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Dicke Luft zwischen Heathrow und British Airways

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Heathrow Ausbau (Animation), © Heathrow Airport

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LONDON - British Airways stellt sich beim Ausbau von London-Heathrow quer - der größte Nutzer vermutet, dass der viel teurer wird als veranschlagt. Im IAG-Konzern, der Muttergesellschaft von British Airways, wittert man steigende Gebühren. Der Airport will sich die Ausbaupläne nicht zerreden lassen.

"Jede Airline wird sich immer und überall über zu hohe Gebühren beklagen", sagte Heathrow-Chef John Holland-Kaye Donnerstag in London. "Es ist nicht unsere Aufgabe, uns schützend vor die Eigeninteressen unseres größten Kunden zu stellen."

Der belebteste Flughafen in Europa läuft am Limit - 78 Millionen Passagiere reisten 2017 über Heathrow. Viel mehr geben die vorhandenen Pisten und Terminals nicht her. Der Bau einer dritten Start- und Landebahn und neuer Terminals soll die Kapazitätsgrenze auf 130 Millionen Passagiere verschieben.

Doch das Vorhaben ist 14,3 Milliarden Pfund - 16,2 Milliarden Euro - teuer. Mindestens. Eine 3,5 statt 3,2 Kilometer lange Start- und Landebahn im Nordwesten würde Kosten sogar noch weiter in die Höhe treiben. Flughafengesellschaft und IAG streiten über die richtige Lösung und Zahlen.

"Ich vertraue denen nicht"

Er habe "null Vertrauen" in Zeit- und Finanzrahmen für den Ausbau, sagte IAG-Chef Willie Walsh vergangene Woche vor Parlamentsmitgliedern in London. British Airways kenne weder genaue Bugets noch Planungsstände. "Ich vertraue denen nicht und Sie sollten das auch nicht." In Heathrow drohe eine "Fehlinvestition".

Walsh stellte die Idee in den Raum, die dritte Start- und Landebahn und neue Terminals nicht von der Flughafengesellschaft, sondern von einem Konkurrenten planen und betreiben zu lassen. Virgin-Atlantic-Chef Craig Kreeger forderte zumindest Zusagen des Flughafenbetreibers zur Höhe der Passagierentgelte nach der Ausbauphase.
© aero.de | Abb.: Heathrow Airport | 23.02.2018 09:23

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Beitrag vom 23.02.2018 - 10:38 Uhr
Welcome to BREXIT.

Das Königreich wird sich leider mit noch mehr unbequemen Realitäten konfrontiert sehen. Wie britisch ist Britisch Airways eigentlich noch? Spätestens in einem Jahr wird das der Regierung auf die Füsse fallen. Zumindest, wenn man davon ausgeht, dass dann "britische" Airlines nicht mehr die gleichen Rechte haben werden wie EU Airlines. Genau genommen ist mit Umsetzung des Brexitbeschlußes die Holding IAG weder als britisch noch europäisch einzustufen. Maßgeblich hierfür ist die Anteilsstruktur der IAG. Zumindest europäisches Recht sieht eine Obergrenze für Nicht-EU Eigner von 49 % der Anteile vor. Da Qatar Airways jetzt bereits 20 % an IAG hält und IBERIA und British Airways paritätisch den Rest, würde mit BREXIT Vollzug der Nicht-Europäische Anteil am IAG Konzern auf 60 Prozent nach oben schnellen, es sei denn British Airways reduziert ihre Anteile an IAG auf unter 39 Prozent bei gleichbleibendem Engagement der Qataries.

Für British Airways kommen allerdings noch ganz andere Fragezeichen auf, in Bezug auf freien Marktzugang zur und innerhalb der EU. Dem Status von EFTA-Staaten wird sich U.K. laut Theresa May auch nicht anschließen, da man auf eigene gesetzgeberische Souveränität Wert legt.

Zur Frage Heathrow ist man deshalb auch weniger flexibel Standortpolitik a la Lufthansa zu betreiben und Verkehre notfalls ins benachbarte Ausland zu verlegen, wie es LH mit Brüssel, Wien und Zürich möglich ist.

Bei der jetzigen protektionistischen Haltung der USA ist u. U. auch fraglich ob Open Skies in der Form weiter existieren wird. Möglicher Weise führt der BREXIT für U.K. und damit auch British Airways zu einem rigidem Neo-Bermuda Agreement. Mit dem BREXIT hat sich U.K. ziemlich viel auf den Teller gepackt. Ob das den Wählern klar war?

Alles wenig erbaulich für British Airways.
Beitrag vom 23.02.2018 - 09:47 Uhr
Ich werd das Gefühl nicht los, dass es nicht um die Gebühren, sondern um Slots geht. British Airways hat wohl Angst, dass sich bei mehr Slots auch mehr Konkurrenz auf ihrem Territorium breit machen wird. LHR als Europas Hub Nummer 1 funktioniert für BA nur deshalb so gut, weil die Plätze für die Konkurrenz rar sind.

Wobei die zumindest vor Billigheimern ja eigentlich keine Angst haben müssen, die sind ja eh alle in STN und LTN.


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