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Passagiergeschäft beschert Fraport starken Start ins Jahr

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Flughafen Frankfurt, © Fraport AG

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FRANKFURT - Die starke Nachfrage nach Flugreisen hat dem Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport im ersten Quartal einen überraschend starken Gewinnsprung beschert. Vorstandschef Stefan Schulte sieht den Konzern damit gut gerüstet, den operativen Gewinn und die Zahl der Fluggäste in diesem Jahr wie geplant zu steigern.

In den ersten vier Monaten übertraf das Passagierplus an Deutschlands größtem Airport mit fast neun Prozent sogar deutlich die Planungen für das Gesamtjahr.

Am Finanzmarkt kamen die Nachrichten gut an. Kurz nach Handelsstart gewann die Fraport-Aktie 2,7 Prozent an Wert und war damit zweitstärkster Titel im MDax. Allerdings hatten die Papiere seit Jahresbeginn zuvor mehr als 10 Prozent verloren.

Dabei geht es an Fraports Heimatstandort wieder deutlicher bergauf, seit sich der Konzern stärker für Billigfluggesellschaften geöffnet und mit einem neuen Rabattsystem im vergangenen Jahr direkt Europas größten Billigflieger Ryanair als Kunden gewonnen hat. Zuvor war der allgemeine Billigflug-Boom an dem Luftfahrt-Drehkreuz in der Mitte der Republik größtenteils vorbeigegangen.

Von Januar bis April zählte Fraport in Frankfurt nach vorläufigen Zahlen nun bereits 8,7 Prozent mehr Fluggäste als ein Jahr zuvor. Im April fiel das Plus mit 5,8 Prozent zwar geringer aus. Das lag aber auch daran, dass die Osterferien diesmal im Gegensatz zum Vorjahr teilweise in den März gefallen waren. Für das Gesamtjahr rechnet die Fraport-Spitze weiterhin mit 67 bis 68,5 Millionen Fluggästen, rund 4 bis 6 Prozent mehr als noch 2017. Der operative Gewinn (Ebitda) soll weiterhin auf 1,08 bis 1,11 Milliarden Euro klettern.

Im ersten Quartal profitierte der Konzern auch davon, dass er zu Jahresbeginn den Betrieb der Airports Fortaleza und Porto Alegre in Brasilien übernommen hatte. Auch die 14 griechischen Regionalflughäfen waren Anfang 2017 noch nicht in den Konzernzahlen enthalten. Nun stieg der Umsatz im Jahresvergleich um 15 Prozent auf knapp 682 Millionen Euro. Der operative Gewinn legte sogar um 27 Prozent auf fast 175 Millionen Euro zu. Unter dem Strich blieb ein Gewinn von 23 Millionen Euro, ein Plus von fast 28 Prozent. Dabei schnitt Fraport durchweg besser ab als von Analysten erwartet.

"Der positive Trend aus dem vergangenen Jahr setzt sich ungebrochen fort, sowohl international wie auch in Frankfurt", sagte Schulte. An fast allen Airports des Konzerns seien die Passagierzahlen stark gestiegen. Vor allem am Fraport-Flughafen im türkischen Antalya ging es aufwärts. Dort hatte die Türkei-Krise in den vergangenen Jahren für einen herben Einbruch gesorgt. Auch der Reisekonzern Tui berichtete am Morgen von starken Zuwächsen bei Türkei-Reisen.

An den im April 2017 übernommenen 14 griechischen Regionalflughäfen musste Fraport in der Summe einen leichten Rückgang der Passagierzahlen hinnehmen. Hauptgrund dafür sei die Schließung der Start- und Landebahn am passagierstärksten Standort Thessaloniki gewesen, hieß es. Fraport hatte im Zuge der Übernahme die Sanierung und den Ausbau der übernommenen griechischen Airports versprochen. Die Investitionen ließen auch die Zinsbelastung des Konzerns kräftig steigen.

Auch am Heimatflughafen Frankfurt investiert Fraport in die Infrastruktur und vor allem in das neue Terminal 3, dessen Flugsteig G gezielt auf die Anforderungen von Billigfliegern wie Ryanair ausgerichtet sein soll. Änderungen in den bestehenden Terminals sollen die Abläufe am Flughafen verbessern.

Erst am Dienstag hatte die größte Kundin Lufthansa wieder deutliche Kritik geübt. Trotz erster Kostenentlastungen sei das Drehkreuz noch immer der teuerste Flughafen im Lufthansa-System, hatte Lufthansa-Chef Carsten Spohr gesagt. Außerdem erfülle der Flughafen derzeit nicht die Erwartungen an Premium-Qualität. Bis sich das geändert habe, verlagere der Lufthansa-Konzern sein Wachstum verstärkt nach Zürich, München und Wien.
© dpa-AFX | 09.05.2018 07:24


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