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Alitalia: Brüssel signalisiert grünes Licht für italienische Lösung

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Alitalia Boeing 777-200ER, ©  Masakatsu Ukon

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BRÜSSEL - Die EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager hat sich gegenüber einer italienischen Lösung für die marode Alitalia offen gezeigt. Wichtig ist demnach nicht, wem die Airline gehört, sondern, dass sie sich an die Regeln des Marktes hält.

"Wir haben keine bevorzugte Lösung für Alitalia", zitiert der "Corriere della Sera" EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager. "Was die Eigentumsfrage anbelangt sind wir neutral: eine Möglichkeit ist sicher, dass (Alitalia, Red.) zum Teil dem Staat gehört. Wir achten darauf, dass dieser sich wie jeder andere Wettbewerber auf dem freien Markt verhält und keine Subventionen verteilt."

Die neue Regierung in Rom pocht auf eine "italienische" Zukunft für Alitalia. Selbst wenn politisch der Weg für eine mehrheitlich "italienische" Lösung frei wäre, dürfte es jedoch schwierig sein, Partner aus der Privatwirtschaft für das Vorhaben zu gewinnen.

Lufthansa hat erst Mitte Juli 2018 erneut klargestellt, dass sie an einer Alitalia in der jetzigen Form nicht interessiert ist.

"Wir haben immer betont, dass der italienische Markt für uns sehr wichtig ist und wir Interesse an einer restrukturierten Alitalia haben", teilte ein Lufthansa-Sprecher damals auf aero.de-Anfrage mit. "Die heutige Alitalia ist für uns aber nicht interessant. Schon heute sind wir mit unseren Fluggesellschaften in Italien sehr gut vertreten und könnten auch mit diesen weiter wachsen, wenn wir den Bedarf dafür sehen."

Selbst die Staatsholding Cassa Depositi e Prestiti hat ihre Bereitschaft zu einer Beteiligung an dem Unternehmen Alitalia unter die Voraussetzung gestellt, dass es einen starken Partner aus der Privatwirtschaft an die Seite bekommt, der einen zukunftsfähigen Wirtschaftsplan vorlegt.

Als Übernahmeinteressenten galten zuletzt neben der Lufthansa die International Airline Group (IAG) und EasyJet. Etihad, der zuletzt 49 Prozent der Airline gehörten, hat sich Anfang 2017 zurückgezogen. Kurz darauf hat Alitalia Insolvenz angemeldet und steht seither unter Sonderverwaltung.

Ein Verfahren darüber, ob der staatliche Brückenkredit über 900 Millionen Euro zu einem Zinssatz von zehn Prozent den Marktregeln entspricht, ist anhängig. Die EU-Wettbewerbskommission hat es eingeleitet, nachdem Ryanair, die IAG und die Lufthansa sich beschwert haben. Der Vorwurf: der zugestandene Betrag ist zu hoch und die Zinsen dafür zu niedrig.
© aero.de (boa) | Abb.: Alitalia | 26.07.2018 12:52


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