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Groß-Gerau will Bau von Terminal 3 stoppen

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Flughafen Frankfurt Terminal 3, © Fraport AG

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KASSEL / FRANKFURT / GROß-GERAU - Hat die Stadt Frankfurt den ersten Bauabschnitt des Terminals 3 am Frankfurter Flughafen zu Unrecht genehmigt? Mit dieser Frage befasst sich am Mittwoch (8. August) der Hessische Verwaltungsgerichtshof in Kassel (VGH). Dort wird eine Klage des Kreises Groß-Gerau verhandelt.

Dahinter steht die Initiative Zukunft Rhein-Main (ZRM), an der auch Mainz, Neu-Isenburg und Flörsheim beteiligt sind (AZ 9 C 1231/15.T).

2014 hatte die Stadt den Bau des Terminals 3 genehmigt. Seit Oktober 2015 wird es errichtet. Das gesamte Terminal soll 2023 nach Abschluss des ersten Bauabschnitts in Betrieb gehen und nach Angaben des Betreibers Fraport um die drei Milliarden Euro kosten. 14 Millionen Passagiere sollen dort jährlich abgefertigt werden. Fraport hat einen Anschluss an die Skyline-Bahn angekündigt, ein S-Bahn-Anschluss ist nicht vorgesehen.

Der Kreis Groß-Gerau befürchtet, dass die Passagiere deshalb mit Taxis und Autos kommen. Ein Streitpunkt vor dem Verwaltungsgerichtshof sei, ob Frankfurt die Erschließung des Terminals mit Verkehrsmitteln hinreichend geprüft habe, erklärte ein VGH-Sprecher. So gehe es um eine Kreisstraße westlich und südlich des Flughafengeländes, die möglicherweise überlastet werde.

Das Gericht werde aber auch prüfen müssen, ob der Kreis überhaupt durch den Ausbau des Airports in seinem Recht auf kommunale Selbstverwaltung verletzt wird und daher berechtigt ist, Klage zu erheben.

Der Kreis Groß-Gerau sieht schwere Versäumnisse bei der Stadt Frankfurt: Geplant sei ein «Ausbau, der die wesentlichen Aspekte der Verkehrsanbindung außer Acht lässt», sagte der Erste Kreisbeigeordnete Walter Astheimer (Grüne). Es gebe keinen Plan, wie man das Terminal sauber und kontrolliert an das Verkehrsnetz anschließe. Dabei seien der Kreis und die Kommunen ohnehin schon von Fluglärm und Verkehr durch den Airport gebeutelt.

«Wir hoffen, dass wir eine aufschiebende Wirkung erreichen, bis eine saubere Planung vorgelegt wird», sagte Astheimer. Bisher seien die Interessen des Flughafens immer vorgegangen. Ein Bau des Terminals 3 sei ein Signal für einen «ungehinderten weiteren Ausbau des Flughafens in den nächsten Jahren».

Die Stadt Frankfurt und der Flughafenbetreiber Fraport wollten sich wegen des schwebenden Verfahrens nicht vorab äußern. Ein Urteil vor dem Verwaltungsgerichts Kassel wird noch am Mittwoch erwartet.
© dpa | 05.08.2018 07:25

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Beitrag vom 07.08.2018 - 10:35 Uhr
Dann könnten aber die Gemeinden im Norden maulen: mehr Verkehr.
Welche Gemeinden kommen denn in Frage? Oder meinen Sie den S-Bahn Verkehr?
Sollen die neuen Arbeitnehmer auch nur vom Norden zum T3 gelangen können?
Wie läuft das denn im Moment? Sicher werden es später viele mehr sein als jetzt, aber momentan sind es doch auch schon deutlich mehr als eine gute Hand voll. Wie machen die das denn? Gibt es auf der Südseite kein einziges Tor mit Kontrollstelle?
Ich könnte mir vorstellen dass da einige nicht unglücklich über eine Verbindung zum Regionalbahnhof wären. In DUS benutzen ebenfalls diverse Mitarbeiter den Skytrain. Man kann ja auch dafür sorgen dass nicht innerhalb von 10 Minuten 800 Mitarbeiter gleichzeitig von Nord nach Süd oder umgekehrt wollen (müssen).
Wenn man sich in MUC den Satelliten zum T2 ansieht, wie kommen die denn alle an ihren Arbeitsplatz? Ich würde mal sagen die fahren vom T2 mit dem unterirdischen Shuttlezug hin oder her. Ob die Paxe das gerne sehen wenn die Warteschlangen ohnehin etwas größer sind, keine Ahnung. Aber anders geht es nun mal nicht (billiger).
Beitrag vom 07.08.2018 - 09:52 Uhr
Scheint alles so zu laufen wie wir hier vorschlagen :-) Dauert eben nur etwas, bis alle unter einen Hut gebracht sind. Wie immer eben.
 http://www.fr.de/rhein-main/flughafen-frankfurt/flughafen-frankfurt-terminal-3-soll-an-die-schiene-a-1326711
Beitrag vom 07.08.2018 - 09:28 Uhr
Da ist kein Platz mehr für einen überirdischen Bahnhof in Nord-Süd Aurichtung wie man ihn für einen Anschluss an die Mannheim/Frankfurter Strecke, d.h. über die S7 benötigen würde.


Es ist Platz für einen Bahnhof. Die Flächen sind doch bereits eingeplant und freigehalten.

Das Problem ist, dass die Bahn mit der Planung der SFS nicht voran kommt. Fraport ist mit dem Terminal zig mal fertig, bevor da auch nur ein ICE Richtung Mannheim auf der neuen Strecke fährt. Dass sich Fraport dieses Projekt mit dem Risiko nicht ans Bein bindet ist klar.
Dass der Bahnanschluss zwingend nötig ist, sollte klar sein. Es geht hier ja nicht nur um Passagiere. Es geht auch um Mitarbeiter. Und hier nicht nur die, aus dem neuen Terminal. Auch die CCS hätte dann endlich mal eine vernünftige Anbindung. Dazu würde man den Flughafen auch aus Richtung Süden an die Bahn anschließen, was allen zu Gute kommt.
Das wäre ein richtig schönes Projekt für einen grünen Verkehrsminister. Leider sitzt der in Wiesbaden und versagt.


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