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Spohr treibt Brussels Airlines zum Sparen an

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Brussels Airlines Airbus A330 Flotte, © Brussels Airlines

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SYDNEY - Am Rande der IATA Generalversammlung hat Lufthansa-Chef Carsten Spohr ein Interview über Zustand und Zukunft von Brussels Airlines gegeben und eine unmissverständliche Botschaft gesendet: wenn die Airline nicht selbst für gute Zahlen sorgt, braucht sie von Lufthansa nichts zu erwarten.

"Die Brussels Airlines-Mitarbeiter sollten bei der Integration in Eurowings kooperativer sein", sagte Spohr in einem Interview mit der Tageszeitung "La Libre Belgique" und dem Fernsehsender VRT, "damit Gewinnmargen und Umsätze steigen."

Allein ist Brussels Airlines aus Spohrs Sicht zu klein, "um erfolgreich zu sein" und zu wachsen. Als Drohung an die Mitarbeiter will er das nicht verstanden wissen: "Sie (die Mitarbeiter, Red.) brauchen sich vor Nichts und Niemandem zu fürchten."

Spohr lässt keinen Zweifel daran, wohin die Reise für Brussel Airlines gehen wird: im Europageschäft soll die Airline Eurowings verstärken. Für die Langstrecken kann Brussels Airlines laut Spohr als Marke erhalten bleiben - gerade auf Verbindungen nach Afrika.

Dennoch betont Spohr das ungleiche Kräfteverhältnis zwischen Eurowings auf der einen und Brussels Airlines auf der anderen Seite - und das können Mitarbeiter dann doch als Drohung verstehen. Demnach ist Eurowings nicht auf die Synergien mit Brussels angewiesen, Brussels umgekehrt aber schon.

Pilotenstreik ärgert Lufthansa

"Wir glauben, dass Brussels Airlines das Eurowings-Kompetenzzentrum (für Langstreckenflüge, Red.) werden kann, aber dieses Wachstum des Langstreckengeschäfts kann auch in Düsseldorf stattfinden, in Brüssel nur, wenn die Gewinnmargen es erlauben", sagte er. "Auch hier gilt: wenn die angepeilten Ziele nicht erreicht werden, wird es keine zusätzlichen Investitionen und kein Wachstum geben."

Eurowings dagegen soll durch die Bündelung der Kräfte der einzelnen Airlines der Gruppe zu Lufthansas schlagkräftiger Antwort auf Ryanair und andere Konkurrenten aus dem Billigsegment avancieren.

Auf den zweitägigen Streik der Brussels-Piloten im Mai 2018 antwortet Spohr mit Unverständnis. "Innerhalb der Lufthansa Gruppe ist Brussels Airlines eine relativ kleine Airline, wenn dort gestreikt wird, wirkt sich das unmittelbar auf ihre Ergebnisse aus."

Spohr nimmt die Brussels Airlines-Mitarbeiter in die Pflicht - und heizt zugleich den Wettbewerb innerhalb der Gruppe an. "Bei Austrian Airlines und Brussels Airlines wurden nicht so gute Ergebnisse (wie bei Swiss, Red.) erzielt, diese Unternehmen brauchen keine weiteren Investitionen erwarten. Lassen Sie es mich so sagen: ihr Schicksal liegt in ihren Händen."
© aero.de (boa) | Abb.: Brussels Airlines | 06.06.2018 11:47

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Beitrag vom 14.06.2018 - 16:13 Uhr
Der Sommer wird spannend, es werden (wieder) etliche Flüge aufgrund Crewmangel ausfallen.
Ist denn jeder ausgefallene Flug die Folge von Crewmangel? Gibt es auch Gründe wie Wetter, knapper Luftraum, Fluglotsenstreiks, Strom- und Computerausfall, technische Probleme mit dem Flugzeug usw. ???
Wie groß mag denn der Anteil sein wenn Flugzeuge aus Crewmangel nicht fliegen? Hat jemand hier nachvollziehbare Zahlen?
Nein, Zahlen habe ich keine. Aber vielleicht kann das hier etwas weiterhelfen.
 http://www.airliners.de/luftraumsperrungen-hauptgrund-verspaetungen-duesseldorf/45376
... So sind nach exklusiven airliners.de-Informationen aus Airport-Kreisen über 50 Prozent der Delays auf Flugverkehrskontrolle (ATC, Air Traffic Control) zurückzuführen - also beispielsweise auf durch Lotsenstreiks bedingte Luftraumsperrungen. Gut ein Fünftel der Delays gehen auf Unwetter zurück.
Flugsicherungsgründe dürften vor allem Luftraumsperrungen infolge des Fluglotsenstreiks beispielsweise in Frankreich und Griechenland gewesen sein. Für kommendes Wochenende hat Eurocontrol neue Arbeitsniederlegungen der französischen Lotsen gemeldet
Beim Wetter ist zu erwähnen, dass NRW im vergangenen Monat von überdurchschnittlichen vielen Unwettern heimgesucht wurde, infolge derer viele Flughäfen zeitweise den Betrieb einstellen mussten.
Etliche Verspätungen gehen in Düsseldorf auf das Konto von Homecarrier Eurowings. Ein Insider drückt es so aus: "Bei mehr als sieben von zehn Verspätungen ist die Airline machtlos. Das zeigt die Dimension auf, wie sehr insbesondere die Flugsicherungen zurzeit das Chaos am Himmel produzieren, nicht die Airlines."
Beitrag vom 12.06.2018 - 19:49 Uhr
TP hat mMn auch keine Größe um auf Dauer selbständig überleben zu können.
Beitrag vom 12.06.2018 - 10:52 Uhr
Also SN war im letzten Jahr kein Verlustbringer wie @contrail55 richtig schreibt. Der EBIT lag bei 14.98 Millionen Euro und der Reingewinn bei 3.57 Mio. Euro. An diesen Zahlen sieht man auch wo das Problem liegt. Damit ist man langfristig nicht investitions- und überlebensfähig.

Der Markt in Europa wird gerade konsolidiert und LH mischt dabei kräftig mit. AZ wird entweder bei einem der drei europäischen Player (IAG, LH, AF/KLM) unterkommen oder liquidiert, und ob SK, LO und AY langfristig bestehen muss sich ebenfalls noch weisen.

BRU ist grundsätzlich kein schlechter Markt mit vielen EU-Beamten aber mit dem Problem sehr stark im LC-Bereich zu sein. Ausserdem hat SX in Afrika eine gewisse Präsenz und entsprechende Erfahrungen. Der Preis war ebenfalls relativ moderat, für das was man bekommen hat. Sicher gibt es einige Stolpersteine zu lösen (z. B. Integration der Langstrecke) etc. aber auch das wird man noch in den Griff bekommen.


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