug vorlägen.

Lufthansa Technik sprach den örtlichen Mitarbeitern und Geschäftspartnern bereits ihren Dank für die gute Zusammenarbeit aus. Das Flugzeug beende nun einen wichtigen Abschnitt und werde in Deutschland als leuchtendes Beispiel des deutsch-amerikanischen Luftfahrtvermächtnisses die langen Beziehungen zwischen beiden Nationen verkörpern. Experten von beiden Seiten des Atlantiks würden die Restaurierung fortsetzen.

Auburns Bürgermeister Jason Levesque nannte es eine Ehre, den Ort der bisherigen Restaurierung zur Verfügung gestellt zu haben und die Crew zu beherbergen. "Wir sind traurig, dass das Projekt früher als ursprünglich geplant nach Deutschland umzieht. Jetzt blicken wir auf die Infrastruktur, die zurück bleibt und auf die wirtschaftlichen Folgen", zitierte das "Sun Journal" den Bürgermeister.

Für den Umzug will Lufthansa Technik die Flügel der Viermot abnehmen. Ob danach noch eine flugfähige Wiederherstellung möglich ist, wurde noch nicht bestätigt. Die Flügel sind normalerweise nicht abnehmbar und werden bei der Endmontage beim ursprünglichen Hersteller für ein komplettes Flugzeugleben unlösbar miteinander verbunden.

Ausufernde Renovierungskosten?

Lufthansa Technik wollte am Freitag gegenüber der FLUG REVUE nicht bestätigen, dass die Renovierung fortgesetzt wird. Die Super Star sei "ein Konzernthema", LHT sei nur Auftragnehmer.

Die Webseite "Connie Survivors" hatte gemeldet, nach Renovierungskosten von bisher 200 Millionen Dollar habe der Konzern entschieden, das Vorhaben abzubrechen.

Lufthansa Sprecher Wolfgang Weber erklärte am Freitag gegenüber der FLUG REVUE, bisher sei nur die Entscheidung gefallen, dass die Super Star nach Deutschland umziehe. Wann und wie dies geschehe, sei noch offen. Ebenso sei noch offen, ob eine flugfähige Restaurierung des Oldtimers möglich sei.

Auf die Frage, ob eventuell eine Lufthansa-Kooperation mit der Schweizer "Breitling Connie" denkbar wäre, sagte Weber, hierzu seien ihm keine Überlegungen bekannt.
© FLUG REVUE - Sebastian Steinke | Abb.: Lufthansa Technik | 17.03.2018 00:42

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Beitrag vom 30.03.2018 - 11:36 Uhr
Es hat niemand gefordert, das LH für eine Restauriertung Geld ausgibt. Es hat auch niemand gefordert, dass sie seit Jahren eine Ju im Flugbetrieb unterhält.

Na, da lesen Sie mal lieber nochmal einige Kommentare hier zu diesem Beitrag. Da gibt es einige Stimmen, die das fordern. Die Petition richtet sich auch direkt an C. Spohr, dass er die Lufthansa das Ding fertig bauen lassen soll.

Es geht rein darum, ob der Abbruch zum jetzigen Zeitpunkt nicht zu spät erfolgt ist. Wie gesagt hätte die LH das schon vor Jshren machen können. Dann hätte niemand etwas gesagt.

Hier sind wir wieder beim Punkt: Wenn einer über den falschen Zeitpunkt entscheiden kann, dann der, der das Geld gibt. Man hat es versucht, jetzt sieht man keinen Nutzen mehr, der die Kosten rechtfertigt. Wie kann dass ein Außenstehender das jetzt als schlechten Zeitpunkt bezeichnen? Mir ist es lieber so, als dass man das Ding jetzt auf Teufel komm raus fertig baut, ungeachtet der entstehenden Kosten.

Ferner ist das mit den o.g. öffentlichen Projekten auch gerade deswegen nicht zu vergleichen, weil - wie sie genau richtig festgestellt haben - die Connie für die LH für die eigene Entwicklung nicht von essentieller Bedeutung ist, im Unterschied zu den anderen genannten Projekten für die Gesellschaft aber schon. Und deswegen bringt der Vergleich hier auch keinen AddedValue.

