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Erster Gewinnrückgang bei Ryanair seit Jahren

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Ryanair Boeing 737-800, © NUE

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DUBLIN - Ryanair muss den ersten Gewinnrückgang seit Jahren verdauen. Nach der jüngsten Prognosesenkung Anfang Oktober kommt das für Investoren nicht überraschend. Die Aktie stieg stark im frühen Handel am Montag, Anleger sehen nach dem Kursrutsch der letzten Wochen eine Kaufgelegenheit.

Der Gewinn sank im ersten Geschäftshalbjahr um sieben Prozent auf 1,20 Milliarden Euro, wie das Unternehmen am Montag in Dublin mitteilte. Das ist das erste Mal seit fünf Jahren.

Als Gründe für den Gewinnrückgang nannte Ryanair die Streiks, hohe Kerosinpreise, geringere Ticketpreise und Ersatzzahlungen wegen der EU-Fluggastrechte.

Die Ryanair-Papiere legten am Morgen um über vier Prozent zu. Im Zuge der Gewinnwarnung war das Papier stark eingebrochen. Das britische Analysehaus Liberum schrieb in einem ersten Kommentar, nach der Gewinnwarnung seien die aktuellen Zahlen keine Überraschung mehr.

Die nun beibehaltene Prognose und das Kursniveau seien aber Einstiegsgründe, hieß es. Laut UBS-Experte Jarrod Castle waren die Zahlen sogar einen Tick besser ausgefallen als befürchtet.

Ryanair hatte bereits Anfang Oktober seine Ergebnisprognose für das Gesamtjahr gesenkt und damals schon dieselben Gründe genannt wie heute. Nun erwartet die Fluglinie den Gewinn im Geschäftsjahr 2018/19 (Ende März) bei 1,10 bis 1,20 Milliarden Euro. Zuvor war der Konzern von 1,25 bis 1,35 Milliarden Euro ausgegangen.

Zunächst keine weiteren Aktienrückkäufe

Diese Prognose bestätigte das Unternehmen nun zur Halbjahresbilanz. Ryanair-Chef Michael O'Leary bezeichnete den Ausblick in einem Interview mit Bloomberg als konservativ. Er sehe den Ölpreis als größtes Risiko. Eine erneute Anpassung sei aber eventuell erst nötig, wenn ein Barrel über 100 Dollar koste.

Wegen der Unsicherheit in den Brexit-Verhandlungen werde Ryanair weitere Aktienrückkäufe erst einmal aufschieben, sagte O'Leary. Ein Programm über 750 Millionen Euro hatte der Billigflieger jüngst abgeschlossen.

Nicht nur die über 400 Maschinen mit dem Ryanair-Logo werfen in diesem Jahr weniger Gewinn ab. Die neue Ryanair-Tochter Laudamotion dürfte nach bisherigen Angaben in diesem Jahr rund 150 Millionen Euro Verlust einfliegen. Diese Summe ist in der Gewinnprognose von Ryanair noch nicht enthalten.

Steigende Kosten für Treibstoff sind indes ein Problem, das die gesamte Branche betrifft. So hatte die britische Ryanair-Konkurrentin Easyjet ihre Gewinnprognose jüngst eingeengt.
© dpa-AFX, aero.de | Abb.: Ingo Lang | 22.10.2018 08:11

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Beitrag vom 22.10.2018 - 12:19 Uhr
Nach den vielen Flugstreichungen, Anlaufkosten bei Lauda, schlechter Presse, einen hohen Sprit Preis und und und machen die.immer noch zuverlässige hohe Gewinne. Denen geht es wirklich schlecht.

Wie teilt sich der Gewinn eigentlich auf? Was wurde an Flugzeugen verkauft, was an Tickets, was an Food und was an Vermittlung von Autos und Hotels?


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