Gescheiterte Privatisierung
Älter als 7 Tage

Indien bleibt vorerst auf Air India sitzen

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Air India Boeing 777-300ER, © Ingo Lang

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NEU DELHI - Die indische Regierung unternimmt vorerst keinen zweiten Anlauf auf eine Teilprivatisierung der Problem-Airline. Stattdessen soll Air India letztes Tafelsilber verkaufen.

Viele Interessenten, keine Gebote: Indien versuchte im Mai vergeblich, einen 76-Prozent-Anteil an Air India loszuschlagen.

Restriktive Übernahmekonditionen schreckten potenzielle Investoren wie IndiGo ab: sie hätten fünf der acht Milliarden US-Dollar Altschulden von Air India übernehmen und alle 27.000 Mitarbeiter zu unveränderten Bedingungen mindestens ein Jahr lang weiterbeschäftigen müssen.

Einen neuen Anlauf auf eine teilweise oder komplette Privatisierung der Star-Alliance-Airline wird es nach dem Debakel im ersten Versuch nicht geben. Die Regierung unter Premierminister Narendra Modi hat den Verkaufsprozess gestoppt, berichten indische Medien übereinstimmend.

##chaviation[ai]## Air India soll zunächst aus eigener Kraft effizienter werden - und verbliebenes Tafelsilber verkaufen: der Firmensitz in Mumbai, das Ground Handling und die Wartungstochter stehen offenbar zur Disposition. Kurzfristig muss jedoch ein weiteres Mal der Steuerzahler in die Bresche springen.

Air India beantragte nach einem Bericht der "Economic Times" eine staatliche Finanzspritze von umgerechnet 250 Millionen Euro, um Gehälter auszuzahlen. Weitere 125 Millionen will sich die Airline bei Banken leihen.

Eine Vorgängerregierung hatte Air India 2012 eine Kreditlinie von umgerechnet 3,8 Milliarden Euro eingeräumt. Die sollte eigentlich zehn Jahre vorhalten, inzwischen hat Air India jedoch schon 86 Prozent der Kreditmittel abgerufen.
© aero.de, Bloomberg News | 20.06.2018 11:55


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