Brexit
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Airbus droht mit Teil-Rückzug aus Großbritannien

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British Airways Airbus A380, © Airbus S.A.S.

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LONDON - Airbus droht im Falle eines harten Brexits ohne Abkommen mit dem Teil-Rückzug aus Großbritannien. "Einfach ausgedrückt gefährdet ein Szenario ohne Deal direkt die Zukunft von Airbus im Vereinigten Königreich", sagte der Chef der Airbus Verkehrsflugzeugproduktion Tom Williams.

Falls das Land im März 2019 ohne Abkommen aus der Europäischen Union aussteige und damit im kommenden Jahr Binnenmarkt und Zollunion sofort und ohne Übergangsphase verlasse, würde dies laut Airbus zu einer "schweren Störung und Unterbrechung" der Produktion führen.

"Dieses Szenario würde Airbus dazu zwingen, seine Investitionen im Vereinigten Königreich und seinen langfristigen Fußabdruck im Land zu überdenken", teilte das Unternehmen mit.

Die Erklärung wurde in Großbritannien von Gewerkschaften, der Opposition und EU-Befürwortern mit Bestürzung aufgenommen. Premierministerin Theresa May sollte ihre roten Linien bei den Verhandlungen aufgeben, hieß es etwa aus der Labour-Partei.

Airbus hat seinen Hauptsitz im französischen Toulouse und beschäftigt in Großbritannien 14.000 Mitarbeiter an 25 Standorten, an seiner britischen Zuliefererkette hängen 110.000 Jobs. In den britischen Werken Filton und Broughton werden alle Flügel der Airbus-Verkehrsflugzeuge entworfen und hergestellt.

Der Brexit hat Williams zufolge "bei jedem Szenario ernsthafte negative Folgen" für das Unternehmen in Großbritannien. Airbus arbeite dort an der Entwicklung der nächsten Generation von Flugzeugflügeln, sagte Williams dem Sender BBC. Nun werde überlegt, ob dafür alternative Standorte infrage kommen. Die "Times" wies auf Ausweichmöglichkeiten in China hin. "Die Uhr tickt", sagte Williams der Zeitung.

In einer Risikobewertung hält Airbus einen geordneten Rückzug mit einem Abkommen für besser als einen Brexit ohne Deal. Die derzeit angedachte Übergangsphase bis Dezember 2020 reiche aber nicht aus, um die offenen Fragen zwischen der EU und Großbritannien zu regeln.

Für Airbus sei sie zu kurz, um die notwendigen Änderungen in seiner umfangreichen Zuliefererkette umzusetzen. Der Konzern sorgt sich zudem um Zulassungs- und Zertifizierungsprozesse in Großbritannien gefertigter Flugzeugteile.

Eine Regierungssprecherin sagte, dass man sehr wohl die Bedenken des Konzerns bei einem Treffen in der Downing Street im April angehört habe. London gehe nicht von einem EU-Austritt ohne Abkommen aus.

Die Scheidungsverhandlungen zwischen London und Brüssel verlaufen sehr schleppend. May regiert seit der vorgezogenen Parlamentswahl im vergangenen Jahr nur noch mit hauchdünner Mehrheit. Sie steht von mehreren Seiten unter Druck. Auch die Brexit-Hardliner ihrer Partei drohen immer wieder damit, sie zu stürzen.
© dpa-AFX, aero.de | Abb.: Airbus | 22.06.2018 08:17


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