A350-Aufträge auf der Kippe
Älter als 7 Tage

Airbus droht blauer Brief von Etihad Airways

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Airbus A350-1000, © Airbus

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ABU DHABI - Etihad-Chef Tony Douglas kassiert die Flottenstrategie seines Vorgängers James Hogan. Laut einem Analystenbericht wird Airbus alsbald eine Stornonotiz für "einen erheblichen Teil" des A350-Auftrags von Etihad Airways ins Haus flattern. Douglas muss Etihad für weitere dürre Jahre wetterfest machen.

Fehlinvestitionen und milliardenschwere Verluste hallen bei Etihad Airways nach. Der Airline stecken aus 2016 1,9 Milliarden US-Dollar und aus 2017 weitere 1,5 Milliarden US-Dollar Fehlbetrag in den Knochen.

Hogans Weg, mit Airlinebeteiligungen und Megaaufträgen zu den Golf-Konnektoren Emirates und Qatar Airways aufzuschließen, ist krachend gescheitert - Douglas stellt Etihad neu auf und will unter anderem mehr Punkt-zu-Punkt-Flüge anbieten. Dafür braucht Etihad deutlich weniger Flugzeuge als sie unter Hogan bestellt hat.

Insider stachen bereits im Juni an die Nachrichtenagentur "Reuters" durch, dass Etihad ihre Warteliste für Flugzeuge überdenkt und Douglas aus Aufträgen über 17 Boeing 777-9 und acht 777-8 aussteigen will.

Wenn die Airline zum Rotstift greift, droht aller Voraussicht nach auch Airbus der Verlust milliardenschwerer Flugzeugbestellungen.

Etihad Airways werde in Kürze "einen erheblichen Teil" ihrer 62 Flugzeuge starken Auftragsposition im A350-Programm zurückziehen, meldet der Dienst "Aviation Analyst". Der Auftrag ist in 40 A350-900 und 22 A350-1000 strukturiert. Etihad hatte den Lieferbeginn bereits verlegt und Pilotentrainings für die neue Teilflotte auf Eis gelegt.

##chaviation[ey]## Nach einer aktuellen Einschätzung der Ratingagentur Fitch wird Etihad Airways noch mindestens bis 2022 rote Zahlen schreiben. Douglas sucht im Turnaround Partnerschaften im Umfeld der Star Alliance und die Nähe von Emirates.

Spekulationen über eine vollständige Zusammenlegung der Flugbetriebe von Etihad und Emirates fing Emirates im September eilig wieder ein. "Wir wollen Synergien (mit Etihad, Red.) heben und neue Leistungsfähigkeit erzielen, aber das ist kein Zusammenschluss", sagte Emirates-Manager Hubert Frach "Bloomberg".

Etihad hatte 2012 schon einmal einen Teilauftrag im A350-Programm - über sechs A350-1000 - storniert. Die A350-Warteliste umfasst Aufträge über 717 A350-900 und 173 A350-1000, 203 Flugzeuge hat Airbus seit 2014 ausgeliefert. Im laufenden Jahr gingen bei Airbus Aufträge für 58 neue A350-900 ein - und eine Storno von American Airlines über 22 Flugzeuge.
© aero.de | Abb.: Airbus | 19.10.2018 15:46

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Beitrag vom 21.10.2018 - 10:42 Uhr
Auch wenn es mangels belastbarer Quellen nicht konkreter geworden ist, hoffe ich, dass Dir das einen Eindruck gibt.

Herzlichen Dank!
Beitrag vom 20.10.2018 - 22:38 Uhr
Die A330 ist recht neu, und da A333 auch relativ solide was verbrauch angeht.
Piloten hat die LH auch wie sand am meer.

Die Frage ist ob die A340, und wenn ja die A343 oder die A346 ausgeflottet werden und oder die B744.
Ersteres wäre ein Wachstum, und die Flieger könnten im Konzern weiter verwendet werden - EW Langstrecke z.b.
Die B744 wäre eine einfach nur kosten senken, und die A346- tj, das Ende einer schlechten Entscheidung?
Ist natürlich schade wenn so junge Flieger auf der Halde landen....

ich denke weiterhin das die B744 als erstes geht, sie ist vond er Konstruktion her das älterste Modell und wenn ich mir den Unterschied zw. B744 und B787 oder A350 anschaue, dann will ich nicht mehr in so einer alten lauten Mühle fliegen.
Beitrag vom 20.10.2018 - 18:32 Uhr
@Flystar
...

Andere Triebwerke (also z.B. LEAP1A statt PW) drunter schrauben ist nicht ohne weiteres möglich, ab einem bestimmten Produktionsfortschritt nahezu unmöglich. [...]

Da es hier um Kündigungszeiten ging, habe ich "Schnellentschlossen" darauf bezogen, dass Bestellungen normalerweise eine sehr lange Vorlaufzeit haben, und die Hersteller in Einzelfällen im Zugzwang sind, die Produktion rechtzeitig umzuplanen, und zwar aus den von A320Fam zu recht genannten Gründen. In den Beispielen wurde/wird natürlich nicht umgerüstet, sondern im Vorfeld umgeplant.


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