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A400M kämpft mit Image-Problemen

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Airbus A400M, © Airbus

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TOULOUSE - Pannenflieger, Schrottflieger, Problemflieger, Sorgenflieger: Die Liste der abfälligen Spitznamen für den Airbus-Militärtransporter A400M ist lang. Anders als in europäischen Nachbarländern bekommt der Flieger mit dem offiziellen Namen "Atlas" in Deutschland extrem schlechte Noten.

Rund 1,5 Milliarden Euro teurer als geplant und mehr als elf Jahre zu spät geliefert - der Transporter hatte wegen herber Geburtsschwierigkeiten und vieler Kinderkrankheiten lange einen schlechten Ruf.

Doch nirgendwo hält sich dieser so hartnäckig wie in Deutschland, wo die Bundesluftwaffe an ihrem einzigen A400M-Standort in Wunstorf bei Hannover schon bald die 19. Maschine übernehmen wird.

Was ist tatsächlich dran an der Kritik? Kann der technisch überaus komplexe A400M heute schon alles, was er können müsste? "Die zugesagten Fähigkeiten sind noch nicht zu 100 Prozent erreicht", gibt der fürs A400M-Programm zuständige Airbus-Sprecher Florian Taitsch zu und meint: "Da ist in der Tat noch Luft nach oben, auch wenn wir mit Hochdruck dran arbeiten."

Er stellt eine unterschiedliche öffentliche Wahrnehmung des gleichen Flugzeugs in anderen Kundenländern wie Frankreich und Großbritannien fest. Die Franzosen haben bisher die längste A400M-Erfahrung.

"Die Armée de l'air ist zum aktuellen Entwicklungsstadium vollauf zufrieden mit den Flugzeugen, und ihre Zuverlässigkeit ist sehr akzeptabel geworden", sagte der französische Programmoffizier Paul Villemin vergangenen Sommer schon der Zeitung "Les Echos", die sich über die deutschen Befindlichkeiten wunderte.

"Auf französischer Seite scheinen diese Beschwerden kaum noch für große Aufregung zu sorgen, während sich die Deutschen so aufregen wie Paris ein Jahr zuvor", hieß es in der Zeitung.

Einsatz in Westafrika

Frankreich, das bisher 14 Maschinen übernommen hat, testet gerade einen A400M auf westafrikanischen Buschpisten. Briten und Franzosen schickten die Maschinen trotz Kinderkrankheiten zügig in den operativen Einsatz.

Die Vorbereitungszeit für einen A400M-Einsatz beträgt nach inoffiziellen Angaben bei den Franzosen zwischen 40 und 60 Minuten - bei taktischen Missionen auch schon mal 90 Minuten.

Die französischen Einsatzplaner stützen sich dabei nach Airbus-Angaben auf dieselben IT-Systeme wie ihre deutschen Kollegen. In Frankreich verläuft die Debatte trotz gelegentlicher technischer Probleme eher unaufgeregt.

Daran änderte auch die Streckung der A400M-Produktion nichts: Sie soll nun von 19 Maschinen im Jahr 2017 auf acht ab dem Jahr 2020 gesenkt werden. Zugleich wird die Produktion bis zum Jahr 2030 verlängert. Ausgeliefert sind bisher 61 Flugzeuge.

Piloten schwärmen von Flugeigenschaften

Deutsche Piloten schwärmen hinter vorgehaltener Hand von den Flugeigenschaften des A400M. Teilweise sei er sogar besser als vertraglich zugesichert - etwa bei der Zuladung oder der kurzen Landestrecke.

Begeistert wird auch über den extremen Tiefflug gesprochen, der als eine Art Weltneuheit vollautomatisch stattfindet. Offiziell halten sich die Piloten jedoch eher bedeckt.

Denn die deutsche Luftwaffe gibt sich momentan medienscheu: Mit dem Hinweis auf schwierige logistische Vorbereitungen für den im Juni stattfindenden "Tag der Bundeswehr" verweigert sie Besuche auf dem modernsten deutschen Militärluftfahrt-Standort in Wunstorf.

Dort werden auch französische A400M-Pilotenanfänger ausgebildet - umgekehrt werden fortgeschrittene deutsche Piloten in Orléans unterrichtet. Für viele der deutschen A400M-Piloten sind die Pannen und ihre negative öffentliche Wirkung ärgerlich.