Na sehen Sie, da sind wir doch einer Meinung, dass die Lufthansa das Flugzeug nicht um jeden Preis braucht. Warum sollte man dann weiter Millionen investieren?

Und den Werbeeffekt gibt es meiner Ansicht sehr wohl. Übrigens bemisst der sich wirklich nicht an Straßenstimmen aus Hamburg. Effektivität von Werbermnaßnahmen und Imagepflege (und darum geht es hier im Kern) wird glaube ich ganz anders gemessen.

Gut, hier sind wir wohl beide unterschiedlicher Meinung; Kann ich akzeptieren da man das wirklich schwer belegen könnte, wer denn nun "Recht" hat :-)


Mag sein dass es einige Nostalgiker gibt, und in Avionik davon sicher nicht zu knapp. Aber zum Einen ist das Projekt ganz unabhängig von der historischen Bedeutung auch mal ein Licht im Tunnel des Konformismuwses, die unsere Wirtschaft prägt durch die allgegenwärtigen wirtschaftliche Zwänge jedes Unternehmens. Das bedeutet beileibe NICHT, dass damit ein Fass ohne Boden aufgemacht werden sollte, beileibe nicht...

Akzeptiert. Da sind wir dann wieder beim Punkt, ab wann ist es ein Fass ohne Boden. Und als Aktionär diverser Unternehmen muss ich sagen, dass ich solche Projekte nicht unterstütze, da in meinen Augen der Nutzen fehlt. Wenn man gleichzeitig Gehälter drückt, Jobs auslagert etc., dann ist es in meinen Augen fahrlässig, hunderte Millionen in ein Prestigeprojekt zu stecken.
Und hier schlage ich jetzt auch wieder den Bogen zu den politischen Großprojekten: Ja, vielleicht braucht man einen neuen Flughafen in Berlin, ein neues Konzerthaus in Hamburg etc., aber warum muss das ein Prestigeprojekt werden, anstatt das zu sein, wofür es gebaut wurde? Ein Flughafen muss funktional sein, da brauch man keinen Rauchabzug über den Boden, weil irgendjemand die Rohre nicht an der Decke haben will. Das ist verschwendetes Geld, dass an anderer Stelle fehlt, nur damit sich einige einzelne daran aufgeilen wollen.
CS bzw. der Lufthansa jetzt den Vorwurf zu machen, dass man da ein Riegel vorschiebt, bevor es sich zu einem Millionengrab wird, passt da nicht.


Zum anderen sollte man m.E. den Begriff Nostalgik nicht so negativ einsetzen, denn aufgrund unserer langen Gechichte in Europa sind historische (Ver-)Bindungen fester Bestandteil unser Kultur. Nicht umsonst pflegen gerade Unternehmen mit langen zurückliegenden Wurzeln ihre Firmenhistorie der tiefgehend und setzen dafür auch Mio. ein. Europa ist reichhaltig an alter Geschichte, auch Industriegeschichte, und das trotz WII auch sichtbarn an Gebäuden,etc. Wenn sie wie ich mal jahrelang in Asien gelebt und gearbeitet haben, dann werden die dieses in Europa wieder als echten Wert erkennen.

Da gebe ich Ihnen Recht. Ich wollte den Begriff auch nicht so negativ darstellen, wie es vielleicht geklungen hat.

Beitrag vom 30.03.2018 - 09:23 Uhr
Sorry, aber den Werbeeffekt sehe ich wirklich nicht. Selbst hier in Hamburg, wo man die Ju ständig rumfliegen sieht, habe ich noch nie jemanden hören sagen: Oh, die kommt von der Lufthansa oder: Ich fliege mit Lufthansa, weil die die Ju haben.
Das heißt sicherlich, dass es nicht solche gibt, aber der große Werbeeffekt, den sehe ich einfach nicht.
Der Flug mit der Ju ist sicherlich ein Erlebnis und zumindest in Hamburg sind die Flüge auch meistens lange Zeit vorher ausgebucht, aber es sind eben nur einige wenige, die damit fliegen können, von unten sieht man nicht, dass es die Lufthansa ist, die es betreibt, wo ist da also der große Werbeeffekt, der neue Kunden bringt? Den sehe ich nicht.

