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Cockpit fordert neues Management für Ryanair

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Ryanair Boeing 737-800, © The Boeing Company

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BREMEN - Streiks in Cockpit und Kabine treffen Ryanair härter als die Airline anfangs zugab. Nach einer Gewinnwarnung zieht Ryanair Flugzeuge aus Deutschland ab. Die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit vermutet eine Retourkutsche des Billigfliegers - und fordert einen Austausch der Spitze.

Der Standort Bremen mit zwei stationierten Flugzeugen soll am 05. November schließen, wie die irische Gesellschaft am Montag ankündigte. Im nordrhein-westfälischen Weeze werden künftig nur drei statt fünf geplanter Flugzeuge stationiert.

"Alle betroffenen Kunden wurden benachrichtigt. Der Großteil der Strecken wird fortgeführt", teilte Sprecher Robin Kiely mit. Ab Bremen sollen ausländische Maschinen die meisten Strecken übernehmen, in Weeze sollen das die drei verbleibenden Flugzeuge machen. Ein Flughafensprecher rechnet damit, dass dort im Vergleich zu letztem Jahr 15 Prozent weniger Flüge angeboten werden.

Die Gewerkschaft Verdi warf der Airline vor, die Verlegung sei "ein Vergeltungsschlag" für die jüngsten Streiks. "Wir fordern Ryanair auf, diese Entscheidung sofort zurückzunehmen und nicht die Existenz der Beschäftigten zu bedrohen", teilte Verdi-Bundesvorstandsmitglied Christine Behle mit. An beiden Standorten hätten sich viele Beschäftigte an den Warnstreiks beteiligt.

Nach Angaben der Gewerkschaft arbeiten in Bremen rund 90 Mitarbeiter für Ryanair. Die irische Airline will auch die Basis im niederländischen Eindhoven mit vier Maschinen dichtmachen. Die Standorte sollen nach Unternehmensangaben vom 5. November an dauerhaft geschlossen werden. Wie es für die Mitarbeiter weitergeht, ist noch unklar.

"Die Drohung von Ryanair kann nur als Reaktion auf den Streik gewertet werden", sagte Cockpit-Vize Markus Wahl. "Das Verhalten der Ryanair ist nicht akzeptabel und dient erkennbar dazu, die Piloten unter Druck zu setzen." Cockpit erneuerte eine Forderung, das Management um Ryanair-Chef Michael O'Leary auszuwechseln.

"In den Gesprächen über eine Schlichtungsvereinbarung waren wir weit fortgeschritten. Eine Antwort von Ryanair steht bis heute aus. Offenbar ist Ryanair nicht ernsthaft an einer Schlichtung interessiert", so Wahl weiter.

Die Fluggesellschaft hatte zuvor ihre Geschäftserwartungen gesenkt, etwa weil Treibstoff teurer geworden ist. Die vergangenen Streiks hätten zudem das Vertrauen der Kunden untergraben, sagte O'Leary. Am Freitag waren wegen der Ausstände bei Flugbegleitern und Piloten mindestens 250 Flüge ausgefallen.

Das fliegende Personal will höhere Löhne und bessere Arbeitsbedingungen nach dem jeweiligen nationalen Recht erreichen. Laut O'Leary musste der Billigflieger weniger Buchungen für die Herbstferien und die Weihnachtssaison verkraften. Auch die Ticketpreise fielen niedriger aus als gedacht. Die Airline verringert ihre Kapazitäten nun für die Wintersaison um ein Prozent.

Der Bremer Airport erwartet keine dramatischen Einschränkungen für Fluggäste. "Eine Schließung der Bremen-Basis im Winter bedeutet lediglich, dass die Bereitstellung der Crews der Ryanair-Maschinen in diesem Zeitraum nicht mehr aus dem Standort Bremen, sondern von anderen im Umlauf des Flugzeuges befindlichen Standorten erfolgt", sagte eine Sprecherin.

Am Flughafen Weeze nahe der niederländischen Grenze fliegen zum allergrößten Teil Ryanair-Maschinen. Dort seien in der vergangenen Wintersaison vier Ryanair-Flugzeuge stationiert gewesen - nun seien noch drei geplant, sagte ein Flughafensprecher. Der aktualisierte Flugplan liege noch nicht vor. Sie rechneten aber damit, dass nun etwa ein Siebtel weniger Flüge angeboten würde als vor einem Jahr. Ursprünglich hätte auf fünf Maschinen aufgestockt werden sollen.

Ryanair ist der größte Billigflieger Europas. Die Maschinen fliegen mehr als 215 Flughäfen in 37 Ländern an. Im Geschäftsjahr 2017/2018 machten die Iren einen Gewinn von 1,45 Milliarden Euro. In diesem Jahr sollen die Geschäfte nun etwas schlechter ausfallen. Erwartet werden noch 1,1 bis 1,2 Milliarden Euro Gewinn
© dpa-AFX, aero.de | Abb.: Ryanair | 01.10.2018 18:54

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Beitrag vom 04.10.2018 - 11:43 Uhr
@fbwlaie schrieb,
Natürlich - und das weiss auch die Gewrkschaft.
Weshalb stellt dann aber diese Forderung auf?
Fordern kann jeder alles. Da gibt es nirgends Vorschriften oder Grenzen was man sagen oder fordern darf. Nur ist das für FR in keinster weise bindend, da die Eigentümer selbständig entscheiden können, wem sie die Leitung ihres Unternehmens anvertrauen. Das VC gerne FR so in der Hand haben wollen wie bei anderen Fluggesellschaften ist verständlich. Aber warum sollen sich die Eigentümer so etwas antun?
Beitrag vom 04.10.2018 - 11:12 Uhr
das Thema ist doch eh bald erledigt, ab April darf Ryanair sowieso nur noch von England starten weil sie nicht mehr Teil des OpenSkies Abkommens der EU sind.

?????
Ryanair ist nicht britisch sondern irisch und dass Irland die EU verlässt wäre mir neu.
Beitrag vom 03.10.2018 - 23:20 Uhr
"Diese Forderung steht einer Gewerkschaft nicht zu. "

Natürlich - und das weiss auch die Gewrkschaft.
Weshalb stellt dann aber diese Forderung auf?
....
Irgendwann verliert MOL den Spass, Nach dem Streik ist vor dem Streik!


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