A350 oder 787
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Oman Air im Schatten der großen Golfairlines

MASKAT - Die nationale Fluggesellschaft des östlichsten Golfstaats plant mitten in einer heißen Sanierungphase einen milliardenschweren Auftrag für neue Großraumflugzeuge. Oman Air wird die Flugzeuge aus eigener Kraft finanzieren, der Staat will der Airline keine Gelder mehr zuschießen.

Die Flaute der Ölindustrie kommt Oman-Air-Chef Paul Gregorowitsch gerade ziemlich ungelegen. Sollte die Nachfrage nicht weiter einbrechen, werde Oman Air ihren Turnaround zwar nicht mehr im laufenden Jahr aber doch bis Ende 2018 schaffen, sagte Gregorowitsch in einem Interview mit "Bloomberg".

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Die erste Boeing 787-8 von Oman Air in Everett, © Boeing

Unabhängig von der Verschiebung der Ausbaupläne auf eine Flottengröße von 70 Flugzeugen und eine Netzausweitung auf 75 Destinationen um weitere drei Jahre, will die Airline 15 neue Großraumflugzeuge beschaffen. Die Flieger sollen zunächst älteres Gerät ersetzen, aber auch mehr Kapazität generieren.

Zur Wahl stehen der Airbus A350 und die Boeing 787-9. Leicht im Vorteil sei das Boeing-Angebot, da Oman Air bereits sechs Dreamliner in der Flotte habe. Bis 2018 sollen vier weitere Maschinen folgen. Die neuen Langstreckenmaschinen werden zehn A330 ersetzen. Die A330neo zieht Oman Air nicht in Betracht.

Oman Air werde auch 20 Boeing 737 MAX abnehmen, einige aber verleasen, um Schwankungen in der Nachfrage auszugleichen.

Trotz anhaltender Verluste wird die Staatsairline nicht mehr subventioniert. Seit Amtsantritt des ehemaligen Air-Berlin-Managers Gregorowitsch 2014 erhielt Oman Air Zuwendungen in Höhe von 350 Millionen US-Dollar. Zuletzt verringerte sich der Verlust pro Ticket auf zehn Dollar, Tendenz laut Airline weiter fallend.

Die staatliche Airline des rund 4,5 Millionen Einwohner zählenden Sultanats betreibt derzeit eine Flotte von 50 Flugzeugen, darunter sechs Boeing Dreamliner, zehn Airbus A330, 30 Boeing 737NG und vier Embraer 175. Aktuell umfasst das Streckennetz 52 Destinationen in Afrika, Asien, Europa und dem Nahen Osten. In Europa werden sechs Ziele angeflogen, darunter Frankfurt, München und Zürich. 2016 flogen mit Oman Air 7,7 Millionen Passagiere.

Im laufenden Jahr nahm die Golfairline Manchester und Nairobi neu ins Netz,  Hongkong und Seoul sollen folgen, sowie "ein Ziel in Südafrika". Nach Deutschland fliegt Oman Air im Codeshare mit Lufthansa, Gregorowitsch bestätigte Gespräche über ein Joint Venture.
© aero.at, Bloomberg | Abb.: Airbus | 07.05.2017 10:58

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Beitrag vom 07.05.2017 - 18:41 Uhr
Schon Wahnsinn, da deckt das Sultanat horrende Verluste der Airline (pro Passagier zahlt das Sultanat 10 Dollar, früher war es über 20 Dollar...) und es gibt immer noch Leute, die das Gefühl haben eine westliche Airline, die ein Minimum an Profit erzielen muss könnte hier mithalten.

Oman Air war bis vor kurzem die am wenigsten profitabelste Airline auf der ganzen Welt; noch immer ist sie hochgradig defizitär.

Ich werte nicht. Aber es gilt definitiv festzuhalten, dass hier nicht mit gleich langen Spiessen gekämpft wird. Vielleicht täte diese Einsicht all den Golf-Enthusiasten und LH-Kritikern gut.
Beitrag vom 07.05.2017 - 16:35 Uhr
Wenn wir schon so genau sind... ;-) Oman ist ganz offiziell ein Sultanat und kein Emirat. Da legen sie auf ihrer Website auch großen Wert drauf. Leider haben Sie den ersten Teil Ihres Wikipedia Zitats unterschlagen..."Als Emirat (arabisch إمارة, imāra, Mehrzahl imārāt) wird der Herrschaftsbereich eines Emirs bezeichnet." Hier herrscht aber ein Sultan. Auch wenn Beide unter der Kontrolle der herrschenden Klasse stehen ist es nicht das selbe.
Beitrag vom 07.05.2017 - 13:56 Uhr
Oman ist nicht das östlichste Emirat, sondern ein eigenständiges Sultanat.
Steht auch so im Beitrag (siehe 7.Absatz)
Wikipedia zum Begriff "Emirat": Im Arabischen bezeichnet der Ausdruck allgemein einen Teil des Landes, der unter der Kontrolle der herrschenden Klasse steht.
Dazu dürfte auch ein Sultan zählen, sowie alle arabischen Kleinstaaten entlang der südlichen Golfküste (von Kuwait bis Oman)
Bob Gedat, Red Wien


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