Ich auch nicht. Trotzdem muss das nicht verkehrt sein. Die eigentliche Frage, die hier noch nicht wirklich näher diskutiert, wurde ist die der Verhältnismäßigkeit zum Unternehmen LH bei dem es ja ziemlich auch an die Einkommensverhältnisse der Mitarbeiter ging. Wenn der Betrag von 200 Mio stimmt, was ja nicht wirklich als real verbürgt ist, halte ich das bei der Ertragslage der Jahre ca. 2010-2016 für völlig überzogen. Da war ein Abbruch mehr als gerechtfertigt.Jetzt kann man das etwas positiver betrachten. Trotzdem ist der Betrag grenzwertig. Das Flugzeug hat damals vermutlich neu weniger als 10 Mio gekostet.
Beitrag vom 30.03.2018 - 01:18 Uhr
Es hat niemand gefordert, das LH für eine Restauriertung Geld ausgibt. Es hat auch niemand gefordert, dass sie seit Jahren eine Ju im Flugbetrieb unterhält.

Es geht rein darum, ob der Abbruch zum jetzigen Zeitpunkt nicht zu spät erfolgt ist. Wie gesagt hätte die LH das schon vor Jshren machen können. Dann hätte niemand etwas gesagt. Ferner ist das mit den o.g. öffentlichen Projekten auch gerade deswegen nicht zu vergleichen, weil - wie sie genau richtig festgestellt haben - die Connie für die LH für die eigene Entwicklung nicht von essentieller Bedeutung ist, im Unterschied zu den anderen genannten Projekten für die Gesellschaft aber schon. Und deswegen bringt der Vergleich hier auch keinen AddedValue.

Und den Werbeeffekt gibt es meiner Ansicht sehr wohl. Übrigens bemisst der sich wirklich nicht an Straßenstimmen aus Hamburg. Effektivität von Werbermnaßnahmen und Imagepflege (und darum geht es hier im Kern) wird glaube ich ganz anders gemessen.

Mag sein dass es einige Nostalgiker gibt, und in Avionik davon sicher nicht zu knapp. Aber zum Einen ist das Projekt ganz unabhängig von der historischen Bedeutung auch mal ein Licht im Tunnel des Konformismuwses, die unsere Wirtschaft prägt durch die allgegenwärtigen wirtschaftliche Zwänge jedes Unternehmens. Das bedeutet beileibe NICHT, dass damit ein Fass ohne Boden aufgemacht werden sollte, beileibe nicht...

Zum anderen sollte man m.E. den Begriff Nostalgik nicht so negativ einsetzen, denn aufgrund unserer langen Gechichte in Europa sind historische (Ver-)Bindungen fester Bestandteil unser Kultur. Nicht umsonst pflegen gerade Unternehmen mit langen zurückliegenden Wurzeln ihre Firmenhistorie der tiefgehend und setzen dafür auch Mio. ein. Europa ist reichhaltig an alter Geschichte, auch Industriegeschichte, und das trotz WII auch sichtbarn an Gebäuden,etc. Wenn sie wie ich mal jahrelang in Asien gelebt und gearbeitet haben, dann werden die dieses in Europa wieder als echten Wert erkennen.

Und nur mal am Rande: Steuergelder mit privaten Gelden in einen Topf zu werfen ist nicht sachgemäß. Die Entscheidungsprozesse im öffentlichen Bereich sind nicht grundlos ungleich komplexer. Und ob private Gelder auch immer "besser" eingesetzt werden, wage ich stark zu bezweifeln. Verschwendung privater Gelder wird ungleich weniger öffentlich thematisiert als Steuergeldverschwendung. Merke: ob Manager oder Politiker, ob Arbeitgeber oder Arbeitnehmner: es gibt nicht pauschal die guten und die schlechten. Schlechte gibt es überall, und so auch schlechte Manager, die privates Geld verpulvern wie Politiker öffentliches. Einige Firmenpleiten großer Konzerne in der Wirtschaftsgeschichte zeugen davon - und über Mittelständler haben wir da noch gar nicht gesprochen.


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