Wie etwa jene Panne ausgerechnet mit Ursula von der Leyen, bei der die Bundesverteidigungsministerin den Rückflug von einer Dienstreise mit der viel kleineren und langsameren Transall antreten musste.

Zuversicht bei der Bundeswehr

Grund war ein kaputter Dichtungsring an einem der vier Triebwerke. Technisch hätte die Maschine auch mit drei Triebwerken problemlos heimfliegen können. Doch dafür fehlte die Zulassung.

Der Kommodore des Lufttransportgeschwaders LTG 62, Oberst Ludger Bette, versuchte sich im Standortmagazin "Das Fliegende Blatt" an einer Erklärung. "Der A400M-Routine-Flugbetrieb, insbesondere der in die aktuellen Einsatzgebiete der Bundeswehr, wird von den Medien mit großer Aufmerksamkeit verfolgt", schrieb er schon vor einem Jahr.

"In wesentlichen Teilen dieser Berichterstattung wird dabei übersehen, dass die Einführung eines komplexen neuen Flugzeuges Zeit benötigt." Das sei auch bei anderen, später erfolgreichen Flugzeugen so gewesen.
© Von Ralf E. Krüger, dpa | Abb.: Airbus | 06.04.2018 08:03

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Beitrag vom 08.04.2018 - 18:54 Uhr
Naja, halbsowild, zum Glueck hat die LW ja ein paar Hercs fur den Ernstfall beschafft, und falls mal was Schweres transportiert werden muss, wird halt ne an124 angechartert. Das Problem liegt auf keinen Fall bei die Airbus
Beitrag vom 08.04.2018 - 00:00 Uhr

Warum hört man solche Dinge aus den USA seltener?? Ganz einfach, die planen dort ein Projekt und bauen das Flugzeug dann auch so und zu dem gedachten Zweck. Entwickelt sich eine andere Anforderung, entwickeln sie das Flugzeug nach Projektabschluss als neue Variante weiter oder legen ein neues Projekt auf.

Das Problem ist das die BW nur eine "Rumpfarmee" ist, es gibt keine ernst zu nehmende Testabteilung, man kann nicht mal die Piloten selber ausbilden etc. etc. etc.
Beitrag vom 07.04.2018 - 20:30 Uhr
Die A400M ist und bleibt ein beeindruckendes Flugzeug. Die ständigen Vergleiche zu anderen Flugzeugmustern und das hätte, hätte, ... sind mittlerweile langweilig.

Es gibt kein Flugzeug was man mit der A400M wirklich DIREKT vergleichen könnte. Die A400M wurde rein als Ersatz zur Transall und für die Bedürfnisse und den Wünschen aus dem europäischen Konsortium konstruiert und letztendlich auch gebaut.

Das Problem ist hierzulande nicht die A400M, sondern eine Luftwaffe/Bundeswehr bedingt aus ihrer schlechten und unzureichenden Stellung hier im Land.

Kaputtgespart und heruntergewirtschaftet durch die Bundesregierung und der dazugehörigen Ministerin. Ihren Namen schreibe ich jetzt nicht aus, sonst rege ich mich nur unnötig auf. Die größte Fehlbesetzung in der Geschichte der BRD ... (.)

Nein, da muss ich strikt wiedersprechen.
Die größte fehlbesetzung, da rangeln sich Scharping und der Lügenbaron aus Bayern drum. Letzterer hat enormen Schaden angerichtet, den Frau VdL nun auslöffeln darf.
Klar ist ihre Vorstellung ein Problem - die BW krankt nicht an fehlenden Kitas oder Umstandsmode. Und auch eine Frauenquote macht die BW nicht zur besseren Armee.
Aber das ist Zeit & Parteigeist.

Die Fehler beim A400m - die hat sie wirklich nicht zu verantworten.
Rüstungsprojekte laufen oft aus dem Ruder.

@ Runway: Man hätte das schon unter einen Hut bekommen, EFA ist ja auch ein top Flieger geworden trotz unterschiedlicher Anforderungen.
Man hätte halt den Fehler mit den Triebwerken und der Leistung nicht machen dürfen, wie beim BER auch killen Änderungen so ein Projekt.
Der A400m ist am Ende ein verdammt guter milt. Transporter, der taktishc und strategisch eingesetzt werden kann - das können nicht viele.


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