Warnstreik
Älter als 7 Tage

Hunderte Flugausfälle in Frankfurt und München

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Frankfurt Airport, © Fraport AG

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FRANKFURT - Flugreisende müssen sich am Dienstag am Frankfurter und am Münchner Flughafen wegen eines Warnstreiks ganztägig auf erhebliche Einschränkungen einstellen: hunderte Flüge bleiben am Boden. Beschäftige der Flugzeugabfertigung und Flughafenfeuerwehr legen die Arbeit nieder.

Auch die Flugsicherheitskontrolle sei von dem Streik betroffen, sagte ein Sprecher des Flughafenbetreibers Fraport. "Das ist auch das, wodurch wir die extremsten Einschränkungen erwarten."

Die Gewerkschaft Verdi hatte die Beschäftigten dazu aufgefordert, von 5.00 Uhr bis 18.00 Uhr die Arbeit niederzulegen. Die Lufthansa hat bereits hunderte Flüge gestrichen - wie auch an den ebenfalls betroffenen Flughäfen in München, Köln und Bremen. Insgesamt seien mehr als 800 Verbindungen betroffen, sagte eine Lufthansa-Sprecherin.

In München streiken etwa 500 Mitarbeiter der Flughafengesellschaft, der Flugzeug- und Gepäckabfertigung und der Sicherheitsgesellschaft den ganzen Tag über. Laut einer Lufthansa-Sprecherin hat das Unternehmen allein dort vorab 240 Inlands- und Auslandsflüge gestrichen.

Verdi will damit kurz vor der dritten Tarifrunde für die Beschäftigten im öffentlichen Dienst den Druck erhöhen. Die Gespräche sind am 15. und 16. April in Potsdam. Die Gewerkschaft fordert für bundesweit rund 2,3 Millionen Tarifbeschäftigten sechs Prozent mehr Lohn und Gehalt, mindestens aber 200 Euro pro Monat.

Die Ausstände an den Flughäfen sollen auf den 10. April beschränkt sein. Die Gewerkschaften Verdi und Beamtenbund dbb kündigten bis zum 13. April allerdings weitere bundesweite Warnstreiks im gesamten öffentlichen Dienst von Bund und Kommunen an.

Betroffen sein sollen unter anderem Kitas, der Nahverkehr und die Müllabfuhr.
Der Verdi-Vorsitzende Frank Bsirske verteidigte die Ausstände. "Mit der massiven Ausweitung der Streiks setzen wir in dieser Woche deutliche Signale an die Arbeitgeber", sagte er.

Dieser Artikel wurde am 10.04.2018 um 10.42 Uhr aktualisiert.
© dpa-AFX, aero.de | Abb.: Fraport AG | 10.04.2018 08:20

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Beitrag vom 17.04.2018 - 17:34 Uhr
Und heute schon der "Durchbruch bei den Tarifverhandlungen".

Wie gesagt: Das gehört alles zum Spielchen mit dazu.
Beitrag vom 10.04.2018 - 20:03 Uhr
Immer dieses Argument: Wieso bewerben sich die Leute nicht auf besser bezahlte Jobs.... Ich kanns echt nicht mehr hören. Sie sind wohl auch so jemand, der mit sich alles machen lässt seitens seines Arbeitgebers. Nicht jeder der an der Sicherheitskontrolle arbeitet, ist dazu in der Lage an eine Universität zu gehen.
Die Kolleginnen und Kollegen kämpfen für eine STop des Lohndumpings am Frankfurter Flughafen und das ist auch gut so. ALs Geiselhaft für die eigene Komfortzone würde ich das nicht gerade bezeichnen. Aber so ist das halt hier im Forum, sobald nur einer streikt, sei es Piloten, FLugbegleiter oder das Bodenpersonal kommen wieder diejenigen hier angekrochen, die beruflich vermutlich im trockenen sitzen und meinen anderen den mahnenden Finger zeigen zu müssen. Und schon wird wieder argumentiert: Geht doch, wenn es euch nicht passt.

Na ja, wir haben zwar ein Streikrecht in Deutschland, welches ja an für sich gut ist, aber es sollte immer eine gewisse Verhältnismässigkeit
gelten - zumal es hier erst einmal nur um Warnstreiks geht und nicht um einen Arbeitskampf nach vorerst erfolgloser Tarifverhandlung.
Und es ist aus meinen Augen ein schlechter Stil, von Anfang an unbeteiligte Unternehmen zu treffen - in diesem Falle die Airlines.
Man glaubt es kaum, nach etlichen Jahren ist bei LH Ruhe eingekehrt und schon wieder trifft es LH. Waren die Streiks eigenen
Belegschaft durchaus begründet, so ist dies nun Schädigung eines oder mehrerer unbeteiligter Unternehmen. Da sollte man zumindest mal
am Anfang etwas zurückhaltender sein, zumal es hier nicht im speziellen um Security oder Feuerwehr geht, sondern um
öffentlichen Dienst. Da besteht auch die Möglichkeit, so zu streiken, ohne zusätzlich unbeteiligte Unternehmen zu treffen und schon
gar nicht eine Zielgruppe, die völlig aussen vor ist, nämliche Gäste der BRD (Umsteiger, Touristen, etc.). Sollte man sich wirklich nicht in
einem angemessenen Zeitrahmen einigen, kann man das immer noch steigern. Man möge sich mal vorstellen, die Arbeitgeber
sperren dann aus - dann heisst es wieder, das geht nicht. Und bei Verdi muss ich aus verschiedenen Gründen eh immer grübeln....

Bottom-Line - total überzogen für den Stand der Verhandlungen, nicht verhältnismässig.



Dieser Beitrag wurde am 10.04.2018 20:04 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 10.04.2018 - 19:13 Uhr
Die Streikhäufigkeit nimmt zu. So viel stimmt wohl.
Jedoch liegt das ganz bestimmt nicht an einer gestiegenen Gier und Rücksichtlosigkeit der Arbeitnehmer, sonder vielmehr an der definitiv gestiegenen Kompromisslosigkeit der Arbeitgeber. Das mag nicht unbedingt für den öffentlichen Dienst gelten, aber bestimmt für die freie Wirtschaft. Je größer der Konzern, desto kompromissloser die Verhangsposition der Arbeitgeber. Und hier gibt es genügend Klatscher für diese Linie. „Sollen sie sich halt einen anderen Job suchen...“ etc. Schöne neue Welt


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