EU-Wettbewerbsbeschwerde
Älter als 7 Tage

Ryanair sieht sich als Opfer einer Verschwörung

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Streik bei Ryanair: Kundgebung der VC Cockpit am 10. August 2018, © VC Cockpit

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BRÜSSEL - Ryanair hat eine Wettbewerbsbeschwerde bei der EU eingereicht. Die Streiks von Piloten und Kabinenpersonal werden ihrer Ansicht von den Mitarbeitern konkurrierender Airlines organisiert - mit dem Ziel, Ryanair zu schaden. Ryanair-Piloten und -Cabin Crews in fünf Ländern streiken heute.

"In gewissen Ländern, vor allem in Portugal, Spanien, Deutschland, den Niederlanden und Schweden wird der Verhandlungsfortschritt durch Piloten und Kabinenpersonal, die für andere Airlines arbeiten verhindert", sagte Ryanair-Chef Michael O'Leary in Brüssel.

"Diese Leute verschwören sich, um zu wiederholten und unnötigen Streiks aufzurufen, die unsere Kunden stören und unserem Geschäft schaden - zum Nutzen ihrer eigenen Arbeitgeber."

Dieser Vorwurf von Ryanair ist nicht neu. In Irland beschuldigte die Airline ihre Rivalin Air Lingus, Stimmung zu machen und sich in ihre Angelegenheiten zu mischen. Der Präsident der irischen Pilotengewerkschaft IALPA, die für Ryanair-Piloten verhandelt hat, ist Air Lingus-Pilot.

Ryanair: Aufrührer aus anderen Airlines

Die ähnlichen Vorwürfe, die nun in einer Wettbewerbsbeschwerde gemündet sind, richten sich konkret gegen Piloten und Cabin Crews in Spanien, Portugal, in den Niederlanden und Schweden.

Im spanischen Alicante macht Ryanair Bordpersonal von Norwegian als Aufrührer aus, in Portugal sind es Ryanair zufolge Flugbegleiter der TAP Air Portugal, die Ryanair-Kollegen zum Streik anstiften.

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Ihren niederländischen Piloten wirft die Airline vor, Verhandlungen zu blockieren, sollte nicht ein KLM-Pilot dazugeholt werden. In Schweden verweigern sich Piloten laut Ryanair weiteren Gesprächen, sollte die Airline nicht einen Braathens-Pilot als Verhandlungsteilnehmer akzeptieren.

Gewerkschaften haben sich auf aero.de-Anfrage bisher noch nicht dazu geäußert.

Hunderte Flugausfälle

Am Freitag streiken Piloten und Flugbegleiter in Deutschland, Spanien, Portugal, Belgien, den Niederlanden und Schweden. Ryanair hatte zunächst etwa 200 streikbedingte Flugstreichungen angekündigt, die Zahl dann auf 150 reduziert und anschließend wieder auf 200 erhöht, nachdem VC Cockpit am Mittwoch ihre Mitglieder ebenfalls zum Streik aufgerufen hat. Ver.di entschied sich am späten Donnerstagnachmittag, an dem Streik teilzunehmen.

Ryanair-Chef Michael O'Leary traf kurz zuvor mit der EU-Komissarin Marianne Thyssen zusammen. Die ermahnte seine Airline, sich an geltendes EU-Arbeitsrecht zu halten: "Die Einhaltung von EU-Gesetzen ist nicht etwas, über das Angestellte verhandeln müssen, und es kann nicht von Land zu Land unterschiedlich gehandhabt werden."
© aero.de (boa) | Abb.: Ryanair | 28.09.2018 08:08

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Beitrag vom 28.09.2018 - 19:49 Uhr
Lässt sich jetzt RYR von Erdogan beraten?
Beitrag vom 28.09.2018 - 11:42 Uhr
Viele Marketingzuschüsse an den abgelegnene Flughäfen laufen aus bzw. wurden zurückgeschraubt... jahrelang hat sich MOL seine taschen damit gestopft und direkte Airlinekosten auf die regionalen Flughäfen abgewälzt... das ist jetzt alles vorbei. Jetzt muss er wie eine echte Airline arbeiten und das schmeckt ihm überhaupt nicht.
Beitrag vom 28.09.2018 - 11:17 Uhr
Ja - O'Leary hat solange auf Gewerkschaften geschimpft und gechworen, er würde nie mit denne reden und alle Airlines besiegen, die das tun, dass sobald die Tür einen Millimeter offen war, alle Dämme brachen.
Wenn ich mir die Arbeitnehmervertreter der kompletten Branche systematisch zu Feinden mache, ist eine Verabredung zwischen denen doch gar nicht mehr nötig, um sie in Kampfstimmung zu bringen.

MOL kann jetzt die Suppe auslöffeln, die er selber jahrelang gekocht hat. Guten Appetit Michael!


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