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Kerosinpreise werden für Flybe zum Problem

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Flybe in Düsseldorf, © Flybe

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EXETER - Steigende Kerosinpreise werden zum Stresstest für Europas Airlines - besonders für konzernunabhängige Fluganbieter. Sechs europäische Fluglinien haben seit August unter anderem deswegen den Betrieb eingestellt. Nun gibt eine siebte Airline zu, dass sie schwer zu rudern hat: Flybe.

"Wir haben in der Sommersaison Fortschritte erzielt und unseren Gewinn pro Sitzplatz gesteigert", sagte Flybe-Chefin Christine Ourmière-Widener. "Aber wir erleben jetzt eine Abkühlung des Marktes. Wir analysieren weitere Möglichkeiten, um Kapazitäten und Kosten zurückzufahren."

Der Jahresgewinn wird neuesten Unternehmensangaben zufolge vermutlich geringer ausfallen als erwartet. Der Wert der Flybe-Aktien brach nach diesem Eingeständnis um 41 Prozent ein - am Ende des Börsentages waren die Papiere in London noch etwa 20 Cent wert.

Ob sinkender Nachfrage lasten steigende Spritpreise umso schwerer auf Flybe. "Zunehmende Kostendiszipiln zeigt in der Branche positive Wirkung", versucht Ourmière-Widener Anleger zu beruhigen. "Aber wir wollen in den kommenden Monaten mehr tun, besonders gegen widrige Entwicklungen im Zuge des schwächeren Pfunds und der steigenden Spritpreise."

##chaviation[be]## Bei diesen Bemühungen schwebt ein harter Brexit wie ein Damoklesschwert über Flybe. Die Airline hatte sich zum Ziel gesetzt, eine führende Rolle unter den regionalen europäischen Airlines einzunehmen, die kleinere Städte mit Flugzeugen unter 100 Sitzen bedienen.

Entsprechend erstreckt sich das Streckennetz der Airline über zahlreiche Ziele und Basen in Kontinentaleuropa. Flybe verfügt aktuell über eine 74 Flugzeuge starke Flotte. Die Airline will unter anderem bei Leasingkosten Geld sparen.

Die Leasingverträge eines Bombardier Q400- und eines Embraer E195-Jets sind bereits Ende September ausgelaufen, ein weiterer E195 soll in den kommenden Wochen an das Leasingunternehmen zurückgegeben werden.

2018 haben die belgische VLM, die Schweizer Skywork, die deutschen Ableger von Small Planet Airlines und Azur Air sowie die dänisch-lettische Primera Air die Segel gestrichen.

Selbst der Chef des Billigfluggiganten Ryanair Michael O'Leary begründete die Schließung der Bremer Basis mit steigenden Spritpreisen. "Öl ist bei 85 Dollar, ihr Idioten", keilte O'Leary in Richtung von Pilotengewerkschaften, die vorher den Rückzug aus Bremen als "Kriegserklärung" der Airline bezeichnet hatten.
© aero.de (boa) | Abb.: Flybe | 18.10.2018 13:28

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Beitrag vom 18.10.2018 - 18:30 Uhr
Es gibt nur eine Base in Kontinentaleuropa und die ist in DUS. Es sind auf fast alle Strecken von GB zum Festland, so gut wie keine Strecke auf dem Festland. Daher dürfte eine fehlende Einigung beim Thema Brexit wirklich existenzbedrohend sein.


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