IABG simuliert 180.000 Flüge
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Bombardier CSeries besteht Langzeit-Ermüdungstest

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Bombardier CSeries, © Bombardier

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DRESDEN - Eine CSeries CS100 von Bombardier hat einen seit August 2014 laufenden Langzeittest zur Strukturermüdung erfolgreich bestanden. Er fand in einer IABG-Testhalle am Flughafen Dresden statt und entsprach drei kompletten Flugzeugleben hintereinander.

Nach drei Jahren Versuchsbetrieb hat die IABG den Nachweis der Lebensdauer für die CSeries erbracht. Der Betriebsfestigkeitsversuch hat der IABG zufolge an der Bombardier CSeries 180.000 Flüge simuliert. Er hatte im August 2014 begonnen und endete im Januar 2018.

Die zulassungstechnische Vorgabe lautet, drei "Flugzeugleben" auf dem Teststand zu absolvieren, um die damit verbundene Materialermüdung zu beobachten. Dabei wird die Rissbildung und Rissentwicklung und alle Alterungsprozesse im Laufe eines Flugzeuglebens genau überwacht.

Mit Hilfe der Ergebnisse kann man am realen Flugzeug vorhersagen, wo die ersten Alterungsschäden auftreten werden, und man kann erkennen, ob sich ungewöhnlicher Verschleiß zeigt.

Den Versuch führte die IABG in ihrer Testhalle in Dresden durch, die 2004 für den inzwischen beeendeten Betriebsfestigkeitsversuch am Airbus A380 neu errichtet worden war.

Geprüft wird hier jeweils ein kompletter Rumpf inklusive Flügelmittelkasten und Seitenleitwerk und mit beiden Tragflächen. Dabei wird der Testrumpf mit insgesamt 124 servo-hydraulischen Zylindern verbunden und computergesteuert immer wieder mit allen typischen Lasten eines Flugzyklus belastet.

Rollen, Start, Steigflug, Turbulenzen und Manöver, Sinkflug, Landung mit Aufsetzen und Ausrollen folgen rund um die Uhr immer wieder aufeinander. Währenddessen werden die Messdaten auf bis bis zu 1.500 Kanälen kontinuierlich aufgezeichnet und ausgewertet.

Die IABG führte den Versuch an einer CSeries CS100 durch, das Ergebnis schließt aber auch die Zulassung des größeren Modells CS300 ein.

Weitere Tests 2018

Nach der Beendigung der Versuchsreihen stehen noch statische Testkampagnen zur Ermittlung der Restfestigkeit sowie die sogenannte "Tear-Down"-Inspektion im Laufe des Jahres 2018 an.

Dabei werden Teile der Testzelle zerlegt und im Labor auf eventuelle verborgene Schäden geprüft und andere Teile absichtlich bis zum Bruch belastet, um zu sehen, ob die Ingenieure die Festigkeit der Struktur korrekt berechnet haben.

Neben der Auslegung, Errichtung und Durchführung des Betriebsfestigkeitsversuchs an der CSeries hat die IABG im Zeitraum von 2010 bis heute mehrere Projekte für Bombardier Aerospace durchgeführt.

Diese umfassten die Bereitstellung von Prüfständen zur Entwicklung der CSeries am Standort Montreal und die Entwicklung von zerstörungsfreien Testverfahren für den Betrieb von verschiedenen Mitgliedern der Bombardier-Flugzeugfamilie.
© FLUG REVUE - Sebastian Steinke | Abb.: Bombardier | 11.05.2018 08:07


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