"Der Streik läuft"
Älter als 7 Tage

Cockpit und Kabine nehmen Ryanair in die Zange

DUBLIN - Der am Mittwochmorgen angelaufene Streik der Beschäftigten bei Ryanair soll nach Planung der Pilotengewerkschaft VC vor allem die großen Standorte der irischen Billig-Airline in Deutschland lahmlegen. Die Airline hat den Ton gegenüber deutschen Gewerkschaften deutlich verschärft.

"Der Streik läuft. Es sind alle zwölf deutschen Basen betroffen, besonders die großen in Frankfurt/Rhein-Main, Hahn und an den Berliner Flughäfen Tegel und Schönefeld", sagte der Vizechef der Vereinigung Cockpit (VC), Markus Wahl. "Da kommt es heute verstärkt zu Ausfällen."

Nach seinen Informationen dürfte es bis zum Ende des Ausstands am frühen Donnerstagmorgen 150 Streichungen von Flügen aus und nach Deutschland geben. Von dieser Zahl geht auch Ryanair aus.

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"Wir glauben, dass wir erfolgreich sein können und dass Ryanair an den Verhandlungstisch zurückkehrt", meinte Wahl. Etwas Besonderes sei die Koordination der Aktion mit den Kollegen des Kabinenpersonals. "Man sieht dadurch, wie prekär die Situation bei Ryanair offensichtlich ist", sagte der Gewerkschafter.

Eine Verdi-Sprecherin hatte am Morgen ebenfalls den Beginn der Streiks bestätigt, mehrere Maschinen seien bereits am Boden geblieben. Ryanair-Passagiere in Deutschland müssen mit vielen Ausfällen und Verspätungen rechnen.

Bei dem Arbeitskampf geht es um erstmalig abzuschließende Tarifverträge für höhere Gehälter sowie bessere Arbeitsbedingungen. Ryanair hat nach eigenen Angaben alle betroffenen Kunden vorab informiert, eine Liste der gestrichenen Flüge veröffentlichte die Airline zunächst aber nicht. Insgesamt steuert die Airline 19 Flughäfen in Deutschland an.

Betroffene Passagiere können kostenfrei umbuchen oder den Ticketpreis zurückerhalten, wie Ryanair mitteilte.

Ryanair droht Mitarbeitern

Die Airline hat für den Fall eines andauernden Arbeitskampfs mit einem Abbau von Arbeitsplätzen an ihren deutschen Standorten gedroht - wenn sich die Crews nicht fügen, will Airlinechef Michael O`Leary Basen verkleinern und Flugzeuge auf andere Ryanair-Standorte in Europa verteilen.

Gerade an kleineren Standorten würden fortgesetzte Arbeitskämpfe zu Verlusten führen, die Ryanair nicht tragen könne, sagte Ryanair-Betriebsvorstand Peter Bellew. In ihrem Heimatland Irland hatte die Gesellschaft mit dem Abzug von mehreren Jets nach Polen gedroht.

Nach fünf Streikwellen der Piloten und einer Einigung mit der dortigen Gewerkschaft wurde diese Entscheidung wieder zurückgenommen.

Grundsätzlich wolle man aber in Deutschland seinen Marktanteil von derzeit knapp 10 auf 20 Prozent steigern, kündigte Marketing-Chef Kenny Jacobs an. Dafür wolle das Unternehmen mit den Gewerkschaften Verträge abschließen. Man sei mit der Gewerkschaft Vereinigung Cockpit nah beieinander gewesen, sagte Bellew.

Die VC habe ferner bei der Lufthansa-Tochter Eurowings längst niedrigere Gehälter akzeptiert, als sie nun bei Ryanair fordere.
© aero.de, dpa | Abb.: Flughafen Nürnberg | 12.09.2018 08:13


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